Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Themenschwerpunkt deviantes Verhalten am Beispiel der Persönlichkeitsstörung Borderline. Mit der Fragestellung
Wie können Borderlineerkrankte Jugendliche pädagogisch unterstützt werden?
Im ersten Kapitel beschreibe ich, dass „deviantes Verhalten“ bzw. Delinquenz durch zwei unterschiedliche Aspekte betrachtet werden kann. Zu einem der ätiologischer Ansatz der sich darauf bezieht, dass die Schuld beim Täter gesucht wird. Der Mensch ist für sich und sein Verhalten selbst verantwortlich.
Zum anderen wird von dem Interaktionsansatz gesprochen. In diesem Ansatz wird sich mit der Fragestellung befasst, warum der Täter kriminell wurde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erläuterung von Devianten Verhalten
2.1. Beschreibung von Deviantem Sozialverhalten
2.2 Dimensionen von deviantem Verhalten
3. Grundinformationen zu der Persönlichkeitsstörung Borderline
3.1 Das Erscheinungsbild der Borderline Störung
3.2 Begleiterscheinungen einer Borderlineerkrankung
3.2.1 Chronische Suizidalität
3.2.2 Pädagogischer Umgang mit suizidalem Verhalten
3.2.3 Selbstverletzendes Verhalten
3.2.4 Pädagogischer Umgang mit selbstverletzenden Verhalten
4. Interventionsmöglichkeiten bei der Persönlichkeitsstörung Borderline
4.1 Die Beziehungsgestaltung
4.2 Die Ziel Vereinbarung
4.3 Die Gefühlswelt von Borderline Erkrankten
4.4 Der Umgang mit Reizen
4.5 Das Fachkräfte Team
5. Sozialarbeiterische Anforderungen in der Arbeit mit psychisch gestörten Jugendlichen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des devianten Verhaltens unter besonderer Berücksichtigung der Persönlichkeitsstörung Borderline und widmet sich der zentralen Fragestellung, wie betroffene Jugendliche pädagogisch effektiv unterstützt werden können.
- Grundlagen und Definitionen von deviantem Verhalten und Delinquenz.
- Klinische Merkmale und Begleitsymptome der Borderline-Störung bei Jugendlichen.
- Pädagogische Interventionsstrategien im Umgang mit Suizidalität und selbstverletzendem Verhalten.
- Methoden der Beziehungsgestaltung und Zielvereinbarung in der sozialpädagogischen Praxis.
- Anforderungen an die professionelle Haltung und Psychohygiene des pädagogischen Fachpersonals.
Auszug aus dem Buch
3.2.3 Selbstverletzendes Verhalten
Es gibt selbstverletzendes Verhalten, welches kulturell und gesellschaftlich akzeptiert ist, z.B. Piercing und Tätowierungen. Selbstverletzendes Verhalten, welches als eine Begleiterscheinung einer Borderlineerkrankung angesehen ist, kann in drei Kategorien aufgeteilt werden. 1. Verstümmelung (z.B. Ritzen) 2. immer wiederholende Verletzungen (z.B. den Kopf immer wieder gegen sie Wand schlagen) 3. mäßige Schädigungen (z.B. sich selber schlagen, kratzen, Wunden immer wieder aufkratzen) (vgl. Rahn 2008, S. 116-117).
Dennoch kann selbstverletzendes Verhalten als Paradoxon angesehen werden. Die Jugendlichen verursachen sich selbst offensichtlich schmerzhafte oft stark blutende Wunden zu. Dennoch ist dieses Verhalten für die Jugendlichen eine Art Selbstfürsorge.
Hauptsächlich wird das Verhalten gezeigt, wenn die Jugendlichen über zu wenig adäquate emotionsregulatorische Strategien verfügen. Durch den zugefügten Schmerz versuchen die Jugendlichen ihre Emotionen wieder zu regulieren. Auslöser eines solchen Verhaltens sind häufig Konflikte im zwischenmenschlichen Bereich, die die Jugendlichen aufgrund ihrer Persönlichkeitsstörung nicht angemessen lösen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und Einführung in die Thematik des devianten Verhaltens bei Jugendlichen mit Borderline-Störung.
2. Erläuterung von Devianten Verhalten: Theoretische Abgrenzung von Devianz und Delinquenz anhand ätiologischer Ansätze sowie Darstellung von Symptomkriterien nach ICD-10 und MAS.
3. Grundinformationen zu der Persönlichkeitsstörung Borderline: Erläuterung der Entstehung und Symptomatik der Borderline-Störung, inklusive vertiefter Analysen zu Suizidalität und selbstverletzendem Verhalten.
4. Interventionsmöglichkeiten bei der Persönlichkeitsstörung Borderline: Detaillierte Darstellung von sozialarbeiterischen Methoden wie Beziehungsgestaltung, Zielvereinbarungen und Emotionsregulation im pädagogischen Setting.
5. Sozialarbeiterische Anforderungen in der Arbeit mit psychisch gestörten Jugendlichen: Reflexion über die notwendige professionelle Haltung, Schlüsselkompetenzen und Psychohygiene für Fachkräfte in der Arbeit mit Borderline-Erkrankten.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der pädagogischen Möglichkeiten und Betonung der Bedeutung eines stabilen Unterstützungsnetzwerks für betroffene Jugendliche.
Schlüsselwörter
Borderline, deviantes Verhalten, Jugendhilfe, Sozialarbeit, Suizidalität, selbstverletzendes Verhalten, Pädagogik, Emotionsregulation, Beziehungsgestaltung, psychische Störungen, ICD-10, Interventionsmethoden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den pädagogischen Unterstützungsmöglichkeiten für Jugendliche, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden und häufig deviantes Verhalten zeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von abweichendem Verhalten, das Krankheitsbild der Borderline-Störung, den pädagogischen Umgang mit Krisen sowie die professionellen Anforderungen an Sozialarbeiter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie betroffene Jugendliche in ihrem Alltag und bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung durch professionelle pädagogische Maßnahmen effektiv unterstützt werden können.
Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf klinische Klassifikationen wie das ICD-10 und das MAS sowie auf fachliterarische Ansätze zur sozialen Arbeit und Borderline-Therapie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erläuterungen zu Verhaltensauffälligkeiten, das Krankheitsverständnis von Borderline, spezifische Interventionsmethoden sowie die nötige fachliche Kompetenz der Betreuenden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Borderline, deviantes Verhalten, Sozialarbeit, Emotionsregulation und pädagogische Intervention.
Wie gehen Sozialarbeiter mit der Manipulation durch Klienten um?
Durch Metakommunikation, den Aufbau einer professionellen Beziehung und regelmäßige Reflexion im Team, um sich nicht verstricken zu lassen.
Welche Rolle spielen Ersatzhandlungen beim selbstverletzenden Verhalten?
Ersatzhandlungen dienen dazu, den inneren Druck abzubauen, ohne sich körperlich zu schädigen, und sollen in einem Stufenplan gemeinsam mit dem Jugendlichen erarbeitet werden.
- Quote paper
- Sandra Runggas (Author), 2014, Deviantes Verhalten am Beispiel der Persönlichkeitsstörung Borderline, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281649