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Interaktives Fernsehen

Title: Interaktives Fernsehen

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Kaiser (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Die Diskussion über die Zukunft des Fernsehens hält spätestens seit 1997 an, als der Bundestag im Frühjahr über ein Multimediagesetz zu debattieren begann: Zahlreiche Pilotprojekte, die unter Stichworten wie interaktiv oder Medienrevolution von der EU, dem Bund oder den Ländern gestartet wurden, flankierten die kontroversen Meinungen über das kommende Fernsehprogramm. Der Begriff interaktiv ist in diesem Zusammenhang eine Bezeichnung für ein potentielles Fernsehmodell, das die Seh- und Nutzverhaltensweisen der Zuschauer Grund legend verändern könnte: Zunächst ist der Abruf einzelner Sendungen, die Zeit versetzt ausgestrahlt werden realisiert worden (near video on demand), eine Entwicklung die in der Theorie in der Möglichkeit für den einzelnen Zuschauer mündet, aus Videotheken und Archiven individuell Filme und Sendungen zu jeder Zeit auszuwählen und anzusehen (video/media on demand). Einher mit dieser Entwicklung ginge die Erweiterung der Eingriffsmöglichkeit von Zuschauern in den laufenden Live-Betrieb von Fernsehsendungen. Möglich ist bereits die Wahl der Kameraperspektive bei Live-Sendungen, die Auswahl verschiedener Handlungsstränge bei Spielfilmen oder das Bestellen von Waren mit Hilfe der Fernbedienung wären denkbar.

Ziel dieser Arbeit ist es, eine interaktive Zukunft des Fernsehens zu untersuchen, welche Möglichkeiten es bieten und wie es das Fernseh- und Sehverhalten verändern könnte. In diesem Zusammenhang ist auch der Frage nachzugehen, welche Entwicklung interaktives Fernsehen von den Anfängen der Rundfunkübertragung bis heute durchlaufen hat und welche Ursachen dazu führen könnten, dass der Zuschauer offensichtlich seit Entstehen des Fernsehens die Möglichkeit zur interaktiven Teilnahme gesucht haben könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff interaktives Fernsehen

3. Die Geschichte interaktiven Fernsehens in Deutschland

3.1. Individuelle Interaktivität

3.2. Kollektive Interaktivität

3.3. Interaktive Projekte der jüngsten Vergangenheit

4. Eine mögliche Zukunft des Fernsehens

4.1. Von analogem zum digitalen und interaktiven Fernsehen

4.2. Interaktives Fernsehen heute

4.3. Fernsehen der Zukunft

5. Schluss

6. Literatur

7. Internetquellen und -links

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die Zukunftsperspektiven des interaktiven Fernsehens. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche technischen und inhaltlichen Möglichkeiten dieses Modell bietet, wie es das Sehverhalten verändert und warum die breite Akzeptanz trotz zahlreicher Pilotprojekte bislang ausblieb.

  • Definition des Begriffs Interaktivität im Kontext des Fernsehens.
  • Historische Betrachtung von individuellen und kollektiven Interaktivitätsformaten in Deutschland.
  • Technologische Voraussetzungen, insbesondere die Digitalisierung und Kompressionsstandards wie MPEG-2.
  • Analyse der Akzeptanzhürden und der Diskrepanz zwischen technischer Machbarkeit und Nutzerverhalten.

Auszug aus dem Buch

3.3. Interaktive Projekte der jüngsten Vergangenheit

Auf der Documenta IX in Kassel stellte 1992 die Künstlergruppe Van Gogh TV ihr interaktives Projekt Piazza Virtuale vor, bei dem die Zuschauer das Programm selbst gestalten sollten. Es wurde ihnen ein offener virtueller Platz zur Verfügung gestellt, den sie über Fax, Telefon und Computermodem oder an öffentlichen Einstiegspunkten, an denen Videokameras installiert waren, nach ihren Wünschen verändern sollten. Bis zu 130.000 Anrufsversuche pro Stunde registrierte die Telekom, von denen immer nur je vier Teilnehmer/innen mit ihrer Stimme auf die Piazza Virtuale durften.

Sie präsentierte sich dem Zuschauer als Computer gesteuerte Fernsehoberfläche („media landscape“), auf der Schrift, Bild, Video, Computeranimation, Ton und Musik gleichzeitig erscheinen konnten. Von hier aus konnte der interaktive Zuschauer dann zu verschiedenen Anwendungen weiterschalten, beispielsweise zu einem virtuellen Orchester, in ein Kaffeehaus, um sich zu unterhalten, oder auf den Marktplatz zum Handeln. Mehrere Teilnehmer sollten somit simultan und kooperativ Programm für alle anderen, noch passiven Teilnehmer gestalten.

In Presseerklärungen hieß es, Zuschauer kämen miteinander in Kontakt - ohne Moderation durch den Sender oder die Künstler von Van Gogh TV. Auf der Suche nach Unterhaltung gäbe es nichts Unterhaltenderes, als jemanden zu treffen, der auch auf der Suche nach Unterhaltung sei.

Faszinierend wäre vor allem, so bemerkte ein Kritiker, die dabei ablaufende permanente Kommunikationskatastrophe gewesen: Vollkommen verloren hätten die Menschen im elektronischen Raum gestanden und nicht gewusst, was sie abgesehen von ihrer Existenzbezeugung dort ausrichten sollten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Diskussion um das interaktive Fernsehen seit 1997 und definiert das Ziel der Untersuchung bezüglich technischer Möglichkeiten und Zuschauerverhalten.

2. Zum Begriff interaktives Fernsehen: Dieses Kapitel definiert Interaktivität theoretisch und stellt die Abkehr vom passiven Konsumenten hin zum aktiven Nutzer dar.

3. Die Geschichte interaktiven Fernsehens in Deutschland: Es wird die chronologische Entwicklung in individuelle und kollektive Interaktivitätsformen sowie spezifische Projekte wie Piazza Virtuale unterteilt.

4. Eine mögliche Zukunft des Fernsehens: Dieses Kapitel analysiert den Übergang von analogen zu digitalen Übertragungswegen und bewertet die heutigen sowie zukünftigen Realisierungschancen interaktiver Dienste.

5. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass interaktives Fernsehen stark an den Gewohnheiten des passiven Zuschauers und an technischen Hürden scheitert.

6. Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

7. Internetquellen und -links: Verzeichnis weiterführender Internetadressen und spezifischer Projektlinks.

Schlüsselwörter

Interaktives Fernsehen, Interaktivität, Digitalisierung, Rundfunk, Zuschauerverhalten, Medienrevolution, MPEG-2, Videotext, Kommunikation, Fernsehprogramm, Nutzer, Technikfolgen, Medienkonsum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Konzept des interaktiven Fernsehens, dessen technische Entwicklung sowie die Auswirkungen auf das bisher passive Fernseh- und Sehverhalten der Zuschauer.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Definition des Interaktivitätsbegriffs, die historische Entwicklung in Deutschland, technologische Voraussetzungen wie die Digitalisierung sowie die soziokulturellen Herausforderungen bei der Akzeptanz neuer Medienformen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die interaktive Zukunft des Fernsehens zu untersuchen und zu ergründen, warum trotz vorhandener technischer Möglichkeiten keine grundlegende Veränderung der Sehgewohnheiten stattgefunden hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historische und systemtheoretische Analyse, ergänzt durch Fachliteratur und die Betrachtung konkreter Pilotprojekte zur Erhebung des Status quo.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Begriffs, eine historische Bestandsaufnahme der deutschen TV-Geschichte bezüglich Interaktivität sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der technischen Digitalisierung und Zukunftsszenarien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Interaktivität, Medienkonsum, Digitalisierung, Zuschauerrolle, technische Hürden und Programmgestaltung.

Was zeigt das Beispiel Piazza Virtuale auf?

Das Beispiel illustriert den Versuch einer kooperativen Programmgestaltung durch Zuschauer, wobei deutlich wird, dass technisches Potenzial oft an einer fehlenden Kommunikationsstruktur und der Überforderung der Nutzer scheitert.

Warum ist laut Autor die Bezeichnung "interaktives Fernsehen" irreführend?

Der Autor argumentiert, dass der Begriff meist die Nutzung anderer Medien zur Zuschauerbeteiligung beschreibt und das System Fernsehen selbst oft unverändert bleibt, da echte Interaktion einen wechselseitigen Austausch erfordert.

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Details

Title
Interaktives Fernsehen
College
Technical University of Darmstadt  (Institut für Soziologie)
Course
Seminar: Geschichte und Theorie des Fernsehens
Grade
1,3
Author
Michael Kaiser (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V28203
ISBN (eBook)
9783638300537
Language
German
Tags
Interaktives Fernsehen Seminar Geschichte Theorie Fernsehens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Kaiser (Author), 2003, Interaktives Fernsehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28203
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