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Prinzessin, Hexe, Stiefmutter. Die Frauentypen in den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm

Título: Prinzessin, Hexe, Stiefmutter. Die Frauentypen in den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm

Texto Academico , 2008 , 24 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Michaela Dimova (Autor)

Filología alemana - Géneros
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Obwohl die Märchen kurze Prosaerzählungen sind, schaffen sie es in ihrer Art und Weise, die ganze Welt widerzuspiegeln. Sowohl die Menschen, die Tiere als auch die Natur, die Gegenstände und sogar das Wunderbare, das Übernatürliche finden ihren Platz in der phantastischen Geschichte. „Das Märchen ist ein Universum im kleinen – und da jede echte Dichtung ihre Eigenart schon in ihren einzelnen Teilen entfaltet, prägt sich die Neigung des Märchens, die Welt zu umfassen […].“
Eindeutig ist es, dass im Mittelpunkt des Märchens der Mensch steht. Die männlichen und weiblichen Helden, die oft Schwierigkeiten zu bewältigen haben, werden nicht individuell gezeichnet, sondern „[…]in der Begegnung mit der Welt“ . Die Märchenfiguren sind durch eindeutige Gegensätze in ihren Eigenschaften charakterisiert, wie z. B. schön und hässlich, gut und böse, dumm und schlau. Aus diesen Gegensätzen ergibt sich oft ein Konflikt, der die Geschichte in Gang setzt.
Gegenstand dieser Arbeit sind die Frauenfiguren in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Es ist kein Zufall, dass man bei der Betrachtung dieser Erzählungen häufiger auf weibliche als auf männliche Gestalten stößt. Das Vorherrschen der Frauen in den Märchen wird auch dadurch erklärt, dass die Gewährsleute der Grimms vorwiegend Frauen waren. „Und heute lernen die Kinder die Märchen vor allem durch ihre Mütter, Großmütter, Tanten, Kindergärtnerinnen oder Lehrerinnen kennen.“ Es ist also ganz klar, dass die Frau nicht nur in vielen Märchen, sondern auch bei der Entstehung und Überlieferung der Geschichten die Hauptrolle spielt.
Durch eine ausführliche Analyse und Darstellung bestimmter Märchen soll gezeigt werden, welche Rolle die Frau in den Erzählungen der Brüder Grimm spielt, über welche Fähigkeiten sie verfügt und welche Verhaltensmuster und Charakterzüge sie hat. Das Bild der Frau erscheint als sehr bunt und vielschichtig. Es gibt weibliche Gestalten in unterschiedlichen familiären Situationen, in verschiedenen sozialen Rollen und äußeren Erscheinungen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Der passive Typ

2 Der aktive Typ

3 Der gemischte Typ

4 Die bösen Figuren

4.1 Herkunft und Bedeutung des Hexenbegriffs

4.2 Das Hexenbild in den KHM

4.2 Die Stiefmutter

5 Die guten Figuren

5.1 Die Frau als Heldin

5.2 Die Prinzessin

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das vielschichtige Frauenbild in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, um die Rolle, Fähigkeiten und Verhaltensmuster der weiblichen Figuren zu analysieren und diese anhand einer eigens entwickelten Typologie in Kategorien wie passiv, aktiv oder gemischt sowie gut oder böse einzuordnen.

  • Typologie des sozialen Verhaltens weiblicher Märchenfiguren
  • Analyse der moralischen Qualitäten: Gute versus böse Figuren
  • Untersuchung des Hexenbildes und der Stiefmutter als Gegenspielerinnen
  • Rolle der Frau als Heldin und Prinzessin in der Märchenhandlung
  • Sozio-historische Einordnung der Frauenbilder in Grimms Märchen

Auszug aus dem Buch

4.1 Herkunft und Bedeutung des Hexenbegriffs

„Die Herkunft des Wortes Hexe und die Geschichte seiner Bedeutung(en) ist durchaus nicht eindeutig geklärt.“ Die Wurzeln des deutschen Begriffs finden sich nur im westgermanischen Sprachraum:

[...] ahd. hagazussa, hagzus, mittelniederl. haghetisse, haghetesse, altengl. Hægtesse.“ Eine genaue Wortbedeutung gibt es nicht. „Ob es sich um ein Simplex aus einer Wurzel *hagat mit Suffix -us, -is oder -as handelt, [...] oder um ein Kompositum aus einem Grundwort -zussa und einem Bestimmungswort hag-, ist mit letzter Sicherheit nicht zu sagen.

In der früheren Zeit wurde eine meist weibliche, mit Zauberkräften ausgestattete Person als Hexe angeschaut. Auf das Äußere wurde keine besondere Rücksicht genommen, diese Gestalten konnten sowohl schön und jung als auch alt und hässlich sein. „[...] Ursprünglich ist die ›Hexe‹ ein dämonisches Wesen, dessen Eigenschaften nicht nur negativer Natur sind.“ In diesem Zusammenhang hieß dämonisch ausschließlich, dass sie nicht-menschliche Fähigkeiten hatten. Die Hexen alter Zeiten hatten sowohl dunkle wie auch helle Aspekte. Sie wurden einerseits als kräuterkundige Frauen angesehen, die intelligent, zielstrebig und mutig waren.

Andererseits wurde die Hexe im Rahmen der Christianisierung häufig mit dem Teufel und dem Bösen in Verbindung gebracht, was eigentlich als ein Religionsverbrechen angesehen wurde. Den zauberkundigen Personen wurde nachgesagt, dass deren Künste weitgehend in üblen Taten bestehen und sie dafür bestraft werden müssen. „Doch die konkreten Schritte hin zur Verfolgung von Menschen unter dem Vorwurf der Hexerei beginnen mit den Ketzerverfolgungen.“ Im 12. Jahrhundert wurde den zauberkundigen Dienern der Dämonen unterstellt, dass sie magische Kräfte besitzen, mit welchen sie den Menschen schädigen und in der Natur Unheil anrichten wollen. Bis ins 18. Jahrhundert waren diese Wesen am ehesten gefährdet, diskriminiert und verfolgt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die Bedeutung des Märchens als Welten-Spiegel sowie die zentrale Rolle der Frau in den Erzählungen und Überlieferungen der Brüder Grimm dargelegt.

1 Der passive Typ: Dieser Abschnitt beschreibt Frauenfiguren, die durch Apathie, Hilflosigkeit und das Warten auf Rettung geprägt sind, was ein traditionelles, unterdrücktes Rollenbild widerspiegelt.

2 Der aktive Typ: Hier werden Heldinnen betrachtet, die entgegen der passiven Erwartungen eigenständig handeln, Probleme lösen und eine aktive Rolle in ihrer Befreiung einnehmen.

3 Der gemischte Typ: Dieses Kapitel zeigt den häufig vorkommenden Typus, bei dem sich Figuren von anfangs passiven zu aktiven Heldinnen wandeln, die aktiv in ihr Schicksal eingreifen.

4 Die bösen Figuren: Die Analyse der negativen Gegenspielerinnen, insbesondere Hexen und Stiefmütter, die als Verkörperung des Bösen und als Hindernis für die Helden fungieren.

4.1 Herkunft und Bedeutung des Hexenbegriffs: Eine etymologische und historische Untersuchung des Hexenbegriffs von seinen germanischen Wurzeln bis zur christlichen Dämonisierung.

4.2 Das Hexenbild in den KHM: Betrachtung, wie die Brüder Grimm durch ihre Märchensammlungen das heute gängige Bild der Hexe als boshafte Gegenspielerin nachhaltig geprägt haben.

4.2 Die Stiefmutter: Untersuchung des Stiefmuttermotivs als soziale und rechtliche Konstante für das Böse, das in Konkurrenz zur leiblichen Mutter steht.

5 Die guten Figuren: Erörterung der positiven weiblichen Gestalten, die Tugenden wie Mut, Güte und Opferbereitschaft verkörpern und als Identifikationsfiguren dienen.

5.1 Die Frau als Heldin: Analyse der zentralen weiblichen Hauptfiguren, die durch ihre moralische Integrität und Schönheit als Vorbild fungieren.

5.2 Die Prinzessin: Beschreibung der Prinzessin als Repräsentantin des Guten, die trotz ihrer typisierten Darstellung eine zentrale Rolle im moralischen Kontrast des Märchens spielt.

Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die bestätigt, dass die Unterteilung in gut und böse ein zentrales Merkmal zur Vermittlung einer moralischen Botschaft darstellt.

Schlüsselwörter

Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen, Frauenfiguren, Märchenanalyse, passive Heldin, aktive Heldin, Hexe, Stiefmutter, Prinzessin, Geschlechterrollen, Gut und Böse, Moral, Märchenheldin, Typologie, Volksmärchen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Darstellung und Rollenverteilung von Frauenfiguren in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm und ordnet diese in eine soziale Typologie ein.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die Kategorisierung weiblicher Figuren nach ihrem Verhalten (passiv/aktiv/gemischt) sowie ihre moralische Einordnung als gute oder böse Charaktere.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Bild der Frau in den Grimmschen Märchen konstruiert ist und welche Fähigkeiten und Rollenmuster dabei vermittelt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse von Märchentexten unter Einbeziehung bestehender Forschungsliteratur zur Rollenverteilung und Symbolik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von verschiedenen Frauentypen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit negativen Gegenspielerinnen wie Hexen und Stiefmüttern sowie positiven Heldinnen und Prinzessinnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit fokussiert auf Themen wie Geschlechterrollen, Märchentypologie, Emanzipation, Moralempfinden und die symbolische Bedeutung von Hexen und Prinzessinnen.

Wie unterscheidet sich der passive vom aktiven Typus der Heldin?

Der passive Typ zeichnet sich durch Hilflosigkeit und das Warten auf externe Rettung aus, während der aktive Typ durch eigenständiges Handeln und das Lösen von Konflikten zur Befreiung beiträgt.

Warum spielt die Stiefmutter eine so zentrale Rolle als „Bösewicht“?

Die Stiefmutter wird als Verkörperung sozialer Konflikte, etwa aus dem mittelalterlichen Erbrecht, und als ideologischer Gegenpol zur idealisierten leiblichen Mutter dargestellt.

Welche Funktion hat die Schönheit der Prinzessin im Märchen?

Schönheit dient im Märchen nicht nur der ästhetischen Beschreibung, sondern symbolisiert moralische Vollkommenheit und ist ein Instrument, das Einfluss auf männliche Protagonisten ermöglicht.

Welche Bedeutung kommt der Bestrafung böser Figuren zu?

Die ausnahmslose Bestrafung am Ende der Geschichten dient der moralischen Erziehung und der klaren Grenzziehung zwischen Gut und Böse für das junge Publikum.

Final del extracto de 24 páginas  - subir

Detalles

Título
Prinzessin, Hexe, Stiefmutter. Die Frauentypen in den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm
Universidad
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Philosophische Fakultät)
Calificación
2,0
Autor
Michaela Dimova (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
24
No. de catálogo
V281568
ISBN (Ebook)
9783656754503
ISBN (Libro)
9783656754527
Idioma
Alemán
Etiqueta
prinzessin hexe stiefmutter frauentypen kinder- hausmärchen gebrüder grimm
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Michaela Dimova (Autor), 2008, Prinzessin, Hexe, Stiefmutter. Die Frauentypen in den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281568
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