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Kulturtheorie: Der Gegensatz von "hoher" und "niederer" Kultur bei Bürger, Eco und Grimm

Title: Kulturtheorie: Der Gegensatz von "hoher" und "niederer" Kultur bei Bürger, Eco und Grimm

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Veronika Petzold (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Dichotomisierungsprozesse, die zur Trennung von hoher und niederer Literatur führen, spiegeln gesellschaftliche Widersprüche und Ausgrenzungen wider. Während ein Teil der Kunst oder Literatur von einer bestimmten Elite anerkannt und als geltende Norm kanonisiert wird, werden die übrigen Kunst- oder Literaturwerke als niedere oder Nicht-Kultur1 ausgegrenzt und somit gleichzeitig die Rezipienten dieser Werke, die häufig den größten Teil der Gesellschaft darstellen. Die Entstehung kultureller Teilungsprozesse, deren gesellschaftliche Voraussetzungen und Konsequenzen sowie mögliche neue Betrachtungsweisen des Wertungsproblems sollen im Folgenden anhand der Texte „Die Dichotomisierung hoher und niederer Literatur“ (Christa Bürger), „Massenkultur und Kultur-Niveaus“ (Umberto Eco) und „Medienkitsch als Wertungs- und Rezeptionsphänomen“ (Jürgen Grimm) untersucht werden. Zunächst werden historische Entwicklungsprozesse dargestellt, die an Umbruchstellen der Literaturgeschichte zu einer Dichotomie von hoher und niederer Literatur geführt haben, wobei vor allem auf die gesellschaftlichen bzw. politischen Hintergründe und Konsequenzen der Entwicklung in Deutschland im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert eingegangen wird. Damit verbunden sind unterschiedliche Forschungs- und Lösungsansätze, welche die Autorin nutzt, um zu einem eigenen Ansatz im Wertungsproblem von hoher und niederer Kultur zu kommen und Forderungen bezüglich künftiger Aufgaben und Wertmaßstäbe in der Literatur zu stellen. Auch Umberto Eco setzt sich mit dem Wertungsproblem innerhalb der Kultur auseinander; sein Ansatzpunkt sind jedoch die durch Massenmedien vermittelten kulturellen Beiträge. Anhand seines Textes „Massenkultur und Kultur-Niveaus“ sollen Ecos wichtigste Ziele und Forderungen bei der Nutzung der Massenmedien zur Vermittlung kultureller Werte herausgearbeitet werden. Außerdem wird seine dialektische Vorgehensweise bei der Analyse der Massenkultur vorgestellt. An Ecos Ergebnisse und Forschungsvorschläge knüpft der Text „Medienkitsch als Wertungs- und Rezeptionsphänomen“ an, indem hier der gesellschaftliche Umgang mit Medienkitsch als einem Teil der Unterhaltungskultur untersucht und mit einer Analyse der in diesem Zusammenhang entstandenen Echtheitsdebatte verknüpft wird. Neben den Thesen zum Medienkitsch sollen hier vor allem die Neudefinition, neue Perspektivierungsansätze sowie sich dadurch ergebende gesellschaftliche Möglichkeiten und Anforderungen vorgestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Dichotomisierung hoher und niederer Literatur

2.1 Umbruchstellen innerhalb der Literaturgeschichte

2.2. Folgen der Dichotomie hoher und niederer Literatur

2.3. Thesen und Lösungsvorschläge

3. Massenkultur und Kultur-Niveaus

3.1. Die Massenkultur unter Anklage

3.2. Die Verteidigung der Massenkultur

3.3. Forschungs- und Lösungsansätze

4. Medienkitsch als Wertungs- und Rezeptionsphänomen

4.1. Ausgangspunkt und Ziele

4.2. Thesen zum Kitsch

4.3. Kultivierungsbedarf

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche Trennung in hohe und niedere Kultur, um die zugrunde liegenden Mechanismen der Ausgrenzung zu verstehen und neue Ansätze für eine lebenspraktische Nutzung kultureller Angebote zu entwickeln. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Massenmedien und Kitsch als Instrumente der Kulturvermittlung fungieren können, ohne dabei in starre elitäre oder triviale Raster zu verfallen.

  • Historische Entstehung kultureller Dichotomisierungsprozesse
  • Dialektische Analyse der Massenkultur und ihrer Rezeptionsbedingungen
  • Untersuchung von Medienkitsch als Wertungs- und Rezeptionsphänomen
  • Neudefinition von Kultur als lebenspraktisches Instrument der Wirklichkeitsaneignung
  • Kritik am Machtanspruch kultureller Eliten

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Verteidigung der Massenkultur

Eco geht nicht davon aus, dass die eben angeführten Argumente der Kritiker falsch sind, sondern merkt an, dass auch andere Positionen in die Überlegung miteinbezogen werden müssen, weshalb er sich auch mit den Einstellungen der Verteidiger der Massenmedien beschäftigt und ihre Argumente auflistet. Viele Verteidiger der Massenmedien weisen darauf hin, dass die Existenz und die Bedingungen der massenmedialen Kultur anerkannt werden müssen, da sie notwendigerweise zum industriellen Gesellschaftssystem gehören.

Hingewiesen wird auch darauf, dass ein System der Massenmedien nicht typisch für kapitalistische Gesellschaftsformen ist, sondern dass sich solche Systeme beispielsweise auch im Kommunismus finden lassen, weshalb Kapitalismuskritik und die Kritik an den Massenmedien nicht unmittelbar verbunden werden dürfen. Auf diese Bedingungen sind auch Institutionalisierungsprozesse bzw. Verschleißerscheinungen innerhalb des Systems zurückzuführen. Beispielsweise werden selbst Einwände gegen die Massenkultur notwendigerweise selbst zu deren Bestandteil.

Einige Befürworter sehen in den Massenmedien auch den Ausdruck einer antropologischen Konstante; die Medien werden hier als neue Distributionswege zur Erfüllung alter Triebe betrachtet und mit den antiken Zirkusspielen verglichen. Schließlich wird im Zusammenhang mit den Bedingungen der Massenmedien darauf hingewiesen, dass auch die Massenmedien neue Darstellungsformen und Wahrnehmungsmuster hervorbringen, die sogar auf die hohe Kunst zurückwirken und Einfluss nehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Grundstein, indem sie die Dichotomisierung von Kultur in hohe und niedere Bereiche als Spiegel gesellschaftlicher Ausgrenzungsprozesse definiert und das methodische Vorgehen darlegt.

2. Die Dichotomisierung hoher und niederer Literatur: Dieses Kapitel beleuchtet historische Umbruchstellen und politische Hintergründe, die zur Kanonisierung einer elitären Literatur und zur Trivialisierung der Unterhaltungsliteratur führten.

3. Massenkultur und Kultur-Niveaus: Hier wird die Rolle der Massenmedien dialektisch analysiert, wobei sowohl die Kritik der Apokalyptiker als auch die Argumente der Verteidiger gegenübergestellt werden, um den Nutzwert für kulturelle Vermittlung zu hinterfragen.

4. Medienkitsch als Wertungs- und Rezeptionsphänomen: Das Kapitel untersucht Kitsch als Phänomen der Unterhaltungskultur, das durch eine veränderte Definition als Modus des Erlebens gesellschaftlich nutzbar gemacht werden kann.

5. Fazit: Das Fazit führt die Analysen zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, Kultur wieder stärker an Lebenspraxis und Erfahrung zu binden, um gesellschaftliche Gräben zu überwinden.

Schlüsselwörter

Dichotomisierung, Kulturtheorie, Massenkultur, Literaturgeschichte, Medienkitsch, Rezeptionsphänomen, Elitenkritik, Lebenspraxis, Wertungsproblem, Unterhaltungskultur, Kanonisierung, Industriegesellschaft, Kulturvermittlung, ästhetische Praxis, Bildungsauftrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die kulturelle Trennung zwischen sogenannter „hoher“ und „niederer“ Kultur und analysiert, wie diese Zweiteilung gesellschaftliche Machtverhältnisse und Ausgrenzungsmechanismen widerspiegelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Dichotomisierung der Literatur, die dialektische Betrachtung von Massenkultur im Industriezeitalter und die Analyse von Medienkitsch als emotionales Rezeptionsphänomen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Elitenanspruch in der Kulturkritik zu hinterfragen und Wege aufzuzeigen, wie kulturelle Produkte und Medienangebote gesellschaftlich sinnvoll und lebensnah genutzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein vergleichender und dialektischer Ansatz verfolgt, der die Theorien von Christa Bürger, Umberto Eco und Jürgen Grimm analysiert, um zu einem eigenen integrativen Verständnis des Kulturwertungsproblems zu gelangen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die historische Entstehung der kulturellen Spaltung, die Anklagepunkte und Verteidigungsstrategien der Massenkultur sowie eine neue Sichtweise auf Kitsch, der nicht mehr als bloß „schlecht“ sondern als Modus der Gefühlsbewältigung verstanden wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Dichotomisierung, Massenkultur, Medienkitsch, Lebenspraxis und Elitenkritik stehen im Zentrum der theoretischen Diskussion.

Wie unterscheidet sich die Bewertung von Kitsch hier von traditionellen Ansichten?

Im Gegensatz zur klassischen Abwertung des Kitschs als „unästhetisch“ oder „unecht“ wird er hier als wichtiges Instrument zur Domestikation von Angst und zur Strukturierung persönlicher Erfahrungen interpretiert.

Welche Rolle spielt die Politik in dieser Analyse?

Die Arbeit betont, dass die kulturelle Zweiteilung stets politisch bedingt ist und oft als Instrument dient, um den Einfluss bestimmter Bevölkerungsgruppen durch einen exklusiven Kanon zu begrenzen.

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Details

Title
Kulturtheorie: Der Gegensatz von "hoher" und "niederer" Kultur bei Bürger, Eco und Grimm
College
University of Siegen  (Studiengang Medien-Planung, -Entwicklung und -Beratung)
Course
Politik und Unterhaltung: Weltbild- und Politikvermittlung durch unterhaltsame Medienformate
Grade
1,0
Author
Veronika Petzold (Author)
Publication Year
2002
Pages
22
Catalog Number
V28189
ISBN (eBook)
9783638300421
Language
German
Tags
Kulturtheorie Gegensatz Kultur Bürger Grimm Politik Unterhaltung Weltbild- Politikvermittlung Medienformate
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Veronika Petzold (Author), 2002, Kulturtheorie: Der Gegensatz von "hoher" und "niederer" Kultur bei Bürger, Eco und Grimm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28189
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