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Angstzustände. Individuelle und gesellschaftliche Ursachen

Title: Angstzustände. Individuelle und gesellschaftliche Ursachen

Academic Paper , 2002 , 53 Pages

Autor:in: Jonas Wetzel (Author)

Social Work
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Ängste nehmen im alltäglichen Wahrnehmen und Handeln einen großen Stellenwert ein. Die generalisierte Angststörung ist laut WHO die zweithäufigste Ursache als „psychischer Konsultationsanlass“ bei den Ärzten. (www.psychotherapie.de) Auch Krankschreibungen gehen mehr und mehr auf psychische Ursachen zurück. Die Angststörungen haben inzwischen -laut Berufsverband der Allgemeinärzte- eine höhere Verbreitung als etwa Diabetes erreicht (ca. 7 Millionen Menschen), deren Dimension jedoch durch die breite Bevölkerung bisher aber kaum wahrgenommen wird oder wahrgenommen werden will. (DIE ZEIT, 27/02) Scheinbar versuchen viele Menschen so gut es geht, diese Störungen zu verheimlichen, da diese eine Inkombatibilität zur allgemeinen Leistungsgesellschaft darstellen (bzw. als solche empfunden werden). Für die Volkswirtschaft entstehen durch die Angststörungen Kosten von 50 Milliarden Euro pro Jahr, wie eine Studie der Fachhochschule Köln besagt. (www.psychotherapie.de) Wenn man bedenkt, dass viele Haus- und Allgemeinärzte noch dazu fehlerhafte Diagnosen stellen, kann man sich vorstellen, dass es ein bedeutsames Problem ist. Jeder fünfte Deutsche erlangte in einer Studie des Münchner Max-Planck- Instituts für Psychiatrie den Status „psychische Störung“. An der Spitze dieser Untersuchung lagen die verschiedenen Formen der Angststörungen.

Aus dem Inhalt:

- Angst als Problem.
- Das "Zeitalter der Angst"?
- Charakterneurose und Hilflosigkeit.
- Angst als Abbild gesellschaftlicher Zustände.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Angst als Problem

2. Das Zeitalter der Angst ? -kurzer Abriss der Situation

3. Gibt es „gute“ Gründe für unsere Angst ?

4. Abwehrmechanismen

5. Angst als Abbild gesellschaftlicher Zustände –

5.1 Gesellschaftliche Probleme mit und durch die Angst

5.2 „Der neurotische Mensch unserer Zeit“ - Neurosen als kulturelles Abbild

6. Charakterneurose und Hilflosigkeit

7. Typische Ängste unserer Tage

7.1 Epidemiologie „realer“ Ängste und der „Angststörungen“

7.2 Diffusität und neue Abhängigkeiten - Angstquellen und Technikdominanz

8. Strukturelle Ursachensuche - belastende Bedingungen

8.1 Stress und Angst

8.2 Kapitalismus und Angst : Anpassung und Entfremdung

8.3 Furcht vor der Freiheit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die individuellen und gesellschaftlichen Ursachen von Angstzuständen und beleuchtet, wie moderne gesellschaftliche Strukturen – insbesondere die leistungs- und kapitalorientierte Konsumgesellschaft – Ängste erzeugen, verstärken oder als Anpassungsmechanismen instrumentalisieren.

  • Psychologische Grundlagen und gesellschaftliche Einbettung von Angst
  • Die Rolle der Leistungsgesellschaft und von Leistungsängsten
  • Einfluss von Technik, Entfremdung und strukturellem Stress auf das Angstempfinden
  • Bedeutung von Abwehrmechanismen und Anpassungsdruck für das moderne Individuum

Auszug aus dem Buch

3. Gibt es „gute“ Gründe für unsere Angst ?

Da viele Situationen heute Angst hervorrufen, ob bei Neurotikern, Panikern, Angstgestörten in hoher Intensität oder auch bei ganz „normalen“ Menschen, bedeutet dies, dass Vorkehrungen getroffen werden müssen, um den Ängsten die Macht zu nehmen. Im „Realangst“-Fall (der bei genauerem Hinsehen ebenfalls neurotischer Natur sein kann) werden, wie auch bei neurotischen Ängsten, bestimmte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen um der Bedrohung zu entgehen (etwa vor Furcht vor Terror). Teilweise herrscht sogar der Glaube vor, Gefahren fast sämtlichst ausschalten zu können und zu müssen. Slogans und Warnhinweise, mit denen oftmals profitable Geschäfte betrieben werden, begleiten uns im Alltag: „Zu ihrer Sicherheit“... tun sie dies und jenes. Es herrscht geradezu ein Zwang vor, Unsicherheiten und „Schicksal“ zu verbannen und durch Überwachung und Kontrolle (nicht zu vergessen: Kommerz) den Bürger zu reglementieren. Hier sind wir wieder beim Freiheitsbegriff angelangt, der später noch näher betrachtet werden soll: Angst durch (zuviel) Freiheit und daher resultiert eine Einschränkung der Freiheit, um die Sicherheit weiter zu „gewährleisten“.

Durch das Auslöschen des früher vorherrschenden Bewusstseins, wonach das „Gefährliche“ zwangsläufig zum Leben gehört, leben wir nun in einer von rationaler Machbarkeit getriebenen „Nichts-ist-unmöglich“- Welt. So meinen wir uns loskaufen zu können von unerwünschten und hinderlichen Bedrohungen, „uns durch Klugheit, Forschung, Technik, Organisation, durch ein System von Kollektivsicherungen den Gefährdungen des Daseins entziehen zu können; um dann erkennen zu müssen, dass die Ängste bleiben, sich nur anders vermummen.“ (Zbinden, S.17)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Angst als Problem: Einführung in die hohe gesellschaftliche Prävalenz von Angststörungen und deren ökonomische sowie psychosoziale Relevanz.

2. Das Zeitalter der Angst ? -kurzer Abriss der Situation: Historische und psychoanalytische Einordnung der Angst als treibendes Moment in modernen Gesellschaften.

3. Gibt es „gute“ Gründe für unsere Angst ?: Analyse des Sicherheitszwangs in einer technisierten Gesellschaft und des daraus resultierenden Spannungsfeldes zur persönlichen Freiheit.

4. Abwehrmechanismen: Untersuchung der verschiedenen Strategien, wie Individuen (oft unbewusst) versuchen, mit angstbesetzten Situationen und gesellschaftlichen Normen umzugehen.

5. Angst als Abbild gesellschaftlicher Zustände –: Betrachtung der Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Strukturen und individueller neurotischer Angstentwicklung.

6. Charakterneurose und Hilflosigkeit: Erläuterung des Zusammenhangs zwischen Konkurrenzdruck, Selbstbild und dem Entstehen von Charakterneurosen.

7. Typische Ängste unserer Tage: Spezifizierung zentraler Ängste wie Existenzangst, Todesangst, Krankheit und soziale Isolationsgefühle im modernen Kontext.

8. Strukturelle Ursachensuche - belastende Bedingungen: Untersuchung von Stress, Kapitalismus und der Furcht vor Freiheit als fundamentale strukturelle Angstquellen.

Schlüsselwörter

Angst, Angststörungen, Leistungsgesellschaft, Kapitalismus, Entfremdung, Sicherheit, Stress, Abwehrmechanismen, Existenzangst, Konkurrenz, Leistungsdruck, Neurosen, Freiheit, Hilflosigkeit, Sozialpsychologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und Erscheinungsformen von Angstzuständen und setzt diese in Bezug zu den Bedingungen unserer modernen Leistungs- und Konsumgesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf den strukturellen Bedingungen von Angst, wie etwa dem Konkurrenzdruck, der technisierten Lebenswelt, der Entfremdung vom eigenen Selbst sowie dem Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheitsstreben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das Verständnis für die gesellschaftliche Genese von Ängsten zu schärfen und aufzuzeigen, wie individuelles Leid oft in direkter Verbindung mit den Anforderungen und Normen einer kapitalistischen Gesellschaft steht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer breiten Literaturrecherche soziologischer, psychologischer und psychoanalytischer Werke basiert (u.a. von Erich Fromm, Karen Horney und Ulrich Beck).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Abwehrmechanismen, spezifische Ängste (wie Todesangst oder Leistungsangst) sowie strukturelle Belastungsfaktoren wie Stress und die „Furcht vor der Freiheit“ im kapitalistischen System detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Angststörungen, Leistungsgesellschaft, Entfremdung, Kapitalismus, Stress, Konkurrenzprinzip und der gesellschaftliche Sicherheitswahn.

Inwiefern beeinflusst der Kapitalismus unsere Ängste laut der Arbeit?

Der Kapitalismus erzeugt laut der Analyse durch Konkurrenz und Leistungsdruck Ängste, die Individuen zu Anpassung und Konsum zwingen, wodurch sie in Abhängigkeiten geraten und sich von ihren wahren Bedürfnissen entfremden.

Warum wird die Schule in der Arbeit als Angstort thematisiert?

Schulen werden kritisch betrachtet, da sie oft selektive Leistungsnormen vermitteln, die bei Kindern Ängste hervorrufen und sie eher auf Konkurrenz als auf eine freie Selbstentfaltung vorbereiten.

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Details

Title
Angstzustände. Individuelle und gesellschaftliche Ursachen
College
Erfurt University of Applied Sciences
Author
Jonas Wetzel (Author)
Publication Year
2002
Pages
53
Catalog Number
V281100
ISBN (eBook)
9783656745099
ISBN (Book)
9783668137769
Language
German
Tags
angstzustände individuelle ursachen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonas Wetzel (Author), 2002, Angstzustände. Individuelle und gesellschaftliche Ursachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281100
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