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Demokratiedefizit in der Europäischen Union? Lösungsmodelle für eine verstärkte Partizipation der Bürger im supranationalen politischen System

Title: Demokratiedefizit in der Europäischen Union? Lösungsmodelle für eine verstärkte Partizipation der Bürger im supranationalen politischen System

Bachelor Thesis , 2014 , 45 Pages

Autor:in: Luc Scholtes (Author)

Politics - Topic: European Union
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern in Bezug auf die Europäische Union von "Demokratiedefizit" die Rede sein kann und wo potentielle demokratietheoretische Lösungsansätze liegen.

Über die EU wird täglich in verschiedenen Medien berichtet. Dabei werden oft die Defizite sowie die negativen Seiten hervorgehoben und Positives eher ausgeblendet. Diese oft einseitige und teilweise banale Kritik der EU wird auch regelmäßig für politische Zwecke missbraucht.

Diese Arbeit zeichnet hingegen ein differenziertes realistischeres, wissenschaftlicheres und weniger emotionales Bild von dieser Thematik. Dabei wird ein verstärkter Fokus auf den Vertrag von Lissabon gelegt, dessen erklärtes Ziel es ist eine demokratischere und wirksamere EU zu schaffen.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Begriffsdefinitionen: „Demokratie“, „Demokratiedefizit“

III. Strukturelles demokratisches Defizit

1) Differenzen zwischen der Europäischen Union und Nationalstaaten

2) Lobbyismus

IV. Institutionelles demokratisches Defizit

1) Die Europäische Kommission

2) Das Europäische Parlament

Wahlen zum Europäischen Parlament seit 1979

3) Der Europäische Rat

4) Der Rat der Europäischen Union

5) Die Europäische Zentralbank, der Europäische Gerichtshof

V. Lösungsansätze

1) Reformen auf institutioneller Ebene

2) Demokratie und Öffentlichkeit

Deliberative Demokratie

3) Sozialpartnerschaft

VI. Conclusio und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik des sogenannten Demokratiedefizits innerhalb der Europäischen Union. Ziel der Analyse ist es, durch eine differenzierte Betrachtung der institutionellen Gegebenheiten und strukturellen Bedingungen zu ergründen, inwiefern von einem Demokratiedefizit gesprochen werden kann und welche theoretischen sowie praktischen Lösungsansätze zur Stärkung der Bürgerpartizipation existieren.

  • Analyse der strukturellen Differenzen zwischen Nationalstaat und EU
  • Untersuchung der Rolle und Transparenz von Lobbyismus im Entscheidungsprozess
  • Evaluation der demokratischen Legitimation zentraler EU-Institutionen
  • Diskussion normativer Modelle wie der deliberativen Demokratie
  • Bedeutung der Öffentlichkeit und Sozialpartnerschaft für die europäische Integration

Auszug aus dem Buch

1) Differenzen zwischen der Europäischen Union und Nationalstaaten

Eine der Errungenschaften, gleichzeitig aber auch eines der Hauptproblematiken in der Geschichte der Europäischen Integration ist es, verschiedenste Kulturen, Sprachen, Traditionen, politische Systeme etc. zusammenzubringen und in einem supranationalen System zu vereinen. Aus diesem Grund wird in der Wissenschaft das System der Europäischen Union unter anderem als „Mehrebenen-System“ („multi-level governance“) charakterisiert: Erstens die supranationale, europäische Ebene, gefolgt von der nationalen Ebenen und schließlich die subnationale, kommunale Ebene (vgl. Hix 2004: 220ff.; 304).

Ein essentieller Aspekt ist die Tatsache, dass ein supra- und transnationales politisches System wie die Europäische Union keineswegs mit einem Nationalstaat und dessen demokratischen Voraussetzungen verglichen werden darf; ergo können Maßnahmen, die sich auf nationalstaatlicher Ebene als effektive Mittel zur verstärkten Partizipation der BürgerInnen bewährt haben, nicht zwangsläufig als Lösungsansätze auf supranationale Ebene angewendet werden (vgl. Grintsevitch 2010).

Ebenfalls vergessen viele KritikerInnen, dass die EU nicht von „Geburt“ an perfekt sein kann; die heutigen demokratischen Systeme vieler europäischer (und auch nicht-europäischer) Staaten wurden über viele Jahrhunderte in meist langen und nicht-linearen Prozessen entwickelt; man denke nur an die französische Revolution von 1789 oder den Zweiten Weltkrieg. Die „Geburt“ der Europäischen Union hingegen erfolgte im Vergleich dazu später; als anschauliches Beispiel, dass Kompromisse auf supranationaler Ebene aufgrund der hohen Zahl an AkteurInnen im Vergleich zur nationalstaatlichen Ebene eine viel längere Zeit in Anspruch nehmen, dient der Vertrag von Lissabon, dessen Entstehungsprozess etwa sieben Jahre dauerte (vgl. Gschiegl/Ucakar 2012: 194). Genau wie Rom auch nicht an einem einzigen Tag errichtet worden ist, befindet sich auch die EU in einem dynamischen und ständigen Evolutionsprozess (vgl. Grintsevitch 2010).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese führt in die Thematik der EU als historisch einzigartiges Projekt ein, benennt die Forschungsfrage zum Demokratiedefizit und erläutert den Aufbau der Untersuchung.

II. Begriffsdefinitionen: „Demokratie“, „Demokratiedefizit“: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt und dargelegt, dass es keine allgemein akzeptierte, singuläre Definition dieser Begriffe gibt, was die Analyse komplex gestaltet.

III. Strukturelles demokratisches Defizit: Dieser Abschnitt beleuchtet die Unterschiede zwischen EU und Nationalstaaten sowie die Ambivalenz von Lobbyismus im europäischen Entscheidungsprozess.

IV. Institutionelles demokratisches Defizit: Es folgt eine detaillierte Prüfung der Legitimation und Arbeitsweise der Kommission, des Parlaments, des Rats sowie der EZB und des EuGH.

V. Lösungsansätze: Hier werden Möglichkeiten zur Stärkung der Legitimation durch institutionelle Reformen, eine lebendige Öffentlichkeit und das Modell der deliberativen Demokratie diskutiert.

VI. Conclusio und Ausblick: Diese schließt die Arbeit mit einem Fazit ab, das die Komplexität der Thematik betont und zukünftige Forschungsnotwendigkeiten aufzeigt.

Schlüsselwörter

Europäische Union, Demokratiedefizit, Partizipation, Mehrebenen-System, Lobbyismus, Europäisches Parlament, Europäische Kommission, Institutionen, Deliberative Demokratie, Öffentlichkeit, Sozialpartnerschaft, Legitimation, Transparenz, Vertrag von Lissabon, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung des „Demokratiedefizits“ innerhalb des supranationalen politischen Systems der Europäischen Union.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der strukturellen Einzigartigkeit der EU, der Rolle von Lobbying-Aktivitäten sowie der demokratischen Qualität ihrer wichtigsten Institutionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, inwiefern man von einem Demokratiedefizit sprechen kann und welche theoretischen Lösungsansätze existieren, um die Partizipation der BürgerInnen zu erhöhen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Literatur- und Theorieanalyse, die den aktuellen Forschungsstand mit institutionellen Reformdiskursen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturelle und eine institutionelle Analyse, gefolgt von einer Diskussion möglicher Reformansätze, wie der deliberativen Demokratie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Europäische Union, Demokratiedefizit, Partizipation, Lobbyismus, Transparenz und Mehrebenen-Governance stehen im Zentrum der Untersuchung.

Welche Rolle spielt der Lobbyismus bei der Legitimationsdebatte?

Der Lobbyismus wird zwiespältig betrachtet: Einerseits als notwendiger Input von Expertise, andererseits als Gefahrenquelle für Chancengleichheit und Transparenz.

Welche Bedeutung kommt dem Europäischen Parlament zu?

Das Parlament wird als direkt gewähltes Organ analysiert, das trotz wachsender Kompetenzen durch den Vertrag von Lissabon mit der Herausforderung einer niedrigen Wahlbeteiligung kämpft.

Warum ist das Modell der „Deliberativen Demokratie“ relevant?

Es bietet einen normativen Ansatz, der Konsens durch Inklusion und Kommunikation in einem öffentlichen Diskurs anstrebt, um das Fehlen eines gewachsenen „europäischen Demos“ zu kompensieren.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor?

Es gibt kein einfaches Wundermittel gegen das Demokratiedefizit; vielmehr erfordert das komplexe System eine fortlaufende Entwicklung und Kombination verschiedener Reformansätze.

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Details

Title
Demokratiedefizit in der Europäischen Union? Lösungsmodelle für eine verstärkte Partizipation der Bürger im supranationalen politischen System
College
University of Vienna
Author
Luc Scholtes (Author)
Publication Year
2014
Pages
45
Catalog Number
V281827
ISBN (eBook)
9783668159235
ISBN (Book)
9783668159242
Language
German
Tags
demokratiedefizit europäischen union lösungsmodelle partizipation bürger system
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Luc Scholtes (Author), 2014, Demokratiedefizit in der Europäischen Union? Lösungsmodelle für eine verstärkte Partizipation der Bürger im supranationalen politischen System, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281827
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