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"Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, bleibt ein Mensch" - Kinder als Philosophen

Title: "Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, bleibt ein Mensch" - Kinder als Philosophen

Seminar Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: gut

Autor:in: Anne Missbach (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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Die folgenden Überlegungen werden damit eingeleitet, was philosophieren bedeutet.
Kinder können das besonders gut und bringen das Potential dazu mit, weswegen sie förderungswert sind. Dazu bedarf es aber einerseits der Erkenntnis von Seiten der Erwachsenen, dass in Kindern kleine Philosophen stecken und zum anderen der Überwindung von tradierten Erziehungs- und Sozialisationsmustern.
Trotz der Vorteile, die ein Ausbauen der kindlichen Philosophie mit sich bringen würde, sieht die Praxis so aus, dass Erwachsene all zu oft auf ihren „Wissensvorsprung“ beharren und die kindliche Neugier im Keim ersticken.
Auf Begründungen der Aussage, dass Kinder Philosophen sind, folgen zwei Beispiele kindlicher Naivität, die konkret zeigen, was das Geniale der „Kinderphilosophen“ ausmacht.
Kapitel 5 ordnet Piagets entwicklungspsychologische Theorie der kognitiven Entwicklung kritisch ein. Piaget ist an „Normalvarianten“ interessiert, während unkonventionelle Antworten der Kinder für die Philosophie einen größeren Reiz darstellen.
Kapitel 6 zeigt neben Fehlverhalten und Problemen der Erwachsenen auch soziologische Aspekte auf, die förderlich oder eben auch hinderlich für den kindlichen Erkundungsdrang sein können.
Ein weiterer Abschnitt der Arbeit wird durch Aufgreifen des Buches „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupery gebildet, welches Parallelen zur Thematik beinhaltet. Das poetische Prosawerk enthält die Botschaft an den Leser, den Kindern mehr Beachtung zu schenken und lässt deren Genialität auf kreative Weise erscheinen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Philosophieren? Was ist das?

3. Warum Kinder per se bessere Philosophen sind

4. Beispiele kindlichen Staunens

5. kognitive Grenzen

6. Pragmatische Gesichtspunkte

7. Exkurs: „Der kleine Prinz“

8. Resumée

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das philosophische Potenzial von Kindern und analysiert, warum diese – entgegen gängiger Erziehungsmuster – als „bessere“ Philosophen betrachtet werden können, während sie gleichzeitig die Barrieren bei deren Förderung aufzeigt.

  • Die Definition und Bedeutung des Philosophierens für Kinder.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit entwicklungspsychologischen Modellen, insbesondere der Theorie von Piaget.
  • Soziologische und pädagogische Faktoren, die den kindlichen Erkundungsdrang beeinflussen.
  • Der Einfluss von Erziehungsmustern und institutionellen Rahmenbedingungen auf das eigenständige Denken.
  • Die literarische Reflexion anhand von „Der kleine Prinz“ zur Illustration kindlicher Perspektiven.

Auszug aus dem Buch

3. Warum Kinder per se bessere Philosophen sind

Ich denke, dass, nachdem ich aufgezählt habe, was philosophieren bedeutet, Kinder per se bessere Startbedingungen haben, um zu philosophieren.

Sie sind naiv und unbedarft, frei im Geist und unabhängig. Sie haben nicht primär materielle und machtorientierte Intentionen. Kinder haben noch nicht zahlreiche Erfahrungen wie Erwachsene. Diese Distance zu Wissen und Erfahrung ermöglicht einen ungetrübten Blick auf die Welt. „Sie stolpern aus geistiger Unschuld über philosophische Probleme und nicht aus kultivierter Naivität, auf die Erwachsene sich beschränken müssen. Sie haben sich noch nicht angewöhnt, die vielen Fragen, die Philosophen aus dem Papierkorb der Forschung zu retten gelernt haben, als kauzig oder absurd abzutun.“

Neugier ist ein Katalysator für philosophisches Denken. Neugier birgt den Impetus, Fragen zu stellen. Kinder haben viele Fragen und diese verlangen nach Antworten. Fragen sind der Ursprung der kreativen Gedanken. Wenn ein Kind staunt und noch nicht über Wissen verfügt, welches die Frage beantworten würde, sucht es nach Erklärungen. Vielleicht fragt es gerade deshalb, weil es etwas noch nicht weiß. Macht Wissen nachfragen also überflüssig, weil die Antwort schon bekannt ist? Ich denke, Wissen kann durchaus neue Fragen generieren, die auf Wissen aufbauen. Erwachsene gehen allerdings davon aus, dass sie „fertig“ in ihren Lernprozessen sind und nicht mehr als das Wissen brauchen, welches sie zur Alltagsbewältigung benötigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Philosophierens mit Kindern ein und thematisiert die Notwendigkeit, tradierten Erziehungsmustern entgegenzuwirken, um kindliche Neugier zu erhalten.

2. Philosophieren? Was ist das?: Dieses Kapitel definiert die philosophische Methode als aktiven Prozess des Fragens, Staunens und Analysierens und stellt dar, warum Kinder dafür prädestiniert sind.

3. Warum Kinder per se bessere Philosophen sind: Der Autor argumentiert, dass kindliche Unbedarftheit und ein ungetrübter Blick auf die Welt bessere Startbedingungen für philosophisches Denken bieten als die funktional fixierten Denkschemata vieler Erwachsener.

4. Beispiele kindlichen Staunens: Anhand konkreter Fragen aus Kindermund werden linguistische und erkenntnistheoretische Probleme illustriert, die zeigen, dass Kinder komplexe Sachverhalte auf geniale Weise hinterfragen.

5. kognitive Grenzen: Hier erfolgt eine kritische Einordnung von Jean Piagets Stufenmodell, wobei der Autor argumentiert, dass unkonventionelle Antworten der Kinder mehr philosophisches Potenzial bergen als die von Piaget als „normal“ definierten Muster.

6. Pragmatische Gesichtspunkte: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss von Erwachsenen und soziologischen Bedingungen, die das philosophische Potenzial von Kindern entweder fördern oder durch Konformitätsdruck und Bildungsdefizite unterdrücken können.

7. Exkurs: „Der kleine Prinz“: Das Werk von Saint-Exupéry dient als literarisches Beispiel für die Bewahrung einer naiven, staunenden Perspektive und dient als Gesellschaftskritik an der Gedankenlosigkeit Erwachsener.

8. Resumée: Das Resümee fasst zusammen, dass trotz vorhandener Potenziale zahlreiche praktische und pädagogische Hindernisse bestehen, die eine systematische philosophische Förderung von Kindern erschweren.

Schlüsselwörter

Philosophieren, Kinder, kindliche Neugier, Denkmethode, Jean Piaget, Kognitive Entwicklung, Erziehung, Sozialisation, Analytisches Denken, Staunen, Der kleine Prinz, Gesellschaftskritik, Erkenntnistheorie, Bildungsniveau, Unschuld.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit Kinder über ein natürliches, philosophisches Potenzial verfügen und warum dieses durch die Interaktion mit Erwachsenen und das Bildungssystem oft unterdrückt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die Definition des Philosophierens, die Analyse kindlicher Denkprozesse, die Kritik an entwicklungspsychologischen Stufenmodellen sowie die soziologischen Rahmenbedingungen der Erziehung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Nachweis zu erbringen, dass Kinder durch ihre natürliche Naivität und Neugier „bessere“ Philosophen sind und dass dieses Potenzial gezielter durch Erwachsene gefördert werden sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-reflexive Methode, die philosophische Begriffsanalysen mit der kritischen Auseinandersetzung entwicklungspsychologischer Theorien und der literarischen Analyse verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Merkmale kindlichen Philosophierens, die Grenzen des Stufenmodells nach Piaget, die Auswirkungen soziologischer Faktoren auf die kognitive Entwicklung und die Rezeption von „Der kleine Prinz“ als philosophisches Werk.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Philosophieren, kindliche Neugier, Kognitive Entwicklung, Erziehung, Soziologie und erkenntnistheoretisches Staunen beschreiben.

Wie kritisiert die Autorin die Rolle von Erwachsenen in der kindlichen Entwicklung?

Die Autorin bemängelt, dass Erwachsene aufgrund ihrer eigenen funktionalen Fixiertheit und autoritären Haltung kindliche Fragen oft als lächerlich oder gar bedrohlich empfinden und damit den natürlichen Denkdrang ersticken.

Welche Bedeutung kommt dem Werk „Der kleine Prinz“ für die These zu?

Das Buch dient als Beweisstück dafür, dass das Bewahren einer staunenden, kindlichen Perspektive – wie sie auch Philosophen anstreben – eine essenzielle Qualität ist, die Erwachsenen durch den „Sündenfall des Erwachsenseins“ oft verloren gegangen ist.

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Details

Title
"Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, bleibt ein Mensch" - Kinder als Philosophen
College
University of Leipzig  (Philosophie)
Course
Seminar
Grade
gut
Author
Anne Missbach (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V28142
ISBN (eBook)
9783638300148
ISBN (Book)
9783638747486
Language
German
Tags
Kind Mensch Kinder Philosophen Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Missbach (Author), 2004, "Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, bleibt ein Mensch" - Kinder als Philosophen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28142
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