Nationale Rechnungslegungssysteme verlieren zunehmend an Bedeutung. An ihre Stelle treten international gültige Rechnungslegungsstandards wie die IFRS oder die US-GAAP. Als treibende Kraft für diese Internationalisierung der Rechnungslegung wird der erhöhte Kapitalbedarf vieler Unternehmen durch ihre internationale Ausrichtung der Geschäftstätigkeit gesehen. Auch deutsche Unternehmen greifen hierbei verstärkt auf internationale Kapitalmärkte zur Finanzierung ihrer Aktivitäten zurück.
Aus dem Inhalt:
- Motive für eine internationale Rechnungslegung
- Einführung der IFRS in Deutschland
- Unterschiede der Rechnungslegung nach HGB und IFRS
Inhaltsverzeichnis
1. Motive für eine internationale Rechnungslegung
2. Einführung der IFRS in Deutschland
3. Unterschiede der Rechnungslegung nach HGB und IFRS
4. Schnittstellen zwischen Bilanzierung und Controlling unter IFRS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Internationalisierung der Rechnungslegung in Deutschland, analysiert die konzeptionellen Unterschiede zwischen HGB und IFRS und beleuchtet die daraus resultierenden neuen Schnittstellen für das Controlling in Unternehmen.
- Gründe und Motive für eine internationale Rechnungslegung
- Prozess und rechtliche Rahmenbedingungen der Einführung der IFRS in Deutschland
- Gegenüberstellung der Rechnungslegungssysteme nach HGB und IFRS
- Analyse der veränderten Anforderungen an das Controlling im Rahmen der IFRS-Umstellung
- Bedeutung von Fair Value-Bewertungen für die interne Unternehmenssteuerung
Auszug aus dem Buch
4. Schnittstellen zwischen Bilanzierung und Controlling unter IFRS
In diesem Kapitel sollen die Schnittstellen zwischen Bilanzierung und Controlling im Zusammenhang mit einer Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS vorgestellt werden. Zunächst gilt es dafür den Begriff des Controllings genauer zu definieren.
Das Controlling hat im Rahmen eines koordinationsorientierten Verständnisses nach KÜPPER die Funktion der Koordination des Führungsgesamtsystems eines Unternehmens zur Sicherstellung einer zielgerichteten Lenkung. Dem Management als Träger von Führungsaufgaben stehen von der obersten Geschäftsleitung bis zur untersten Ebene eines Unternehmens verschiedenartige Führungsinstrumente zur Verfügung. Diese bilden zusammen mit allen Handlungen der sozialen Einflussnahme und allen Personen, welche diese ausführen, ein Führungssystem. KÜPPER untergliedert das System in die fünf Führungsteilsysteme Organisation (1), Planungssystem (2), Kontrollsystem (3), Personalführungssystem (4) und Informationssystem (5).
Die Organisation (1) als Teilsystem klärt die Fragen in Bezug auf die Verteilung von Aufgaben sowie der Handlungs-, Weisungs- und Entscheidungsrechte. Eine Koordination innerhalb der Organisation als Funktion des Controllings beinhaltet die Bereinigung von Organisationsproblemen der Führungsteilsysteme und organisatorische Maßnahmen zur Koordination von Führungsaufgaben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Motive für eine internationale Rechnungslegung: Es wird erläutert, warum nationale Rechnungslegungssysteme an Bedeutung verlieren und durch internationale Standards ersetzt werden, getrieben durch den hohen Kapitalbedarf global agierender Unternehmen.
2. Einführung der IFRS in Deutschland: Dieses Kapitel beschreibt die gesetzliche Verankerung der IFRS durch die EU-IAS-Verordnung und die Reaktion des deutschen Gesetzgebers durch das Bilanzrechtsreformgesetz.
3. Unterschiede der Rechnungslegung nach HGB und IFRS: Hier werden die fundamentalen Divergenzen hinsichtlich der Abschlusszwecke, der Bewertungsprinzipien und der Bedeutung von Zeitwerten zwischen dem Vorsichtsprinzip des HGB und dem Informationsfokus der IFRS analysiert.
4. Schnittstellen zwischen Bilanzierung und Controlling unter IFRS: Die Arbeit zeigt auf, dass eine Umstellung auf IFRS eine Neustrukturierung des Controlling-Bereichs erfordert, da die externe Rechnungslegung stärker auf operative Controlling-Daten angewiesen ist.
Schlüsselwörter
Internationale Rechnungslegung, IFRS, HGB, Controlling, Fair Value, Unternehmenssteuerung, Bilanzierung, Abschlussprüfung, Informationsfunktion, Gläubigerschutz, Kapitalmarkt, Finanzberichterstattung, Neubewertungsmodell, Segmentberichterstattung, Konzernabschluss
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Prozess der Internationalisierung der Rechnungslegung in Deutschland und untersucht, wie die Umstellung von nationalen HGB-Standards auf die internationalen IFRS die Arbeit des Controllings beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den Motiven für internationale Standards, den rechtlichen Rahmenbedingungen der IFRS-Einführung in Deutschland, dem Vergleich von HGB und IFRS sowie der funktionalen Verzahnung von externem Rechnungswesen und internem Controlling.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Auswirkungen der IFRS-Rechnungslegung auf das Controlling aufzuzeigen und Strategien für die Gestaltung der daraus entstehenden neuen Schnittstellen zwischen Bilanzierung und interner Unternehmenssteuerung zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Konzepte zur Rechnungslegung und zum Controlling, kombiniert mit einer systematischen Gegenüberstellung und Auswertung regulatorischer Vorgaben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Bilanzierungsunterschiede zwischen HGB und IFRS sowie die konkrete Darstellung, wie die Bereitstellung operativer Daten für IFRS-Berichtspflichten die Rolle des Controllers verändert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind IFRS, HGB, Fair Value, Controlling, Informationsfunktion, Bilanzierung, Unternehmenssteuerung und Kapitalmarktorientierung.
Inwiefern unterscheidet sich der Zweck der Rechnungslegung nach HGB und IFRS?
Während sich das HGB primär am Vorsichtsprinzip und dem Gläubigerschutz orientiert, zielen die IFRS auf die Vermittlung entscheidungsnützlicher Informationen für Investoren ab, wobei der Fair Value eine zentrale Rolle spielt.
Warum stellt die IFRS-Umstellung eine Herausforderung für das Controlling dar?
Die IFRS erfordern einen höheren Grad an Transparenz und eine detaillierte Datenbereitstellung, was das Controlling zwingt, operative Daten stärker in die externe Berichterstattung zu integrieren und die Auswirkungen dieser Kennzahlen auf die Unternehmenssteuerung neu zu interpretieren.
- Quote paper
- Mathias Kuropka (Author), 2006, Die Internationalisierung der Rechnungslegung in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282107