Nachdem in den 80er Jahren die Gesundheit ein wichtiger Aspekt des Konsums wurde, entwickelte sich im Laufe der Bio-Bewegung der ethische Konsum, bei dem auch ökologische und tierrechtliche Auswirkungen des Güterverbrauchs in die Kaufentscheidung aufgenommen wurden. Auch der faire Handel gewann im Zuge dieser Strömung an Bedeutung.
Neben der Debatte über die Sinnhaftigkeit von verantwortungsvollem Konsum, zeigt die Empirie eine weitere Problemstellung der Konsumentenverantwortung auf. So deckte 2005 eine Studie von Futerra auf, dass nur 30% der Konsumenten bereit sind ethisch zu kaufen. Desweiteren setzen nur 3% aller Konsumenten diese Bereitschaft auch tatsächlich um.
Inhaltsverzeichnis
1. Eine kritische Beleuchtung des ethischen Konsums
2. Identifizierung der Einflussfaktoren auf ethisches Konsumverhalten
2.1 Einflussfaktoren auf die generelle Bereitschaft
2.2 Einflussfaktoren auf die Umsetzung der Absicht
2.3 Synthese zu einem holistisches Modell
3. Beispielhafte Entwicklungsprognose des ethischen Konsumverhaltens
4. Zusammenfassung und zukünftige Bedeutung des ethischen Konsums
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit identifiziert die entscheidenden Faktoren, die das Konsumverhalten hin zum ethischen Konsum beeinflussen, um einen theoretischen Rahmen für die Prognose zukünftiger Entwicklungen in diesem Bereich zu schaffen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich die Kluft zwischen ethischer Einstellungsbildung und tatsächlich praktiziertem Kaufverhalten überbrücken lässt.
- Analyse der Einflussfaktoren auf die generelle ethische Konsumbereitschaft.
- Untersuchung der Absicht-Verhaltens-Lücke bei ethisch motivierten Konsumenten.
- Synthese bestehender wissenschaftlicher Modelle zu einem holistischen Erklärungsansatz.
- Prognose der Bedeutung von digitaler Technologie und Internet für das Konsumverhalten.
- Einfluss des familiären Umfelds auf die ethische Kaufentscheidung.
Auszug aus dem Buch
1. Eine kritische Beleuchtung des ethischen Konsums
Nachdem in den 80er Jahren die Gesundheit ein wichtiger Aspekt des Konsums wurde, entwickelte sich im Laufe der Bio-Bewegung der ethische Konsum, bei dem auch ökologische und tierrechtliche Auswirkungen des Güterverbrauchs in die Kaufentscheidung aufgenommen wurden. Auch der faire Handel gewann im Zuge dieser Strömung an Bedeutung.
Aber die Bewegung hin zu verantwortungsvollem Konsum wurde auch kritisiert und dieser ein nur verschwindend geringer Einfluss auf das Gesamtergebnis zugeschrieben, ähnlich einer „Fahrradbremse am Interkontinentalflugzeug“. Insbesondere bei Fragen des Klimawandels trifft diese Kritik zu, da ein einzelner Konsument nicht genug Treibhausgase einsparen kann, um diesen aufzuhalten. Auf der anderen Seite gibt es sehr wohl Güter, durch deren Einkauf auch der einzelne Verbraucher einen signifikanten Einfluss ausübt. Beispielsweise bei Produkten aus artgerechter Tierhaltung, deren Bezug tatsächlich dazu führt, dass einige Tiere in besseren Umständen gehalten werden. Außerdem sendet der ethische Konsum nicht nur ein Signal an andere Konsumenten diesem Beispiel zu folgen, sondern auch an die Politik.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Eine kritische Beleuchtung des ethischen Konsums: Dieses Kapitel führt in die Thematik des ethischen Konsums ein, beleuchtet historische Hintergründe und diskutiert die Kritik an der Wirksamkeit individueller Konsumentscheidungen.
2. Identifizierung der Einflussfaktoren auf ethisches Konsumverhalten: Hier werden theoretische Modelle vorgestellt, die die Bereitschaft zum ethischen Konsum sowie die Umsetzung dieser Absicht in tatsächliches Handeln erklären.
3. Beispielhafte Entwicklungsprognose des ethischen Konsumverhaltens: Das Kapitel untersucht, wie technologische Entwicklungen wie das Internet und soziale Faktoren wie das familiäre Umfeld das zukünftige ethische Konsumverhalten beeinflussen könnten.
4. Zusammenfassung und zukünftige Bedeutung des ethischen Konsums: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse gebündelt und der Bedarf für weiterführende Forschung sowie die Rolle politischer und gesellschaftlicher Akteure hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Ethischer Konsum, Konsumentenethik, Absicht-Verhaltens-Modell, Hunt-Vitell-Modell, moralische Intensität, wahrgenommenes Risiko, Umsetzungsabsicht, Verhaltenskontrolle, Nachhaltigkeit, fairer Handel, digitaler Konsum, Familieneinfluss, Konsumverhalten, Kaufentscheidung, Verantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Faktoren, die bestimmen, ob Verbraucher ethische Aspekte in ihre Kaufentscheidungen einfließen lassen und warum es oft Diskrepanzen zwischen ethischer Einstellung und tatsächlichem Kaufverhalten gibt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die psychologischen und sozialen Determinanten des ethischen Konsums, die Rolle des Internets als Informationsmedium sowie den Einfluss des familiären Umfelds auf das Kaufverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen theoretischen Rahmen zu schaffen, der es ermöglicht, die zukünftige Entwicklung des ethischen Konsums basierend auf verschiedenen Einflussfaktoren besser einzuschätzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und die Synthese bestehender wissenschaftlicher Modelle, wie das Hunt-Vitell-Modell und das Absicht-Verhaltens-Modell, um ein holistisches Verständnis zu generieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Identifizierung der Einflussfaktoren (bereitschaftsbasiert und umsetzungsbasiert) sowie eine prognostische Betrachtung der Einflüsse von Internet und familiärem Umfeld.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Ethischer Konsum, Konsumentenethik, Absicht-Verhaltens-Lücke, moralische Intensität, nachhaltige Konsummodelle und soziale Einflussfaktoren.
Warum ist das Internet für den ethischen Konsum laut der Arbeit besonders wichtig?
Das Internet dient als Informationsmedium, das Transparenz über Unternehmenspraktiken schafft und virtuelle Communities ermöglicht, die ethische Konsumenten global vernetzen und koordinieren.
Welche Rolle spielt das familiäre Umfeld bei der Entwicklung ethischen Konsums?
Die Familie fungiert als wichtige Vergleichsgruppe. Insbesondere die Familiengründung kann Eltern für Umweltprobleme sensibilisieren, was wiederum zu einem ethisch orientierteren Konsumverhalten führt.
- Arbeit zitieren
- Katharina Ring (Autor:in), 2014, Ethischer Konsum. Bedeutung, Faktoren und Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281590