In dieser Referatsausarbeitung soll die Rolle des Hinduismus und ein Teil der Geschichte Indiens dazu verhelfen, die heutige politische sowie kulturelle Wahrnehmung des Landes zu verstehen und sie einordnen zu können.
Der Hinduismus ist je nach Auge des Betrachters etwas anderes und weist große Unterschiede in seiner Interpretation auf. Nach dem Christentum und dem Islam ist der Hinduismus mit knapp einer Milliarde Anhängern die drittgrößte Religion der Erde. Streng genommen besteht der Hinduismus aus verschiedenen Religionen die teilweise zusammengeführt worden sind oder sich gegenseitig beeinflussen. Somit ist er vielmehr als eine Lebensweise zu verstehen, die aus heiligen Schriften, Glaubenslehren und individuellen Riten besteht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Hinduismus
2.1 Glaubensinhalte
2.2 Das Kastensystem
3 Die Kolonialisierung Indiens und der Weg in die Unabhängigkeit
3.1 Was ist also Kolonialismus?
3.2 Der mühsame Weg zur Unabhängigkeit Indiens
3.3 Das Ende des British Raj
3.4 Die Entstehung Pakistans
4 Probleme nach der Unabhängigkeit: Indien vs. Pakistan
5 Fazit
6 Exkurs: Hindu-Nationalismus
7 Diskussionsfragen:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung Indiens unter besonderer Berücksichtigung der Rolle des Hinduismus und der Auswirkungen der britischen Kolonialherrschaft, um ein tieferes Verständnis für die heutige politische und kulturelle Wahrnehmung des Landes zu schaffen.
- Religiöse Vielfalt und der Hinduismus als kulturelle Identität
- Soziale Strukturierung durch das Kastensystem
- Mechanismen und Folgen der britischen Kolonialisierung
- Prozess der Unabhängigkeitswerdung und Entstehung Pakistans
- Herausforderungen der postkolonialen Ära und moderner Hindu-Nationalismus
Auszug aus dem Buch
Was ist also Kolonialismus?
Kolonialismus ist der Vorgang einer Landnahme unter Errichtung einer Fremdherrschaft. Indien war nie eine Siedlungskolonie wie etwa Kanada oder Australien, sondern anfangs eine Stützpunktkolonie und später eine Herrschaftskolonie. Interessanterweise wurde Indien mit sehr geringem personellen Aufwand erobert. So kamen 1901 170.000 Briten auf 294 Millionen Inder, im Jahre 1921 war das Verhältnis nur noch 157.000 Briten auf 306 Millionen Inder (TIBS, 2014). Es stellt sich hier also die Frage, warum die Inder sich nicht zu Wehr gesetzt haben. Diese Frage lässt sich nur durch die Entwicklung Indiens beantworten.
Eine wirtschaftlich orientierte Definition von Kolonialisierung lautet:
„Kolonialismus ist ein Verhältnis, bei dem eine gesamte Gesellschaft ihrer historischen Eigenentwicklung beraubt, fremdgesteuert und auf die – vornehmlich wirtschaftlichen – Bedürfnisse und Interessen der Kolonialherren hin umgepolt wird“ (Osterhammel, 1997, S. 97).
Nach Michel Foucault beinhaltet Kolonialisierung allerdings neben wirtschaftlichen Aspekten auch soziale und psychologische Komponenten. Die Konstruktion einer kolonialen sozialen Ordnung sei notwendig, um eine Kolonie so zu beeinflussen, dass sie sicher ist. Die Briten legitimierten die Kolonialisierung Indiens mit einer nach heutiger Ansicht rassistischen Strategie. Die Briten diktierten den Indern, dass es die „Bürde des weißen Mannes“ sei Indien zu regieren. Diese Ansicht prägt das indische Volk bis heute (pbs, 2008).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die religiöse Zusammensetzung Indiens und verdeutlicht die Komplexität des Hinduismus als wesentlichen Faktor der indischen Geschichte und Politik.
2 Der Hinduismus: Dieses Kapitel definiert den Hinduismus als vielschichtige Lebensweise ohne festes Glaubensbekenntnis und beleuchtet die Rolle von Reinkarnation, Karma und sozialen Hierarchien.
3 Die Kolonialisierung Indiens und der Weg in die Unabhängigkeit: Hier wird der historische Prozess der britischen Herrschaft von der Handelskompanie bis zum British Raj und der darauffolgende Kampf um die staatliche Selbstbestimmung analysiert.
4 Probleme nach der Unabhängigkeit: Indien vs. Pakistan: Das Kapitel thematisiert die traumatische Teilung des Subkontinents, die daraus resultierende Flüchtlingskatastrophe und die anhaltenden Spannungen zwischen den neuen Staaten.
5 Fazit: Das Fazit zieht eine Bilanz über die politische Transformation Indiens seit 1947 und hinterfragt, inwieweit koloniale Strukturen bis heute in der Gesellschaft fortbestehen.
6 Exkurs: Hindu-Nationalismus: Dieser Abschnitt erläutert die ideologische Bewegung der Hindutva und deren Bestreben, Indien zu einem religiös definierten Staat umzuformen.
7 Diskussionsfragen: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die kolonialen Erblasten und den Einfluss der Geschichte auf das moderne indische Staatsverständnis.
Schlüsselwörter
Indien, Hinduismus, Kolonialismus, British Raj, Unabhängigkeit, Kastensystem, Religion, Nationalismus, Hindutva, Teilung, Geschichte, Politik, Gesellschaft, Mahatma Ghandi, Dekolonisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das historische Indien im Spannungsfeld zwischen religiösen Traditionen, insbesondere dem Hinduismus, und der prägenden Erfahrung der britischen Kolonialherrschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der religiösen Struktur Indiens, dem Kastensystem, den Mechanismen der britischen Landnahme und dem Prozess zur staatlichen Unabhängigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die heutige politische und kulturelle Wahrnehmung Indiens durch eine tiefere Auseinandersetzung mit der Geschichte und den Auswirkungen des Kolonialismus erklärbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische und politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und historischer Definitionen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Hinduismus, die chronologische Darstellung der Kolonialisierung und die Analyse der Teilung Indiens sowie deren Folgen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Wichtige Begriffe sind Kolonialismus, Hinduismus, Kastensystem, Unabhängigkeit, British Raj, Hindutva und die Teilung zwischen Indien und Pakistan.
Welche Rolle spielte die britische Kolonialmacht beim Kastensystem?
Die Briten instrumentalisierten das bestehende Kastensystem zur Stabilisierung ihrer Herrschaft und zur administrativen Einteilung der Bevölkerung, was die starre soziale Ordnung zusätzlich verschärfte.
Wie bewertet die Autorin das Erbe der Kolonialzeit?
Die Autorin deutet an, dass trotz des Endes der kolonialen Administration viele administrative und gesellschaftliche Strukturen bis in die Gegenwart fortbestehen.
- Arbeit zitieren
- BA Sozialwissenschaften Hülya Isik (Autor:in), 2014, Säkuläres und religiöses Staatsverständnis in Indien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281592