Die vorliegende Vorlesungsmitschrift beinhaltet eine Übersicht zu den Inhalten des Kurses Produktionsmanagement I. Sie geht dabei auf folgende Punkte ein:
- PPS im Rahmen von APS
- Nachfrageprognosen im Demand Planning
- Erzeugnisprogrammplanung im Master Production Planning
- Materialbedarfsplanung (Material Requirements Planning)
- Losgrößenplanung im Production Planning
- Kurzfristige Verfügbarkeitsprüfungen und Auftragsfreigabe
- Maschinenbelegungsplanung im Production Scheduling
-Produktionstypen
- Alternative Konzepte der Produktionssteuerung
- Erzeugnisprogrammplanung bei Kuppelproduktion
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1: PPS im Rahmen von APS
Kapitel 2: Nachfrageprognosen im Demand Planning
Kapitel 3: Erzeugnisprogrammplanung im Master Production Planning
Kapitel 4: Materialbedarfsplanung (Material Requirements Planning)
Kapitel 5: Losgrößenplanung im Production Planning
Kapitel 6: Kurzfristige Verfügbarkeitsprüfungen und Auftragsfreigabe
Kapitel 7: Maschinenbelegungsplanung im Production Scheduling
Kapitel 8: Produktionstypen
Kapitel 9: Alternative Konzepte der Produktionssteuerung
Kapitel 10: Erzeugnisprogrammplanung bei Kuppelproduktion
Kapitel 11: Produktionsprogrammplanung bei Verfahrenswahl
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vermittelt fundierte Kenntnisse über moderne Konzepte des Produktionsmanagements, insbesondere die effiziente Steuerung und Planung von Produktionsprozessen unter Berücksichtigung von Kapazitätsbeschränkungen und variablen Marktanforderungen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie durch den Einsatz von PPS-, ERP- und APS-Systemen sowie spezifischen Steuerungsverfahren (wie Kanban oder ConWip) eine optimale Abstimmung zwischen Nachfrage, Materialfluss und Ressourcenauslastung erreicht werden kann.
- Grundlagen und Evolution von PPS- und ERP-Systemen hin zu Advanced Planning (APS).
- Methoden der kurzfristigen Nachfrageprognose und Zeitreihenanalyse.
- Operative und strategische Ansätze der Produktionsprogramm- und Losgrößenplanung.
- Konzepte zur kurzfristigen Kapazitätsabgleichung und Auftragsfreigabe.
- Alternative Steuerungsphilosophien für verschiedene Produktionstypen (Einzel-, Serien-, Massenfertigung).
- Besonderheiten der Kuppelproduktion und der Verfahrenswahl.
Auszug aus dem Buch
Kapitel 1: PPS im Rahmen von APS
Das aus praktischen Anforderungen heraus in den 60er Jahren entwickelte Konzept der rechnergestützten Bedarfsauflösung und Materialplanung, Material Requirements Planning (MRP), konnte sich durch die moderne IKT in den frühen 80er Jahren zu dem erstmals von Wright formulierten umfassenderen Konzept des Manufactoring Ressource Planning (MRP II) emanzipieren, das auch die Termin- und Kapazitätsplanung sowie Ansätze einer Produktionssteuerung einschließt.
Als Material Ressource Planning (MRP II) wird die Mengen- und Terminplanung für Fertigung und Bezug sämtlicher Komponenten der in einer Planperiode herzustellenden Enderzeugnisse bezeichnet. MRP geht von einer Primärbedarfsplanung und einer Fertigung auf Lager aus, wobei die Komponentenfertigung meist in Losen erfolgt.
Die Beschränkung des MRP II Konzeptes auf den Produktionsbereich des Unternehmens und die fehlende Verknüpfung der in unterschiedlichen Unternehmensbereichen eingesetzten rechnergestützten Planungs-, Kontroll- und Berichtsverfahren wird durch System des Enterprise Ressource Planning (ERP) aufgehoben:
• Unternehmensinternes, integratives Anwendungssystem
• Aus mehreren Administrations- und Dispositionsmodulen bestehend
• Deckt zumindest Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Finanz- und Personalwesen ab
• Zentrale Datenbank
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: PPS im Rahmen von APS: Beschreibt die historische Entwicklung von klassischen PPS-Systemen über MRP-Konzepte hin zu modernen, integrierten ERP-Systemen und APS-Lösungen.
Kapitel 2: Nachfrageprognosen im Demand Planning: Erläutert die mathematischen Grundlagen und Verfahren der quantitativen Zeitreihenprognose zur Ermittlung zukünftiger Nachfragewerte.
Kapitel 3: Erzeugnisprogrammplanung im Master Production Planning: Behandelt die operative Planung der Produktionsmengen unter Berücksichtigung von Kapazitätsrestriktionen zur Maximierung des Deckungsbeitrags.
Kapitel 4: Materialbedarfsplanung (Material Requirements Planning): Stellt Methoden wie die ABC- und RSU-Analyse vor, um Materialien nach ihrer Bedeutung und ihrem Verbrauchsverlauf für die Planung zu klassifizieren.
Kapitel 5: Losgrößenplanung im Production Planning: Analysiert Regeln und Verfahren zur Bestimmung wirtschaftlicher Losgrößen in der mehrstufigen Mehrproduktfertigung.
Kapitel 6: Kurzfristige Verfügbarkeitsprüfungen und Auftragsfreigabe: Fokus auf die optimale Befriedigung von Kundennachfragen mittels ATP-Verfahren (Available-to-Promise) und die Koordination von Produktionsabläufen.
Kapitel 7: Maschinenbelegungsplanung im Production Scheduling: Behandelt die Ablaufplanung und Prioritätsregeln zur zeitlichen Abstimmung von Aufträgen an Engpassressourcen.
Kapitel 8: Produktionstypen: Klassifiziert Produktionssysteme anhand ihrer Struktur und technischer Kriterien wie Werkstatt- oder Fließfertigung.
Kapitel 9: Alternative Konzepte der Produktionssteuerung: Stellt moderne Steuerungskonzepte wie KANBAN, Base Stock, ConWip und PAC gegenüber, angepasst auf unterschiedliche Fertigungstypen.
Kapitel 10: Erzeugnisprogrammplanung bei Kuppelproduktion: Diskutiert die spezifischen Planungsprobleme bei der unvermeidbaren Entstehung von Nebenprodukten im Produktionsprozess.
Kapitel 11: Produktionsprogrammplanung bei Verfahrenswahl: Erörtert die modellhafte Auswahl effizienter Verfahrenswege zur Herstellung von Produkten unter Berücksichtigung von Faktorpreisen.
Schlüsselwörter
Produktionsmanagement, PPS-Systeme, MRP II, ERP, APS, Supply Chain Management, Nachfrageprognose, Zeitreihenanalyse, Losgrößenplanung, Kapazitätsplanung, KANBAN, Auftragsfreigabe, Kuppelproduktion, Produktionssteuerung, Optimierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit bietet eine strukturierte Einführung in das moderne Produktionsmanagement, wobei der Fokus auf rechnergestützten Planungs- und Steuerungssystemen in industriellen Unternehmen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen Bedarfsplanung, Produktionsprogrammplanung, Losgrößenbildung, Kapazitätsmanagement, Maschinenbelegungsplanung sowie alternative Steuerungsansätze.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung von Methoden, mit denen Produktionssysteme effizient geplant und gesteuert werden können, um Bestände zu optimieren, Durchlaufzeiten zu verkürzen und Termintreue zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden betriebswirtschaftliche Optimierungsmodelle, mathematische Zeitreihenverfahren sowie heuristische Ansätze für komplexe Planungsprobleme in der Produktion herangezogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sukzessive die verschiedenen Phasen des Produktionsmanagements von der Prognose über die Kapazitätsabstimmung bis hin zur spezifischen Steuerung einzelner Fertigungstypen wie der Werkstatt- oder Massenfertigung detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie PPS-Systeme, APS, Losgrößenplanung, KANBAN und Supply Chain Planning charakterisiert.
Was unterscheidet MRP II von modernen ERP-Systemen?
Während MRP II sich primär auf den Produktionsbereich und die Materialbedarfsplanung konzentriert, integriert ein ERP-System funktionsübergreifende Unternehmensbereiche wie Vertrieb, Personal und Finanzen in eine zentrale Datenbank.
Wie funktioniert das KANBAN-Steuerungsprinzip?
KANBAN ist ein nach dem Hol-Prinzip (Pull-Prinzip) arbeitendes System, das den Materialfluss durch Pufferlager und Regelkreise steuert, um Überproduktion zu vermeiden und Bestände zu minimieren.
Warum ist die Kuppelproduktion aus Sicht der Kostenrechnung problematisch?
Da bei der Kuppelproduktion mehrere Produkte zwangsläufig gleichzeitig entstehen, ist eine verursachungsgerechte Zurechnung von variablen Gemeinkosten auf einzelne Produkte ohne willkürliche Schlüssel oft nicht möglich.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2006, Produktionsmanagement I, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282119