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Was ist Intertextualität? Form, Funktion und intertextuelle Textverarbeitung

Titel: Was ist Intertextualität? Form, Funktion und intertextuelle Textverarbeitung

Akademische Arbeit , 2005 , 32 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nina Kemper (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Es ist nahezu unmöglich, die theoretischen Grundlagen des Begriffs der Intertextualität vollständig zu erfassen, da dieser sehr facettenreich ist und kontrovers diskutiert wird. So wird sich zeigen, dass in der Theorie eine gewisse Begriffsunsicherheit herrscht und es deshalb von besonderer Schwierigkeit ist, einen Überblick über das Feld der Intertextualität zu geben. Trotzdem soll es Ziel dieser Arbeit sein, den wissenschaftlichen Diskurs zur Intertextualität in seinen wichtigsten Punkten wiederzugeben.
Innerhalb der Literaturwissenschaft gibt es viele verschiedene Konzepte der Intertextualität, welche zum Teil aufeinander aufbauen, zum Teil allerdings auch sehr widersprüchlich sind. Die für diese Arbeit bedeutendsten Konzepte sollen im Folgenden zusammenfassend dargestellt werden.
Dabei ist festzuhalten, dass es zwei grundlegend unterschiedliche Auffassungen von Intertextualität gibt. Die eine wird hier als weite, die andere als enge Definition von Intertextualität bezeichnet. Dabei wird der Schwerpunkt der Ausführungen vor allem auf der engeren Definition liegen.

Aus dem Inhalt:
- Zitat, Allusion und Paraphrase
- die Markierung von Intertextualität
- Einzeltextreferenz und Systemreferenz

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. KONZEPTE DER INTERTEXTUALITÄT

1.1 Weite Definition: Intertextualität als globales Konzept

1.1.1 Michail Bachtins Begriff der Dialogizität

1.1.2 Intertextualität nach Julia Kristeva

1.2 Enge Definition: Konkretisierung des Begriffs der Intertextualität

1.2.1 Gérard Genette

1.2.2 Ulrich Broich und Manfred Pfister

1.2.3 Susanne Holthuis

1.2.4 Peter Stocker

2. FORMEN DER INTERTEXTUALITÄT

2.1 Formen der Intertextualität nach Genette

2.2 Einzeltextreferenz und Systemreferenz

2.3 Zitat, Allusion und Paraphrase

2.4 Titel und Motto als Formen intertextueller Verweise

3. INTERTEXTUALITÄT UND MARKIERUNG

3.1 Arten der Markierung von Intertextualität

3.2 Funktionen der Markierung von Intertextualität

4. FUNKTIONEN VON INTERTEXTUALITÄT

4.1 Referenztextorientierte Funktionen

4,2 Textorientierte Funktionen

4.3 Produzentenorientierte Funktionen

5. INTERTEXTUELLE TEXTVERARBEITUNG

5.1 Faktoren intertextueller Textverarbeitung

5.2 Der Prozess intertextueller Textverarbeitung

5.3 Modelle eines intertextuellen Lesers

6. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den komplexen wissenschaftlichen Diskurs über den Begriff der Intertextualität zu systematisieren und einen Überblick über dessen zentrale Konzepte, Erscheinungsformen und Funktionen in der Literatur zu geben. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie Intertextualität als analysierbares Mittel der Bedeutungskonstitution fungiert und wie der Rezeptionsprozess beim Leser durch intertextuelle Spuren gesteuert wird.

  • Unterscheidung zwischen weiter (globaler) und enger (analytischer) Definition der Intertextualität.
  • Systematisierung der Formen intertextueller Verweise (u.a. nach Genette, Broich und Pfister).
  • Analyse der Markierungsarten und deren Funktion als "Leserservice".
  • Differenzierung der Funktionen von Intertextualität (referenztext-, text- und produzentenorientiert).
  • Untersuchung des Prozesses der intertextuellen Textverarbeitung und verschiedener Lesermodelle.

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Gérard Genette

Mit seinem im Jahre 1982 veröffentlichten Werk Palimpseste, welches 1993 aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt wurde, ist Genette einer der ersten, der versucht, den Begriff der Intertextualität zu konkretisieren und verschiedene Arten intertextueller Verweise systematisch voneinander zu trennen. Sein Konzept der Intertextualität ist zugleich eine Anregung für andere Literaturwissenschaftler, welche ihre Werke zur Intertextualität teilweise auf Genettes Ideen aufbauen.

Bereits der Titel seines Werkes verrät dem Leser viel über dessen Inhalt. Bei einem Palimpsest handelt es sich ursprünglich um ein Schriftstück, in Antike und Mittelalter meist aus Papyrus oder Pergament, dessen ursprünglicher Text zwar verwischt und überschrieben wurde, aber unter dem neuen Text noch lesbar war. Als bildhafter Vergleich verstanden und auf den Bereich der Literatur übertragen, weist der Titel darauf hin, dass sich unter einem Text immer noch ein weiterer verbergen kann, der stets einen Teil zur Bedeutung des neuen Textes beiträgt. Dieses Bild spiegelt Genettes Ansichten zur Intertextualität wieder, die seiner Meinung nach bei der Rezeption jedes Textes eine wesentliche Rolle spielt.

Grundlegend für Genettes Systematik ist die Unterteilung der Verweisformen auf andere Texte in fünf Typen. Interessant ist, dass er den Begriff der Intertextualität nicht als Oberbegriff nennt, sondern ihn lediglich als einen dieser fünf Typen konstatiert. Sein Oberbegriff lautet Transtextualität, die er als alles definiert, „was ihn [einen Text; Anm. d. Verf.] in eine manifeste oder geheime Beziehung zu anderen Texten bringt“. Die fünf Typen der Transtextualität nach Genette sollen an anderer Stelle dieser Arbeit genauer beschrieben werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. KONZEPTE DER INTERTEXTUALITÄT: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen und unterscheidet zwischen einer weiten, globalen Auffassung nach Bachtin und Kristeva sowie einer engen, für die Analyse operationalisierbaren Definition nach Genette, Broich/Pfister, Holthuis und Stocker.

2. FORMEN DER INTERTEXTUALITÄT: Hier werden verschiedene Kategorisierungssysteme für intertextuelle Verweise vorgestellt, wobei insbesondere Genettes Transtextualitäts-Modell sowie die Unterscheidung von Einzeltext- und Systemreferenz detailliert analysiert werden.

3. INTERTEXTUALITÄT UND MARKIERUNG: Das Kapitel widmet sich der Frage, wie Intertextualität in Texten angezeigt wird, und definiert anhand einer Progressionsskala von "Nullstufe" bis "Potenzierungsstufe" verschiedene Intensitätsgrade der Markierung.

4. FUNKTIONEN VON INTERTEXTUALITÄT: Dieses Kapitel systematisiert die Intentionen des Autors beim Einsatz intertextueller Verfahren in drei Kategorien: referenztextorientierte, textorientierte und produzentenorientierte Funktionen.

5. INTERTEXTUELLE TEXTVERARBEITUNG: Hier steht der Rezeptionsvorgang im Zentrum; es werden Faktoren der Textverarbeitung, der kognitive Prozess beim Lesen sowie verschiedene fiktive Lesermodelle diskutiert.

6. FAZIT: Das Kapitel resümiert den aktuellen Stand der Forschung und betont die wachsende Bedeutung rezeptionsorientierter Ansätze für ein vertieftes Verständnis von Intertextualität.

Schlüsselwörter

Intertextualität, Transtextualität, Dialogizität, Textverarbeitung, Rezeptionsästhetik, Referenztext, Markierung, Zitat, Allusion, Paraphrase, Lesermodelle, Bedeutungskonstitution, Palimpsest, Sinnkonstitution, Textsemantik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Konzept der Intertextualität in der Literaturwissenschaft. Ziel ist es, die theoretische Begriffsunsicherheit zu überwinden und einen strukturierten Überblick über Theorien, Erscheinungsformen und Funktionen intertextueller Bezüge zu geben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Begriffsentwicklung (weite vs. enge Definition), die Systematisierung von Verweisformen, die Möglichkeiten der Textmarkierung sowie die Untersuchung der intertextuellen Textverarbeitung beim Leser.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Zusammenfassung des wissenschaftlichen Diskurses zur Intertextualität, um einen praxisnahen Rahmen für die konkrete Textanalyse zu schaffen und die Rolle des Lesers bei der Entschlüsselung intertextueller Spuren hervorzuheben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Synthese der einschlägigen Fachliteratur. Es werden Konzepte verschiedener Literaturwissenschaftler (wie Genette, Holthuis, Helbig und Stocker) miteinander verglichen und für die Analyse operationalisiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung verschiedener Intertextualitäts-Konzepte, die Typologisierung von Verweisformen, die Analyse von Markierungsstrategien sowie die Erläuterung von Funktionen und Prozessen der Textverarbeitung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Intertextualität, Transtextualität, Bedeutungskonstitution, Textverarbeitung, Rezeptionserwartung und Markierungsstufen.

Welche Bedeutung hat das "Palimpsest"-Konzept bei Genette?

Genette nutzt das Bild des Palimpsests, um zu verdeutlichen, dass unter einem Text immer ein weiterer, älterer Text verborgen liegt, der die Bedeutung des neuen Textes mitgestaltet und bei der Rezeption eine zentrale Rolle spielt.

Warum ist die Unterscheidung von "Markierung" laut Helbig so wichtig?

Die Markierung dient als "Leserservice", der dem Leser hilft, intertextuelle Bezüge zu erkennen. Ohne bewusste Markierungen durch den Autor ist die Entschlüsselung intertextueller Spuren wesentlich stärker von der individuellen "Allusionskompetenz" und dem Vorwissen des Lesers abhängig.

Was versteht man unter einer "referenztextorientierten Funktion"?

Hierbei wird die Intertextualität genutzt, um den Referenztext selbst zu beeinflussen, etwa durch Bekräftigung oder kritische Distanzierung, wodurch sich die Bedeutung des Referenztextes durch den neuen "Folgetext" nachträglich verändert.

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Details

Titel
Was ist Intertextualität? Form, Funktion und intertextuelle Textverarbeitung
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,0
Autor
Nina Kemper (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
32
Katalognummer
V281859
ISBN (eBook)
9783656757818
ISBN (Buch)
9783668136595
Sprache
Deutsch
Schlagworte
intertextualität form funktion textverarbeitung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nina Kemper (Autor:in), 2005, Was ist Intertextualität? Form, Funktion und intertextuelle Textverarbeitung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281859
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  32  Seiten
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