Sehr große und schwere Vögel stehen im Mittelpunkt des Taschenbuches „Brontornis – Riesenvögel in Argentinien“. Der flugunfähige Brontornis burmeisteri aus der Zeit vor 27 bis 17 Millionen Jahren gehörte mit einer Scheitelhöhe bis zu 2,80 Metern und einem Lebendgewicht von maximal 400 Kilogram zu den größten und schwersten Vögeln der Erdgeschichte. Ähnlich eindrucksvoll war der vor 15,9 bis 11,6 Millionen Jahren lebende Terrorvogel Phorusrhacos longissimus mit einer Höhe bis zu 2,50 Metern und sogar noch etwas größer der mehr als 3 Meter hohe Räuber Kelenken guillermoi. Auch diese beiden Räuber konnten nicht mehr fliegen. Dagegen gilt der vor 8 bis 5 Millionen Jahren existierende Greifvogel Argentavis magnificens mit einer Flügelspannweite bis zu 8 Metern als der größte fliegende Vogel aller Zeiten. Nur die allergrößten Flugsaurier übertrafen seine Flügelspannweite noch um einige Meter. Allein manche Flugfedern von Argentavis maßen ungefähr 1,50 Meter Länge und 20 Zentimeter Breite. Verfasser des Taschenbuches „Brontornis – Riesenvögel in Argentinien“ ist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst, der zahlreiche Werke über urzeitliche Tiere geschrieben hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Ein schwerer Vogel aus Südamerika
1.1 Brontornis
2. Der riesige Terrorvogel
2.1 Phorusrhacos
2.2 Aiolornis, Cathartornis, Taubatornis
3. Der größte fliegende Vogel
3.1 Argentavis
3.2 Teratornis
3.3 Flugsaurier mit Rekord-Flügelspannweiten
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Ziel dieses Buches ist es, einen fundierten Überblick über die Biologie, die systematische Einordnung und die Lebensweise von prähistorischen Riesenvögeln sowie flugfähigen Giganten der Erdgeschichte zu geben. Dabei stehen insbesondere die rätselhaften Terrorvögel Südamerikas und die massiven, einst in Argentinien beheimateten Arten im Fokus der wissenschaftlichen Betrachtung.
- Anatomie und systematische Stellung von Brontornis burmeisteri.
- Die Entwicklungsgeschichte und Jagdstrategien der Phorusrhacidae (Terrorvögel).
- Biomechanik und Flugvermögen des riesigen Greifvogels Argentavis magnificens.
- Vergleichende Analyse zwischen urzeitlichen Flugsauriern und terrestrischen Laufvögeln.
- Historische Entdeckungsgeschichte und Fossilienfunde in Argentinien.
Auszug aus dem Buch
Der riesige Terrorvogel
Argentinien war im Mittelmiozän vor 15,9 bis 11,6 Millionen Jahren die Heimat des räuberischen Terrorvogels Phorusrhacos longissimus. Dieser imposante Vogel erreichte eine Höhe bis zu 2,50 Metern und ein Lebendgewicht von schätzungsweise maximal 300 Kilogramm. Mit seinen zurückgebildeten Flügeln konnte er nicht fliegen. Auf seinen bis zu 1,80 Meter langen Beinen, die an den Füßen mit starken Krallen endeten, soll er schnell gelaufen sein.
Die erste wissenschaftliche Beschreibung von Phorusrhacos longissimus erfolgte 1887 durch den argentinischen Naturforscher, Zoologen, Paläontologen, Geologen und Anthropologen Florentino Ameghino (1854–1911). Ihm hatte dabei ein fossiler Unterkiefer aus der argentinischen Provinz Santa Cruz vorgelegen, den er zunächst irrtümlich einem zahnlosen Säugetier zuschrieb. Zwei Jahre später änderte Ameghino den Gattungsnamen Phorusrhacos in Phororhacos ab. Doch ersterer Begriff hatte Vorrang.
Zusammenfassung der Kapitel
Ein schwerer Vogel aus Südamerika: Dieses Kapitel stellt Brontornis burmeisteri vor, einen der größten und schwersten Vögel der Erdgeschichte, dessen fossile Überreste vor allem aus der patagonischen Provinz Santa Cruz stammen.
Der riesige Terrorvogel: Hier wird die Familie der Phorusrhacidae detailliert behandelt, wobei insbesondere die räuberischen Anpassungen, die Evolution und die verschiedenen Gattungen der sogenannten Terrorvögel beleuchtet werden.
Der größte fliegende Vogel: Dieser Abschnitt widmet sich Argentavis magnificens, dem größten jemals flugfähigen Vogel, und vergleicht ihn mit anderen riesigen Flugtieren wie den Teratornithidae und Kurzschwanz-Flugsauriern.
Schlüsselwörter
Brontornis, Phorusrhacos, Argentavis, Terrorvögel, Paläontologie, Fossilien, Erdgeschichte, Südamerika, Patagonien, Flugsaurier, Teratornithidae, Biomechanik, Evolution, Riesenvögel, Systematik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?
Das Buch bietet eine wissenschaftliche Übersicht über ausgestorbene Riesenvögel und flugfähige Giganten, die vor Millionen von Jahren in Südamerika, speziell in Argentinien, lebten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Paläornithologie, die Evolution der Terrorvögel, die Flugbiophysik von Riesenarten und die historische Forschung an argentinischen Fossilien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Vermittlung von fundiertem Wissen über die Biologie und Ökologie von Arten wie Brontornis, Phorusrhacos und Argentavis sowie deren Einordnung in die erdgeschichtliche Entwicklung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine fundierte Zusammenstellung aus historischen Erstbeschreibungen durch Naturforscher des 19. Jahrhunderts und modernen paläontologischen Untersuchungen, inklusive Computertomographie-Analysen und Flugmodellrechnungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Morphologie, die systematische Zuordnung, die Jagdweisen und das Aussterben der Phorusrhacidae sowie die physikalischen Bedingungen für den Flug gigantischer Vögel und Saurier detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Brontornis, Terrorvögel, Argentavis, Fossilien, Paläontologie, Evolution und Südamerika.
Warum konnte Argentavis trotz seiner Größe fliegen?
Die Forschung legt nahe, dass der Vogel ein Segelflieger war, der thermische Aufwinde und die starken Westwinde Südamerikas nutzte, anstatt auf aktiven Ruderflug angewiesen zu sein.
War Brontornis ein Fleischfresser oder Pflanzenfresser?
Dies ist bisher ungeklärt; während einige Experten ihn aufgrund seiner Anatomie für einen Aasfresser halten, deuten neuere Kieferanalysen eher auf eine pflanzenfressende Lebensweise hin.
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- Ernst Probst (Author), 2014, Brontornis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281524