Durch Vorgehensmodelle soll in der Softwareentwicklung die Komplexität beherrschbar und der Entwicklungsprozess übersichtlicher gestaltet werden. Dieser wird dabei in überschaubare, zeitlich und inhaltlich abgrenzbare Phasen unterteilt. Diese Phasen können einmal durchlaufen werden, wie beispielsweise beim Wasserfallmodell, oder mehrmals, wie es beim Spiralmodell der Fall ist. Man kann zwischen drei Typen von Vorgehensmodellen unterscheiden. Dies sind Softwareentwicklungsprozesse, Software-Lebenszyklusmanagement und Software-entwicklungs-Philosophie.
Software-Entwicklungsprozesse sollen die Steuerung einer Softwareentwicklung von der Konzeption bis zum Einsatz ermöglichen. Beim Software-Lebenszyklusmanagement werden die Entwicklungsphasen über den gesamten Lebenszyklus erweitert. Softwareentwicklungs-Philosophien hingegen beschreiben, wie Software am Besten entwickelt werden sollte, beispielsweise extreme Programmierung und Prototyping .
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Phasenmodell der Systementwicklung
1.1 Analysephase
1.2 Eigenentwicklung oder Standardsoftware?
1.3 Entwurfsphase bei Eigenproduktion
1.4 Entwurfsphase bei Standardsoftware
1.5 Realisierungsphase bei Eigenentwicklung
1.6 Realisierungsphase bei Standardsoftware
1.7 Einführungsphase
1.8 Kritik des Phasenmodells
2 Wasserfall- und V-Modell
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die systematische Vorgehensweise bei der Entwicklung und Implementierung von Softwarelösungen zu erläutern und verschiedene Vorgehensmodelle kritisch zu betrachten. Dabei wird analysiert, wie durch die Strukturierung in Phasen die Komplexität von IT-Projekten beherrschbar gemacht werden kann und welche strategischen Entscheidungen zwischen Eigenentwicklung und Standardsoftware für Unternehmen relevant sind.
- Grundlagen und Phasenkonzepte der Systementwicklung
- Entscheidungskriterien zwischen Eigen- und Fremdbezug (Standardsoftware)
- Methoden der Analyse, des Entwurfs und der Realisierung
- Prozessmodelle wie das Wasserfall- und das V-Modell
- Qualitätsmanagement und Einführungsszenarien
Auszug aus dem Buch
1 Phasenmodell der Systementwicklung
(CR) Für viele Vorgehensmodelle bildet das Phasenkonzept der Systemtechnik die Grundlage. Durch die Phaseneinteilung wird die Komplexität eines IT-Projektes reduziert, da es in überschaubare, zeitlich aufeinander folgende Teilaufgaben zerlegt wird. Durch das Vorgeben von Phasenzielen in Form von Meilensteinen können eventuelle Änderungen rechtzeitig eingearbeitet werden, Fehler erkannt und beseitigt oder das Projekt gar abgebrochen werden, wenn ein Erfolg unwahrscheinlich erscheint. Damit kann die Einhaltung von Vorgaben überprüft, der Entwicklungsaufwand überwacht und steuernde Maßnahmen eingeleitet werden. Für jede Phase muss festgelegt werden, was zu tun ist und wie es zu tun ist. Für eine sinnvolle Verantwortungsvergabe muss des Weiteren festgelegt werden wer etwas zu tun hat, wann etwas zu tun ist und welche Kosten dabei höchstens entstehen dürfen.
Die vier Phasen Analyse, Entwurf, Realisierung und Einführung liegen fast allen Vorgehensmodellen zugrunde. In der Vorphase Projektbegründung werden zunächst der Projektauftrag und die Zielvorstellungen definiert.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Das Kapitel führt in die Bedeutung von Vorgehensmodellen ein, um die Komplexität von Softwareentwicklungsprozessen zu reduzieren und diese übersichtlicher zu gestalten.
1 Phasenmodell der Systementwicklung: Hier wird das grundlegende Phasenkonzept erläutert, das IT-Projekte in handhabbare Teilaufgaben unterteilt und durch Meilensteine eine stetige Überwachung und Steuerung ermöglicht.
1.1 Analysephase: Dieses Kapitel beschreibt die Ist-Analyse zur Schwachstellenermittlung sowie die Erstellung eines Soll-Konzepts mittels Lasten- und Pflichtenheft.
1.2 Eigenentwicklung oder Standardsoftware?: Hier werden die Vor- und Nachteile sowie die Entscheidungskriterien zwischen einer individuellen Eigenentwicklung und dem Kauf von Standardsoftware abgewogen.
1.3 Entwurfsphase bei Eigenproduktion: Es werden die Schritte zur Erstellung eines strukturierten Systementwurfs und die Ableitung von Programmspezifikationen für die individuelle Softwareproduktion erläutert.
1.4 Entwurfsphase bei Standardsoftware: Dieses Kapitel widmet sich dem sorgfältigen Auswahlprozess von Standardsoftware, inklusive Ausschreibung, Bewertung und Kostenvergleichen.
1.5 Realisierungsphase bei Eigenentwicklung: Hier stehen die Programmierung sowie verschiedene Testverfahren wie Modul-, Komponenten- und Systemtests zur Qualitätssicherung im Vordergrund.
1.6 Realisierungsphase bei Standardsoftware: Das Kapitel beschreibt die Anpassung der erworbenen Software an das Unternehmen durch Parametrisierung, Konfigurierung oder Individualprogrammierung.
1.7 Einführungsphase: Hier wird der Prozess der Systemfreigabe, Übergabe und die verschiedenen Strategien der Systemeinführung in den Produktivbetrieb behandelt.
1.8 Kritik des Phasenmodells: Das Kapitel reflektiert die Grenzen starrer Phasenkonzepte angesichts notwendiger Änderungen und plädiert für iterative Ansätze.
2 Wasserfall- und V-Modell: Hier werden bekannte Erweiterungen des klassischen Phasenmodells vorgestellt, die Rückkopplungen erlauben oder bei IT-Großprojekten verbindlich sind.
Schlüsselwörter
Vorgehensmodell, Systementwicklung, Softwareentwicklung, Phasenkonzept, Meilensteine, Lastenheft, Pflichtenheft, Eigenentwicklung, Standardsoftware, Wasserfallmodell, V-Modell, Qualitätssicherung, Systemimplementierung, Projektmanagement, Software-Lebenszyklus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Strukturierung von Softwareentwicklungsprojekten und den damit verbundenen Prozessen von der Konzeption bis zur Einführung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die verschiedenen Phasen der Systementwicklung, die Abwägung zwischen Individual- und Standardsoftware sowie der Vergleich etablierter Prozessmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch phasenorientiertes Vorgehen die Komplexität bei der Implementierung von Systemen reduziert und die Erfolgsquote von IT-Projekten gesteigert werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird eine fundierte Literaturanalyse durchgeführt, um die theoretischen Grundlagen der Systemtechnik und des Software-Engineerings zusammenzufassen und in ein Phasenmodell zu überführen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert den Softwareentwicklungsprozess in konkrete Phasen (Analyse, Entwurf, Realisierung, Einführung) und erläutert die Besonderheiten bei Eigen- versus Standardsoftware.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Vorgehensmodell, Systementwicklung, Meilensteine, Lasten- und Pflichtenheft, Wasserfall- und V-Modell sowie Qualitäts- und Projektmanagement.
Warum wird zwischen Eigenentwicklung und Standardsoftware unterschieden?
Die Unterscheidung ist für Unternehmen essenziell, da beide Ansätze unterschiedliche Anforderungen an Ressourcen, Risikomanagement, Kostenstruktur und Anpassungsaufwand stellen.
Welche Bedeutung haben Meilensteine in einem Phasenmodell?
Meilensteine dienen als Kontrollpunkte, an denen der Fortschritt überprüft, Fehler identifiziert und über die Fortsetzung oder den Abbruch des Projekts entschieden wird.
Was ist die spezifische Kritik am klassischen Phasenmodell?
Kritisiert wird die Starrheit, da sich Anforderungen während der Entwicklung oft ändern und manche Spezifikationen im Vorfeld nur schwer abschätzbar sind.
Was ist das Besondere am V-Modell im Vergleich zum Wasserfallmodell?
Das V-Modell basiert auf Aktivitäten und Ereignissen, die nicht zwingend einer strengen chronologischen Reihenfolge folgen müssen, und bietet vordefinierte Strategien für verschiedene Projekttypen.
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- Dipl. Ök. Christoffer Riemer (Author), Jan Schwenke (Author), 2007, Vorgehensmodelle zur Systementwicklung und -implementation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282248