Geistige Behinderung, Sexualität und Aufklärung. Sexualität bei Menschen mit Lernschwierigkeiten


Studienarbeit, 2007
65 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zum Begriff „ geistige Behinderung“

3 Was versteht man unter Sexualität?

4 Sexualität bei Menschen mit Lernschwierigkeiten
4.1 Verhinderte Sexualität bei Menschen mit Lernschwierigkeiten
4.2 Sexuelle Aufklärung und die Sexuelle Entwicklung von Menschen mit geistiger Behinderung
4.2.1 Sexuelle Aufklärung
4.2.1.1 Wann sollten wir sexuell aufklären?
4.2.1.2 Das Körperbild beeinflussen
4.2.1.3 Positives Körpergefühl
4.3 Die psychosexuelle Entwicklung Menschen mit Lernschwierigkeiten
4.3.1 Entwicklung der Sexualität
4.3.2 Die sexuelle Entwicklung bei Menschen mit Lernschwierigkeiten
4.3.3 Sexuelle Entwicklung im Kindesalter
4.3.4 Die Pubertät
4.3.4.1 Pubertät bei Menschen mit Lernschwierigkeiten
4.3.4.2 Identitätskrise
4.3.4.3 Erste Regelblutung und erster Samenerguss
4.3.4.4 Selbstbefriedigung
4.4 Empfängnisverhütung
4.4.1 Hormonale Verhütungsmittel
4.4.2 Chemische Verhütungsmittel
4.4.3 Mechanische Verhütungsmittel
4.4.4 Operative Methode ( Sterilisation)
4.4.4.1 Sterilisation von Menschen mit Lernschwierigkeiten

5 Schlusswort

6 Literaturverzeichnis

7 Internetquellenverzeichnis

1 Einleitung

Warum ich als wissenschaftliche Arbeit gerade dieses Thema ausgewählt habe, möchte ich mit folgenden Gründen erläutern.

Bevor ich mit dieser Arbeit angefangen habe, habe ich in meiner Heimat ein Projekt mit Menschen mit Lernschwierigkeiten über ihre Lebenssituation und über ihre sexuellen Beziehungen durchgeführt. Die Gespräche zwischen mir und diesen Menschen haben mich ziemlich berührt und ich hatte das dringende Bedürfnis, die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf dieses Thema zu lenken.

Das erste Gespräch hatte ich mit einer 55-jährigen Frau X, die noch keinen sexuellen Kontakt und keine sexuelle Aufklärung hatte. Ich habe sie gefragt, warum sie nicht geheiratet und eine eigene Familien gegründet hat. Darauf antwortete sie:

Frau X : „Ma merdimi !“

Ihre Antwort lautet vom Kurdischen ins Deutsche übersetzt: „Wir sind abgestorbene Menschen!“

Als ich diesen Satz gehört habe, fühlte ich mich aus welchem Grund auch immer als schuldig gegenüber diesen Menschen, die sich als abgestorben bezeichnen. Ich bin der Meinung, dass unser geringer Respekt gegenüber diesen Menschen oder unsere Vorurteile ihnen gegenüber dazu führen, dass sich diese Menschen nicht als ein Teil dieser Gesellschaft fühlen oder sehen. Es wurden auch kaum wissenschaftliche Studien über die Lebenssituation dieser Menschen durchgeführt und es finden nur wenige Diskussionen zu diesem Thema statt.

Auch einer anderen Frau – sie ist 33 Jahre alt - stellte ich die oben genannte Frage. Ihre Antwort lautete:

Frau Y: Ma Fekerimi!

Das bedeutet, wiederum vom Kurdischen ins Deutsche übersetzt: „Wir sind geistig nicht ausreichend und sind Menschen mit Lernschwierigkeiten. Auf Grund dessen haben wir kein Recht oder keine Möglichkeit eine eigene Familie zu begründen.

Hier wird deutlich gemacht, dass das unterstützende System der Gesellschaft nicht funktioniert. Diese Beweggründe waren für mich ausschlaggebend und so habe ich mich entschieden über dieses Thema zu schreiben und die damit zusammenhängenden Probleme zu erläutern. In verschiedene Punkte unterteilt setze ich mich im Folgenden mit dem Thema auseinander

Im ersten Kapitel versuche ich, bevor ich direkt auf das Thema "Menschen mit Lernschwierigkeiten und Sexualität" eingehe, zu klären, was unter den Begriffen „geistige Behinderung“ und „Sexualität“ verstanden werden kann.

Im zweiten Kapitel wird die Bedeutung der Sexualität für Menschen mit Lernschwierigkeiten untersucht und die Schwierigkeiten, denen sie in der Gesellschaft begegnen. Es werden die Vorurteile der Eltern, der BetreuerInnen und auch des Umfelds kritisiert. Dann setze ich mich damit auseinander, wie die sexuelle Aufklärung und Sexuelle Entwicklung bei Menschen mit Lernschwierigkeiten verlaufen.

Ich möchte mit dieser Arbeit erreichen, dass Intoleranz und Vorurteile aufgezeigt werden und die Gesellschaft darauf aufmerksam gemacht wird, dass auch Menschen mit Lernschwierigkeiten Sexualität erleben und diese auch toleriert werden muss.

2 Zum Begriff „ geistige Behinderung“

„ Ich will nicht „geistig behindert“ genannt werden!

Ja, eigentlich ist das Wort doof.

„Geistig behindert“ ist immer noch das, was Leute ins Auge springt.

Wie würdest du dich denn dann bezeichnen?

Wir sind Menschen mit Lernschwierigkeiten. (…)

Eigentlich kann man sagen, wir sind Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten.“

(zit. n. Klauß 2005, S.9)

Für den Begriff „geistige Behinderung“ ist eine eindeutige und allgemein akzeptierte Definition schwierig. Zudem gibt es auch keine einheitliche Definition für geistige Behinderung. Nach Kulig; Theunissen ; Wüllenweber ist geistige Behinderung ein seltsam doppelgesichtiger Begriff. „Einerseits bestimmt er die pädagogische Praxis, strukturiert weite Teile Theoriebildung, verteilt juristisch gesehen Leistungsansprüche und ist auch im normativ-moralischen Sinne immer wieder Grundlage einer Diskussion über Einschluss oder Ausgrenzung bestimmter Personengruppen. Andererseits entzieht er sich bis heute einer eindeutigen Bestimmung“ (Wüllenweber / Theunissen / Mühl 2006, S.116). Die Wissenschaft versucht mit bestimmten Fachtermini geistige behinderte Männer und Frauen zu definieren. Ende der 1950er Jahre ist der Begriff “geistige Behinderung“ von der Elternvereinigung „Lebenshilfe“ in die fachliche Diskussion eingebracht worden. „Damit sollten zum einen die als diskriminierend empfundenen Begriffe wie "Schwachsinn", "Blödsinn" oder "Idiotie" ersetzt werden und durch die Verwendung des Behinderungsbegriffes wurde die Personengruppe erstmals anderen Behinderungen sprachlich zu geordnet“ (Ebd., S.116). Durch den Begriff geistige Behinderung wurden alle bis dahin gebräuchlichen medizinischen Begriffe weitgehend abgelöst. Obwohl dieser Begriff auf Behinderung als eine mögliche Form des menschlichen Lebens hinweisen soll, orientieren sich die meisten Definitionen von Behinderung nicht am Menschen, sondern an der im Vordergrund stehenden die Behinderung im Sinne einer Schädigung/ eines Defekt. Die Bezeichnung des Personenkreises der geistiger Behinderung wurde entscheidend vom Deutschen Bildungsrat mit beeinflusst, der so definiert:„Als geistigbehindert gilt, wer infolge einer organisch – genetischen oder anderweitigen Schädigung in seiner psychischen Gesamtentwicklung und seiner Lernfähigkeit so sehr beeinträchtigt ist, dass er voraussichtlich lebenslanger sozialer und pädagogischer Hilfen bedarf. Mit den kognitiven Beeinträchtigungen gehen solche der sprachlichen, sozialen, emotionalen und motorischen Entwicklung einher“ (Bleidick 1977, S. 56). Bei diesen Definitionen wird die kognitive Beeinträchtigung als ein wichtiges weiteres Kriterium bezeichnet (Ebd., S. 56). Die genannten Beeinträchtigungen wurde in der Definition vom Deutschen Bildungsrat von Bach näher mit den Verhaltensbereichen Lernen, Sprache, Motorik, und Sozialverhalten erklärt. Speck hingegen wählte für diese Definition einen anderen Zugang. Er versuchte die genannten Beeinträchtigungen unter den Gesichtspunkten der Medizin, Psychologie, Soziologie und Pädagogik näher zu beschreiben (vgl. Buchka 2003, S. 17).

Speck versucht für den heilpädagogischen Sachverhalt später noch eine Definition: „Demnach bezieht sich geistige Behinderung auf spezielle Erziehungsbedürfnisse, die bestimmt werden durch eine derart beeinträchtige intellektuelle und soziale Entwicklung, dass lebenslange pädagogischsoziale Hilfen zu einer humanitären Lebensverwirklichung nötig werden“ (Speck 1990, S. 62).

Wendeler schreibt in seinem Buch ,,Geistige Behinderung“, dass der Begriff „geistige Behinderung“ große unterschiedliche Stufen der Behinderung umfasst. Der Deutsche Begriff „ geistige Behinderung“ deckt sich nicht mit dem amerikanischen Begriff „mental Retardation“. Für die American Association on Mental Deficiency(AAMD) gibt es vier Stufen der geistige Retardierung. (profound, severe, moderate, mild, borderline). Nach Wendeler kann jedoch eine leichte Intelligenzschwäche „ milde“ nicht als geistige Behinderung bezeichnet werden (vgl. Wendeler 1993, S. 11).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: AAMD (American Association on Mental Deficiency) - Klassifikation nach IQ-Werten (Speck 1990, S.49)

Ich schließe mich der Position von Speck an, der formuliert, dass durch einen Intelligenztest kein Kind als „geistig behindert“ beschrieben werden kann. Die Testbarkeit von als geistig behindert bezeichneten Kindern erscheint als sehr fragwürdig (vgl. Speck 1990, S. 49). Eine inhaltliche Unterscheidung „geistig behindert“ und „geistig nicht behindert“ anhand psychologischer Kriterien wie der Intelligenz ist nicht wirklich möglich. Bremer-Hübler und Eggert meinen, dass die Verwendung allgemeiner normorientierter Intelligenztests weder unter quantitativen noch nach qualitativen Gesichtpunkten zur Beschreibung der Fähigkeiten von Menschen mit einer geistigen Behinderung fruchtbar zu sein scheinen (vgl. Neuhäuser / Steinhausen 1990, S. 58).

Die Zuschreibung „geistig behindert“ wird von drei Faktoren bestimmt, die in enger Wechselwirkung stehen: „Die individuelle Schädigung, die daraus resultierende Beeinträchtigung, die wiederum zu Benachteiligung und Isolation führt“ (Friske 1995, S.14). Individuelle Schädigungen und Beeinträchtigungen werden jedoch nicht als Krankheit verstanden. Sie sind vielmehr eine Möglichkeit der Aneignung von Welt, ähnlich wie man es für Hochbegabte beschreiben kann. Die Tatsache sich die Welt anders anzueignen als der angenommene Durchschnitt, bedeutet in unserer Gesellschaft die ganz auf Normalität ausgerichtet ist, Ausgrenzung und Isolation. Also wird „geistige Behinderung“ erst im Kontext von Gesellschaft zur eigentlichen Behinderung. Die Prozesse der Benachteiligung und Isolation bestimmen das Leben von Menschen mit geistiger Behinderung (Vgl. Ebd., S. 14).

Eine problemtische Definition wird von Thalhammer (1974) angeführt, die geistige Behinderung als „kognitives Anderssein“ bezeichnet. Diese Definition als „Kognitiven Andersseins“ enthält eine reduzierte Wirklichkeit, einen Hinweis auf spezifische menschliche Modalitäten, wie Seinweise, Ordnungsform und Selbstverwirklichung (Vgl. Elbert 1982, Im Internet). Mit dieser Definition wird die Situation desjenigen Menschen der in seinen intellektuellen Systemen anderes strukturiert erscheint, umgeschrieben (vgl. Speck / Thalhammer 1974, S. 40). Laut Elbert hat die heil- und sonderpädagogische Theorie in Bezug auf „Behinderung“ eine einwirkende und formierende Wirkung. Elbert analysiert den Theorieansatz von Thalhammer in dem er „Anderssein“ wie folgt definiert: „Geistige Behinderung bezeichnet diejenige Seinsweise und Ordnungsform menschlichen Erlebens, die durch kognitives Anderssein bedingt ist und die besondere lebenslange mitmenschliche Hilfe zur Selbstverwirklichung in individuellen Dimensionen und kommunikativen Prozessen notwendig macht“ (Elbert 1982, Im Internet). Thalhammer geht von einem „kognitiven Anderssein“ einer „besonderen Seinsweise“ aus. Elbert (1986) betont gegenüber der These von Thalhammer: „Der `Geistigbehinderte` ist nichts, als was die Erziehung aus ihm gemacht hat. Ist bei anderen Theorien der `Geistigen Behinderung` das Diktat der Norm der ‚Normalen‘ welche Formierungsprozesse organisieren, so ist es bei Thalhammer das Diktat eines für sich bestehenden Wesenstyps. In jedem Fall wird eine dynamische Sichtweise, derzufolge das ‚geistigebehinderte Selbst‘ Ergebnis eines Sozialisationsprozesses ist, hintertrieben“ (Ebd., Im Internet). Die geistige Behinderung ist hier als etwas Relatives gesehen worden, das immer nur Produkt von Einwirken auf Entwicklung sein kann (Vgl. Schönwiese 2003, S. 13).

Speck hat in seinem Buch „Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Erziehung“ formuliert, dass Behinderung an sich schon einen komplexen Begriff darstellt, der aus verschiedenen Teilbegriffen resultiert:

„ – aus einer organischen Schädigung (Zentralnervensystem)

aus individuellen Persönlichkeitsfaktoren

und aus sozialen Bedingungen und Einwirkungen“ (SPECK 1990, S.40). Das Zusammenwirken dieser Teilfaktoren, ergibt das, was man hierzulande eine Behinderung nennt. Und in der deutschen Sprache wird sowohl dieses Begriffsgesamt als geistige Behinderung genannt als auch der Teilfaktor „ Schädigung des Zentralnervensystems“ (Vgl. Ebd., S. 40).

Das Phänomen geistige Behinderung lässt sich von unterschiedlichen Perspektiven betrachten, von wissenschaftlichen und von philosophisch- anthropologischen. Viele Wissenschaften haben versucht, geistige Behinderung zu erklären. ,,Der medizinisch –biologische Ansatz gilt primär den physischen (organisch- genischen) Abweichungen und Besonderheiten, der verhaltenswissenschaftliche (psychologische) Ansatz Eigenheit der beobachtbaren Verhaltensweisen, der sozialwissenschaftliche Ansatz im Besonderen den gesellschaftlichen Bedingungsystemen, der pädagogische Ansatz den Möglichkeiten der Erziehung“ (Ebd., S. 42).

Die Definition der geistigen Behinderung stößt auf vielerlei Widerspruch. Speck sagte: „ Selbstverständlich eignet sich der Begriff, Geist`, für den es unzählige Definitionen geben mag, nicht für eine wissenschaftliche Operationalisierung. Das wäre auch gar nicht notwendig, denn nicht das Wort, sondern sein Inhalt hätte sich einer Operationalisierung zu stellen“ (Ebd., S.40). In der Welt der Fachwissenschaftler wird geistige Behinderung vielfach mit „mental handicap“ gleichgesetzt. Bach meint, geistige Behinderung in „mentale Beeinträchtigung“ umzubenennen, wenn er davon spricht, „dass die Bezeichnung ‚mentale Beeinträchtigung‘ als hinreichend präzis, sachgerecht, weniger verletzend, konsensfähig und nicht verführerische griffig angesehen wird“ ( Buchka 2003, S.12).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Relationalität von mentaler Beeinträchtigung(geistiger Behinderung) (Bach 2001, S.65 in: Buchka 2003, S. 13).

Die Komponenten der mentalen Beeinträchtigung sind für Bach:

„- individuale Disposition und deren Schäden,
- Verhaltens- und Erlebensbedingungen und entsprechende Benachteilungen sowie
- Unfeldanforderungen und entsprechende Belastungen“ (Buchka 2003, S. 18).

Laut Bach können, dass Menschen mit einer geistigen Behinderung grundsätzlich als veränderbare Gegebenheit auffasst werden. Laut Bach können in diesem Sinn Personen als geistigbehindert gelten, wenn

“- ihr Lernverhalten wesentlich früheren als den lebensaltersgemäßen Stufen des Lernens entspricht (Vorherrschen des anschauend- vollziehenden Aufnehmens, Verarbeitens und Speicherns von Lerninhalten und eine Konzentration der Lerninteressen auf direkter Bedürfnisbefriedigung Dienendes),
- ihr psychischer Entwicklungsstand (Kenntnisse, Einsichten, Fähigkeiten, Fertigkeiten), abgesehen von partiellen besonderen Leistungsmöglichkeiten, wesentlich, d.h. deutlich mehr als ein Drittel, unter der am Lebensalter orientierten Erwartung liegt und
- ihr Gefordertsein auf Grund des abweichenden Entwicklungsstandes und Lernverhaltens zusätzliche Entwicklungs- und Lebenserschwerungen bedingt, die reguläre Umweltbeeinträchtigungen wesentlich überschreiten (negative Umweltreaktionen, -Erwartungen, Überforderungen, Einengungen, Isolation)” (Bach 1981, S16f).

Diese von Bach formulierten Kennzeichnungen, finden sich in der Regel bei Personen, deren Intelligenzquotient unter 55-60 liegt. Bach meint, es sollte zwischen geistiger Behinderung und Lernbehinderung ein Unterschied gemacht werden, da die intellektuelle Beeinträchtigung bei Lernbehinderung geringeren Grades und Umfanges ist. Im Unterschied zur geistigen Behinderung stellen „lesen und schreiben“ wichtige Informationsquellen dar (vgl. Bach 1979, S.6).

Aus den Arbeiten von Reinhard Markowetz „Geistige Behinderung in soziologischer Perspektive“ und Cloerkes sowie aus der ICF der WHO lässt sich folgender behindertensoziologischer Arbeits- und Definitionsrahmen anführen:

- „Eine (geistige) Behinderung ist eine dauerhafte und sichtbare sowie von den jeweiligen gesellschaftlichen Normen, kulturellen Wertvorstellungen und sozialen Erwartungen abhängige, unerwünschte und wesentliche Abweichung der Körperfunktionen und -strukturen, die mehrheitlich und entschieden negativ bewertet wird.
- In der Folge davon sind (geistig) Behinderte in allererste Linie Menschen mit vielerlei Teilmerkmalen. Sie weichen zwar in unerwünschter Weise in ihren Körperfunktionen und –strukturen ab und sind in ihren Aktivitäten für ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben eingeschränkt, konstituieren aber aufgrund ihres So –Sein nicht zwangsläufig, Andersartigkeit und rufen nicht in jedem Fall negative soziale Reaktionen hervor.
- Die Bewertung von (geistiger) Behinderung, das individuelle Aktivitätspotential von Menschen mit (geistiger) Behinderung und die soziale Reaktion auf (geistig) Behinderte sind demnach keineswegs miteinander identisch und deshalb auch strikt voneinander zu trennen. Hinzu kommt , dass die Rolle (geistig-) behinderter Menschen durch einen elementaren Widerspruch zwischen offizieller Entlassung für ihre Normabweichung einerseits und tatsächlicher Diskriminierung mit Zuweisung einer besonderen abweichenden Rolle andererseits charakterisiert ist (Scheinakzeptierung und Irrelevanzregel; vgl. Cloerkes 200, S.92; Davis 1961, S 123; Goffman 1961, S.20f).
- Im soziologisch engeren und eigentlichen Sinne ist ein Mensch erst dann (geistig-) behindert, wenn eine unerwünschte Abweichung vorliegt, die soziale Reaktion auf ihn entschieden negativ ist und deshalb seine Partizipationsmöglichkeiten am gesellschaftlich-sozialen Leben nachhaltig beschränkt werden und desintegrative, aussondernde Maßnahmen die Institutionalisierung von Behinderung auf den Plan rufen“ (Fischer 2003, S.177f).

Eine wichtige Schlussfolgerung ist:

Wir dürfen einen Menschen nicht undifferenziert als geistig behindert klassifizieren, „weil man nicht (nur) behindert ist, sondern behindert gemacht wird“ ( Wüllenweber / Theunissen / Mühl 2006, S. 116). Entscheidend ist, Menschen mit Lernschwierigkeiten so akzeptieren, wie sie sind und sie zu nicht diskriminieren.

Sinason kritisiert unsere Reaktionen auf Menschen mit Lernschwierigkeiten wie folgt: „Wo etwas ernstlich nicht stimmt, was nicht repariert werden kann, fühlen wir uns offenbar häufig an unsere geistige und körperliche Gebrechlichkeit und Sterblichkeit erinnert. Das führt einerseits zu manch einer genialen, präventiven oder reparativen Leistung, andererseits wiederum zu Schuldzuweisungen, Ausgrenzungen und Enteignungen“ (Sinason 2000, S. 19). Geistige Behinderung erinnert uns an die kindlichen Bedürfnisse, die wir im Zuge des Erziehungs- und Sozialisationsprozesses zugunsten der Effizienz- und Leistungsorientierung der Gesellschaft aufgeben mussten (Vgl. Hahn, Im Internet).

3 Was versteht man unter Sexualität?

Kurt Tucholsky: „Mit dem nackten Körper stets den Begriff der Erotik zu verbinden:

das ist ungefähr so intelligent, wie beim Mund stets an essen zu denken.

Mit dem Mund isst man nicht nur, man spricht auch mit dem Mund.

Durch die nackte Haut atmet man“ ( zit. n. Krenner 2003, S. 10).

Bisher gibt es noch keine umfassende, befriedigende Definition von Sexualität, da es fast unmöglich ist Sexualität auf einer abstrakten Ebene zu erklären. Walter schreibt: „ Es fällt auf, dass eine zufrieden stellende Definition des Begriffs ‚Sexualität‘ in der einschlägigen Fachliteratur immer noch nicht gefunden werden kann“ (Walter 1992, S.34). Kentler hat in seinem Buch „Sexualwesen Menschen“ ausgedrückt, warum es sehr schwierig ist, Sexualität zu erkunden. Es liegt wohl daran, dass die Sexualität geformt, gestaltet und erlebt wird: „Die Sexualität verbirgt sich in ihren Äußerungen, in ihren Erscheinungsformen“ (Kentler 1984, S.9). Und Kentler sagt etwas Wesentlich über die Sexualität aus. „Wäre Sexualität nichts weiter als die Befähigung zur Fortpflanzung, dann wäre ihre Sinngebung klar und bräuchte nicht hinterfragt zu werden. Tatsächlich aber dürfte wohl kaum ein einziger Mensch unseres Kulturkreises seine Sexualität derart eingeschränkt erleben“ (Ebd., S. 9).

Die Sexualität wird von Kentler als Bestandteil eines Sozialisationsprozesses dargestellt. Deshalb wird in diesem Zusammenhang von der „sexuellen Sozialisation“ gesprochen, die als ein stetiger Prozess verläuft, mit der Geburt anfängt und den der Tot beendet. Nach diesem Zugang zu Sexualität Zugang vollziehen sich sexuelle Lernprozesse, z.B. über die Internalisierung der Sexualnormen als auch durch die Übernahme der Geschlechtsrollen (Vgl. Leue-Käding 2004, S.35).

Zum ersten ist der Begriff der „Sexualität“ von dem Botaniker Henschel in seinem 1820 erscheinen Buch „Von der Sexualität der Pflanzen“ verwendet worden. In dem Wort Sexualität steckt die lateinische Wurzel “secare” (schneiden, teilen). Henschel meinte „Sexus ist einfach nur die Zweiteilung in männliches und weibliches Geschlecht“ (Walter, Hoyler- Herrmann 1987, S.96). Im Verlauf der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden sowohl ein pädagogisches wie wissenschaftliches Bedürfnis, einem Begriff zu finden, der nicht sexuell erregend wirken sollte.

1961 wehrte sich Leist gegen die Anwendung des Wortes „Sexualität“, deshalb schlug er den Begriff „Geschlechtlichkeit“ vor: „Das, was wir unter Geschlechtlichkeit verstehen, ist durchaus nicht dasselbe, wie das, was andere mit Sexualität bezeichnen. Wenn wir von Geschlechtlichkeit sprechen, so meinen wir die Grundtatsache, dass der Mensch Mann oder Frau und nichts sonst- kein neutrales Zwischending- ist“ (Ebd., S 97). Nun rückt eine ganzheitliche Auffassung von Sexualität in den Vordergrund.

Der holländische Medizinethiker Sporken versuchte, den Begriff der Sexualität in einem Drei-Stufen-Schema zu erfassen. „Sexualität“ meint nach Sporken: „In einen äußeren Bereich, der alle Aspekte des Frau- und Mannseins beinhaltet, wie man sich als Frau oder Mann bewegt, verhält, kleidet, zugeschriebene Rollen und auch der Kampf daraus auszubrechen, dann den mittleren Bereich von Zärtlichkeit, Sensualität, Erotik, alle zwischenmenschlichen Bereiche in denen Beziehungen gelebt werden, also auch freundschaftlicher Umgang Mitmenschen, denen man sich nahe fühlt, und schließlich den inneren Bereich der Genitalsexualität“ (Krenner 2003, S. 11).

Für Sporken hat Sexualität auch folgende Bedeutung. Sexualität kann als ein „wesentlicher Aspekt der menschlichen Existenzsituation und entsprechende Erziehung als Hilfeleistung zur Selbstwerdung“ (Bach 1981, S.13) verstanden werden.

Man könnte „Sexualität“ jedoch als eine „allgemeine Lebensenergie“ beschreiben, da Sexualität in allen Phasen des menschlichen Lebens körperlich, geistig-seelisch und sozial wirksam ist (vgl. Friske 1995, S. 120). Sielert beschreibt die Sexualität mit folgenden Satz: „Sie bedient sich des Mediums ‚Körper’ und hat vielfältige Ausdrucksformen – als Zärtlichkeit, Leidenschaft, Hingabe, Sehnsucht und Begierde oder auch als Aggression“ ( Ebd., S. 120). Friske hat in ihrem Buch „Als Frau geistigbehindert sein“ aus verschiedenen Perspektiven den Begriff der Sexualität beschrieben. Friske macht keinen Unterschied zwischen den Begriffen Körperlichkeit und Sexualität. Für sie gehören diese zwei Begriffe untrennbar zusammen: „Körperlicher Ausdruck ist eng mit Sexualität verbunden. Sexualität ist nur über den Körper erfahrbar, sowohl im emotionalen Bereich als auch in konkret 'fassbaren' Erfahrungen mit sich selbst und in Interaktionen. Körperlichkeit spielt eine große Rolle in der Ermöglichung von sexueller Interaktion“ (Ebd., S. 110).

Martin Kessel meint zum Begriff Sexualität: „Sexualität ist eine Gefühlsspannung, die ein Mensch aufbauen kann, jedoch nicht unbedingt muss“ (Bannasch 2002, S. 62). Es ist bei allen Menschen verschieden wie oft sie die Gefühlsspannung aufbauen wollen und damit zufrieden bzw. befriedigt sind. Ausgehend vom Grundrecht auf Sexualität als Form körperlicher und seelischer Gesundheit, sollten alle Menschen so viele Möglichkeiten zu gelebter Sexualität haben, wie sie es sich wünschen. Sie können diese Gefühle so oft sie wollen erleben, dürfen dabei aber nicht andere Menschen und deren Empfindungen verletzen. Frey ; „Sexualität begleitet die Menschen als eine Lebensenergie von der Geburt bis zum Tod“ (Ebd., S.103). Tatsache ist, dass Sexualität in unserem Kulturraum allgegenwärtig ist und diesen Einflüssen kann sich niemand entziehen, da uns häufig Bilder der Nacktheit und Formen des Liebeslebens begegnen. Diese Bilder sind für alle Menschen bestimmt, egal ob jung, alt, behindert oder nicht behindert.

Offit hat in ihrem Buch „Das Sexuelle Ich“ den Begriff der Sexualität beschrieben. Sie meinte: “Sexualität ist, was wir daraus machen. Eine teure oder billige Ware, Mittel zur Fortpflanzung, Abwehr gegen Einsamkeit, eine Form der Kommunikation, ein Werkzeug der Aggression (der Herrschaft, der Macht, der Strafe und der Unterdrückung), ein kurzweiliger Zeitvertreib, Liebe, Luxus, Kunst, Schönheit, ein idealer Zustand, das Böse oder das Gute, Luxus oder Entspannung, Belohnung, Flucht, ein Grund der Selbstachtung, eine Form der Zärtlichkeit, eine Art der Rebellion, eine Quelle der Freiheit, Pflicht, Vergnügen, Vereinigung mit dem Universum, mystische Ekstase, Todeswunsch oder Todeserleben, ein Weg zum Frieden, eine juristische Streitsache, eine Form, Neugier und Forschungsdrang zu befriedigen, eine Technik, eine biologische Funktion, Ausdruck psychischer Gesundheit oder Krankheit oder einfach eine sinnliche Erfahrung” (Offit 1979, S.16).

Offit versucht aufzuzeigen, dass der Begriff der Sexualität ein individueller Begriff ist, der subjektiv gelebt und betrachtet wird, deswegen ist es unmöglich, eine bestimmte Definition zu finden (vgl. Treiber 2004, im Internet).

Die Kommission der Evangelische Kirche in Deutschland hat 1971 eine „Denkschrift zu Fragen der Sexualität“ erarbeitet, in der festgestellt wurde, was die Sexualität ist: „Sexualität umfasst alle Aspekte menschlicher Daseinsformen, in denen die Tatsache des Mann- oder Frau-Seins ... eine Rolle spielt. Sexualität ist mit dem Mensch-Sein untrennbar verbunden, sie betrifft immer den ganzen Menschen, der nur als Mann oder als Frau (lebt) ... (und) durch seine Sexualität bestimmt (ist). Das geschlechtliche Gegenüber und die Begegnung von Männern und Frauen haben ihren Sinn in sich selbst. Deshalb dient die Sexualität nicht in erster Linie der Fortpflanzung. Mann und Frau sind aufeinander angewiesen, um ihre Beziehung zu gestalten. In der Begegnung mit der Andersartigkeit des Partners erfährt der einzelne Mensch nicht nur eine Ergänzung, sondern er erkennt sich selbst und den anderen“ (Treiber 2004, Im Internet).

Walter betont, dass die Sexualität nicht mehr nur als „Genitalsexualität“ verstanden werden soll, also keineswegs ausschließlich nur die mit den Geschlechtsorganen im engeren Sinne verbundenen Erlebnisse und Verhaltensweisen. Walter fügt an, „Sexualität wird heute auch nicht mehr nur als biologische Funktion der Fortpflanzung gesehen, sondern als eine bzw. die entscheidende Dimension zwischenmenschlicher Kommunikation und Persönlicher Selbstentfaltung“ (Walter 1992, S.34). Auch Stöckmann meinte, dass Sexualität nicht nur auf die Genitalsexualität bezogen werden soll. „Jedes Verhalten, das sich aus der Anziehungskraft und dem Spannungsverhältnis zwischen Menschen ergibt und das in wesentlichen auf dem Anderssein der Geschlechter beruht, ist als sexuell geprägt bezeichnet“ (Ebd., S.59). Die Sexualität des Menschen kann nicht altersgebunden sein, weil bis ins hohe Alter Sexualität ein wesentliches Merkmal mitmenschlicher Beziehungen ist.

Der Sexualwissenschaftler Aigner postuliert: „Sexualität ist etwas sehr Persönliches und sollte gegen die Veröffentlichungsflut geschützt werden“ (Isabel Rhomberg 2006, Im Internet). Dieses Anliegen von Aigner finde ich auch für meine Arbeit sehr wichtig, weil die Sexualität von Menschen mit Lernschwierigkeiten von den Eltern und auch von der Gesellschaft geschützt werden muss.

Ich habe versucht, den Begriff der Sexualität mit verschiedenen Aspekten zu schildern. Trotzdem habe ich keine allgemeingültige und einheitliche Definition gefunden, weil die Wissenschaftler mit unterschiedlichen Perspektiven die Sexualität definiert haben. Z.B Geschlechtlichkeit, Zärtlichkeit, Leidenschaft usw.

Ich möchte mit einem Satz ausdrücken, was für mich Sexualität bedeutet: Sexualität ist ein unsichtbares Gefühl, Lust und Liebe zwischen den Lebenswesen.

4 Sexualität bei Menschen mit Lernschwierigkeiten

„Der Sexualität eines Behinderten begegnet die Umwelt oft mit Angst.

Wer jedoch mit einem geistig Behinderten näheren Kontakt hat,

ist oft überrascht, zu welcher Anhänglichkeit und menschlichen Wärme der Behinderte fähig ist“
(Sporken / Jakobi / Arend 1980, S.117)

Nach der Auseinandersetzung mit den zwei verschiedenen Definitionen, „Geistige Behinderung“ und „Sexualität“ behandle ich Fragen zum Thema Sexualität bei Menschen mit Lernschwierigkeiten und welche Bedeutung Sexualität für Menschen mit geistiger Behinderung hat. Aus der Definition von Sexualität ergibt sich die große Bedeutung, die Sexualität, Partnerschaft und Liebe für die Vollständigkeit eines Menschen haben. Diese Vollständigkeit des Menschen sollte auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten Gültigkeit haben. Und alle Funktionsbereiche der Sexualität sind auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten wichtig. Dann nehme ich den folgenden Gedanken von Feuser auf. Er schreibt: „ Ist ein Bereich nicht realisierbar, z. B die Fortpflanzung, sei es aus biologischen oder psychosozialen Gründen, so kann und darf das nicht als Alibi für die Verhinderung oder Unterdrückung auch der anderen Bereiche dienen. Allein der Aspekt subjektiven Lustgewinns durch sexuelle Betätigung, auch wenn er die Dimension partnerschaftlicher Zuwendung nicht erreicht, ist Grund genug, die Entwicklung der Sexualität umfassend zu fördern und sie einem Menschen zu ermöglichen, sei er nun behindert oder nicht behindert“ (vgl. Walter / Hoyler-Herrmann, 1987, S. 150). Deshalb muss das Bedürfnis nach Sexualität von geistig beeinträchtigten Menschen als selbstverständlich angesehen werden.

Seit langer Zeit wird das Thema „Sexualität bei Menschen mit Lernschwierigkeiten“ von Wissenschaftlern besprochen und diskutiert. Wenn sie über dieses Thema geschrieben haben, behandelten sie es aus unterschiedlichen Perspektiven. Unverständlich aber bleibt, warum die Wissenschaftler Schwierigkeiten mit dem Thema der Sexualität von Menschen mit Lernschwierigkeiten (Menschen mit einer geistigen Behinderung) haben. Normalerweise sind alle Menschen gleich und brauchen alle gleichermaßen Sexualität. Es ist unser Bedürfnis. Huber hat diese Situation mit einem Satz erklärt. Er sagt: „(…).Wir reden und schreiben darüber, als sei die Sexualität bei geistig behinderten Menschen von besonderer und anderer Art und als hätten wir sie entdeckt. Verbirgt sich dahinter nicht unsere unterschwellig, immer vorhandene Absicht, geistig Behinderte zu besonderen und anderen Menschen zu machen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten

Details

Titel
Geistige Behinderung, Sexualität und Aufklärung. Sexualität bei Menschen mit Lernschwierigkeiten
Autor
Jahr
2007
Seiten
65
Katalognummer
V281454
ISBN (eBook)
9783656758266
ISBN (Buch)
9783656758211
Dateigröße
1070 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sexualität, menschen, lernschwierigkeiten, geistige, behinderung, aufklärung
Arbeit zitieren
Özlem Çelik (Autor), 2007, Geistige Behinderung, Sexualität und Aufklärung. Sexualität bei Menschen mit Lernschwierigkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281454

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