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Europa und seine verworrene Entität

Die Diskussion einer hinreichenden Definition

Título: Europa und seine verworrene Entität

Ensayo , 2012 , 10 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Markus Uehleke (Autor)

Filosofía - Filosofía del siglo XX
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Einem in Europa gebürtigen Menschen mögen diese Fragen obsolet erscheinen: Was versteht man eigentlich gemeinhin unter Europa? Wo beginnt es, wo endet es? Wann begann es, oder auch: wo hat es seinen Ursprung? Bei näherer Betrachtung wird es jedoch klarer, dass es keine Leichtigkeit ist „Europa“ zu definieren, vor allem dann nicht, wenn man neben dem politischen Staatenverband der EU auch historische und kulturelle Aspekte in den Blickwinkel nimmt. Gerade unter dieser Betrachtungsweise bleibt selbst eine geographische Eingrenzung als Subkontinent Eurasiens höchst kontrovers. Dennoch scheint es nicht nur im Rahmen von etwaigen EU-Erweiterungen von vermehrtem Interesse zu sein, die Grenzen Europas (mitunter auch die kulturellen), soweit dies überhaupt möglich ist, zu bestimmen. Der vorliegende Essay vertritt nun die These, dass Europa als Begriff lediglich ein Sammelsurium für die unterschiedlichen und dabei völlig verworrenen Ideen ist, die sich im Laufe der Geschichte und den damit einhergehenden politischen und kulturellen Änderungen ergeben haben. Europa als Begriff kann daher kein statischer Begriff sein. Im Gegenteil: einem ständigen Wandel unterlegen, entzieht er sich einer dauernden Definition, während die Fluidität des Begriffs es ermöglicht, alle nur denkbaren Vorstellungen über seine Vergangenheit, bzw. auch alle Hoffnungen über die Zukunft Europas mit seinem Begriff in eine scheinbare Widerspruchslosigkeit zu bringen. Die Analyse jener verworrenen Ideen soll im Anschluss klären, ob man überhaupt von einer Entität Europas sprechen kann. Damit einhergehend orientiert sich der Essay an dem Problem des Seins im Gewordensein oder anders formuliert: wie stellt man das Sein von etwas fest, das noch im Werden begriffen ist, sich also in statu nascendi befindet und bereits mehrfach befand? Man denke hierbei an die Vorläufer der modernen Europäischen Union, etwa an die Brüsseler Konferenz von 1874, die Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907 oder letztlich die Bemühungen um einen „Völkerbund“ nach Ende des Ersten Weltkrieges. In diesem Sinne ist „Europa“ bereits verworren als ein Kampfbegriff in der Tagespolitik, eine Utopie in der politischen Philosophie, ein Konstrukt in der Erkenntnistheorie oder ein Ideal in der Moralphilosophie.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung und methodischer Zugang

II. Formale Beschreibung/Eidetische Reduktion

III. Was bleibt? Die Frage nach der Entität

IV. Ein kynischer Gedanke: der Kosmopolitismus

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophische Fragestellung nach der Entität und Identität Europas, indem sie den Begriff „Europa“ als ein historisch gewachsenes, verworrenes Sammelsurium von Ideen dekonstruiert und nach alternativen Ansätzen zur Identitätsstiftung sucht.

  • Dekonstruktion des Europabegriffs durch historische und methodische Analyse
  • Untersuchung der Grenzen und religiös-kulturellen Grundlagen Europas
  • Analyse der Rolle von „kreativer Reibung“ und kollektivem Bewusstsein
  • Diskussion des kynischen Kosmopolitismus als Alternative zur nationalen Identität

Auszug aus dem Buch

II. Formale Beschreibung/Eidetische Reduktion

Versuchen wir also die verworrenen Ideen zu entwirren. Zunächst richten wir uns dabei nach der Frage, was Europa sei. Man meint für gewöhnlich, man hätte Europa erfasst, indem man sich die aktuelle Liste der EU-Mitgliedsstaaten vergegenwärtigt. Dass dies natürlich nicht haltbar ist und einen komplexen Gegenstand nur äußerst unzureichend darstellt liegt auf der Hand, denn man sprach schließlich auch vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges von irgendetwas, das man schlechthin „Europa“ nannte. Was war damit gemeint? Wenn es kein internationaler Staatenverband sein konnte, dann zunächst einmal der Kontinent Europa. Hier stoßen wir zumindest einmal auf natürliche Grenzen wie etwa dem Ural als Abgrenzung zu Asien, dem Mittelmeer als Grenze zu Afrika und dem Nordatlantik als Barriere zum amerikanischen Kontinent. Dennoch bleibt die Frage: Definition durch Abgrenzung? Das hieße, alles was sich innerhalb dieser Grenzen befindet, soll als Europa zusammengefasst werden? Ein kurzer Blick auf die Geschichte des Abendlandes zeigt die Willkür eines solchen Vorgehens, denn schließlich umfasste nicht nur der Europabegriff Herodots, sondern auch das Römische Imperium (ebenfalls nach der ost-west-römischen Spaltung) weitaus mehr Gebiete als es die natürlichen Grenzen vorgaben.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung und methodischer Zugang: Dieses Kapitel hinterfragt die Eindeutigkeit des Begriffs „Europa“ und führt die methodische Herangehensweise über eine phänomenologische Beschreibung sowie eidetische Reduktion ein.

II. Formale Beschreibung/Eidetische Reduktion: Hier werden gängige Definitionsversuche Europas über Geographie, Religion und Kultur kritisch beleuchtet und als unzureichend oder historisch kontrovers entlarvt.

III. Was bleibt? Die Frage nach der Entität: Dieses Kapitel dekonstruiert den Europabegriff als Fiktion und diskutiert das Streben nach kultureller Identität als notwendige, wenn auch unerreichbare Bedingung für gesellschaftliche Entwicklung.

IV. Ein kynischer Gedanke: der Kosmopolitismus: Abschließend wird der Kosmopolitismus als philosophischer Ansatz vorgestellt, um die europäische Identitätskrise durch eine Auflösung in ein holistisches Weltbürgertum zu überwinden.

Schlüsselwörter

Europa, Entität, Identität, Phänomenologie, Eidetische Reduktion, Kosmopolitismus, Christentum, Kulturleistung, Zivilisation, kreative Reibung, Nietzsche, Diogenes von Sinope, politisches Konstrukt, philosophische Anthropologie, Geistesgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch den Begriff „Europa“ und hinterfragt, ob es sich dabei um eine feste Entität oder lediglich um ein historisch gewachsenes, verworrenes Konstrukt von Ideen handelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die europäische Identitätssuche, das Verhältnis von Kultur- zu Zivilisationsleistungen, das kollektive europäische Bewusstsein sowie philosophische Gegenentwürfe zum Nationalismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die „verworrenen Ideen“ hinter dem Begriff Europa zu entwirren und zu prüfen, ob eine gesicherte Identität überhaupt existiert oder ob sie eine notwendige Fiktion darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen phänomenologischen Ansatz, der durch eine formale Beschreibung und die eidetische Reduktion ergänzt wird, um das Phänomen Europa jenseits gängiger Klischees zu erhellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Dekonstruktion geografischer und religiöser Grenzziehungen sowie der Analyse der „kreativen Reibung“ als Motor für Errungenschaften, gefolgt von einer philosophischen Reflexion über den Kosmopolitismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Entität, Eidetische Reduktion, Identitätskrise, kreative Reibung, Kosmopolitismus, Kulturleistung und das europäische Selbstverständnis.

Warum hält der Autor den Begriff „Europa“ für eine Fiktion?

Der Autor argumentiert, dass Europa als Begriff kein statischer Zustand ist, sondern sich stetig wandelt und keine inhaltliche Essenz besitzt, außer jener, die wir ihm durch unseren Glauben an diese Einheit verleihen.

Was bedeutet der „kynische Gedanke“ in Bezug auf Europa?

Der kynische Gedanke bezieht sich auf den antiken Kosmopolitismus, der vorschlägt, nationale oder kontinentale Identitäten aufzugeben, um eine holistische Weltoffenheit zu erreichen, die nicht an eine künstliche Entität gebunden ist.

Final del extracto de 10 páginas  - subir

Detalles

Título
Europa und seine verworrene Entität
Subtítulo
Die Diskussion einer hinreichenden Definition
Universidad
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Philosophie II)
Curso
Europatheorien der frühen Neuzeit
Calificación
1,7
Autor
Markus Uehleke (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
10
No. de catálogo
V281991
ISBN (Ebook)
9783656759300
ISBN (Libro)
9783656759294
Idioma
Alemán
Etiqueta
Spengler Europa Neuzeit Kosmopolitismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Markus Uehleke (Autor), 2012, Europa und seine verworrene Entität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281991
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