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Heidegger und "Techne". Das Wesen der Technik und die Kehre

τέχνη. Was ist Ge-stell und wohin „stellt“ es den Menschen?

Titel: Heidegger und "Techne". Das Wesen der Technik und die Kehre

Studienarbeit , 2013 , 14 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Paul Parszyk (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Frage nach der Technik, wendet Heidegger seine dekonstruktivistische Methode der ἀλήθεια (alētheia) an, um zu „be-stimmen“, was τέχνη (technē) eigentlich ist: Technik sei im Wesentlichen nichts Technisches, sondern „Ge-stell“, heißt es in einer der Thesen Heideggers.

Was genau Heidegger damit meint und wie oder ob sich dies auf (moderne) Technik anwenden lässt, wird von mir in dieser Selbststudienarbeit untersucht und diskutiert werden. Was genau ist also „Gestell“ und wohin „stellt“ es die Technikverwendenden? Wird das Wesen des Menschen und unsere Auffassung von Realität hierbei „ent-borgen“ oder auch „ver-borgen“ bzw. „ver-stellt“? Welche Rolle spielt hierbei die Ambivalenz der Technik für Heidegger?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Heidegger und τέχνη

2.1 Heideggers Kulturkritik

2.2 Heideggers Frage nach der Technik (Das „Was“ und τέλος )

2.3 Heideggers Unterscheidung: Vorhandenheit und Zuhandenheit (Sein und Zeit)

2.4 Heideggers Unterscheidung: Technik („alt“ und modern)

2.5 Was ist Ge-stell? - Ressource und Referenz

2.6 Die Kehr(e)(-seite) und Seinsmodi der Technik

3 Zusammenfassungen

4 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Heideggers Philosophie der Technik, insbesondere seine Wesensbestimmung des „Ge-stells“, um zu erörtern, wie sich moderne Technik auf das menschliche Dasein und dessen Weltverhältnis auswirkt.

  • Kritische Analyse von Heideggers Technikbegriff in Abgrenzung zur rein instrumentellen Sichtweise
  • Untersuchung der Differenzierung zwischen Vorhandenheit und Zuhandenheit
  • Erörterung des Begriffs „Ge-stell“ als Herausforderung und Gefahr der modernen Technik
  • Reflektion über die Rolle der „Kehre“ und die Möglichkeit eines bewussten Umgangs mit technisierten Seinsmodi

Auszug aus dem Buch

2.4 Heideggers Unterscheidung: Technik („alt“ und modern)

„Was ist die moderne Technik? Auch sie ist ein Entbergen.“16

Wir sind immer schon in einem Dasein. Ob wir eine Brille oder Keule verwenden, oder wir die Brille oder Keule gleich selbst „be-werk-stell-igen“, aus dem Dasein ins „Da“ stellen, ist ein Unterschied. Ein noch viel größerer aber ist es, ob wir in einer Massenproduktionsfirma für Plastikkeulen, jeweils immer nur einen – entfremdenden – Arbeitsschritt verrichten, von dem wir vielleicht sogar noch nicht einmal wissen, wofür er „gut“ ist, der das kleine Mittel zum Zweck „ver richtet“, der sich in einer großen Mittel zum Zweck-Maschinerie abspielt oder ob wir irgendwo in der Holzhütte einsam unsere Keule schnitzen und schmirgeln.

Es gibt etwas anderes, etwas Neuartiges an der Technik in der Moderne, sagt Heidegger17. Mit der Technik in der Moderne gehe ein positiver Aspekt der Technik verloren: nicht nur das Künstlerische, Schöpferische der schönen, als auch pragmatischen Künste, z.B. die des Tischlers, die ποίησις (poíēsis) (die Technik entbergt auch in Zusammenarbeit mit dem Menschen das hervorgebrachte Selbstständige), sondern das Unmittelbare. Dies gilt es auszuführen.

Heidegger ist der Ansicht, das das Wesen der modernen Technik Ge-stell sei. Das Hervorgebrachte18, Schöpferische wird nun nicht in die Eigenständigkeit „ge-stellt“, es ist nichts Statisches mehr, sondern es wird mittelbarer, wörtlich geteilt, aufgeteilt, zerrissen und geleitet als auch umgeleitet, aufgespalten in einen Kreislauf gebracht; in einen Kreislauf, der irreversibel ist. Das Hervorgebrachte oder Gewonnene wird aus seiner Unabhängigkeit gerissen und in ein referentielles Zeichensystem gebracht. Was ist damit gemeint? Der Tisch des Tischlers ist genau wie die Keule in eine Maschinerie geraten. Dieser Kreislauf wirkt eher erhaben als schön auf uns. Das Holz wird zur Massenware, es wird „be-stellt“ und in den Dienst „ge-stellt“, landet dort, wo es gebraucht werden wird. Ein Tisch wird nun aus tausend Teilen zusammengebastelt, aber nicht mehr von Tischlern. Der Entstehungsprozess wird unnatürlich. Der Mensch geht nicht mehr aktiv mit seiner Umwelt und den natürlichen Ressourcen um, er schafft selbst die Ressource, unabhängig von allem, was ins „Da“ gestellt ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die anthropologische Dimension der Technik ein und skizziert die dekonstruktivistische Methode Heideggers bei der Untersuchung des Wesens der Technik.

2 Heidegger und τέχνη: Dieses Kapitel erörtert Heideggers Technikverständnis im Kontext seiner Kulturkritik und seiner Fundamentalontologie, um den Übergang von traditionellem Handwerk zur modernen Technik zu verdeutlichen.

2.1 Heideggers Kulturkritik: Es wird dargelegt, dass Heideggers gesamtes Denken als eine Form der Kulturkritik verstanden werden kann, die sich kritisch mit der Metaphysik und dem Umgang mit dem Sein auseinandersetzt.

2.2 Heideggers Frage nach der Technik (Das „Was“ und τέλος ): Das Kapitel widmet sich der Wesensfrage nach der Technik als einer „Ent-bergung“ und diskutiert, warum für Heidegger das Wesen der Technik keineswegs technisch ist.

2.3 Heideggers Unterscheidung: Vorhandenheit und Zuhandenheit (Sein und Zeit): Hier wird die Differenz zwischen dem rein Vorhandenen und dem für den Menschen im Tätigkeitszusammenhang zuhandenen Werkzeug analysiert.

2.4 Heideggers Unterscheidung: Technik („alt“ und modern): Der Fokus liegt auf dem qualitativen Sprung zur modernen Technik, die durch das „Ge-stell“ geprägt ist und das Unmittelbare verdrängt.

2.5 Was ist Ge-stell? - Ressource und Referenz: Dieses Kapitel definiert das „Ge-stell“ als eine Weise des Entbergens, in der alles – auch der Mensch – zur Ressource im Bestand wird.

2.6 Die Kehr(e)(-seite) und Seinsmodi der Technik: Hier wird die Möglichkeit einer „Kehre“ diskutiert, bei der das Bewusstsein über die Gefahr des Ge-stells zu einem neuen Denken des Seins führen könnte.

3 Zusammenfassungen: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit einer kritischen Perspektive auf moderne Technikprozesse.

4 Bibliographie: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primär- und Sekundärquellen der Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Martin Heidegger, Technikphilosophie, Ge-stell, Entbergen, Dasein, Sein und Zeit, Kulturkritik, Vorhandenheit, Zuhandenheit, Kehre, Seinsvergessenheit, Moderne Technik, Ressource, Bestand, Wesensfrage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Techniktheorie Martin Heideggers, insbesondere mit der Untersuchung, wie die moderne Technik das Wesen des Menschen und seinen Bezug zur Welt verändert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Kulturkritik Heideggers, die Unterscheidung zwischen Vorhandenheit und Zuhandenheit, das Konzept des „Ge-stells“ sowie die Frage nach der „Kehre“ im menschlichen Umgang mit Technik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Begriff des „Ge-stells“ zu erläutern und zu hinterfragen, wohin die moderne Technik den Menschen „stellt“ und welche Gefahren daraus für das ursprüngliche Sein entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine dekonstruktivistische Herangehensweise im Sinne der Heideggerschen Philosophie, um durch eine phänomenologische Analyse das Wesen der Technik jenseits rein technischer Definitionen freizulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit Heideggers Kulturkritik, der ontologischen Differenz von Dingen und Werkzeugen sowie einer intensiven Untersuchung der modernen Technisierung als Umwandlung der Welt in einen „Bestand“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind „Ge-stell“, „Entbergen“, „Seinsvergessenheit“, „Dasein“ und „Kehre“.

Inwiefern unterscheidet Heidegger zwischen alter und moderner Technik?

Während die „alte“ Technik im Sinne von τέχνη (Handwerk) noch schöpferische Züge trägt und im Einklang mit dem Menschen steht, ist die moderne Technik durch das „Ge-stell“ geprägt, welches das Hervorgebrachte in einen irreversiblen, industriellen Verwertungskreislauf zwingt.

Was bedeutet der Begriff „Bestand“ im Kontext des Ge-stells?

„Bestand“ bezeichnet den Zustand, in dem Dinge und Menschen nur noch als abrufbare Ressourcen für technische und wirtschaftliche Prozesse gesehen werden, wodurch ihr ursprünglicher Sinn verloren geht.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Heidegger und "Techne". Das Wesen der Technik und die Kehre
Untertitel
τέχνη. Was ist Ge-stell und wohin „stellt“ es den Menschen?
Hochschule
Universität Erfurt  (Seminar für Philosophie)
Note
2,7
Autor
Paul Parszyk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V282044
ISBN (eBook)
9783668172814
ISBN (Buch)
9783668172821
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heidegger Technik Philosophie Kulturkritik Ge-stell Wesensfrage In den Dienst gestellt sein Anthripologie Moderne Technik und Medien Entfremdung Verstellung Seinsvergessenheit In-der-Werl-sein Epoché Die Technik und die Kehre Sein und Zeit Vorhandenheit und Zuhandenheit Zeugganzes
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Arbeit zitieren
Paul Parszyk (Autor:in), 2013, Heidegger und "Techne". Das Wesen der Technik und die Kehre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282044
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Leseprobe aus  14  Seiten
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