Die psychische Entwicklung vom abhängigen Kind zum reifen Jugendlichen

Beschreibung der psychischen Vorgänge während der Adoleszenzphasen


Hausarbeit, 2014
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdarstellungen - Die „Jugend“ - Die „Pubertät“ - Die „ doleszenz“

3 Die Wegbereiter der Adoleszenz
3.1 Die Latenzperiode - Der Vorläufer zur Adoleszenz
3.2 Die Präadoleszenz - Die Periode des erstarkten Triebdrucks im Vorfeld der Adoleszenz

4 Die Entwicklungsstufen der Adoleszenz - Ein Versuch
4.1 Die Frühadoleszenz - Das Stadium der Abgrenzung
4.2 Die Mittlere Adoleszenz - Der Zeitraum der Festigung des Selbst und der Idealisierung der Anderen
4.3 Die Spätadoleszenz - Die Phase der Verhältnisänderung zum Selbst- und Objektbild

5 Fazit

6 Quellenverzeichnis

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Niemand glaube, die ersten Eindrücke seiner Jugend verwinden zu können.“ Johann Wolfgang von Goethe

Diese Wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit den einzelnen psychischen Entwicklungsstufen, welche ein Kind durchlebt bis es ein selbstbestimmtes Erwachsenenleben führen kann - also mit der Adoleszenz.

Zunächst wird eine Differenzierung der verschiedenen Begriffe der ÄJugend“, ÄPubertät“ und ÄAdoleszenz“ vorgenommen, um das Gebiet, auf welchen sich diese Abhandlung befindet, genauer zu verorten. Um ein gutes Verständnis der Sequenzen der Adoleszenz zu gewährleisten, wird zuvor ein Abschnitt dieser Arbeit der Latenzperiode und der Präadoleszenz mit ihren wichtigsten Entwicklungsschritten gewidmet. Erst nach Abhandlung dieser beiden Stadien der kindlichen Entwicklung wird im nächsten Part Bezug auf die Phasenhaftigkeit der Adoleszenz genommen. Zunächst wird dabei eine Erläuterung der Früh-, gefolgt von der mittleren Adoleszenz vorgenommen. Den Abschluss bildet die Ausführung der Spätadoleszenz.

Diese Arbeit ist als eine Einführung in das Schwerpunktgebiet der Adoleszenz gedacht. Sie soll zur weiteren Auseinandersetzung mit diesen Thema anregen und dazu eine Grundlage geben. Es ist nicht beabsichtig eine tiefergreifende Darstellung der Adoleszenz vorzunehmen, sondern lediglich sich einführend mit diesem Lebensabschnitt der Menschen auseinanderzusetzen.

2 Begriffsdarstellungen - Die „Jugend“ - Die „Pubertät“ - Die „ doleszenz“

Bevor die Entwicklung der Adoleszenz in deren einzelnen Phasen betrachtet wird, ist es unabdingbar zuvor die Begriffe der ÄJugend“, ÄPubertät“ und ÄAdoleszenz“ näher zu beleuchten und zu definieren.

Der Begriff der Jugend ist ein Terminus aus der Soziologie, welcher die Erscheinung einer sozialen Gruppe beschreibt. Da die soziologische Einteilung der Gesellschaft auf Basis einer Sortierung nach Altersgruppen stattfindet, ist das Phänomen der ÄJugend“ der Altersgruppe der Jugendlichen zu zuordnen, welche in der chronologischen Abfolge nach der Kindheit und vor dem Erwachsenenalter steht.1

Die ÄPubertät“ benennt den Lebensabschnitt, in welchen eine biologische Reifung des Körpers stattfindet und an dessen Abschluss die Geschlechtsreife steht.2 Im saloppen Gebrauch kommt dem Begriff der ÄPubertät“ zudem die Verwendung für die frühe Phase der Jugend im Allgemeinen zu und wird dabei weniger im Zusammenhang mit dem körperlichen Reifungsverlauf genutzt.3

Die Adoleszenz bezeichnet die Wandlung des sich in Abhängigkeit zu den Eltern befindenden Kindes hin zum selbstbestimmten Erwachsenen. Wie das aus dem Lateinischen stammende Wort Äadolescere“, also Äaufwachsen“ bzw. Äheranreifen“, schon anklingen lässt, wird damit wiederum ein Reifungsprozess beschrieben.4 Jedoch wird - trotz der teilweisen zeitlichen Überschneidung der Termini - mit dem Begriff der Adoleszenz im Gegensatz zu dem der Pubertät und der Jugend, weder ein biologischer Prozess beschrieben, noch einen Versuch unternommen, den Begriff soziologisch einzuordnen. Die Adoleszenz bezeichnet die ÄBesonderheiten der psychischen Gestalt und des psychischen Erlebens im Rahmen eines Entwicklungsmodells“.5 Überdies kann sie in drei Phasen untergliedert werden - die Frühe Adoleszenz, die Mittlere (eigentliche) Adoleszenz und die Späte Adoleszenz.6

In dieser Arbeit soll es vorrangig um die Darlegung der Adoleszenzphasen gehen. Der Begriff der ÄJugend“ wird hierbei als Synonym für die Phase der Adoleszenz verwendet. Die Bezeichnung ÄPubertät“ hauptsächlich für den biologischen Prozess genutzt wird.

3 Die Wegbereiter der Adoleszenz

Bevor die Adoleszenz in ihren drei Phasen der Frühen, Mittleren und Späten Adoleszenz dargestellt werden kann7, müssen die davor ablaufenden psychischen Entwicklungen beleuchtet werden. Diese finden in der kindlichen Latenzperiode und der Präadoleszenz statt, welche diesen Abschnitt der Arbeit charakterisieren.

3.1 Die Latenzperiode - Der Vorläufer zur Adoleszenz

Die Latenzzeit besitzt große Bedeutung für die Entwicklung des Kindes, da sie Basisschaffend für ein gelungenes Eintreten und Bewältigen der Adoleszenz ist.8

Der Begriff ÄLatenzzeit“ oder ÄLatenzphase“ wörtlich ausgelegt, beschreibt eine Zeit in der die libidinösen Triebe nicht vorhanden sind bzw. nicht ausgelebt werden. Jedoch werden in dieser kindlichen Phase die Triebe ebenso ausgelebt wie dies zuvor der Fall war. Lediglich das Ziel, auf welches die Triebe gerichtet werden, ist während der Latenzzeit noch nicht neu definiert.9

In dieser Phase liegt der Fokus auf der Stärkung des Ichs, um in der Pubertät die Beherrschung der stark anwachsenden Triebe durch das Über- Ich möglich zu machen. D.h. die freigewordenen Triebenergien sollen konstruktiv verarbeitet und auf viele psychische und soziale Ebenen verlagert werden, ohne dabei allein einen Spannungsabbau der Triebe zu vollziehen.10 Während der Latenzperiode ist erstmalig das Aufgeben von Objektbesetzungen und deren Ersetzung durch Identifikationen mit dem Objekt zu erkennen. Eine Objektbesetzung ist hierbei der Drang eines Kindes ein Objekt zu besitzen. Wenn dieser Besitz ihm jedoch verwehrt wird, versucht sich das Kind durch eine Identifikation mit dem Objekt zu entschädigen. Bei dieser wird das Ich des Kindes nach dem Vorbild des Objekts verändert und ein Abbild im Ich des Kindes geschaffen. Insbesondere dem Ödipuskomplex, bei welchen eine Besetzung des Sexualobjekts - also des gegengeschlechtlichen Elternteils des Kindes - stattfindet, wird in der Latenzperiode zum ersten Mal entgegengewirkt.11 Die Ablösung dieses ödipalen Komplexes bildet die Grundbasis des sich entwickelnden Über- Ichs, welches ein Abbild der Elterninstanz im Kind ist und sich während der Latenz, aber besonders in der Adoleszenz verfestigt - freilich unterliegt das Über- Ich bis dahin den

Einflüssen von Erziehern, Lehrern, Idolen und anderen Autoritäten.12 Es findet also eine ÄVerschiebung der Besetzung vom äußeren zum inneren Objekt“ statt.13 Durch diese Internalisierung findet eine Ersetzung der Anerkennung der Eltern, von welcher das Kind bisher abhängig war, hin zur eigenständigen Selbstachtung statt. Das Über- Ich hat dahingehend eine regulierende Funktion, weil es den Narzissmus eindämmt und eine bessere Steuerung der Affektion und der Stimmungen herbeiführt. Dieses innere Gleichgewicht befestigt das Ich und hilft es vor den Spannungen zu schützen, welche durch die Triebe in der bevorstehenden Phase der Pubertät ausgelöst werden können. Auch die Autonomie der noch besetzten elterlichen Objekte und die Schwankungen in der Beziehung zu ihnen sind durch ein stabiles Ich einfacher aufrechtzuerhalten.14

Die Entwicklung eines Sozialbewusstseins - ausgelöst durch die kontrollierende Strenge des Über- Ichs - führt bei dem Kind zu ÄHaltungen, die logisch motiviert und wertgerichtet sind.“15 Es wird dabei zunächst eine Unterscheidung von zwei Welten eingeführt; der ÄSozialwelt“ und der ÄPrivatwelt“. Diese Trennung bewirkt eine Suche nach dem passenden Wertmodell, welches durch stärkere Zuwendung an sozialen Institutionen wie Schule oder gesellschaftlichen Modellen wie Erziehung gefunden werden soll.16 Dies verleiht der Latenzperiode den Charakter der gehorsamen ÄPflichterfüllung und Konformität im Umgang mit (den) Normen“ der Eltern durch das Kind.17 Diese Äversöhnliche“ Zeit der Latenz endet mit dem Herannahen des ersten Ausbruchs der Triebe und der Ohnmacht des Über- Ichs diesem Triebeinfall hinreichend zurückdrängen zu können.18

3.2 Die Präadoleszenz - Die Periode des erstarkten Triebdrucks im Vorfeld der Adoleszenz

Die Phase, in welcher der Druck der Triebe erheblich zunimmt, wird auch als Präadoleszenz bezeichnet. In dieser gibt es noch keine neuen Triebziele. Dennoch können bei männlichen Präadoleszenten in verschiedensten Situationen sexuelle Erregung festgestellt werden.

[...]


1 Fend, Helmut: Entwicklungspsychologie des Jugendalters. S. 23.

2 Helmken, Klaus: Individuelle Werthaltungen Jugendlicher. S. 54.

3 Fend, Helmut: Entwicklungspsychologie des Jugendalters. S. 23.

4 Muuss, Rolf E.: Adoleszenz. S. 8.

5 Fend, Helmut: Entwicklungspsychologie des Jugendalters. S. 23.

6 Streeck- Fischer, Annette: Entwicklungslinien der Adoleszenz. S. 509/ 510.

7 Streeck- Fischer, Annette: Entwicklungslinien der Adoleszenz. S. 509/ 510.

8 Blos, Peter: Adoleszenz. S. 67.

9 Ebd.

10 Ebd.

11 Freud, Sigmund: 31. Vorlesung. S. 4.

12 Ebd. Und: Streeck- Fischer, Annette: Entwicklungslinien der Adoleszenz. S. 510.

13 Blos, Peter: Adoleszenz. S. 67/ 68.

14 Ebd. S. 68.

15 Ebd.

16 Ebd. S. 69.

17 Streeck- Fischer, Annette: Entwicklungslinien der Adoleszenz. S. 510.

18 Blos, Peter: Adoleszenz. S. 69.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die psychische Entwicklung vom abhängigen Kind zum reifen Jugendlichen
Untertitel
Beschreibung der psychischen Vorgänge während der Adoleszenzphasen
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Seminar: Ausgewählte Theorien der Allgemeinen Pädagogik und der Sozialpädagogik
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V282200
ISBN (eBook)
9783656768036
ISBN (Buch)
9783656838470
Dateigröße
841 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Adoleszenz, psychische Entwicklung
Arbeit zitieren
Dorothee Stauche (Autor), 2014, Die psychische Entwicklung vom abhängigen Kind zum reifen Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282200

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