Linguistische Ironietheorien

Darstellung und Kritik


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Ironiebegriff

3. Linguistische Ironietheorien
3.1 Die Implikaturtheorie nach Grice (1975)
3.2 Die Echoic Mention Theory von Wilson/Sperber (1981)
3.3 Die Pretense Theory von Clark/Gerrig (1984)

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ironische Äußerungen sind ein alltägliches Phänomen unseres Sprachgebrauchs. Bei ihrer Verwendung sagt der Sprecher etwas, ohne das wörtlich Gesagte zu meinen, um damit – so die gängige Auffassung – das Gegenteil oder etwas anderes als das Gesagte zum Ausdruck zu bringen (Attardo 2007: 136). Die Skala der Einsatzmöglichkeiten reicht hierbei von Formen des Spottens und des Kritisierens bis hin zu verschiedenen humorvollen Formen der Nicht-Ernsthaftigkeit (Lapp 1997: 11f). Ironische Äußerungen erfüllen folglich wichtige Aufgaben in der Kommunikation, da sie ebenso Vergnügen bereiten, wie Lösungen für Situationen bereithalten, die sonst evtl. nur konfliktreicher zu bewältigen wären (Hartung 2002: 9).

Nach Gießmann (1977: 420) hat jeder Sprecher die Möglichkeit zur ironischen Verwendung von Sprache, während grundsätzlich auch jeder Hörer in der Lage ist, ironische Äußerungen korrekt zu deuten. Dahinter stecken jedoch komplexe Strukturen, die nicht auf den ersten Blick zu durchschauen sind. Fraglich ist, wie der Sprecher vorgeht, um eine ironische Äußerung zu verbalisieren, und warum er sie der direkten Aussage gegenüber vorzieht. Zudem stellt sich die Frage, auf welche Weise der Hörer die eigentliche Bedeutung aus der wörtlichen Bedeutung ableiten kann bzw. wie die ironische Äußerung korrekt verstanden wird. Ironietheorien haben hier die Aufgabe, plausible Erklärungen auf diese Fragen zu geben. In der Forschung existieren allerdings keine einheitlichen Erklärungsansätze, sondern verschiedene Theorien, die jeweils versuchen, mithilfe von Beispielen den eigenen Erklärungsversuch zu bestätigen bzw. Konkurrenzmodelle zu widerlegen (Preukschat 2007: 248). Ziel dieser Arbeit ist es, drei Ironietheorien vorzustellen, die in der Forschung große Beachtung und Rezeption erfahren haben, und sie anhand von Beispielen ironischer Äußerungen kritisch zu hinterfragen. Hierzu gehören die Implikaturtheorie von Grice (1975), die Echoic Mention Theory von Sperber/Wilson (1981) und die Pretense Theory von Clark/Gerrig (1984).

Um ein grundlegendes Verständnis für die Thematik aufzubauen, gibt Kapitel zwei eine kurze Einführung in den Ironiebegriff, wobei auch traditionelle rhetorische Definitionsversuche berücksichtigt werden. Den Schwerpunkt der Arbeit bilden die linguistischen Ironietheorien in Kapitel drei. Hier werden die relevantesten pragmatischen Erklärungsmodelle zur Analyse ironischer Äußerungen präsentiert und kritisch überprüft. Den Anfang macht dabei Grice in Kapitel 3.1 mit seinem Versuch, ironischen Sprachgebrauch mithilfe seines Modells der konversationellen Implikaturen zu erklären. Im Anschluss wird die Echoic Mention Theory von Wilson/Sperber in Kapitel 3.2 betrachtet. Sie geht davon aus, dass der Sprecher einer ironischen Äußerung eine vorangegangene Äußerung echoartig aufnimmt, um seine Einstellung dazu zum Ausdruck zu bringen. Kapitel 3.3 beschäftigt sich mit der Pretense Theory von Clark/Gerrig. Hier wird der Akt des Ironisierens als Rollenspiel aufgefasst, bei dem der Sprecher vorgibt, eine andere Person zu sein, und zwar diejenige, deren Meinung er bloßstellt. Den Abschluss der Arbeit bildet Kapitel vier. Hier werden die wichtigsten Ergebnisse unter kritischer Perspektive zusammengefasst und die drei Theorien – soweit möglich – im Hinblick darauf verglichen, inwieweit sie ihrem Anspruch, das Phänomen der Ironie umfassend erklären zu können, gerecht werden.

1. Der Ironiebegriff

Wirft man einen Blick in heutige Lexikoneinträge oder zeitgenössische Fachliteratur, so wird die Ironie dort dem Bereich der Rhetorik zugeordnet, wobei der Begriff eine Redeweise bezeichnet, bei der der Sprecher das Gegenteil des Geäußerten (Bußmann 2008: 308; Rolf 2013: 184) oder manchmal auch einfach etwas anderes als das Gesagte (Lapp 1997: 13) zum Ausdruck bringen will. Dieses Begriffsverständnis geht zurück auf den ursprünglichen Begriff der eironeia und früheste philosophische Überlegungen:

Der älteste schriftliche Beleg geht auf Aristophanes1 zurück, der mit eiron Menschen bezeichnete, „die elastisch wie Gummi oder schlüpfrig wie Öl sind“ (Lapp 1997: 18) und die versuchen, sich durch leere Reden oder hohles Geschwätz durchzuschwindeln (ebd.: 18). Den Begriff bezieht Aristophanes aber auch auf Sokrates2, den er als eine Art Scharlatan sieht, der wissenschaftlichen Unsinn verbreitet. Zu dessen fragwürdigen Künsten zählt er auch die ironische Verstellung, die beabsichtigt, sich selbst kleiner zu machen oder andere zu täuschen, um unangenehmen Pflichten, wie z. B. dem Steuern zahlen oder dem Kriegsdienst, aus dem Weg zu gehen (Hartung 2002: 26). Bei Aristoteles3 verliert sich diese negative Bedeutung des Täuschens bzw. der „Drückebergerei“. Er sieht Ironie als eine höfliche Art der Verstellung an, die eigene Vorzüge in den Schatten stellt, um anderen in pädagogischer Absicht, ihre Unwissenheit vor Augen zu führen (Lapp 1997: 19). Neben dieser verhaltensspezifischen Komponente der Ironieauffassung hat vor allem der rhetorische Gebrauch des Begriffs eironeia entscheidenden Einfluss auf das heutige Verständnis von Ironie genommen, denn schon im ältesten Lehrbuch der Rhetorik, der Rhetorica ad Alexandrum, wird Ironie als Redeweise bezeichnet, bei „der das Gegenteil des Gemeinten zum Ausdruck gebracht wird“ (Lapp 1997: 21). Diese Gegenteilsdefinition wird auch etwas später von den beiden römischen Rhetoren Cicero4 und Quintilian5 beibehalten. Sie sehen Ironie ebenfalls als Verstellung, die durch Gestik, Mimik, Kontext und Intonation demaskiert wird. Sie kann durch Lob tadeln oder durch vorgeblichen Tadel loben (ebd.: 23). Der Redner bzw. eiron – das ist entscheidend – gibt seine wahre Meinung aber zu erkennen (Hartung 2002: 24). Darüber hinaus meint Cicero in der ironischen Äußerung nicht nur das Gegenteil des Gemeinten zu erkennen, sondern er bemerkt auch andere Formen der Ironie, in denen lediglich etwas anderes als das Gesagte ausgedrückt wird. Diese Erweiterung der Gegenteilsdefinition, die ebenfalls bis heute erhalten blieb, führte dazu, dass Ironie fortan nicht mehr bloß als eine Form des Spottens, sondern auch als eine Form des Scherzens betrachtet wurde (Lapp 1997: 23). Als Fazit der antiken Ironieauffassungen können nach Knox (1973: 25f) vier Definitionen festgehalten werden:

1) Das Gegenteil von dem sagen, was man denkt.
2) Etwas anderes sagen, als man denkt.
3) Tadeln durch falsches Lob, loben durch falschen Tadel.
4) Jede Art des Sichlustigmachens und Spottens.

Während die ersten beiden Begriffsbestimmungen zentral für die linguistische Analyse ironischer Äußerungen sind, beziehen sich die dritte und vierte Definition vorrangig auf die Verwendungsabsicht bzw. auf das Ziel von Ironie (Lapp 1997: 24). Die aufgeführten Ironiedefinitionen blieben, wie eingangs dargestellt, bis in die Gegenwart erhalten und finden sich in Lexikonerklärungen und in aktueller Fachliteratur so wieder.

Auffällig ist, dass keine der Auslegungen eine wirkliche Abgrenzung zur Lüge schafft, was an dieser Stelle jedoch als wichtig erscheint, sagt der Sprecher doch bei einer Lüge ebenfalls etwas anderes, als das, was er tatsächlich meint. Demnach haben beide Phänomene das Merkmal gemeinsam, dass der Sprecher etwas Unwahres sagt, sie unterscheiden sich allerdings in einem wesentlichen Punkt: Der Hörer einer ironischen Äußerung soll das Gehörte nicht glauben, der Hörer einer Lüge schon (Falkenberg 1982: 71f):

Lüge: Sprecher behauptet p, glaubt aber –p; Hörer soll p glauben.

Ironie: Sprecher behauptet p, glaubt aber –p; Hörer soll –p glauben.

Zuletzt sei an dieser Stelle darauf verwiesen, dass der Begriff der Ironie auch im Bereich der Literatur – insbesondere seit Mitte des 18. Jahrhunderts – große Rezeption und Wirkung erfahren hat (Lapp 1997: 27). Da eine Auseinandersetzung mit dem literarischen Verständnis von Ironie aber nicht Thema dieser Arbeit ist, sei der interessierte Leser dafür auf die Ausführungen von Japp (1985) verwiesen.

3. Linguistische Ironietheorien

3.1 Die Implikaturtheorie nach Grice (1975)

Nach Grice (1975) kann die Gesamtbedeutung einer Äußerung in zwei Aspekte unterteilt werden. Dazu gehört das Gesagte, das für die Wahrheit oder Falschheit eines Satzes ausschlaggebend ist, und das Implikatierte, also das, was der Sprecher darüber hinaus noch zu verstehen geben will (Meibauer et al. 2007: 221). Implikaturen zu generieren, heißt etwas Zusätzliches nahelegen zu wollen, ohne es explizit zu kommunizieren (Rolf 2013: 61). Das Besondere an der Implikaturtheorie6 ist, dass man mit ihrer Hilfe zwischen dem semantischen Gehalt, dem Gesagten, und dem pragmatischen Gehalt, dem Gemeinten einer Äußerung, unterscheiden kann, weshalb der Gricesche Ansatz überaus bekannt geworden ist (Meibauer 2008: 40). Das Phänomen der konversationellen Implikatur kann nach Grice’ Auffassung dadurch erklärt werden, dass man Kommunikation als zielgerichtetes, rationales Handeln betrachtet und davon ausgeht, dass die Beteiligten bestimmten Richtlinien folgen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen (Grice 1979: 248). Diese Richtlinien bilden das Kooperationsprinzip und eine Reihe von Gesprächsmaximen, die Grice (1975: 46-47) folgendermaßen formuliert:

Kooperationsprinzip:

Make your conversational contribution such as is required, at the stage at which it occurs, by the accepted purpose or direction of the talk exchange in which you are engaged.

Maximen der Quantität:

1. Make your contribution as informative as is required.
2. Do not make your contribution more informative than required.

Maximen der Qualität:

1. Do not say what you believe to be false.
2. Do not say that for which you lack adequate evidence.

Maxime der Relevanz:

Be relevant.

Maximen der Modalität:

Be perspicuous.

1. Avoid obscurity of expression.
2. Avoid ambiguity.
3. Be brief.
4. Be orderly.

Will man alle Maximen prägnant in einem Satz zusammenfassen, so könnte man sagen: „Willst du ein Gespräch rational führen, so sei aufrichtig, drücke dich deutlich aus und liefere hinreichende und relevante Informationen!“ (Meibauer et al. 2007: 218). Im Unterschied zu den konversationellen Implikaturen finden Kooperationsprinzip und Gesprächsmaximen bei konventionellen Implikaturen keine Anwendung (Berg 1978: 34). Um beide Arten voneinander abgrenzen zu können, soll letztere Art aber zumindest an einem Beispiel verdeutlicht werden: Nach Grice liegt eine konventionelle Implikatur vor, wenn jemand sagt: Sie ist Engländerin – folglich trinkt sie am liebsten deutschen Wein. Der Sprecher macht mit dieser Äußerung deutlich, dass er der Ansicht ist, dass bei der betreffenden Person das Trinken von deutschem Wein eine Konsequenz ihrer Herkunft ist. Diese Implikation geht aber allein auf die konventionelle Bedeutung des Wortes folglich zurück. Man kann nicht sagen, dass der Sprecher dies gesagt habe, da er den Zusammenhang nur durch die Verwendung des Wortes folglich implikatiert hat (Meibauer et al. 2007: 221f). Da diese Art der Implikatur wichtigen Annahmen über Implikaturen (Erschließen durch Schlussprozess, Kontextabhängigkeit) widerspricht (Lapp 1997: 67), soll sie an dieser Stelle nicht weiterverfolgt werden. Vielmehr sollen nun die konversationellen Implikaturen im Mittelpunkt stehen und der Frage nachgegangen werden, wie sie entstehen.

Nach Grice können konversationelle Implikaturen auf drei Arten zustande kommen. Er unterteilt diese in drei Gruppen (Grice 1979: 255-257; Berg 1978: 37).

Gruppe A: Beispiele, bei denen keine Maxime verletzt wird.

(1) A: Ich habe kein Benzin mehr.
B: Um die Ecke ist eine Tankstelle.
+> An dieser Tankstelle kann sich A mit Benzin versorgen.

Nach einem einfachen Schlussprozess kann die Implikatur erschlossen werden, dass B mit seiner Äußerung nahelegt, dass sich A an der Tankstelle mit Benzin versorgen kann. Es ist anzunehmen, dass sich B kooperativ und hilfsbereit verhält, also einen wahren Beitrag macht. Dieser ist allerdings nur dann relevant, wenn sich A dort tatsächlich mit Benzin versorgen kann, die Tankstelle also geöffnet hat etc. Da B nichts äußert, was dieser Überlegung widersprechen würde, kann man sagen, dass seine Äußerung in dem gegebenen Kontext zur Implikatur führt, dass A sich dort mit Benzin versorgen kann (Grice 1979: 255).

Gruppe B: Beispiele, bei denen zwei Maximen im Widerstreit liegen.

(2) A: Wo wohnt Klaus?
B: In Südfrankreich.
+> B weiß nicht, in welcher Stadt Klaus wohnt/B weiß es nicht genauer.

B verhält sich nicht informativ genug, da seine Antwort für die Zwecke von A nicht ausreicht. B verletzt also die erste Maxime der Quantität. Dieser Verstoß lässt sich nur durch die Annahme erklären, dass B klar ist, dass er die zweite Maxime der Qualität (Sage nichts, wofür du keine angemessenen Evidenzen hast) verletzten würde, wenn er informativer wäre (Grice 1979: 256; Rolf 2013: 92).

Gruppe C: Beispiele, bei denen gegen eine bestimmte Maxime verstoßen wird, um damit etwas ganz Bestimmtes zu verstehen zu geben.

(3) A, ein Professor, schreibt in einem Gutachten über seine Doktorandin, die sich auf eine Stelle beworben hat, Folgendes: „Sehr geehrte Damen und Herren, Frau X schreibt fehlerloses Deutsch und kam stets pünktlich in meine Sprechstunde.“

+> A hält sie nicht für eine geeignete Bewerberin.

A verletzt die erste Maxime der Quantität, da er zu wenige Informationen liefert. Er will gegenüber dem Adressaten nahelegen, dass die Bewerberin ungeeignet für die Stelle ist. So verletzt A die Maxime bewusst, um diese Implikatur hervorzurufen, ohne seine Doktorandin dabei explizit schlechtzumachen (Grice 1979: 257; Meibauer et al. 2007: 222).

Um zu erkennen, dass die zusätzlich hervorgerufenen Bedeutungsaspekte tatsächlich pragmatischer Natur sind, definiert Grice einige Merkmale von konversationellen Implikaturen, die sich auch beweisen lassen (Meibauer 2008: 31). Die fünf wichtigsten sollen nachfolgend kurz dargestellt werden. Hierzu gehört ihre Rekonstruierbarkeit. Wie schon in (1) gezeigt, lässt sich das Zustandekommen der Implikatur mithilfe des Kooperationsprinzips und der Maximen erschließen. Die konversationelle Implikatur ist also ein pragmatischer Schlussprozess des Hörers, auf dessen Basis er die richtige Interpretation ermittelt (Lapp 1997: 65). Daneben sind konversationelle Implikaturen auch kontextabhängig. Tritt die wörtliche Äußerung in einem anderen Kontext auf, kommt keine oder eine andere Implikatur zustande (Meibauer 2008: 31). Wenn A in der Wüste B fragt: Hast du eine Fata Morgana? und B antwortet: Dort ist ein Wasserbrunnen, so würde sich die kontextabhängige Implikatur ergeben, dass B Halluzinationen von einem Wasserbrunnen hat. Ohne den Kontext würde A allerdings einfach schließen, dass man sich am Brunnen mit Wasser versorgen kann. Eine weitere Eigenschaft ist ihre Streichbarkeit. Durch einen einfachen Zusatz kann B in (1) verhindern, dass es zur Implikatur kommt (Um die Ecke ist eine Tankstelle. Diese hat aber heute geschlossen). Darüber hinaus sind konversationelle Implikaturen bekräftigbar, d.h. sie lassen sich explizit machen, ohne dass es redundant wirkt (Ein paar Studenten haben dagegen gestimmt. Aber nicht alle). Zuletzt sind sie inhaltsbasiert, da sie nicht an eine spezielle Wortwahl gebunden sind, sondern sich allein aus dem Inhalt ergeben. So kommt es in Ich glaube, dass nächste Woche eine Sprechstunde stattfindet auch dann zur Implikatur, wenn man Ich glaube durch Ich denke oder Ich meine ersetzt (Meibauer et al. 2007: 223f).

Da es sich beim Phänomen der Ironie um eine partikularisierte konversationelle Implikatur handelt, muss – bevor die Ironie selbst thematisiert wird – eine letzte Unterscheidung vorgenommen werden: Die Differenzierung zwischen generalisierten und partikularisierten Implikaturen. Generalisierte Implikaturen sind relativ kontextunabhängig. Sie entstehen allein aufgrund des Inhalts der Äußerung (Meibauer 2008: 33). Ich habe Peter mit einer Frau gesehen implikatiert, dass es sich nicht um seine Frau handelt. Dafür sind keine weiteren Informationen für den Hörer erforderlich. Es handelt sich dennoch um eine konversationelle Implikatur, wie der Streichbarkeitstest beweist: Ich habe Peter mit einer Frau gesehen. Ich denke, dass es seine Frau war (Rolf 2013: 99). Partikularisierte Implikaturen hängen hingegen sehr stark von ihren spezifischen Kontext ab, wie Beispiel (4) aus Levinson (2000:125) zeigt:

[...]


1 Aristophanes (445-385 v. Chr.) war ein griechischer Komödiendichter, der in seinen Werken vor allem die Staatspolitik und die Sitten seiner Zeit thematisierte (von Möllendorff 2002: 58).

2 Sokrates (470-399 v. Chr.) war ein griechischer Philosoph. Er gilt als Begründer der sokratischen Methode, die im philosophischen Diskurs dazu dient, fehlerhafte Ansichten zu widerlegen (Hügli/Lübcke 2013: 834).

3 Aristoteles (384-322 v. Chr.) war ein griechischer Philosoph. Er verfasste zahlreiche Schriften zur Naturwissenschaft, Metaphysik, Rhetorik und Ethik (Hügli/Lübcke 2013: 61f).

4 Cicero (106-43 v. Chr.) war ein römischer Redner, Philosoph und Schriftsteller (Hügli/Lübcke 2013: 148).

5 Quintilian (30-96 n. Chr.) war ein römischer Redner. Er verfasste die umfangreichste Rhetorik der Antike: Die Institutio oratoria (Lapp 1997: 22).

6 Implikaturtheorie wird im Folgenden mit IT abgekürzt.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Linguistische Ironietheorien
Untertitel
Darstellung und Kritik
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Deutsches Institut)
Veranstaltung
Inferentielle Pragmatik
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V281722
ISBN (eBook)
9783656763604
ISBN (Buch)
9783656763598
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ironie, Ironietheorie, Linguistik
Arbeit zitieren
M. Sc. Lorraine Möller (Autor), 2014, Linguistische Ironietheorien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281722

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