Bipolare affektive Störungen. Diagnostik von Störungen im Erwachsenenalter


Hausarbeit, 2008

20 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtliches & Epidemiologie

3. Störungsbild
3.1. Symptomatik
3.1.1. Depression
3.1.2 Hypomanie & Manie
3.2. Klassifikation nach ICD-10
3.2.1. Subtypen der bipolaren affektive Störung

4. Verlauf
4.1. Beginn
4.2. Weiterer Verlauf
4.3. Suizid

5. Ätiologie
5.1. Biologische Faktoren
5.1.1. Das Monoamine System
5.1.2. Das cholinerge System
5.1.3. Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HHN-Achse)
5.2. Genetische Ursachen und Faktoren
5.3. Psychosoziale Faktoren

6. Komorbidität

7. Diagnose
7.1. Differentialdiagnose
7.2. Diagnoseinstrumente
7.2.1. Strukturierte Interviews & Fragebogen
7.2.2. Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahren

8. Therapie
8.1. Medikamentöse Therapie
8.1.1. Lithium
8.1.2. Antikonvulsiva
8.1.3. Antidepressiva
8.2. Psychotherapie
8.2.1. Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
8.2.2. Psychoedukation
8.2.3. Familienintervention
8.3. Elektrokrampftherapie (EKT)

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis

11. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Im Folgenden möchte ich mich im Rahmen einer Hausarbeit mit dem Thema der bipolaren affektiven Störungen befassen. Die bipolare Störung ist keine seltene Erkrankung mit der viele berühmte Menschen in Verbindung gebracht werden. So schrieb Van Gogh einst

Mein Herz ist wie das Meer

Hat Sturm und Ebb und Fluth“

Und beschreibt damit das innere Hin- und Herpendeln der Gefühle. Dennoch ist das Verklären dieser Störung nicht angebracht, weil es für den Betroffenen einen enormen Leidensdruck bedeutet.

Im Laufe dieser Ausarbeitung möchte ich die wesentlichen Merkmale der bipolaren affektiven Störung beschreiben. Dazu beginne ich mit einem kurzen geschichtlichen Abriss, gehe dann auf das Störungsbild ein, bevor ich auf den Verlauf und die Entstehungsfaktoren genauer eingehen werde. Danach werde ich die Diagnostik beschreiben und einige Diagnoseinstrumente vorstellen um folgend genauer mögliche Therapieverfahren vorzustellen.

2. Geschichtliches & Epidemiologie

Schon in der Antike waren Symptome des manisch-depressiven Störungsbildes bekannt und wurden unter andrem von Hippokrates, Platon und Aristoteles beschrieben. Um 75 n.Chr. unterschied Aretaeus von Kappadoccien die manischen Zustände von Fiberdelirien. Seine Beschreibung der Depression trifft im Wesentlichen auch heutige Definitionen von Depressionen. Eine genauere Beschreibung des Bipolaren Krankheitsbildes wurde erst viel später versucht zu präzisieren. Emil Kraepelin (1856-1926) beschrieb erstmals Akutsymptome und Verlauf des „manisch-depressiven Irreseins“. Kraepelin wollte mit seiner Arbeit Unterschiede zwischen der manisch-depressiven und der schizophrenen Erkrankung herausarbeiten. Die Bipolare Störung ist gekennzeichnet durch unterschiedlich lange Phasen von Depression und Manie bzw. deren gleichzeitiges Auftreten. Der Verlauf in verschiedenen Episoden wurde schon bei den alten Griechen als ein wesentliches Merkmal beschrieben. Diesen Verlauf von in sich abgeschlossen Phasen zog Kraepelin als Vergleichskriterium für die Unterscheidung zur Schizophrenie heran. (Simhandl, 2007)

Seit den Achtzigern, mit der Entwicklung der Klassifikationssysteme zur Diagnostik psychischer Erkrankungen (ICD, DSM), wurden unzählige Untersuchungen über Therapie und Diagnostik der manisch-depressiven Erkrankung durchgeführt. Bis heute gibt es aber noch keine klare Erkenntnis darüber, wodurch diese Erkrankung letztendlich ausgelöst wird. Einigkeit besteht aber darin, dass genetische Prädispositionen, biologische und biopsychosoziale Faktoren gewisse Risikofaktoren darstellen (Simhandl, 2007).

Nach Bauer (2006) liegt die Lebenszeitprävalenz für die Gesamtheit bipolarer affektiver Störungen zwischen 1,3% bis 1,8%. Dabei konnten weder Geschlechtsunterschiede festgestellt werden noch Unterschiede bezüglich ethnischer Herkunft. Die Punktprävalenz erreicht im Mittel ca. 0,5%.

Das Erstmanifestationsalter liegt häufig zwischen dem 20. – 30. Lebensjahr. Es kann aber auch schon im Jugendalter (16. Jahre) auftreten. Vor dem Auftreten der ersten manischen Episode treten in der Regel depressive Phasen auf. (Bland, 1997)

Die Bipolare affektive Störung ist in zwei deutlich zu unterscheidende Formen zu gliedern. Die Bipolar-I-Störung (auf die ich mich in meiner Hausarbeit hauptsächlich beziehen werde), gekennzeichnet durch manische und depressive Episoden und die Bipolar-II-Störung, welche durch depressive und hypomanische (abgeschwächte manische Phasen) Episoden gekennzeichnet ist. Die Lebenszeitprävalenz liegt bei beiden zwischen 1% - 2% (Bauer, 2006).

3. Störungsbild

3.1. Symptomatik

Wie bereits erwähnt, ist eine bipolare affektive Störung gekennzeichnet durch abwechselnd auftretende Episoden von Manie und Depression. Zwischen den Episoden tritt in der Regel eine Remission ein, d.h. eine Rückkehr zu einem unauffälligeren Normalzustand.

3.1.1. Depression

Ein relevantes Charakteristikum der Depression ist eine Krankheitsdauer von mindestens zwei Wochen. Die Betroffenen leiden unter gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit, Anhedonie, Affektlosigkeit und Suizidgedanken sowie oft auch am Verlust von Interesse, Freude und Libido. Darüber hinaus klagen Betroffene über Schlafstörungen und verminderten Appetit. Auch liegt fast immer eine Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls und Selbstvertrauens vor. Nach ICD-10 werden Depressionen nach ihrer Schwere, also abhängig von Anzahl und Schwere der Symptome, in leichte, mittlere und schwere Episode unterschieden und fallen in die Kategorie F32.- (ICD-10, Vorabversion 2009).

3.1.2 Hypomanie & Manie

Nach dem ICD-10 (Vorabversion 2009) ist die Hypomanie „Eine Störung, charakterisiert durch eine anhaltende, leicht gehobene Stimmung, gesteigerten Antrieb und Aktivität und in der Regel auch ein auffallendes Gefühl von Wohlbefinden und körperlicher und seelischer Leistungsfähigkeit.“ (ICD-10, F30.0)

Die Manie stellt eine gewisse Steigerung zur Hypomanie dar, sie ist durch eine situationsunangepasste gehobene Stimmung gekennzeichnet und kann zwischen „sorgloser Heiterkeit und fast unkontrollierbarer Erregung schwanken.“ (ICD-10, F30.1) Darüber hinaus ist die gehobene Stimmung mit vermehrtem Antrieb verbunden und daraus resultierender Überaktivität, Rededrang (bis hin zu Logorrhoe) und vermindertem Schlafbedürfnis. Auch kann die Aufmerksamkeit nicht mehr aufrechterhalten werden, „es kommt oft zu starker Ablenkbarkeit. Die Selbsteinschätzung ist mit Größenideen oder übertriebenem Optimismus häufig weit überhöht. Der Verlust normaler sozialer Hemmungen kann zu einem leichtsinnigen, rücksichtslosen oder in Bezug auf die Umstände unpassenden und persönlichkeitsfremden Verhalten führen.“ (ICD-10, F30.1)

3.2. Klassifikation nach ICD-10

Um die Diagnose bipolare affektive Störung zu stellen, wird u.a. das Internationale statistische Klassifikationssystem der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) verwendet. Bipolare affektive Störungen werden in die Hauptgruppe Psychische- und Verhaltensstörungen (F00-F99) und dort in die Subgruppe der affektiven Störungen (F30-F39) eingeordnet. Nach dem ICD-10 müssen mindestens zwei Episoden vorliegen in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört sind. Auch mindestens zwei aufeinander folgende manische bzw. hypomanische Episoden werden den bipolar affektiven Störungen zugeordnet.

3.2.1. Subtypen der bipolaren affektive Störung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Einteilung der baS nach ICD-10

Sind die allgemeinen Kriterien einer bipolaren affektiven Störung (baS) erfüllt, kann zwischen verschiedenen Subtypen unterschieden werden. Die Subtypen unterscheiden sich in gegenwärtiger Episode (hypomanisch, manisch, depressiv) und Schwere der gegenwärtigen Episode (schwer, mittel, leicht). F31.7 bezeichnet eine gegenwärtig remittierte Episode, welche eine momentane Abwesenheit von Manie oder Depression beschreibt. In F31.8 fällt die Bipolar-II-Störung sowie der Typus des Rapid Cycling.

4. Verlauf

4.1. Beginn

Der Beginn einer bipolaren affektiven Störung ist, wie schon in Kapitel 2 „Geschichtliches & Epidemiologie“ beschrieben, zwischen dem 20. Bis 30. Lebensjahr festzumachen. Eine Erstmanifestation kann aber auch schon im Jugendalter auftreten. Darüber hinaus ist auch in seltenen Fällen, z.B. nach einem Schlaganfall, eine Erstmanifestation nach dem 50. Oder 60. Lebensjahr möglich.

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Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Bipolare affektive Störungen. Diagnostik von Störungen im Erwachsenenalter
Hochschule
Universität Potsdam
Note
2
Autor
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V281725
ISBN (eBook)
9783656820819
ISBN (Buch)
9783656820826
Dateigröße
699 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bipolare, störungen, diagnostik, erwachsenenalter
Arbeit zitieren
Patrique Eggert (Autor), 2008, Bipolare affektive Störungen. Diagnostik von Störungen im Erwachsenenalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281725

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