Interne und externe Evaluation als Mittel der Qualitätssicherung in der Schule


Akademische Arbeit, 2007

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Qualitätssicherung durch Evaluation

2. Sinn und Nutzen von Evaluation

3. Externe Evaluation

4. Interne Evaluation

5. Zusammenwirken von externer und interner Evaluation

Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Qualitätssicherung durch Evaluation

Evaluation „gehört zu den schwierigsten Prozessen der Schulentwicklung. Gibt es dafür nicht genügend Zeit und Kompetenz (...), dann wird sie ein einmaliges Erlebnis bleiben, an das man sich mit Freude, Schrecken oder Langeweile erinnert.“[1] Altrichter beschreibt Evaluation als einen systematischen Prozess des Bestimmens von Qualitätskriterien für die pädagogische Praxis. Evaluation erfordert das Sammeln und Analysieren von Informationen, um auf deren Basis Bewertungsurteile sowie begründete Weiterentwicklungen für die pädagogische Praxis zu ermöglichen.[2] Kempfert/Rolff heben ebenso den Prozesscharakter von Evaluation hervor, indem sie betonen, dass Evaluation keineswegs etwas Einmaliges und Punktuelles sei, sondern etwas Dauerhaftes.[3] Nach Auffassung von Altrichter kann von drei Aggregatzuständen im Hinblick auf Evaluation gesprochen werden.

I. Die Mikroperspektive:[d.V.] Im Kern geht es hier um den Aspekt, dass Handlungen Rückkopplungen und Reflexionen zwischen Interaktionspartnern auslösen. Erfolgreiches Handeln wird in der Regel bestärkt, weniger erfolgreiches wird modifiziert, eliminiert bzw. durch Alternativhandeln ersetzt. Evaluation kommt also eine Steuerungswirkung zu.

II. Die Makroperspektive:[d.V.] Der Grundmechanismus ist der gleiche. Die Evaluation von Entwicklungsprogrammen steht im Zentrum. Allerdings sind in dem Zusammenhang großflächigere Phänomene wie Curricula, Unterrichtsmaterialien, Beratungsprogramme oder neue Organisations-strukturen gemeint.

III. Eine neue, umfassende Perspektive:[d.V.] Diese Perspektive beinhaltet die Aspekte der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung, zumeist mit allumfassenden Ansprüchen. Alle relevanten Leistungen einer Organisation sollen systematisch betrachtet, evaluiert und weiterentwickelt werden.[4]

Immer wenn von Qualitätssicherung gesprochen wird, dann geht es um eine „kritische Überprüfung von Leistungen und Ergebnissen vor dem Hintergrund vorgegebener und selbst definierter Ziele und Aufgaben(...).“[5] Die vorgenannten selbst definierten Ziele und Aufgaben werden in den Schulen in Schulprogrammen[6] festgeschrieben. Die nachstehende Abbildung 1 soll grundlegende Aspekte verdeutlichen, die für die Schulprogrammarbeit wesentlich sind.

Abbildung 1: Begrifflicher Zusammenhang von Leitbegriffen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Eder/Thonhauser 2001: 139

Das Schulleitbild [d.V.] beinhaltet allgemeine Prinzipien und allgemeine Zielvorstellungen für die Arbeit und das Zusammenleben an Schulen. Dabei empfiehlt es sich, einprägsame und Werte verkörpernde Formulierungen zu wählen, die nach innen und außen wirken.[7] Nach Auffassung von Kempfert/ Rolff repräsentieren Schulleitbild und Schulprogramm das pädagogische Selbstverständnis einer Schule und stellen zudem Prüfkriterien dar, an denen sich Schulqualität ablesen und bewerten lässt.[8] Das Schulprofil [d.V.] fungiert als Aushängeschild/Image der Schule. In ihm kommen fachliche wie überfachliche Angebote/Qualifikationen oder auch Besonderheiten zum Ausdruck, die die Schule von anderen unterscheidet, was für die Kunden von Schule von Bedeutung ist. Die Entwicklungspläne [d.V.] umfassen künftige Maßnahmenpläne zur konkreten Zielerreichung, wie im Leitbild beschrieben.

Sie benennen Kriterien und Indikatoren für die Realisierung der Ziele und dienen der Rechenschaftslegung über bisher Erreichtes.[9]

2. Sinn und Nutzen von Evaluation

Vorausschickend muss erwähnt werden, dass es nicht die Evaluation für alle Schulen und jede Situation gibt. Darüber hinaus ist Evaluation auch kein Allheilmittel, welches gegen alles und immer wirkt.[10] Dennoch, ein unerlässliches Element von Qualitätssicherung sind die kritische Selbsteinschätzung und Fremdbeobachtung. Sie basieren auf der Grundlage der Überprüfung von erbrachten Leistungen sowie Ergebnissen in Bezug auf vorgegebene und selbst definierte Ziele und Aufgaben.[11]

Als etwas potenziell Widersprüchliches bezeichnet Altrichter Evaluation, wenn er auf das Spannungsverhältnis zwischen Rechenschaftslegung einerseits und Entwicklungsinteressen andererseits aufmerksam macht. Gemeint ist hiermit, dass Evaluation zum einen als ein Mittel der Selbstvergewisserung und systematischen Qualitätsentwicklung fungiert und dass zum anderen Evaluation auch Kontrollmittel, Aufsicht und Effektivierung bedeutet.[12] Ähnlich beschreibt Pfeiffer den Gegenstand von Evaluation, wenn er in dem Zusammenhang auf zwei zentrale Begriffe verweist, nämlich ‚accountability’ und ‚school improvemet’. ‚Accountability’ zielt in erster Linie auf Rechenschaftslegung der Schulen gegenüber der Gesellschaft bezogen auf deren Aufgabenerfüllung ab. ‚School improvement’ intendiert die Leistungsfähigkeit von Schulen und deren Feststellung durch interne oder externe Evaluation.[13]

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Evaluation beantwortet Altrichter, indem er folgende Potenziale abstellt:

Evaluation[d.V.]:

- Ermöglicht Verständnis für die eigene Situation und bietet Selbstreflexion[d.V.]
- Ermöglicht Steuerung und Weiterentwicklung [d.V.]: Aus Evaluationsergebnissen lässt sich für die Zukunft lernen. Gewonnene Informationen dienen der Steuerung von Entwicklungsprozessen sowie inhaltlicher Entscheidungen für den schulischen Alltag.
- Ermöglicht Kontrolle, Bewertung und Sanktion[d.V.]: Leistungen von Menschen werden entsprechend ihrer Güte bewertet und gegebenenfalls auch sanktioniert.
- Ermöglicht Forschung und Erkenntnisgewinn [d.V.]: Gewonnene Informationen zielen auf einen Erkenntnisgewinn über Entwicklungsziele bzw. Programme, ohne dass daraus direkte Sanktionen erwachsen.
- Ermöglicht Rechtfertigung [d.V.]: Evaluationsergebnisse können die Sinnhaftig- und Zweckmäßigkeit schulischer Angebote und deren Aufwand gegenüber der Öffentlichkeit legitimieren helfen.
- Ermöglicht Public Relations [d.V.]: Evaluationsergebnisse sind Basis und Mittel für die Öffentlichkeitsarbeit, z.B. für Benchmarking, Sponsoring oder Fundraising.

Die einzelnen Potenziale bzw. Funktionen von Evaluation können einander bedingen und sind somit nicht unbedingt unabhängig voneinander.[14] Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass Evaluation, als Instrument von Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung, ein Teil der systematischen Schulentwicklung ist, auf deren Basis belastbare Daten und Informationen zur Verfügung gestellt werden. Lehrkräfte erhalten auf diesem Weg die Möglichkeit Veränderungsnotwendigkeiten auszumachen bzw. Bewährtes fortzuführen.

[...]


[1] Eikenbusch 1998: 154

[2] Vgl. Altrichter 1998: 263

[3] Vgl. Kempfert/Rolff 2002: 23

[4] Vgl. Altrichter 1998:267f.

[5] Vgl. O.V. Initiativkreis Bildung unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten 1999: 25

[6] Schulprogramm= Verschriftlichtes Gesamtkonzept einer Schule Vgl. Eder/Thonhauser 2001: 138

[7] Vgl. Eder/Thonhauser 2001: 139

[8] Vgl. Kempfert/Rolff 2002:61

[9] Vgl. Eder/Thonhauser 2001: 139 f.

[10] Vgl. Eikenbusch 1998: 154

[11] Vgl. O.V. Initiativkreis Bildung unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten 1999: 25

[12] Vgl. Altrichter 1998: 279

[13] Vgl. Pfeiffer 2001: 38

[14] Vgl. Altrichter 1998: 279

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Interne und externe Evaluation als Mittel der Qualitätssicherung in der Schule
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
19
Katalognummer
V282117
ISBN (eBook)
9783656763017
ISBN (Buch)
9783668136717
Dateigröße
404 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interne, evaluation, mittel, qualitätssicherung, schule
Arbeit zitieren
Studienrat/Qualitätsmanager Ralph Ulewski (Autor), 2007, Interne und externe Evaluation als Mittel der Qualitätssicherung in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282117

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