In dieser Hausarbeit sollen zunächst die beiden dominierenden Theoriekonzepte in Bezug auf Incentivierung vorgestellt werden. Darauf Aufbauend werden die verschiedenen Arten von Incentives sowie deren unterschiedliche Wirkungsweisen erläutert, die ihnen in der Theorie zugeschrieben werden. Anschließend betrachten wir verschiedene Anwendungsbereiche von Incentives und stellen des Weiteren diverse experimentelle Studien vor – unter anderem von Uri Gneezy – um die theoretischen Annahmen zu falsifizieren. Die Ergebnisse und Beobachtungen in Bezug auf die Beantwortung der Forschungsfragen, werden abschließend zusammenfassend in den Schlussbemerkungen dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ARTEN UND THEORETISCHE WIRKUNGSWEISEN VON INCENTIVES
3. WIRKUNGSWEISEN VON INCENTIVES
3.1. CROWDING-OUT-EFFEKT: INTRINSISCHE MOTIVATION VERSUS EXTRINSISCHE INCENTIVES
3.2. INCENTIVES UND LIFESTYLE HABITUS
4. STUDIEN ZUM EINSATZ VON INCENTIVES
4.1. PAY ENOUGH OR DON’T PAY AT ALL
4.2. THE PSYCHOLOGY OF WINDFALL GAINS
5. SCHLUSSBEMERKUNGEN
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Einfluss verschiedener Arten von Incentives auf die Leistungs- und Teilnahmebereitschaft in sozialwissenschaftlichen Experimenten, um zu klären, unter welchen Bedingungen Anreize wirken oder kontraproduktive Effekte auslösen.
- Unterscheidung zwischen monetären und nicht-monetären Incentives
- Analyse des Crowding-Out-Effekts bei intrinsischer vs. extrinsischer Motivation
- Einfluss von Incentives auf soziale Gewohnheiten und den Lebensstil
- Vergleich von selbst verdientem Geld und Windfall Gains
- Kritische Bewertung ökonomischer und psychologischer Theorieansätze
Auszug aus dem Buch
4.1. Pay Enough Or Don’t Pay At All
Gneezy und Rustichini versuchen in ihrer Studie „pay enough or don’t pay at all“ anhand verschiedener Experimente, diese beiden konkurrierenden Theoriemodelle zu überprüfen.
Um die Effekte monetärer Incentives auf die Leistungsbereitschaft experimentell zu testen, ließen Gneezy und Rustichini in ihrem ersten Experiment eine Gruppe von 160 Studierenden einen IQ-Test mit 50 Fragen beantworten. Dabei erhielten diese jeweils 60 NIS (New Israeli Shekel), was umgerechnet etwa einem Show-Up-Fee von 12,70€ entspricht. Entsprechend der verschiedenen Treatments wurden diese anschließend in vier Gruppen mit jeweils 40 Teilnehmern aufgeteilt (vgl. Gneezy und Rustichini 2000, S.796).
Die Kontrollgruppe wurde lediglich gebeten, innerhalb der vorgegeben Zeit von 45 Minuten so viele Fragen wie möglich zu beantworten (vgl. ebd. S807). Den Teilnehmern der zweiten Gruppe versprach man für jede richtig beantwortete Frage zusätzlich einen Gewinn von 10 Cents eines NIS (was umgerechnet etwa 0,02€ entspricht). Studierenden in der dritten Gruppe wurde dagegen eine Zahlung in Höhe von 1 NIS (ca. 0,20€) für jede korrekte Antwort in Aussicht gestellt und Teilnehmern der Gruppe vier erhielten jeweils ganze 3 NIS (ca. 0,60€).
Bei allen ausgewählten Fragen handelte es sich dabei um solche, die durch Leistungsbereitschaft richtig beantwortet werden können und nicht von einem großen Wissensstand oder Allgemeinbildung abhängig sind:
“The problems in the quiz were chosen to make the probability of a correct answer depend mostly on effort. In particular, emphasis was placed on questions involving reasoning and computation rather than general knowledge.” (Gneezy und Rustichini 2000, S.796)
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema Incentives ein und stellt die zentrale Fragestellung nach deren Wirksamkeit zur Verhaltenssteuerung vor.
2. ARTEN UND THEORETISCHE WIRKUNGSWEISEN VON INCENTIVES: Dieses Kapitel differenziert zwischen monetären und nicht-monetären Anreizen und beleuchtet die zugrundeliegenden ökonomischen sowie psychologischen Theoriekonzepte.
3. WIRKUNGSWEISEN VON INCENTIVES: Hier wird untersucht, wann Anreize intrinsische Motivation verdrängen (Crowding-Out-Effekt) und wie sie den individuellen Habitus beeinflussen können.
4. STUDIEN ZUM EINSATZ VON INCENTIVES: Das Kapitel präsentiert experimentelle Studien zu den Effekten von Bezahlung auf die Leistung und vergleicht das Verhalten bei selbst verdientem Geld mit überraschenden Geldzuflüssen (Windfall Gains).
5. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Die Schlussbemerkungen fassen zusammen, dass die Wirksamkeit von Incentives stark situationsabhängig ist und eine pauschale Anwendung oft zu gegenteiligen Effekten führen kann.
Schlüsselwörter
Incentives, Motivation, Leistungsbereitschaft, Crowding-Out-Effekt, extrinsische Anreize, intrinsische Motivation, Windfall Gains, Experiment, Verhalten, ökonomische Theorie, Psychologie, Prosoziales Verhalten, Habitus, Belohnung, Arbeitseinsatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von verschiedenen Anreizsystemen auf die Leistungs- und Teilnahmebereitschaft von Personen in sozialwissenschaftlichen Experimenten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Unterscheidung zwischen monetären und nicht-monetären Anreizen, die psychologischen Wirkmechanismen hinter Belohnungen sowie deren Auswirkungen auf soziales Verhalten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu analysieren, ob und unter welchen Bedingungen Incentives Verhalten tatsächlich beeinflussen können oder ob sie kontraproduktive Effekte wie den sogenannten Crowding-Out-Effekt auslösen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener experimenteller Studien, insbesondere der Arbeiten von Gneezy et al., Arkes et al. und Cherry et al.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte (Ökonomie vs. Psychologie), der Crowding-Out-Effekt, der Einfluss von Incentives auf den Lebensstil sowie empirische Ergebnisse zu unterschiedlichen Bezahlmodellen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Incentives, Crowding-Out-Effekt, intrinsische vs. extrinsische Motivation, Windfall Gains und Leistungsbereitschaft.
Warum kann eine Bezahlung bei Blutspenden kontraproduktiv sein?
Da Geldzahlungen den sozialen Kontext der Situation verändern und somit intrinsische Motive wie prosoziales Verhalten oder Reputation verdrängen können.
Was besagt die Theorie der „Windfall Gains“?
Sie besagt, dass Menschen mit Geld, das ihnen überraschend zufließt („Windfall“), leichtsinniger und risikoaffiner umgehen als mit Geld, das sie sich durch eigene Arbeit hart verdient haben.
- Arbeit zitieren
- Judith Kronschnabl (Autor:in), 2014, Die Methode Incentivierung im sozialwissenschaftlichen Experiment, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281811