Zukunftsmarkt Pflegehotel. Eine Marktanalyse


Akademische Arbeit, 2007

48 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

1 Definition der Marktanalyse
1.1 Durchführung der Marktanalyse
1.2 Informations- und Materialbeschaffung

2 Beeinflussende Rahmenbedingungen
2.1 ...auf den Markt
2.1.1 Soziodemographische Rahmenbedingungen
2.1.2 Gesundheitspolitische Rahmenbedingungen
2.1.3 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
2.2 ... auf den Hotelbetrieb

3 Anbieteranalyse
3.1 Anbieter im Inland
3.2 Anbieter im Ausland

4 Konzepteanalyse
4.1 Pflegemodelle
4.2 Leistungen der Pflegehotels
4.3 Marketingkonzepte

5 Kundenanalyse
5.1 Originäre Zielgruppen und Kunden
5.1.1 Behindertentourismus
5.1.2 Seniorentourismus
5.2 Aktuelle Kundenanforderungen
5.3 Nachfrage nach Pflegehotels
5.4 Preisbereitschaft

6 Kostenanalyse auf Abnehmer- und Anbieterseite
6.1 Kosten auf Abnehmerseite
6.1.1 Kostenübernahme durch die Pflegekasse bei Aufenthalt im Inland
6.1.2 Kostenübernahme durch die Pflegekasse bei Aufenthalt im Ausland
6.2 Wirtschaftlichkeit auf Seiten des Pflegehotels
6.2.1 Einnahme- und Ausgabeparameter
6.2.2 Gewinnerzielungsabsicht

7 Wettbewerber und Konkurrenz
7.1 Direkte Wettbewerber und Konkurrenten
7.2 Potenzielle Wettbewerber und Konkurrenten

8 Auslastung

9 Bedarf an Pflegehotel

10 Zukünftige Entwicklungen
10.1 Zukünftige Zielgruppen und Kunden
10.2 Zukünftige Kundenanforderungen
10.3 Zukünftiger Bedarf an Pflegehotels

Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

In der folgenden Arbeit wird zunächst erläutert, wie eine Marktanalyse definiert ist, wie Sie für diese Arbeit durchgeführt worden ist und welche Materialien für diese Marktanalyse zur Verfügung standen. Anschließend folgt die Marktanalyse in Form eines orientierenden Überblicks zum Thema Pflegehotel. Dazu werden zunächst die Rahmenbedingungen, die diesen Markt beeinflussen, dargestellt. Darauffolgend werden einige Anbieter und deren Konzepte vorgestellt und miteinander verglichen. Schließlich werden Kunden und deren Ansprüche, potenzielle und tatsächliche Wettbewerber, Kosten und der Bedarf nach Pflegehotels untersucht, analysiert und eine Prognose für die Zukunft gegeben.

1 Definition der Marktanalyse

Die Marktanalyse ist neben der Marktbeobachtung eine Form der Marktforschung[1]. Sie wird „einmalig oder fallweise zeitpunktbezogen durchgeführt"[2] und „dient dem Vergleich von Strukturgrößen". Die Marktforschung „ist das systematische und methodisch einwandfreie Untersuchen eines Marktes mit dem Ziel, marktbezogene Informationen zu erhalten."[3] Die Marktanalyse ist somit eine einmalige Beobachtung von wichtigen Merkmalen eines bestimmten Marktes. Das Ziel der Analyse besteht in der Feststellung der Marktstruktur zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dabei können nur Märkte erforscht und erhoben werden, welche bereits existieren.

1.1 Durchführung der Marktanalyse

Für eine konkrete Markbewertung müsste eine umfassende Markanalyse durchgeführt werden, die folgende Kriterien vollständig erfüllt:

- Untersuchungsziele und Untersuchungsdesigns müssen definiert sein
- Validität und Reliabilität von Untersuchungen muss gegeben sein
- Die Untersuchungsform muss gewählt werden: Befragungen, Beobachtungen, Experimente und Panels
- Frageformulierung und Fragebogenentwicklung muss erfolgen
- Es folgt die Datensammlung und Datenaufbereitung
- Deskriptive Datenanalyse und Schlüsse auf Grundgesamtheiten
- Schlussfolgerung

Die hier durchgeführte Marktanalyse ist aufgrund der Aufgabenstellung primär in Form einer Sekundärforschung durchgeführt worden. Die Sekundärforschung greift auf vorhandenes, teilweise verdichtetes Datenmaterial als Informationsquelle zurück, welches gegebenenfalls für andere Zwecke erhoben worden ist.[4]

Die Daten werden bei der Sekundärforschung für die eigenen Zwecke neu aufbereitet, ausgewertet und interpretiert. Als Daten dienen bei einer Sekundärforschung sowohl (betriebs-) interne als auch externe (veröffentlichte) Informationen.

In Abbildung 1 werden mögliche externe und interne Datenquellen und die Vorteile und Nachteile der allgemeinen Sekundärforschung aufgezeigt. Im Rahmen dieser Marktanalyse musste trotz ihrer Nachteile in erster Linie auf die Sekundärforschung zurückgegriffen werden.

Abbildung 1: Sekundärforschung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Kroeber[5]

Zusätzlich zur Sekundärforschung wurden weitere Daten durch Fragebögen im Sinne der Primärforschung erhoben. Von Primärforschung spricht man, wenn Daten aktuell für eine bestimmte Untersuchung erhoben werden.[6] Es wurde sowohl eine Verbraucher- als auch eine Anbieterbefragung zum Thema Pflegehotel durchgeführt. Die Rücklaufquoten sind sehr gering, bestätigen aber die Aussagen aus der Sekundärliteratur. Die Fragebögen können im Anhang dieser Arbeit eingesehen werden. Die Ergebnisse der Primär-Erhebung werden in den folgenden Kapiteln erläutert.

1.2 Informations- und Materialbeschaffung

Es gibt nur wenige Fachlektüren in Form von wissenschaftlichen Untersuchungen und Aufsätzen zu Thema Pflegehotels. Dies mag daran liegen, dass das Thema relativ neu ist oder aber auch bisher nicht als untersuchungswürdig angesehen wurde.

Die Literaturauswertung bezieht sich daher auch auf Veröffentlichungen aus Fachliteratur und Medien, die im weitesten Sinne mit der Thematik Bezug haben, sowie auf Informationsmaterial, welches die einzelnen Pflegehotels zur Verfügung gestellt haben. Der Verfasser dieser Arbeit war insbesondere bei der Anbieterrecherche auf die Mithilfe der einzelnen Pflegehotels angewiesen. Leider haben sich nur wenige Anbieter bereit erklärt, weiterführendes Informationsmaterial ihres Hauses zur Verfügung zu stellen. Die sehr zurückhaltende Bereitstellung von Informationen durch das Gastgewerbe beschreibt bereits Baurmann. „Obwohl die Hotellerie in Deutschland einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellt, sind die für die Branche verfügbaren Informationen [...] lückenhaft."[7] So musste auf Informationen vorhandener Internetpräsenzen als Quellen zurückgegriffen werden. Ansonsten wurden Informationen aus Fachzeitschriften, Internetauftritten und Studien für die Durchführung der Sekundärforschung ausgewertet.

Die vorhandenen Informationen aus der Hotellerie konnten größtenteils auf die Pflegehotellerie und ihren Markt übertragen werden.

„Was [allerdings] fehlt [...]sind Langfristbetrachtungen [und] breit angelegte Untersuchungen mit detaillierten und qualifizierten Prognosen zur zukünftigen Entwicklung"[8] Dies betrifft in erster Linie den allgemeinen Beherbergungsbetrieb, vielmehr jedoch den speziellen Bereich der Pflegehotels.

Die Primärerhebung dient als Ergänzung zur Sekundärerhebung und sollte nicht eindeutig durch die Sekundärliteratur beantwortete Fragen beantworten helfen und die Angaben der Sekundärliteratur ggf. bestätigen.

Dazu wurden zwei internetbasierte Fragebögen entwickelt, welche jeweils offene und geschlossene Fragen enthalten.[9] Der Zeitraum zur Beantwortung der Fragebögen war bei dieser Untersuchung bei beiden Untersuchungsgruppen auf 10 Wochen begrenzt

Die Fragebögen richten sich einerseits an Betreiber von Pflegehotels und befassen sich mit Fragen zum Thema über Wettbewerberwissen, Daten zu den eigenen Häusern, Zielgruppendefinition und Öffentlichkeitsarbeit. Des Weiteren wurden eigene Einschätzungen zum zukünftigen Markt befragt und um Nennung von Risiken und Chancen für diesen Markt gebeten.

Die Fragebögen wurden online erstellt und der Link per Email mehrfach direkt an Pflegehotels versandt. Die Befragung richtete sich an eine Summe von n=19 Befragungsobjekte. Trotz mehrfacher Nachfrage betrug der Rücklauf lediglich n=2.

Ein weiterer Fragebogen wurde für Pflegebedürftige und betreuende Personen entwickelt. Mit den darin enthaltenen Fragen sollen Informationen zu den Bereichen Grad der Pflegebedürftigkeit, Wissen um die Unterbringung in Pflegehotels, Bedarf an Informationsmaterial, Beschaffenheiten in und um ein Pflegehotel und die Preisbereitschaft für eine Unterbringung ermittelt werden.

Diese Fragebögen wurden ebenfalls online erstellt und der Link in verschiedene Foren für pflegende Angehörige gestellt.[10]

Ebenfalls wurde der Link an Institutionen, die sich auch mit der Hilfe und Unterstützung von hilfebedürftigen Menschen befassen, gesendet.

Zudem wurde der Link des Fragebogens im Bekanntenkreis des Verfassers bekanntgegeben, mit der Bitte um Weiterleitung an relevante Personenkreise.

An dieser Befragung haben sich n=34 Personen beteiligt.

Die Ergebnisse der Befragung werden in diese Untersuchung mit aufgegriffen und in den jeweiligen Kapiteln diskutiert.

2 Beeinflussende Rahmenbedingungen

Unter Rahmenbedingungen werden Parameter verstanden, die sich auf die Nachfrage oder das Angebot auswirken. Sie beeinflussen Nachfrager und auch Anbieter gleichermaßen.

In sechs große Wellen teilt der russische Zukunftsforscher Leo Nefiodow[11] die wirtschaftliche Entwicklung der Menschheitsgeschichte, die auch als Kondratieffzyklen[12] bezeichnet werden. Am Anfang stand zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Industrialisierung mit der Dampfmaschinenrevolution. Es folgten Stahl- und Eisenbahnbau, dann Elektrotechnik und Chemie, schließlich Automobilindustrie und Kommunikationstechnik. Die jüngste Welle, der 6. Kondratieff- Zyklus, ist laut Nefiodow bereits 1980 angelaufen und wird noch bis zum Jahr 2050 andauern. Der Zukunftsforscher meint damit den explodierenden Gesundheitsmarkt und die gewaltigen Umwälzungen, die ihn begleiten.

Mit dem sechsten Kondratieffzyklus wird es zu einer grundlegenden Veränderung in den produktivitätsbestimmenden Kompetenzen und Wettbewerbsfaktoren kommen.[13] Technologie, der Hauptfaktor der ersten fünf Zyklen, z.B. ist weltweit verfügbar und bringt in der Konkurrenz der ökonomisch entwickelten Ländern keinen relevanten Vorsprung mehr. Auch der Zugriff auf Kapital schafft keine relevanten Vorteile mehr, da die Börsen der Welt ab einer bestimmten Größe jeder Firma zur Verfügung stehen. Und auch Forschung, Entwicklung, Fachwissen und Organisation – und das ist das Neue – bringen im Wettbewerb immer weniger komparative Vorteile, weil sie sich im Zuge der Globalisierung weltweit angleichen.

Abbildung 2: Kondratieffzyklen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Nefiodow[14]

Was die Unternehmen und Volkswirtschaften im Wettbewerb der Zukunft unterscheiden wird, ist die Gesundheit ihrer Menschen und die Qualität ihres Gesundheitswesens, ganzheitlich gesehen: körperlich, seelisch, geistig, sozial und ökologisch. Das herkömmliche Gesundheitswesen kann allerdings in seiner derzeitigen Struktur kein Träger des sechsten Zyklusses sein. Es ist mit vielen internen Problemen belastet: starke Einzelinteressen, unzureichendes Gesundheitswissen, zu viel Bürokratie, zu viel Verschwendung von Ressourcen, zu wenig Aufklärung und Prävention. Das herkömmliche Gesundheitswesen ist darauf fokussiert, mit Hilfe von Naturwissenschaft, Mechanik und Technik Krankheiten zu erforschen, zu diagnostizieren, zu behandeln und zu verwalten. Behandelt werden vor allem Symptome, weniger die Krankheitsursachen. In der Umstrukturierung des Gesundheitswesens von Krankheits- auf Gesundheitsorientierung ruhen daher die größten Reserven. Um diese Ressourcen zu erschließen, werden neue Konzepte, Strategien und Angebote benötigt, die nicht nur auf die Heilung von Krankheiten, sondern auf die Herstellung und Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden ausgerichtet sind und den Menschen ganzheitlich betrachten. In soweit befinden sich Pflegehotels in einer grundsätzlich positiven bzw. den Markt stärkenden Grundströmung.

Im Folgenden werden die Rahmenbedingungen, die sich konkret auf den Markt bzw. den Hotelbetrieb auswirken und Einfluss nehmen, untersucht.

2.1 ...auf den Markt

„Ein Markt ist die Gesamtheit aller Subjekte (...), die ein Bedürfnis nach, ein Interesse an und die Kaufkraft für ein Produkt oder eine Dienstleistung haben und bereit sind, einen bestimmten Teil ihres Einkommens dafür auszugeben."[15]

Wagner definiert den Markt als den Ort, an dem sich Angebot und Nachfrage treffen.[16] Viele Parameter können den Markt für Pflegehotels beeinflussen. Diese Rahmenbedingungen können in die folgenden Teilgebiete unterteilt werden:

- soziodemographische Aspekte
- gesundheitspolitische Aspekte
- wirtschaftliche Aspekte

Abbildung 3 zeigt die beeinflussenden Rahmenbedingungen grafisch mit ihren Unterpunkten, die auf einen Markt Einfluss nehmen können.

Abbildung 3: beeinflussende Rahmenbedingungen auf den Markt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Schnurrenberger[17]

2.1.1 Soziodemographische Rahmenbedingungen

Durch die Folgen der demographischen Entwicklung liegt es nahe, dass sich auch der Markt für Pflegehotels weiter entwickeln und sich immer den neuesten Gegebenheiten anpassen wird. Die Bevölkerung altert im rasanten Ausmaß. Das Produkt Pflegehotel und die damit verbundenen Dienstleistungen müssen dementsprechend vermehrt auf die Zielgruppen abgestimmt werden bzw. es müssen weitere Zielgruppen definiert werden.

So beeinflussen sich ändernde Bevölkerungsstrukturen, die immer weiter steigende Lebenserwartung, die rückläufigen Geburtenzahlen und somit die Alterung der Bevölkerung den Markt für Pflegehotels in einem sehr großen Rahmen. Auch der medizinische Fortschritt beeinflusst diesen Markt spürbar. Der Morbiditätstrend verschiebt sich immer weiter hin zu chronischen Erkrankungen. Der Zustand der Pflegebedürftigkeit und Abhängigkeit von Anderen wird immer weiter ins höhere Alter verschoben.

Die heute beginnende und in Zukunft zunehmende Singularisierung der Haushalte und das damit verbundene sinkende Familienpflegepotenzial nimmt Einfluss auf den Markt für Pflegehotels. Zudem ist die schon heute erhebliche Einkommensschere zu betrachten. Das verfügbare Einkommen bestimmt zu einem großen Teil die Entscheidung über die Nutzung eines Pflegehotels bzw. allgemein über die Möglichkeit eines Urlaubsaufenthaltes. Der Qualitätsanspruch der Kunden und die angebotene Qualität eines Pflegehotels entscheiden über die Nutzung der dargebotenen Angebote und somit über die Entwicklung des Marktes.

2.1.2 Gesundheitspolitische Rahmenbedingungen

Bis jetzt gibt es für Pflegehotels noch nicht die „Pflicht" eines Qualitätsmanagements wie für Krankenhäuser oder Alten- und Pflegeheime, wie sie sich aus den gesundheitspolitischen Vorschriften zur Verpflichtung zum Qualitätsmanagement aus § 135 und § 136 SGB V vergeben. Reglementierungen oder besondere Anforderungen liegen somit nicht vor.

Für den Markt der Pflegehotels ist es aber entscheidend, inwieweit finanzielle Unterstützung für Pflegebedürftige und deren Angehörigen zu erwarten ist.

Wie folgend unter Kapitel 6.1.1 dargestellt besteht für den Pflegebedürftigen die Möglichkeit, den durch die Pflege verursachten Mehraufwand/Mehrkosten von der Pflegekasse bis zu einer bestimmten Höhe und für eine begrenzte Zeit refinanzieren zu lassen. Durch Übernahme der Pflegekosten durch die Pflegeversicherungen und die Übernahme der Behandlungspflegekosten durch die Krankenkassen müssen Kunden mit einem finanziellen Aufwand wie für einen „normalen" Urlaub rechnen. Fallen diese finanziellen Unterstützungen weg, wäre der Markt für Pflegehotels aufgrund der dann höheren Kosten vergleichbar mit dem Markt für Luxusobjekte. Urlaub als pflegebedürftige Person würde sich dann möglicherweise auf Personen mit einem überdurchschnittlichen Einkommen beschränken

2.1.3 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Markt für Pflegehotels, welcher auch in gewisser Weise einen Teil des Gesundheitssektors ausmacht, wird auch dahingehend geprägt, welche Investoren hinter den einzelnen Objekten stehen, welches Potenzial sie darin sehen und wie diese schließlich vermarktet werden. Noch sind Pflegehotels meist an große Organisationen geknüpft, welche zusätzlich den reinen Pflegesektor abdecken, also in erster Linie Pflegeheime betreiben. Doch in Zukunft werden auch immer mehr Hotels sich bewusst in diese Richtung des Marktes entwickeln.

Wesentlich für den Markterfolg und damit eine wirtschaftliche Grundvoraussetzung ist das Image eines bestimmten Hotels bzw. eines Marktsegments, hier das Segment der Pflegehotels. Die Unternehmensattraktivität kann sich aus folgenden Kriterien bilden:

- qualitative Einschätzung
- eigenständige Note
- Berichterstattung in der Presse
- Pflegequalität

Auch spielt das Volkseinkommen eine große Rolle für das bestehen des Marktes für Pflegehotels.

Wesentliche Rahmenbedingung ist die für den Betreiber oder Investor zu erwirtschaftende Rendite. Hierauf wird später noch näher eingegangen. Auch die Tatsache, dass der Pflegemarkt immer preissensibler wird, ist eine Rahmenbedingung, die sich der Markt für Pflegehotels stellen muss. Es müssen günstige Angebote geschaffen werden, um eine Kundengewinnung und eine eventuelle Kundenbindung zu erzielen.

2.2 ... auf den Hotelbetrieb

Neben den beeinflussenden Rahmenbedingungen auf den Gesamtmarkt der Pflegehotellerie gibt es auch Faktoren, die auf den Hotelbetrieb im speziellen Einfluss nehmen können. Wie in Abbildung 4 zu sehen, gibt es verschiedene Management-Bereiche, die auf den Hotelbetrieb und auch untereinander Einfluss nehmen.

Abbildung 4: Management-Bereiche eines Hotelbetriebes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Mücke Hotelberatung[18]

Es gibt sowohl nicht steuerbare als auch steuerbare Gebiete. Gerade die nicht steuerbaren Bereiche, wie das globale Umfeld und das Branchenumfeld überwiegen den steuerbaren Hotelbetrieb mit seinen Komponenten Ertragslage, Mitarbeitern, Anteilseigner und Strategie.

3 Anbieteranalyse

Pflegehotels im Sinne der Beschreibung des vorangehenden Kapitels gibt es sowohl im Inland als auch im Ausland. Zum heutigen Zeitpunkt gibt es allerdings im Vergleich mit der gesamten Deutschen Tourismusbranche scheinbar nur sehr wenige solcher Hotels bzw. Hotels, welche Pflegeleistungen mit anbieten. Insgesamt gibt es laut Auskünften der DEHOGA 38.783 Hotels in Deutschland (Stand 2005). Eine Statistik oder Auflistung speziell über Pflegehotels gibt es bislang nicht, welches das bis jetzt noch geringe Interesse an diesem Sektor bzw. dessen noch geringe Bedeutung verdeutlicht.

3.1 Anbieter im Inland

Nach der erfolgten Bestandsanalyse konnten in der Bundesrepublik Deutschland 13 Beherbergungsbetriebe ermittelt werden, die als Pflegehotel im Sinne dieser Untersuchung betrachtet werden können.

Festzustellen ist, dass die hier aufgeführten Pflegehotels in reizvollen Urlaubsregionen für ältere Menschen, Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftige mit ihren Angehörigen liegen. So liegen die Pflegehotels in meist landschaftlich attraktiver Lage, mit guten Verkehrsanbindungen und einem großen Einzugsgebiet, wodurch lange Anreisen unter Umständen verhindert werden.

Die Entwicklung von sog. Pflegehotels steckt noch in den Kinderschuhen. Einige Anbieter von Pflegehotels, die man über Internetrecherchen und weiterführende Informationen finden kann und welche auch in Abbildung 5 markiert sind, sind folgend aufgelistet:

Kur- und Pflegehotel Senator in Bad Pyrmont

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das bekannteste Pflegehotel unter Pflegebedürftigen und deren Angehörigen scheint das Pflegehotel Schloss Bad Wurzach zu sein. Es hat zudem das Monopol, rechtzeitig eine einfache aber zweckmäßige Internetadresse (top-level-domain) gesichert zu haben (http://www.pflegehotel.de).

Die geografische Lage der Pflegehotels im Inland ist in Abbildung 5 in einer Deutschlandkarte dargestellt.

Abbildung 5: Deutschlandkarte mit Pflegehotels

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Kobler-Kümmerly + Frey[19], eigene Darstellung

[...]


[1] vgl. Olfert (Hrsg.), Rahn: Einführung in die Betriebswirtschafslehre, Kiehl: Leipzig, 2003, S.248

[2] ebd., S.248

[3] ebd., S.49

[4] vgl. Gutmann: Was ist Marktforschung, Tiefenbronn, 2003, http://www.mittelstand-spezial.de/Texte- /Marktforschung.pdf [Stand 22.08.2007], S. 3

[5] Kroeber: Mögliche Quellen der Sekundärforschung, o.O., 2003, http://www.mittelstandspezial. de/maps/Sekundaerforschung.pdf [Stand 12.08.2007]

[6] vgl. Gutmann: Was ist Marktforschung, Tiefenbronn, 2003, http://www.mittelstand-spezial.de/Texte- /Marktforschung.pdf [Stand 22.08.2007], S. 8

[7] Baurmann, Turtenwald: Potenzialanalyse Beherbergungsmarkt Deutschland, [für: G.O.P. GmbH & CoKG], Frankfurt a.M., o.J., http://www.gop-hotels.com/download/presse/inhalt_und_methodik_potenzialanalyse.pdf [Stand 28.08.2007], S.3

[8] edb., S.3

[9] Siehe hierzu Anhang A

[10] http://www.elternpflege.de; http://www.pflegeboard.de

[11] vgl. Nefiodow: Der sechste Kondratieff. Wege zur Produktivität und Vollbeschäftigung im Zeitalter der Information, Rhein- Sieg Verlag: Sankt Augustin, 2001

[12] Nikolai Dmitrijewitsch Kondratieff war Professor für Wirtschaft und entwickelte die „Theorie der langen Wellen“, die später von Joseph Schumpeter als Kondratieffzyklen bezeichnet wurden.

[13] ebd

[14] Nefiodow: Der sechste Kondratieff. Wege zur Produktivität und Vollbeschäftigung im Zeitalter der Information, Rhein- Sieg Verlag: Sankt Augustin, 2001

[15] Nefiodow: Der sechste Kondratieff. Wege zur Produktivität und Vollbeschäftigung im Zeitalter der Information, Rhein- Sieg Verlag: Sankt Augustin, 2001

[16] o.V.: Markt (market), o.O., o.J., http://www.wiwi-treff.de/home/mlexikon.php?mpage=beg/markt.htm[Stand 23.07.2007]

[17] Schnurrenberger: Marktanalyse, [für: BS Consult], Potsdam, 2007, http://www.fh-eberswalde.de-/_obj/17AFA946-A716-4EBC-84C3-E0983301423C/outline/2007-Mafo-EW.pdf [Stand 27.07.2007]

[18] Mücke Hotelberatung: http://www.muecke-hotelberatung.de/download/mh.pdf [Stand 23.08.2007]

[19] Kober-Kümmerly+Frey Media AG, http://www.kartenwelten.de/? [Stand 30.08.2007]

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten

Details

Titel
Zukunftsmarkt Pflegehotel. Eine Marktanalyse
Note
2,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
48
Katalognummer
V281098
ISBN (eBook)
9783656745075
ISBN (Buch)
9783668136526
Dateigröße
746 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zukunftsmarkt, pflegehotel, eine, marktanalyse
Arbeit zitieren
Diplom-Gesundheitsökonomin Katja Rosowski (Autor), 2007, Zukunftsmarkt Pflegehotel. Eine Marktanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281098

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