Am 20. Juli 2011 kam es durch die deutsche Ratspräsidentschaft im UN-Sicherheitsrat zu einem außergewöhnlichen Vorstoß. Man hatte den globalen Klimawandel als Diskussions- und Tagesordnungspunkt auf die Agenda gesetzt und wollte den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der internationalen Sicherheit in einem Papier auf höchster internationaler Ebene festhalten. Dies gelang, indem man eine präsidentielle Erklärung unter Zustimmung aller Ratsmitglieder veröffentlichte, die einen vorsichtigen Bezug herstellte:
„Negative Folgen des Klimawandels könnten auf lange Sicht bereits bestehende Bedrohungen des Friedens und der Sicherheit in der Welt verschärfen“. Eine deutlichere Stellungnahme des Gremiums scheiterte an den starren Positionen Russlands und Chinas. Die deutsche Diplomatie feierte das Ergebnis dennoch als vollen Erfolg, da der UN-Sicherheitsrat damit erstmals einräumte, dass der Klimawandel eine Bedrohung des Weltfriedens darstellen kann.
Der Klimawandel kann sowohl direkte als auch indirekte Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben. Während Extremwetterereignisse immer häufiger werden, Nahrungsmittel und Wasser in einigen Weltregionen immer knapper werden und der Anstieg des Meeresspiegels den Lebensraum vieler Menschen bedroht, kumulieren diese direkten Auswirkungen des Klimawandels in einem vermehrten Aufkommen von „Klimaflüchtlingen“. Als Klimaflüchtlinge werden prinzipiell die Menschen bezeichnet, die aufgrund von Umweltveränderungen, die durch die globale Erwärmung hervorgerufen werden, ihre Heimat verlassen müssen. Diese Definition ist die am weitesten verbreitete und basiert auf der Definition für „Umweltflüchtlinge“, die durch den Bericht des United Nations Environment Programme (UNEP) „Environmental Refugees“ im Jahre 1985
eingeführt wurde.
Ein Musterbeispiel für Klimaflüchtlinge sind die Bewohner der Carteret-Inseln...
Inhalt
1. Einleitung
2. Definition, Rechtsstatus und Gründe für das Aufkommen von „Klimaflüchtlingen
2.1 Definition und Rechtsstatus von „Klimaflüchtlingen“
2.2 Gründe für das Aufkommen von Klimaflüchtlingen
2.2.1 Die Zunahme von Extremwetterereignissen
2.2.2 Nahrungsmittel- und Wasserknappheit
2.2.3 Der Anstieg des Meeresspiegels
3. Klimaflüchtlinge
3.1 Nordafrika
3.2 Die Sahelzone
5. Fazit/Ausblick
Literaturverzeichnis Anhang
Häufig gestellte Fragen
Warum wird der Klimawandel als Sicherheitsrisiko eingestuft?
Der UN-Sicherheitsrat erkannte 2011 an, dass der Klimawandel bestehende Bedrohungen des Friedens verschärfen kann, etwa durch Ressourcenknappheit und den Verlust von Lebensraum.
Wer gilt als "Klimaflüchtling"?
Menschen, die aufgrund von Umweltveränderungen wie dem Meeresspiegelanstieg oder Extremwetterereignissen, die durch die globale Erwärmung verursacht werden, ihre Heimat verlassen müssen.
Welche Regionen sind besonders von Klimaflucht betroffen?
Besonders gefährdet sind Nordafrika, die Sahelzone sowie tiefliegende Inselgruppen wie die Carteret-Inseln.
Welche Faktoren führen zur Vertreibung durch den Klimawandel?
Hauptgründe sind die Zunahme von Extremwetterereignissen, Nahrungsmittel- und Wasserknappheit sowie der Anstieg des Meeresspiegels.
Welchen Rechtsstatus haben Klimaflüchtlinge aktuell?
Der Rechtsstatus ist völkerrechtlich oft noch unklar, da sie nicht unter die klassische Definition der Genfer Flüchtlingskonvention fallen, was ihre Absicherung erschwert.
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- M.A. Florian Hideg (Author), 2012, Die sicherheits- und entwicklungspolitischen Herausforderungen des Klimawandels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281913