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Wohin führt uns der Fortschritt? Eine Untersuchung anhand "Störfall. Nachrichten eines Tages" von Christa Wolf

Titel: Wohin führt uns der Fortschritt? Eine Untersuchung anhand "Störfall. Nachrichten eines Tages" von Christa Wolf

Projektarbeit , 2014 , 20 Seiten , Note: 5.5

Autor:in: Sandra Suárez (Autor:in)

Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Christa Wolf war eine der bedeutendsten zeitgenössischen Autorinnen der deutschsprachigen Literatur. Für meine interdisziplinäre Projektarbeit habe ich eines ihrer Werke ausgewählt: Störfall – Nachrichten eines Tages. Die Erstausgabe erschien in Deutschland im Jahr 1987, kurz nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986.
In der Erzählung Störfall laufen eine kollektive und eine individuelle Katastrophe parallel zueinander ab. Die eine betrifft die radioaktive Verseuchung des Menschen und der Natur aufgrund des Brandes im Kernkraftwerk von Tschernobyl. Die andere handelt von der Gehirnoperation des Bruders der Erzählerin, dessen Leben vom Fortschritt der Technik und deren Beherrschung abhängt. Ein weiteres Erzählelement weist dort in die Geschichte des Zweiten Weltkrieges zurück, in welche Reisende, Zeugnisse ihrer Kriegserlebnisse aufsuchen.«Christa Wolfs Erzählung schildert den Einbruch des Unfaßbaren in das menschliche Leben», bei dem es sich um den Fortschritt und um das eigene Überleben handelt.
Ich habe mich für folgende Leitfrage entschieden: Wohin führt uns der Fortschritt?
Zuerst zeige ich die Fakten und einige Konsequenzen betreffend dem Super-GAU von Tschernobyl auf. Um den Begriff Fortschritt zu erläutern, werde ich als erstes die Fortschrittsidee im Geschichtsdenken erklären. Anschliessend beschränke ich mich auf die in der Primärliteratur enthaltenen Themen, nämlich dem technischen und dem gesellschaftlichen Fortschritt. Den gesellschaftlichen Fortschritt teile ich ausserdem noch in den individuellen und den kollektiven Fortschritt auf. Zum Schluss setze ich mich mit der Frage auseinander, wie Fortschritte und Katastrophen im Zusammenhang zueinander entstehen. Mit dieser Frage assoziiere ich weitere Themen, die sich unter anderem mit der Zukunft der Energiegewinnung und der Medizin befassen.
Die Themen dieser Arbeit stammen aus der Primärliteratur. Mit Hilfe der Sekundärliteratur kann ich diese Themen präziser erläutern. Mein Ziel ist es, den geschichtlichen Hintergrund des Buches aus einem fortschrittskritischen Blickwinkel übersichtlich und spannend darzulegen und damit die Leitfrage zu beantworten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Super-GAU in Tschernobyl

2.1. Unfallhergang

2.2. Folgen

3. Fortschritt

3.1. Fortschrittsidee im Geschichtsdenken

3.2. Technischer Fortschritt - Industrialisierung

3.3. Gesellschaftlicher Fortschritt

3.3.1. Individueller Fortschritt

3.3.2. Kollektiver Fortschritt

4. Katastrophen durch Fortschritt – Fortschritt durch Katastrophen

4.1. Maschinen werden überlegener

4.2. Zukunft nach Katastrophen

4.2.1. Solarenergie

4.2.2. Medizin

5. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende interdisziplinäre Projektarbeit untersucht anhand Christa Wolfs Werk "Störfall – Nachrichten eines Tages" die Ambivalenz des menschlichen Fortschritts. Das Hauptziel besteht darin, die Leitfrage "Wohin führt uns der Fortschritt?" unter Berücksichtigung historischer und aktueller technischer Entwicklungen sowie des engen Zusammenhangs zwischen Fortschritt und Katastrophen zu beantworten.

  • Die Analyse des Reaktorunglücks von Tschernobyl als technisches und gesellschaftliches Trauma.
  • Die Untersuchung des Fortschrittsbegriffs im Kontext von Geschichtsdenken und Industrialisierung.
  • Die Differenzierung zwischen individuellem und kollektivem Fortschritt.
  • Die kritische Reflexion des Zusammenhangs von technischer Innovation und Katastrophenpotenzial.
  • Zukunftsaspekte wie die Entwicklung regenerativer Energien und medizinischer Fortschritte.

Auszug aus dem Buch

2.1. Unfallhergang

Wolf (1987) hält fest: «Jenes Ziel in einer sehr fernen Zukunft, auf das sich bis jetzt alle Linien zubewegt hatten, war weggesprengt worden, gemeinsam mit dem spaltbaren Material in einem Reaktorgehäuse ist es dabeigewesen zu verglühen. Ein seltener Fall –»6

Wenn man diese Textstelle stilistisch untersucht, können mit dem Wort weggesprengt zwei Vorkommnisse in Verbindung gesetzt werden. Einerseits kann das Wort als Beschreibung des Unfallhergangs verwendet werden und anderseits wird es als Metapher für den Rückschlag der modernen Technik gebraucht. Bis anhin war der Mensch der Überzeugung, dass der Fortschritt der Technik nur positive Seiten aufzeigt. Nach dem Unfall von Tschernobyl fing man an, die kurzen und langfristigen Ziele der neuartigen Technologie in Frage zu stellen. Aus dem Zitat kann ausserdem entnommen werden, dass bis anhin kein so schwerwiegender Vorfall im Zusammenhang mit dem Scheitern der modernen Technik geschehen war.

Am 26. April 1986 um Mitternacht stand die Welt kurz vor dem schlimmsten atomaren Unfall aller Zeiten. Die Katastrophe ereignete sich im Atomkraftwerk von Tschernobyl, welches sich rund 30 Kilometer entfernt von der gleichnamigen Kleinstadt befindet. Das Kernkraftwerk bestand aus insgesamt sechs Reaktorblöcken, welche Strom produzierten. Der Reaktorblock Nr.4 war eine neue Errungenschaft in der Technik betreffend der Produktion von Strom mit Nuklearstoffen. Dieser Reaktor musste in jener Nacht umfangreichen Wartungsarbeiten und Testläufen unterzogen werden. Im Reaktorblock Nr.4 versagte die Kühlung und aufgrund dessen, fiel die Stromversorgung aus. Mit einem alternativen Pumpenantrieb konnte die Kühlung im Normalfall ersetzt werden, doch die Umschaltung gelang den Ingenieuren nicht. Aus diesem Grund fing die Temperatur in den einzelnen Druckröhren an anzusteigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Autorin Christa Wolf und ihres Werks "Störfall" als Grundlage der interdisziplinären Projektarbeit sowie Definition der Leitfrage.

2. Super-GAU in Tschernobyl: Detaillierte Darstellung des Unfallhergangs im Reaktorblock Nr. 4 und Analyse der kurz- und langfristigen gesundheitlichen sowie gesellschaftlichen Folgen.

3. Fortschritt: Erörterung der Fortschrittsidee im Geschichtsdenken und Einordnung der Industrialisierung als treibende Kraft des technischen Fortschritts.

3.1. Fortschrittsidee im Geschichtsdenken: Untersuchung, wie Epochen als Entwicklung hin zu einem optimalen Zustand verstanden werden.

3.2. Technischer Fortschritt - Industrialisierung: Analyse der Transformation von Landwirtschaft zu industriellen Produktionsweisen und deren fundamentale Auswirkungen auf das menschliche Leben.

3.3. Gesellschaftlicher Fortschritt: Betrachtung des gesellschaftlichen Wandels in Abhängigkeit vom technischen Fortschritt.

3.3.1. Individueller Fortschritt: Definition des Individuums als unvollkommenes Wesen, das aktiv nach optimaler Entwicklung und verbesserter Lebensqualität strebt.

3.3.2. Kollektiver Fortschritt: Erläuterung der Bedeutung von gesellschaftlichen Kettenreaktionen und Aufklärungsprozessen für den Fortschritt der Menschheit.

4. Katastrophen durch Fortschritt – Fortschritt durch Katastrophen: Analyse der Antithese, ob Fortschritt zwingend zu Katastrophen führt oder ob Katastrophen Fortschritte erst auslösen.

4.1. Maschinen werden überlegener: Reflexion über die zunehmende Abhängigkeit von komplexen Technologien, die jenseits menschlicher Beherrschbarkeit stehen.

4.2. Zukunft nach Katastrophen: Untersuchung von Fortschrittsschüben nach Krisen, insbesondere in den Bereichen Energie und Medizin.

4.2.1. Solarenergie: Diskussion über das Potenzial erneuerbarer Energien im Kontrast zur atomaren Energiegewinnung.

4.2.2. Medizin: Beleuchtung der technologischen Sprünge in der Medizin als Antwort auf menschliches Leid und Krankheit.

5. Schlusswort: Synthese der verschiedenen Perspektiven und abschließende Beantwortung der Leitfrage unter Anerkennung der Ambivalenz menschlicher Entwicklung.

Schlüsselwörter

Fortschritt, Tschernobyl, Störfall, Christa Wolf, Katastrophe, Technik, Industrialisierung, Individueller Fortschritt, Kollektiver Fortschritt, Gesellschaft, Solarenergie, Medizin, Nachhaltigkeit, Atomkraft, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ambivalenten Natur des Fortschritts, analysiert anhand der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und Christa Wolfs Werk "Störfall".

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die technische Entwicklung (Industrialisierung), der soziale Wandel, der individuelle Fortschritt und das Krisenpotenzial moderner Technologien.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Leitfrage der Arbeit lautet: "Wohin führt uns der Fortschritt?"

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine interdisziplinäre Analyse durchgeführt, die literarische Primärquellen mit historischen Fakten und fachspezifischer Sekundärliteratur verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Tschernobyl, eine theoretische Einordnung des Fortschrittsbegriffs sowie die Untersuchung des wechselseitigen Verhältnisses von Fortschritt und Katastrophen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fortschritt, Katastrophe, Technik und gesellschaftlicher Wandel charakterisiert.

Inwiefern dient das Werk "Störfall" von Christa Wolf als Grundlage?

Es dient als literarischer roter Faden, um die Ohnmacht des Menschen gegenüber technologischem Fortschritt am Beispiel von Tschernobyl und medizinischen Eingriffen zu illustrieren.

Warum ist der Begriff "Kettenreaktion" zentral für das Verständnis der Arbeit?

Er wird sowohl technisch auf den Atomunfall bezogen als auch metaphorisch für gesellschaftliche Veränderungsprozesse und den kollektiven Fortschritt genutzt.

Welche Rolle spielt die Industrialisierung für die Argumentation der Autorin?

Die Industrialisierung wird als Ursprung des modernen Fortschrittsglaubens und als Wendepunkt für grundlegende gesellschaftliche Veränderungen dargestellt.

Wie bewertet die Arbeit die Zukunft nach Katastrophen?

Die Arbeit sieht in Katastrophen einen zwiespältigen Impuls: Sie führen zu Rückschlägen, provozieren aber gleichzeitig die notwendige kritische Reflexion und Innovation, etwa im Bereich der Solarenergie oder Medizin.

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Details

Titel
Wohin führt uns der Fortschritt? Eine Untersuchung anhand "Störfall. Nachrichten eines Tages" von Christa Wolf
Veranstaltung
Berufsmatura
Note
5.5
Autor
Sandra Suárez (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
20
Katalognummer
V281757
ISBN (eBook)
9783656767152
ISBN (Buch)
9783656767169
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wohin fortschritt eine untersuchung störfall nachrichten tages christa wolf
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Suárez (Autor:in), 2014, Wohin führt uns der Fortschritt? Eine Untersuchung anhand "Störfall. Nachrichten eines Tages" von Christa Wolf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281757
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Leseprobe aus  20  Seiten
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