Die Großstadtlyrik hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreicht. „[…] [D]er Erfahrungsraum der Großstadt [wird] als Grundlage der modernen Kunst propagiert. Dabei werden spezifisch urbane Konstituenten der Wahrnehmung wie Bewegung, Flüchtigkeit, Geschwindigkeit und Masse bedeutsam.“
Le philosophe Michel Foucault introduit et explique le sujet de la hétérotopie dans son article « Des espaces autres » . Selon lui, les hétérotopies sont connectées avec toutes les autres espaces et il en formule cinq principes.
Die Epoche des ‚Expressionismus‘ lässt sich von etwa 1910 bis 1925 datieren. Der Terminus ‚Expressionismus‘ leitet sich von den beiden lateinischen Morphemen ‚ex‘ und ‚premere‘ ab, die zusammengesetzt ‚ausdrücken‘ bedeuten. Ursprünglich war diese Epoche eine Stilrichtung der bildenden Kunst. Ferner wurde der Begriff ‚Expressionismus‘ von Kurt Hiller geprägt, als er 1909 zusammen mit Erwin Loewenson die erste expressionistische Literaturvereinigung Der Neue Club gründete. Wie der Impressionismus, Fauvismus und Symbolismus befindet sich auch der Expressionismus in Opposition zum Naturalismus. Weiterhin bezeichnet man ihn auch als Gegentendenz zum Impressionismus. Die Naturlyrik wurde von der Großstadtlyrik ersetzt. Grundsätzlich lehnten sich Benn und seine Dichtergeneration zwar gegen die bisherige literarische Tradition des ‚Naturalismus‘ auf, aber dennoch kann man die Art seiner Dichtung als naturalistisch bezeichnen, da er die medizinischen Symptome, die in seinen Gedichten gehäuft auftauchen, sehr ausführlich beschreibt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Erkenntnisinteresse der Arbeit
- Aufbau der Arbeit
- Initiation à la poésie urbaine
- L'hétérotropie
- La définition
- Le café/la brasserie
- Leur relation personnelle
- La brasserie dans Lundi Rue Christine
- Le café dans Dans un Café à Nimes
- Das Café bei Benn
- Nachtcafé 3 und Nachtcafé
- Die Café-Gedichte Benns und Apollinaires im Vergleich
- L'hôtel chez Apollinaire: Hôtels
- Apollinaire: Marizibill
- Benn: Puff und Dirnen
- Le motif de la prostituée chez Benn et Apollinaire
- Benns und Apollinaires poetologische Gemeinsamkeiten
- Gemeinsamkeiten
- Die Entmimetisierung
- Die Montage-Technik
- Dekadente Großstadtbewohner
- Le motif de la cité
- Differenzen
- Conclusion
- Bibliographie
- Primärliteratur
- Sekundärliteratur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit der Darstellung von Heterotopen Stadtorte bei Guillaume Apollinaire und Gottfried Benn. Ziel ist es, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der poetologischen Gestaltung dieser Orte in den Werken der beiden Autoren zu analysieren. Dabei werden die spezifischen Merkmale der Großstadtlyrik des frühen 20. Jahrhunderts, wie die Entmimetisierung, die Montage-Technik und die Ichdissoziation, in den Fokus gerückt.
- Die Rolle von Heterotopen Stadtorte in der Lyrik Apollinaires und Benns
- Die poetologischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Autoren
- Die Bedeutung der Großstadtlyrik im Kontext des Kubismus und des Expressionismus
- Die Darstellung von Dekadenz und Verfall in der Großstadt
- Die Verwendung von medizinischen Motiven in Benns Lyrik
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Arbeit ein und erläutert das Erkenntnisinteresse sowie den Aufbau. Im zweiten Kapitel wird der Begriff der Heterotopie nach Michel Foucault eingeführt und anhand von Beispielen aus den Werken Apollinaires und Benns illustriert. Dabei werden insbesondere die Orte Café und Hotel als Heterotope Stadtorte analysiert. Das dritte Kapitel widmet sich den poetologischen Gemeinsamkeiten der beiden Autoren, wobei die Entmimetisierung, die Montage-Technik und die Darstellung von dekadenten Großstadtbewohnern im Vordergrund stehen. Im vierten Kapitel werden die Unterschiede in der poetologischen Gestaltung der Stadtorte bei Apollinaire und Benn herausgearbeitet.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen Heterotope Stadtorte, Großstadtlyrik, Guillaume Apollinaire, Gottfried Benn, Kubismus, Expressionismus, Entmimetisierung, Montage-Technik, Dekadenz, Verfall, Café, Hotel, Michel Foucault.
Häufig gestellte Fragen
Was sind heterotope Stadtorte in der Literatur?
Basierend auf Michel Foucault sind Heterotopien "andere Räume", die mit allen übrigen Räumen verbunden sind, diese aber spiegeln, neutralisieren oder umkehren. In der Lyrik von Apollinaire und Benn sind dies oft Orte wie Cafés, Hotels oder Bordelle.
Wie stellen Apollinaire und Benn die Großstadt dar?
Beide Autoren nutzen die Großstadt als zentrales Motiv, wobei sie urbane Phänomene wie Masse, Geschwindigkeit und Flüchtigkeit thematisieren. Während Apollinaire oft kubistische Elemente nutzt, ist Benns Darstellung stark vom Expressionismus und medizinischen Motiven geprägt.
Welche Rolle spielt das Café in der Lyrik des frühen 20. Jahrhunderts?
Das Café wird als heterotoper Ort analysiert, der als Treffpunkt der Bohème und Raum für Beobachtung dient. Es symbolisiert die Ambivalenz des urbanen Lebens zwischen Gemeinschaft und Isolation.
Was ist die Montage-Technik bei diesen Autoren?
Die Montage-Technik bezeichnet das Zusammenfügen heterogener Fragmente und Eindrücke zu einem Gesamtbild. Sie spiegelt die Zersplitterung der modernen Wahrnehmung in der Großstadt wider.
Warum tauchen bei Gottfried Benn so viele medizinische Motive auf?
Gottfried Benn war Arzt, und seine Lyrik reflektiert oft medizinische Symptome und biologischen Verfall. Dies dient dazu, die menschliche Existenz radikal naturalistisch und fernab romantischer Verklärung darzustellen.
- Citar trabajo
- Nadine Richters (Autor), 2013, Heterotope Stadtorte bei Guillaume Apollinaire und Gottfried Benn, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282143