„Der gelungene Dialog zwischen Führungskräften und Mitarbeitern garantiert ... die menschengerechte Leistungsfähigkeit aller Organisationsmitglieder“1. Legitimiert man dieses Zitat von Gutmark, erkennt man, dass die Kommunikation mit den Mitarbeitern einen wichtigen Bestandteil der Mitarbeiterführung darstellt, denn „Führen geschieht über Kommunizieren“2. Der Lauf der Dinge oder spezieller die Entwicklung eines Unternehmens wird wesentlich durch das Verhalten der Führungskräfte und der Mitarbeiter geprägt. Verhalten ist in der Soziologie jedes Tun oder Unterlassen und damit unbewusst und ohne Intention. Als Beispiel lassen sich Tätigkeiten wie Schlafen oder Atmen nennen. Von diesem vegetativen Verhalten unterscheidet sich das menschliche Handeln. Handlungen sind ganz bestimmte Verhaltensweisen mit einer Intention. Sie laufen bewusst ab und müssen von der handelnden Person verantwortet werden. Menschliche Akteure sind in der Lage mit Handlungen willentlich in den Lauf der Dinge einzugreifen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Erkenntnisinteresse
1.2. Darstellung der Untersuchung
1.3. Art der Untersuchung
1.3.1. Bestimmung des Kommunikationsbegriffes
1.3.2. Das Essener Fachverständnis von Kommunikationswissenschaft
2. Mitarbeiterkommunikation: Bestimmung des Problemfeldes
2.1. Aufgaben und Ziele der Mitarbeiterkommunikation
2.2. Grundsätze der Mitarbeiterkommunikation
2.3. Instrumente und Maßnahmen
3. Mitarbeiterkommunikation am Beispiel „Responsible Care“ der Bayer AG
3.1. Kurzer Überblick über das Unternehmen Bayer AG
3.2. Das Programm „Responsible Care – Verantwortliches Handeln“
3.3. Integration des Programms in die Mitarbeiterschaft
4. Zusammenfassung und Evaluation
5. Zusammenfassung
6. Literatur
7. Materialien
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Unternehmensführung durch symbolisches Handeln ihre Mitarbeiter sensibilisieren kann, um deren Ziele und Wünsche zu verstehen, zu akzeptieren und in die Unternehmenskultur zu integrieren. Ziel ist die Identifikation von Wirkungsmechanismen, die die Leistungsfähigkeit durch erfolgreiche Kommunikationsprozesse steigern.
- Grundlagen der internen Kommunikation und des Kommunikationsbegriffs
- Analyse der Aufgaben, Ziele und Instrumente der Mitarbeiterkommunikation
- Praktische Untersuchung der „Responsible Care“-Initiative bei der Bayer AG
- Evaluation der Integrationsmaßnahmen am Standort Brunsbüttel
- Bedeutung von Vertrauen und Glaubwürdigkeit in der Unternehmensführung
Auszug aus dem Buch
Integration des Programms in die Mitarbeiterschaft
Der erste Versuch, RC in die Mitarbeiterschaft der Bayer AG zu integrieren erfolgte im September 1995 anhand eines Leitfadens, der bewusst sehr offen formuliert wurde. Der Vorstand sprach lediglich Empfehlungen zur Bearbeitung der verschiedenen Aufgabenfelder aus, so dass die Mitarbeiter ihre individuellen Erfahrungen und Kenntnisse einfließen lassen konnten. Nach Bearbeitung der Unterlagen sollten die Mitarbeiter ihre Gedanken, Anregungen und Vorstellungen mit ihrem Vorgesetzten diskutieren und mit ihm Einzelschritte zur Umsetzung vereinbaren.
Der erste Schritt lag demnach beim Mitarbeiter, der auf seinen Vorgesetzten zugehen sollte, um ihm seine Ideen mitzuteilen. Diese Strategie nach dem Buttom-Up-Prinzip erbrachte leider nicht den erwünschten Erfolg. Der Fehler wurde erkannt und im Oktober 1997 erfolgte die Umstrukturierung des Programms nach einem Top-Down-Prinzip, um so die Initiative auf allen Ebenen des Unternehmens mit Leben zu erfüllen.
Mit einer breit angelegten Kampagne sollten nun die Eigenverantwortung der Mitarbeiter weiter verstärkt und ihnen die Leitlinien bewusst gemacht werden. Anfang des Jahres 1998 erhielten alle Mitarbeiter mit einem Anschreiben des Werksleiters ein Faltblatt, das über die wesentlichen Inhalte von Responsible Care informierte. Zeitnah wurden in der Nachbarschafts- und Mitarbeiterzeitschrift „direkt“ ein Interview des Vorstandsmitgliedes Dr. Udo Oels sowie ein Artikel von dem Koordinator der Initiative Dr. Heinz Bahnmüller. Sie informierten die Belegschaft darüber, dass RC nun verstärkt in den Mittelpunkt des Interesses rückt, wie hoch der Stellenwert des Programms im Unternehmen ist und wie es in der Praxis für den einzelnen Mitarbeiter umgesetzt werden soll. Das war der Startschuss für eine Reihe von Aktionen, die im Verlauf des Jahres 1998 unter dem Jahresmotto „Verantworliches Handeln/Eigenverantwortung“ folgen sollten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Erkenntnisinteresse der Arbeit bezüglich symbolischer Kommunikation und Definition des Untersuchungsrahmens.
2. Mitarbeiterkommunikation: Bestimmung des Problemfeldes: Analyse der theoretischen Grundlagen sowie der Aufgaben, Ziele und Instrumente effektiver Mitarbeiterführung.
3. Mitarbeiterkommunikation am Beispiel „Responsible Care“ der Bayer AG: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf das „Responsible Care“-Programm am Standort Brunsbüttel.
4. Zusammenfassung und Evaluation: Kritische Würdigung der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit symbolischen Handelns in der Unternehmenspraxis.
5. Zusammenfassung: (Inhaltlich deckungsgleich mit der vorangegangenen Evaluation).
6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen.
7. Materialien: Auflistung der zugrunde liegenden Online-Ressourcen und Unternehmensmaterialien.
Schlüsselwörter
Mitarbeiterkommunikation, Unternehmensführung, Responsible Care, Bayer AG, Symbolisches Handeln, Kommunikationsmodell, Unternehmenskultur, Change Management, Interne Kommunikation, Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Eigenverantwortung, Brunsbüttel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmensführung durch strategische Kommunikation und symbolisches Handeln die Einstellungen der Belegschaft beeinflussen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen interne Kommunikation, Unternehmenskultur, Arbeitssicherheit und ökologische Verantwortung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu belegen, dass eine gezielte Einbindung der Mitarbeiter durch Kommunikation die Unternehmenseffizienz und das Verständnis für Unternehmensziele steigert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine theoretische Modellbildung, gefolgt von einer fallstudienartigen Analyse des „Responsible Care“-Programms bei der Bayer AG.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Konzepte von Führungskommunikation und deren praktische Anwendung durch diverse Kommunikationsinstrumente am Standort Brunsbüttel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Mitarbeiterkommunikation, Symbolisches Handeln, Responsible Care und Unternehmenskultur.
Warum wurde das „Responsible Care“-Programm als Beispiel gewählt?
Es dient als praktisches Modell, um den Übergang von einer „Bottom-up“- zu einer erfolgreichen „Top-down“-Kommunikationsstrategie im Chemiesektor zu verdeutlichen.
Welche Rolle spielt der Standort Brunsbüttel in der Analyse?
Brunsbüttel dient als spezifisches Fallbeispiel, bei dem der Erfolg von Kommunikationsmaßnahmen durch Wettbewerbe und Sicherheitsinitiativen empirisch belegt wird.
- Quote paper
- Jennifer Werner (Author), 2004, Mitarbeiterkommunikation am Beispiel "Responsible Care" der Bayer AG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28159