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Der militante Islamismus und seine sakralpolitischen Grundlagen

Vorbilder und Jihad

Título: Der militante Islamismus und seine sakralpolitischen Grundlagen

Trabajo de Investigación , 2014 , 32 Páginas

Autor:in: Celalettin Kartal (Autor)

Teología - Religión islámica
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Militante Islamisten („Jihadisten“) berufen sich bei ihren Verbrechen auf den Islam, d.h. vor allem auf den Koran, seinen Propheten Mohammed sowie seine Historie. Hingegen erklären Vertreter muslimischer Organisationen, dass die Verbrechen der militanten Islamisten mit dem Islam und den Koran nichts zu tun haben. Vielmehr würden die militanten Islamisten eine friedliche Religion pervertieren und seien nur dem Namen nach islamisch. Wer darf nun im Namen des Islam sprechen? Meine Expertise soll beiden Sichtweisen widersprechen und zu einer differenzierten Beurteilung kommen.

Dazu sollen in dieser Abhandlung drei zentrale Aspekte des militanten Islamismus untersucht werden; anschließend (vgl. VII) soll der Frage nachgegangen werden, ob eine historische Lesart und Auslegung der islamischen Quellen angesichts der Instrumentalisierung des Islam geboten erscheint: Erstens ist der Jihad (Anstrengung oder Kampf) gegen die „Ungläubigen“ oder Nicht-Muslime in der Anfangszeit des Islam so betrieben worden, wie die militanten Islamisten es in der Gegenwart praktizieren. Zweitens steht die von ihnen propagierte Formel „Islam ist Staat und Religion“ im Koran bzw. lässt sie sich aus dem Koran oder der Sunna (wörtlich: Brauch) des Propheten wenigstens mittelbar ableiten? Wie sah der „islamische Staat“ zur Zeit des Propheten (570-632 n. Chr.) bzw. der „vier rechtgeleiteten Kalifen“ aus (632-661 n. Chr.)? Drittens und letztens, wie weit können sich die militanten Islamisten der Gegenwart bei ihren Zielen um die Errichtung einer „islamischen Weltordnung“ auf das sakrale Recht des Islam aus dem Koran und der „Sunna des Propheten“ (Sprüche und Handlungen) berufen? Alle anderen Gründe, die gleichfalls für die Entstehung des militanten Islamismus ursächlich sind, werden ihres Umfangs wegen ausgeklammert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Untersuchungsgegenstand

A. Vorüberlegungen

B. Ziele des Islamismus

C. Entstehung des Islamismus

D. Die Vorbilder des Islamismus

E. Der islamische Staat nach dem Koran

F. Die Institutionen des islamischen Staats

G. Der Jihad als Mittel zur Einführung der Scharia

1. Begriffliche Klärung des Jihad

2. Der Jihad in der Historie

3. Verschiedene Verse des Jihad

4. Die Belohnung für die Teilnahme am Jihad

5. Voraussetzungen des Jihad

6. Fälle des Jihad

H. Abschließende Betrachtung

II. Gesamtergebnis

III. Anhang: Scharia und Grundgesetz (Skizze)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sakralpolitischen Grundlagen des militanten Islamismus und analysiert, inwieweit sich Akteure des Jihad auf den Koran und die Sunna berufen können. Das Ziel ist eine differenzierte wissenschaftliche Beurteilung, die sowohl islamische Quellen kritisch beleuchtet als auch die historische Kontextualisierung der Jihad-Doktrin hinterfragt, um dem Missbrauch religiöser Texte für politisch-militärische Zwecke entgegenzuwirken.

  • Historische und theologische Analyse des Jihad-Begriffs
  • Untersuchung der Idealisierung des frühen islamischen Staatsmodells
  • Kritische Reflexion der "Islam ist Staat und Religion"-Formel
  • Gegenüberstellung von Scharia-Recht und modernen Menschenrechten
  • Notwendigkeit einer historisch-kritischen Exegese für eine friedfertige Interpretation

Auszug aus dem Buch

D. Die Vorbilder des Islamismus

Alle Islamisten behaupten, dass mit einer „islamistischen Ordnung“ Gottes Wille auf Erden umgesetzt werde. Diese Ordnung würde alle Ungerechtigkeiten beheben und die Menschen auf ewig beglücken. Die Scharia als islamische Rechtsordnung müsse überall verwirklicht werden. Unter der Scharia verstehen sie die von Gott vorgegebenen Gesetze, die alle Lebensbereiche sowie die Beziehung des Menschen zu seinem Schöpfer abschließend und für immer regelt. Diese können weder geändert noch für obsolet erklärt werden. Nur diese Quellen entsprächen der menschlichen Natur. Folglich werde der Islam seinen Siegeszug fortsetzen und die von allen Menschen herbeigesehnte, zivilisierte Gesellschaft schaffen, in der Herrschaft nicht mehr von der Willkür der Gottesgeschöpfe abhänge, sondern allein von Gott, dem Unfehlbaren, ausgehe.

Maududi (1903-1979), Sayyid Qutb (1906–1966) und Hassan al-Banna (1906-1949) gelten als die wichtigsten Vordenker dieser theokratisch-islamistischen Ordnung. Die ersten beiden fassen den Islam als eine „ideale Weltordnung“ auf. Danach könne nur „der reine Islam“ den Staat vor seinen chronischen Defiziten retten. Nur er mache das gotteswidrige Mehrparteiensystem des „imperialen Westens“ ganz überflüssig. Der Koran und die Sunna des Propheten enthielten die perfekte Wahrheit. Der dritte Vordenker Hassan al-Banna ergänzt: "Der Koran ist unsere Verfassung, und der Prophet ist unser Führer" (al-Banna). Es liege „in der Natur des Islam, zu herrschen und nicht, beherrscht zu werden, seine Gesetze allen Nationen aufzuzwingen, seine Macht über den gesamten Planeten auszuweiten.”

Zusammenfassung der Kapitel

I. Untersuchungsgegenstand: Die Einleitung definiert das Ziel der Abhandlung, die ideologischen Wurzeln des militanten Islamismus durch eine historisch-kritische Lesart der Quellen zu hinterfragen.

A. Vorüberlegungen: Es wird die politische Ideologie des Islamismus und die Unterscheidung zwischen legalistischen und militant-jihadistischen Strömungen skizziert.

B. Ziele des Islamismus: Dieses Kapitel erläutert den Anspruch der Islamisten, westliche Ordnungsstrukturen durch eine Scharia-basierte Weltordnung zu ersetzen.

C. Entstehung des Islamismus: Die Rückbesinnung auf die "ideal verstandene Frühzeit" des Islams wird als ideologisches Fundament des modernen Islamismus herausgearbeitet.

D. Die Vorbilder des Islamismus: Die wichtigsten Vordenker des theokratischen Modells werden vorgestellt und ihre Auffassung vom Islam als absolutem politischem System beschrieben.

E. Der islamische Staat nach dem Koran: Es wird dargelegt, dass das Konzept eines islamischen Staats im Koran nicht explizit definiert ist und auf lückenhaften, auslegungsbedürftigen Versen basiert.

F. Die Institutionen des islamischen Staats: Dieses Kapitel untersucht die im Islamismus postulierten Machtstrukturen und hinterfragt die Legitimität der Formel "Islam ist Staat und Religion".

G. Der Jihad als Mittel zur Einführung der Scharia: Es folgt eine tiefgehende Analyse des Jihad als kriegerisches Mobilisierungsinstrument in Theorie und Geschichte.

H. Abschließende Betrachtung: Der Autor plädiert für eine historisch-kritische Exegese des Korans, um den Missbrauch religiöser Texte im militanten Kontext zu verhindern.

II. Gesamtergebnis: Die Arbeit resümiert, dass der militante Islamismus eine mediävale Ideologie darstellt, die durch Bildung und eine rationale Lesart der Quellen reformiert werden muss.

III. Anhang: Scharia und Grundgesetz (Skizze): Diese vergleichende Übersicht stellt zentrale Scharia-Prinzipien dem deutschen Grundgesetz gegenüber.

Schlüsselwörter

Islamismus, militanter Islamismus, Jihad, Scharia, Koran, Sunna, politische Ideologie, historisch-kritische Exegese, Kalifat, Menschenrechte, Fundamentalismus, Religion und Staat, Islam, Völkerrechtsordnung, Radikalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sakralpolitischen Grundlagen des militanten Islamismus, insbesondere die Rolle des Jihad, und untersucht, wie diese Ideologie auf islamische Quellen wie den Koran und die Sunna zurückgreift.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung islamistischer Ideologien, die Vorbildfunktion der frühislamischen Epoche, die rechtliche Analyse der Scharia und die Vereinbarkeit islamischer Dogmen mit modernen Menschenrechten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob eine historisch-kritische Lesart der islamischen Quellen die Instrumentalisierung des Islam durch militante Islamisten widerlegen kann und ob ein "islamischer Staat" auf Basis der überlieferten Texte überhaupt legitimierbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-kritische und rechtswissenschaftliche Analyse, um religiöse Texte in ihren spezifischen Entstehungskontext des 7. Jahrhunderts zu rücken und sie von der modernen Instrumentalisierung zu entkoppeln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Zielen des Islamismus, den Vordenkern wie Sayyid Qutb, der kritischen Prüfung der Institutionen eines "islamischen Staats" und einer detaillierten Auseinandersetzung mit der Jihad-Doktrin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Jihad, Scharia, militanter Islamismus, historisch-kritische Exegese, Kalifat, sowie das Spannungsfeld zwischen religiösem Absolutheitsanspruch und moderner Völkerrechtsordnung.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Jihad in der heutigen Zeit?

Der Autor sieht den Jihad von militanten Gruppen als politisch-militärisches Instrument der Machtausübung, das fälschlicherweise als religiöse Pflicht glorifiziert wird, obwohl die koranischen Kampfverse historisch auf eine spezifische Verteidigungssituation begrenzt waren.

Welche Lösung schlägt der Autor für den Missbrauch islamischer Quellen vor?

Der Autor fordert zwingend eine Historisierung und eine moderne, vernunftorientierte Exegese des Korans, um den Missbrauch für politische Ziele zu stoppen und den Dialog in säkularen Gesellschaften zu ermöglichen.

Final del extracto de 32 páginas  - subir

Detalles

Título
Der militante Islamismus und seine sakralpolitischen Grundlagen
Subtítulo
Vorbilder und Jihad
Universidad
University of Hannover  (Seminar für Religionswissenschaften)
Curso
Islamic Law and its Introduction Practice, theory and methods of interpretation
Autor
Celalettin Kartal (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
32
No. de catálogo
V282068
ISBN (Ebook)
9783656762003
ISBN (Libro)
9783656762010
Idioma
Alemán
Etiqueta
islamismus grundlagen vorbilder jihad
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Celalettin Kartal (Autor), 2014, Der militante Islamismus und seine sakralpolitischen Grundlagen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282068
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