Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Thematik des Ausbrennens im LehrerInnenberuf. Sie beinhaltet eine ausführliche theoretische Auseindandersetzung mit Defintionsversuchen von Burnout, sowie dessen Verlaufsphasen und Symptome. Darüber hinaus werden die Belastungfaktoren der helfenden Berufe, speziell dem der Lehrenden, sowie der Zusammenhang zwischen Stress und Burnout genauer beleuchtet. Augenmerk wird auch auf das private Umfeld, die persönlichen Zielsetzungen, das Führungsverhalten und das Kollegium gerichtet. Im Anschluss daran werden die Präventivmaßnahmen, mit denen das Eintreten von Burnout verhindert werden kann und soll, genauer erörtert. Abschließend kommen zwei Experten aus dem schulischen Umfeld zum Thema “Burnout im LehrerInnenberuf” zu Wort.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 BURNOUT: PHÄNOMEN UND BEGRIFF
2.1 ZUM BEGRIFF “BURNOUT”
2.2 BURNOUT (K)EINE KRANKHEIT?
2.3 DEFINITION VON BURNOUT NACH JAGGI
2.4 DEFINITION VON BURNOUT NACH HERBERT J. FREUDENBERGER
2.4.1 DEFINITION VON BURNOUT BEI FRAUEN NACH HERBERT J. FREUDENBERGER
2.5 DEFINITION VON BURNOUT NACH MASLACH
2.6 DEFINITION VON BURNOUT NACH SCHAUFELI & ENZMANN
2.7 THEORIE UND MODELL VON BURNOUT NACH BECKER UND MINSEL
3 BURNOUT SYMPTOMATOLOGIE
3.1 SYMPTOME NACH BUCHKA UND HACKENBERG
3.2 BURNOUT SYMPTOMATIK NACH BURISCH
3.3 SYMPTOMATIK DES BURNOUT NACH HAGEMANN
3.4 PHASENMODELLE DES AUSBRENNENS
3.4.1 DIE BURNOUT STADIEN NACH FREUDENBERGER UND NORTH
3.4.2 PHASENMODELL NACH MASLACH
3.5 BURNOUT UND DEPRESSION
4 BELASTUNGEN IM HELFERINNENBEREICH
4.1 SELBSTBELASTUNG
4.2 BELASTUNG IN PARTNERSCHAFT, FAMILIE UND FREUNDESKREIS
4.3 BELASTUNG DURCH KLIENTINNEN
4.4 BELASTUNG IM TEAM
4.5 BELASTUNG DURCH DIE INSTITUTION
4.6 BELASTUNG UND ENTLASTUNG IN DER HELFERINNENARBEIT
4.7 SPEZIELLE BELASTUNGEN IM LEHRERINNENBERUF
4.8 WER IST SCHULD AN BURNOUT?
5 STRESS UND STRESSBEWÄLTIGUNG
5.1 KRITISCHE SIGNALE ERNST NEHMEN
5.2 BURNOUT UND STRESS
5.2.1 PHYSIOLOGISCHE STRESSFORSCHUNG NACH SEYLE
5.2.2 PSYCHOLOGISCHE STRESSFORSCHUNG NACH LAZARUS
5.2.3 ORGANISATIONSPSYCHOLOGISCHE STRESSFORSCHUNG NACH KAHN
5.3 STRESSBEWÄLTIGUNG
5.3.1 COPING – DIE VIER MODI DER STRESSBEWÄLTIGUNG
5.3.2 STRESSBEWÄLTIGUNG FÜR DEN (LEHRERINNEN) ALLTAG
5.3.3 ENERGIEVERLUST AUSGLEICHEN
6 PRÄVENTIONSMAßNAHMEN UND BURNOUT THERAPIEN
6.1 PSYCHOHYGIENE
6.2 SOZIALE UNTERSTÜTZUNG
6.3 SUPERVISION
6.3.1 PÄDAGOGISCHE SUPERVISION FÜR SCHULE UND UNTERRICHT
6.3.2 KOLLEGIALE UNTERSTÜTZUNGSSYSTEME FÜR LEHRERINNEN (KOBESU)
6.4 DAS BONNER BURNOUT-PROPHYLAXE-PROGRAMM (BBPP)
6.5 ZWÖLF PUNKTE ZUR BURNOUT VERHÜTUNG UND REKONVALESZENZ
6.6 PRÄVENTIONSMAßNAHMEN AUF UNTERNEHMENSEBENE
7 DATENERHEBUNG
7.1 DAS LEITFADENINTERVIEW ALS EXPERTENINTERVIEW
7.2 TRANSKRIPTION
7.3 INTERVIEW MIT LANDESSCHULRATSPRÄSIDENT ENZENHOFER
7.4 INTERVIEW MIT DIREKTOR HAIDER, MSC DER LKUF
8 FAZIT
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die spezifischen Belastungsfaktoren im LehrerInnenberuf, die zur Entstehung von Burnout beitragen können. Ziel der Arbeit ist es, das Phänomen Burnout umfassend zu definieren, die Ursachen zu analysieren und präventive sowie therapeutische Maßnahmen zur Vorbeugung und Bewältigung aufzuzeigen.
- Theoretische Grundlagen und Definitionen des Burnout-Syndroms
- Symptomatologie und Phasenmodelle des Ausbrennens
- Analyse belastender Faktoren im helfenden Berufsfeld und speziell im Schulwesen
- Zusammenhang zwischen Stress, Stressbewältigung und psychischer Gesundheit
- Vorstellung von Präventionsmaßnahmen und Burnout-Therapien
- Experteninterviews mit Vertretern aus dem schulischen Umfeld zur praktischen Einordnung
Auszug aus dem Buch
4.3 Belastung durch KlientInnen
„Von einer Helfergefährdung ist dann auszugehen, wenn immer mehr Klienten von unterschiedlicher Art anfangen, seinen Widerwillen zu erregen.“ (Fengler, 1998, S. 54)
Fengler skizziert eine Übersicht von KlientInnen-Merkmalen, welche HelferInnen oftmals sehr zusetzen: (1) Gierige KlientInnen, welche ihre HelferInnen sprichwörtlich „aussaugen“ und ihnen alle Energie rauben, (2) stark beeindruckende KlientInnen, bei denen Parallelen zur eigenen Persönlichkeit gezogen werden und dadurch ein Sich-Öffnen stattfindet, welches kontraproduktiv auf das eigene Empfinden wirken kann, (3) passiv-aggressive KlientInnen, welche der/dem HelferIn das Gefühl vermitteln, in der eigenen Leistung besser werden zu müssen, selbst hingegen aber in einer Art Komfortbereich verweilen, (4) manipulative KlientInnen, die die/den HelferIn zu Entscheidungen und Handlungen veranlassen, welche sie/er grundsätzlich gar nicht befürworten könnten, (5) seelisch schwer kranke KlientInnen, welche das eigene Denken und Handeln als „normal“ in Frage stellen, (6) unerreichbare und uneinsichtige KlientInnen, bei denen man durch hohe Kommunikationsbarrieren aufgrund sprachlicher, kognitiver und emotionaler Art vor einer Wand steht, (7) AbbrecherInnen, welche die Behandlung unangemeldet und ohne Erklärung nicht fortführen, (8) unattraktive KlientInnen, die keine besonders attraktiven Attribute im Bereich der sozialen Stellung oder Lebensgeschichte mitbringen und (9) erfolglose KlientInnen, welche dem/der HelferIn seine/ihre eigene Erfolglosigkeit vor Augen führen. (vgl. Fengler, 1998, S. 55-63)
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Burnout-Gefahr im Lehrerberuf und Darlegung der zentralen Forschungsfrage bezüglich Belastungen und Präventionsmöglichkeiten.
2 BURNOUT: PHÄNOMEN UND BEGRIFF: Theoretische Auseinandersetzung mit Definitionen und Modellen von Burnout, einschließlich der Frage nach dem Krankheitsstatus.
3 BURNOUT SYMPTOMATOLOGIE: Übersicht der Symptome und der verschiedenen Phasenmodelle, die den Prozess des Ausbrennens charakterisieren.
4 BELASTUNGEN IM HELFERINNENBEREICH: Analyse der vielfältigen Belastungsfaktoren für Helferberufe, mit besonderem Fokus auf die spezifische Situation von Lehrkräften.
5 STRESS UND STRESSBEWÄLTIGUNG: Untersuchung theoretischer Ansätze zur Stressforschung und Vorstellung von Strategien zum Umgang mit beruflichem Stress.
6 PRÄVENTIONSMAßNAHMEN UND BURNOUT THERAPIEN: Detaillierte Auflistung von Maßnahmen zur Prävention und Intervention auf persönlicher und betrieblicher Ebene.
7 DATENERHEBUNG: Darstellung der methodischen Vorgehensweise und Auswertung der geführten Experteninterviews zum Thema.
8 FAZIT: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung der Selbstfürsorge und notwendige institutionelle Maßnahmen zur Burnout-Prävention.
Schlüsselwörter
Burnout, LehrerInnenberuf, Stress, Prävention, Supervision, Psychohygiene, Belastung, Interventionsmaßnahmen, Lehrergesundheit, Stressbewältigung, Coping, Berufsethik, Arbeitsbelastung, Experteninterviews, Rollenkonflikt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Burnout-Gefahr im LehrerInnenberuf, beleuchtet die Ursachen für das Ausbrennen und untersucht, welche präventiven Maßnahmen zur Vorbeugung ergriffen werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Burnout, die Symptomatologie, Stressforschung, Belastungsfaktoren im Lehrerberuf sowie konkrete Präventions- und Bewältigungsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel besteht darin, die besonderen Belastungen von Lehrkräften zu identifizieren, die Burnout begünstigen, und Wege aufzuzeigen, wie Betroffene ihre Gesundheit im Beruf bewahren können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Neben einer ausführlichen Literaturanalyse zu den theoretischen Grundlagen wurden leitfadengestützte Experteninterviews durchgeführt, um Positionen aus der schulischen Praxis zu erfassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Burnout-Symptome, Phasenmodelle des Ausbrennens, externe und interne Belastungsfaktoren im Helferbereich sowie verschiedene Ansätze zur Stressbewältigung und Prävention.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Burnout, Stressbewältigung, Lehrergesundheit, Supervision, Präventionsmaßnahmen und psychische Belastung im Lehrerberuf.
Welche Rolle spielt die Organisation für Burnout bei Lehrern laut Maslach?
Im Gegensatz zu Freudenberger, der die Ursachen eher im Individuum sucht, lokalisiert Maslach die Gründe verstärkt in der Institution, etwa durch Arbeitsüberlastung oder mangelnde Gerechtigkeit.
Was empfehlen Experten wie Landesschulratspräsident Enzenhofer Junglehrern?
Er betont die Bedeutung einer guten Berufswahl, die eigene Psychohygiene, das Setzen von Prioritäten und die Wichtigkeit, rechtzeitig Beratung zu suchen, falls die ersten Symptome einer Überlastung auftreten.
- Quote paper
- Mag., BEd Melanie Schwaiger (Author), 2014, Burnoutgefahr im Stressberuf LehrerIn, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281147