Die Internationalisierung mittelständischer Unternehmen. Begriffe, Einflussfaktoren, Umsetzung


Akademische Arbeit, 2007

37 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Allgemeine Grundlagen der Internationalisierung mittelständischer Unternehmen
2.1 Begriff der Internationalisierung
2.2 Begriff und Charakteristika mittelständischer Unternehmen
2.3 Ziele und Motive der Internationalisierung
2.4 Internationalisierung in Form von Direktinvestitionen

3 Einflussfaktoren und Umsetzungsinstrumente
3.1 Wirtschaftliche, rechtliche, politische und soziokulturelle Einflussfaktoren
3.2 Personal
3.3 Finanzierung
3.4 Standortwahl
3.5 Informationsbeschaffung

4 Schluss

5 Quellenverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

1 Einleitung

Viele mittelständische Unternehmen kaufen und verkaufen zwar ihre Produkte nicht nur auf dem heimischen Markt sondern auch in anderen Ländern, wagen aber nicht ihre Auslandstätigkeiten darüber hinaus zu erweitern. Aber nur mit dem Import oder Export von Gütern allein sind die neuen Herausforderungen der schnell voranschreitenden Internationalisierung nicht mehr zu bewältigen. So fordert die heutige Internationalisierung, die Produktion über Ländergrenzen hinweg auszurichten und neue Auslandsmärkte durch den Aufbau eigener Produktionsstandorte zu erschließen, um so neue Chancen wie bspw. Faktorkostenvorteile oder günstige Produktionsbedingungen zu nutzen, zusätzliche Gewinne zu erwirtschaften sowie die eigene Wettbewerbsfähigkeit und Existenz nachhaltig zu sichern.[1] Gleichzeitig stellt diese Forderung die mittelständischen Unternehmen vor enorme Probleme und Risiken, die mit den typischerweise verfügbaren mittelständischen Unternehmensressourcen nur schwer zu bewältigen sind. Dem zur Folge schränkt die nicht hinreichende Ressourcenausstattung vor allem in den Bereichen Management und Personal sowie Wissen und Kapital die Auslandstätigkeiten mittelständischer Unternehmen ein und gibt ihnen Anlass den Weg der Internationalisierung gemeinsam mit möglichen ausländischen Partnerunternehmen, Institutionen und Förderungseinrichtungen zu bestreiten.[2]

Die Einführung in die Untersuchung leisten in Kapitel 2 eine ausführliche Abgrenzung und Erörterung der Begriffe „Internationalisierung“ und „mittelständisches Unternehmen“ sowie eine Darstellung der Ziele und Motive eines Auslandsengagements. Da sich die Arbeit auch nur auf die Internationalisierung der Produktion konzentriert, wird in der Einführung und auch im weiteren Verlauf hauptsächlich die Internationalisierung in Form von Direktinvestitionen betrachtet. Im nachfolgenden Kapitel 3 werden auf allgemeiner Basis die wichtigsten Einflussfaktoren und Instrumente der Internationalisierung der Produktion aus Sicht der mittelständischen Unternehmen herausgearbeitet.

2 Allgemeine Grundlagen der Internationalisierung mittelständischer Unternehmen

Es werden zunächst die Begriffe „Internationalisierung“ und „mittelständisches Unternehmen“ abgegrenzt und einer genauen Betrachtung unterzogen. Des Weiteren sollen auch die Ziele und Motive eines Auslandsengagements eruiert werden, um Aussagen über ihre Realisierung und ihr Zutreffen für das zu untersuchende Internationalisierungszielland machen zu können. Da sich die Arbeit auch nur auf die Internationalisierung der Produktion konzentriert, wird vor allem die Internationalisierung durch Direktinvestitionen betrachtet.

2.1 Begriff der Internationalisierung

Der Begriff „Internationalisierung“ beinhaltet eine Vielzahl von Deutungen und wird in der einschlägigen Literatur je nach Autor unterschiedlich interpretiert. Krätke definiert Internationalisierung als „eine Erweiterung des Organisationsraumes von Produktion und Konsum zu einem tendenziell weltumspannenden räumlichen Beziehungsgefüge, in dem geografische Distanzen an Gewicht verlieren“.[3] Anders als Krätke bestimmt Ernst den Internationalisierungsbegriff zum einen aus der gesamtwirtschaftlichen und zum anderen aus der einzelwirtschaftlichen Sicht. So kann nach Ernst gesamtwirtschaftlich unter Internationalisierung „ein Prozess der weiträumigen Ausdehnung und Verknüpfung wirtschaftlicher Aktivitäten verstanden werden, der in einer wachsenden, regionale und nationale Grenzen überschreitenden Mobilität von Gütern, Kapital, Arbeit und technologischem Fortschritt zum Ausdruck kommt.“[4] Im einzelwirtschaftlichen Zusammenhang wird die Internationalisierung von ihm als ein Vorgang der Ausweitung der nachhaltigen Geschäftstätigkeiten von Unternehmen auf internationale Märkte beschrieben. Diese Auslandstätigkeit kann von einem Import oder Export bis hin zu einem globalen Netz von Direktinvestitionen wie Tochtergesellschaften und Produktionsstätten reichen.[5] Eine weitere Deutung liefern die Autoren Bamberger und Evers. Für sie beginnt Internationalisierung bei der erstmaligen Aufnahme einer nachhaltigen Geschäftstätigkeit eines Unternehmens auf einem ausländischen Markt und setzt sich aus einem Prozess zusammen, der ein wachsendes bzw. variierendes Engagement auf internationalen Märkten beinhaltet.[6] Nach dieser Betrachtung sollen für die weiteren Ausführungen in dieser Arbeit die einzelwirtschaftliche Sichtweise von Ernst und die Interpretation von Bamberger und Evers als Grundlage fungieren.

Die Internationalisierung ist durch einen gesamtunternehmensbezogenen Charakter gekennzeichnet. Somit beschränkt ein internationalisiertes Unternehmen seine Auslandstätigkeiten nicht nur auf den Absatz und das Marketing, sondern richtet auch andere Unternehmensbereiche wie z.B. Finanzierung, Beschaffung, Produktion oder Forschung und Entwicklung über Ländergrenzen hinweg aus.[7] An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass einige wenige Autoren der gängigen Literatur die Beschaffungsseite eines Unternehmens, die im theoretischen Teil dieser schriftlichen Arbeit Berücksichtigung findet, im Internationalisierungsprozess nicht aufführen und die Internationalisierungsstufe Import vernachlässigen.[8]

Zur Bestimmung des Internationalisierungsgrades existieren mehrere unterschiedliche Messkonzepte, doch eine schlüssige und eindeutige Festlegung ist bis heute noch nicht gelungen. Als quantitative Indikatoren führt die Literatur die Import- und Exportquote, den Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz, die Anzahl der Beschäftigten im Ausland, die Anzahl der ausländischen Tochtergesellschaften und die Höhe der ausländischen Direktinvestitionen an. Die qualitativen Indikatoren richten sich an den Zielen des Unternehmens aus. Ein Unternehmen gilt demnach als international tätig, wenn die Geschäftsaktivitäten im Ausland zur Erreichung und Sicherstellung der Unternehmensziele von wesentlicher Bedeutung sind. Somit stehen hinter dem Phänomen Internationalisierung eine besondere Unternehmenskultur und -philosophie sowie über nationale Handlungsnormen hinausreichende Denk- und Handlungsweisen des Managements.[9]

Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang auch die wichtigsten Triebkräfte und Ursachen des gegenwärtigen Internationalisierungsprozesses. Einer Studie der KfW Bankengruppe aus dem Jahr 2006[10] nach erlaubt zum einen die Entstehung und Verbreitung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien eine große Reaktionsverbundenheit der Märkte und politischen Systeme, zum anderen ermöglicht das weltumspannende Transport- und Personenbeförderungsnetzwerk eine zeit- und kostengünstige Mobilität von Produktionsfaktoren, Gütern und Personen. Weitere nennenswerte Ursachen der Internationalisierung heutiger Zeit sind die Beschleunigung des technischen Fortschritts, die Entstehung dynamischer und attraktiver Weltmärkte sowie deren Deregulierung und Liberalisierung.[11]

Neben dem Begriff Internationalisierung wird in der Literatur sowie auch in der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft häufig das Phänomen Globalisierung, das bei einer ersten Betrachtung schlicht als ein neuer Ausdruck die Internationalisierung abgelöst hat, diskutiert. In einem wissenschaftlichen Sinne besitzt Globalisierung jedoch eine wesentlich konkretere Bedeutung. Globalisierung stellt die extensivste Form der Internationalisierung dar und wird als ein Prozess der zunehmenden internationalen Verflechtung aller Bereiche wie bspw. Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt und Kommunikation verstanden.[12] Folglich ist auch ein global aufgestelltes Unternehmen in so ziemlich allen bedeutenden Ländern und auf den großen Weltmärkten vertreten.[13]

2.2 Begriff und Charakteristika mittelständischer Unternehmen

Der Mittelstand, häufig auch als „kleine und mittlere Unternehmen“ (KMU) oder als „mittelständische Unternehmen“ bezeichnet, gilt seit jeher als zentrales Element der sozialen Marktwirtschaft und ist ein Grundpfeiler der markwirtschaftlichen Ordnung. Er wird auch aufgrund seiner Stellung als „Beschäftigungsmotor“ der Wirtschaft bezeichnet.[14] Analysen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn zeigen kurz und prägnant den hohen Stellenwert mittelständischer Unternehmen für die deutsche Wirtschaft.[15] Im Jahr 2005 gehörten 99,7% aller steuerpflichtigen Unternehmen nach der quantitativen Mittelstandsdefinition des IfM dem Mittelstand an und erwirtschafteten 39,1% aller steuerpflichtigen Umsätze. Im Jahr 2006 beschäftigte der Mittelstand 70,9% aller Arbeitnehmer und bildete 82,9% aller Auszubildenden aus. Der Anteil des Mittelstands an der Bruttowertschöpfung betrug im Jahr 2004 46,7%, und im Jahr 2003 lag der Anteil des Mittelstands an den Bruttoinvestitionen bei 51,5%.[16]

Obwohl eine Vielzahl von Versuchen unternommen wurde den Begriff „mittelständische Unternehmen“, der äußerst weit gefasst und heterogen ist, zu definieren oder zu umschreiben, gibt es bis heute weder eine gesetzliche noch eine wissenschaftliche und allgemein gültige Definition.[17] Da dieser Begriff jedoch sehr häufig in Politik und Wirtschaft als Schlagwort verwendet wird, eine hohe wirtschaftliche Relevanz besitzt und im gesamten Verlauf dieser Arbeit aufgegriffen wird, ist es besonders wichtig, nach der jeweils zu Grunde liegenden Abgrenzung zu fragen. Um eine möglichst eindeutige Abgrenzung und Kategorisierung zu erreichen, werden in der Literatur vielfach kleine und mittlere Unternehmen durch quantitative und qualitative Merkmale definiert.

Zur quantitativen Charakterisierung kleiner und mittlerer Unternehmen, die für den Einsatz von Förderprogrammen, für die statistische Strukturierung der Wirtschaft eines Landes, bei der Anwendung von Rechtsvorschriften und in der wirtschaftlichen Diskussion von Bedeutung ist[18], wird häufig eine Gruppierung nach der Unternehmensgröße vorgenommen. In der Praxis haben sich aus erhebungstechnischen Gründen und aufgrund der Plausibilität die Beschäftigtenzahl, der Umsatz und die Bilanzsumme als geeignete Abgrenzungsmerkmale durchgesetzt.[19]

Das IfM in Bonn verwendet seit dem 1. Januar 2002 für den „wirtschaftlichen Mittelstand“ eine branchenübergreifende Definition, die im deutschsprachigen Raum gebräuchlich ist.[20] So gehören zum Mittelstand alle Selbständigen in den freien Berufen, alle Handwerksbetriebe und gewerblichen Unternehmen, die weniger als 500 Beschäftigte im Jahresdurchschnitt haben und einen Jahresumsatz unter 50 Mio. Euro ausweisen.[21] Tabelle 1 zeigt die Unternehmensgrößeneinteilung des IfM nach den Kriterien Beschäftigtenzahl und Jahresumsatz.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Unternehmensgrößeneinteilung des IfM[22]

Um innerhalb der Europäischen Union Differenzierungen von Land zu Land zu vermeiden, hat sich die EU zu Beginn des Jahres 1996 entschlossen gemeinschaftsweit eine einheitliche Definition für Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen einzuführen, die dann zum 1. Januar 2005 überarbeitet und durch eine neue Empfehlung ersetzt wurde. Dieser Kategorisierung nach beschäftigen Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen bis zu 249 Beschäftigte im Jahresdurchschnitt, erwirtschaften einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. Euro oder weisen eine Jahresbilanzsumme von maximal 43 Mio. Euro aus. Zwei der drei Kriterien müssen bei einer Größenzuordnung zu Grunde gelegt werden. Zusätzlich führt die EU die Unabhängigkeit eines Unternehmens als Kriterium an, welches besagt, dass ein Unternehmen höchstens zu 25% im Besitz eines anderen Unternehmens sein darf.[23] Tabelle 2 zeigt die Unternehmensgrößeneinteilung der EU nach den Kriterien Beschäftigtenzahl, Jahresumsatz und Bilanzsumme.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Unternehmensgrößeneinteilung der EU[24]

Nach der qualitativen Abgrenzung, die eine genauere Umschreibung des Untersuchungsgegenstandes ermöglicht, versteht man unter einem mittelständischen Unternehmen grundlegend eine selbstständige wirtschaftliche Einheit, bei der die unternehmerischen Tätigkeiten wie Leitung, Entscheidung, Kontrolle und Übernahme von Verantwortung in der Regel bei nur einer Person, dem Unternehmer, zusammenlaufen. Meistens ist die wirtschaftliche Existenz des Unternehmens mit der wirtschaftlichen Existenz des Eigentümers und seiner Familie gleichzusetzen, und so spricht man vielfach auch von einer Identität zwischen Eigentum und Risiko.[25] Im Folgenden werden die typischen qualitativen Merkmale, die von Unternehmen zu Unternehmen eine unterschiedliche Gewichtung finden und auch nicht alle gleichzeitig zutreffen, aufgezeigt.[26]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Qualitative Merkmale mittelständischer Unternehmen[27]

Viele der hier aufgezählten qualitativen Charakteristika stellen Eigenschaften dar, die nicht nur das innerbetriebliche Wirtschaften mittelständischer Unternehmen bestimmen, sondern auch ihr Verhalten bei der Erschließung von Auslandsmärkten enorm beeinflussen. Insbesondere das Unternehmensführungs- und Internationalisierungs-Know-how, die Humanressourcen und das Finanzierungspotenzial entscheiden über den Erfolg des Auslandsengagements. Aus diesem Grund ist die Kenntnis dieser Merkmale für Internationalisierungsfragen mittelständischer Unternehmen von besonderer Relevanz, und nur mit diesem Wissen ist es überhaupt möglich das tatsächliche und oftmals suboptimale Entscheidungsverhalten bei der Internationalisierung zu erklären, geeignete Förderkonzepte zu entwerfen und Hilfestellungen zu geben.[28]

2.3 Ziele und Motive der Internationalisierung

Aus den langfristig festgelegten Unternehmenszielen sowie auch zum Teil aus der Charakterisierung mittelständischer Unternehmen können die Ziele und Motive der Internationalisierung, die sich nur in einem geringen Maße von den Zielen und Motiven der Großunternehmen unterscheiden, abgeleitet und formuliert werden. Die Ziele selbst bilden die Grundlage der Internationalisierung und haben einen bedeutenden Einfluss auf die Wahl der Markteintrittsstrategie.[29] Unter den Motiven der Internationalisierung werden die Beweggründe von Unternehmen verstanden, die sie zu unternehmerischen Auslandtätigkeiten veranlassen.[30]

In Anlehnung an die Gliederungsweisen von Nienaber, Müller, Kornmeier u.a. lassen sich die allgemeinen Internationalisierungsziele in die Kategorien Markt- und Wachstumsziele, Kosten-, Rentabilitäts- und Finanzziele, Sicherheitsziele, Macht- und Prestigeziele sowie umweltorientierte und soziale Ziele einteilen.[31]

Unter den Markt- und Wachstumszielen sollen die Erschließung neuer Märkte wie auch das Wachstum des Umsatzes und des Unternehmens verstanden werden. So stellen z.B. eine sinkende Nachfrage und ein stagnierender heimischer Markt für das mittelständische Unternehmen ein Motiv dar sich international zu engagieren. Darüber hinaus bietet die Öffnung neuer Wachstumsmärkte in Asien sowie in Mittel- und Osteuropa einen Anreiz durch nachhaltige und dauerhafte Auslandsaktivitäten zum Unternehmenswachstum beizutragen und neue Marktpotenziale zu erschließen. Ein weiterer Beweggrund kann auch der hohe Wettbewerbsdruck, dem gerade die mittelständischen Unternehmen ausgesetzt sind, sein.[32] Um dem zu begegnen, verfolgen diese Unternehmen Anpassungsstrategien, die eine Optimierung der Wertschöpfungskette unter Einbeziehung von Auslandstätigkeiten beinhalten. Daher dehnen die Mittelständler z.B. parallel zur Konzentration auf eine Marktnische auch ihren regionalen oder nationalen Aktionsradius aus.[33]

Kostenziele haben die Steigerung der Produktivität und Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zum Inhalt. So sind meistens Faktorkostenvorteile beim Gang ins Ausland eine treibende Kraft. Vor allem bei der Aufnahme einer Auslandsproduktion können Fertigungskosten durch geringere Arbeits- und Materialkosten eingespart werden. Für viele mittelständische Unternehmen spielen bei der Internationalisierung aber auch die geringere Steuerbelastung im Zielland, die Transportkostenersparnisse gegenüber dem Import aus dem Heimatland sowie die Umgehung von Zöllen eine entscheidende Rolle.[34] Die Rentabilitätsziele beinhalten die Größen Gewinn, Umsatz- und Kapitalrentabilität und resultieren im weiteren Sinne aus der Verbindung von Marktstellungszielen, Unternehmenswachstumszielen und Kostenzielen. So kann z.B. angesichts gesättigter Märkte eine Ausweitung der Absatzmöglichkeiten im Inland sehr aufwendig sein, während auf vielen Auslandsmärkten beim gleichen finanziellen Einsatz deutlich höhere Renditen erzielt werden können. Und als drittes sind hier die Finanzziele, die eine Verbesserung der finanziellen Lage eines Unternehmens zum Inhalt haben, zu nennen. Da gerade mittelständische Unternehmen eine schwache Finanzlage aufweisen, kann eine erfolgreich durchgeführte Internationalisierung für den Mittelständler neue Finanzierungsmärkte und -möglichkeiten erschließen und gleichzeitig bei Verhandlungen mit potenziellen Kapitalgebern einen positiven Beitrag zur Beschaffung von neuem Eigen- und Fremdkapital leisten.[35]

Die Sicherheitsziele im Rahmen der Internationalisierung setzen sich aus der Risikostreuung sowie aus der Erschließung und Sicherung von neuen Ressourcen wie Rohstoffen, Arbeitskräften und Finanzmittel zusammen. Bspw. kann die internationale Ausrichtung der Unternehmenstätigkeit dazu beitragen, das Marktrisiko auf mehrere Märkte zu verteilen und damit die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.[36]

[...]


[1] Vgl. Nienaber, K. B.: Internationalisierung mittelständischer Unternehmen, Theoretische Grundlagen und empirische Befunde zur Strategiewahl und Umsetzung, Hamburg 2002, S. 1

[2] Vgl. ebenda, S. 2

[3] Vgl. Krätke, S.: Globalisierung und Regionalisierung, in: Geografische Zeitschrift, Heft 3/4, 1995, S. 207

[4] Vgl. Ernst, D.: Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen - Kooperationsformen und Außenwirtschaftsförderung, Wiesbaden 1999, S. 12 f.

[5] Vgl. ebenda, S. 20

[6] Vgl. Bamberger, I.; Evers, M.: Ursachen und Verläufe von Internationalisierungsentscheidungen mittelständischer Unternehmen, in: Macharzina, K.; Oesterle, M.-J. (Hrsg.): Handbuch Internationales Management, Grundlagen - Instrumente - Perspektiven, Wiesbaden 1997, S. 105 f.

[7] Vgl. Ernst, D.: Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen - Kooperationsformen und Außenwirtschaftsförderung, Wiesbaden 1999, S. 20

[8] Vgl. z.B. zur Berücksichtigung der Internationalisierungsstufe Import Nienaber, K. B.: Internationalisierung mittelständischer Unternehmen, Theoretische Grundlagen und empirische Befunde zur Strategiewahl und Umsetzung, Hamburg 2002, S. 5

[9] Vgl. Ernst, D.: Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen - Kooperationsformen und Außenwirtschaftsförderung, Wiesbaden 1999, S. 20 f.; Vgl. Nienaber, K. B.: Internationalisierung mittelständischer Unternehmen, Theoretische Grundlagen und empirische Befunde zur Strategiewahl und Umsetzung, Hamburg 2002, S. 6 ff.

[10] Vgl. Brenken, A.: Globalisierung des Mittelstandes: Chancen und Risiken, in: KfW Bankengruppe (Hrsg.): Publikation der volkswirtschaftlichen Abteilung, Frankfurt/Main 2006, S. 6 f.; Vgl. Ernst, D.: Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen - Kooperationsformen und Außenwirtschaftsförderung, Wiesbaden 1999, S. 17 f.

[11] Vgl. ebenda

[12] Vgl. Ernst, D.: Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen - Kooperationsformen und Außenwirtschaftsförderung, Wiesbaden 1999, S. 15

[13] Vgl. Nienaber, K. B.: Internationalisierung mittelständischer Unternehmen, Theoretische Grundlagen und empirische Befunde zur Strategiewahl und Umsetzung, Hamburg 2002, S. 7

[14] Vgl. Kayser, G.: Daten und Fakten - Wie ist der Mittelstand strukturiert?, in: Krüger, W.; Klippstein, G.; Merk, R. u.a. (Hrsg.): Praxishandbuch des Mittelstands, Leitfaden für das Management mittelständischer Unternehmen, Wiesbaden 2006, S. 34

[15] Vgl. Institut für Mittelstandsforschung Bonn: Statistik, Schlüsselzahlen des Mittelstandes in Deutschland, 05.2007, Internet: http://www.ifm-bonn.org/

[16] Vgl. ebenda

[17] Vgl. Ernst, D.: Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen - Kooperationsformen und Außenwirtschaftsförderung, Wiesbaden 1999, S. 56; Vgl. Weber, W.; Kabst, R.: Internationalisierung mittelständischer Unternehmen: Organisationsformen und Personalmanagement, in: Gutmann, J.; Kabst, R. (Hrsg.): Internationalisierung im Mittelstand, Chancen - Risiken - Erfolgsfaktoren, Wiesbaden 2000, S. 6; Vgl. Nienaber, K. B.: Internationalisierung mittelständischer Unternehmen, Theoretische Grundlagen und empirische Befunde zur Strategiewahl und Umsetzung, Hamburg 2002, S. 15

[18] Vgl. Industrie- und Handelskammer zu Rostock: Zum Begriff „Mittelstand“, Internet: http://www.rostock. ihk24.de/produktmarken/standortpolitik/wirtschaftspolitik/info/Mittelstand_Definition.jsp

[19] Vgl. Ernst, D.: Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen - Kooperationsformen und Außenwirtschaftsförderung, Wiesbaden 1999, S. 56

[20] Vgl. Kayser, G.: Daten und Fakten - Wie ist der Mittelstand strukturiert?, in: Krüger, W.; Klippstein, G.; Merk, R. u.a. (Hrsg.): Praxishandbuch des Mittelstands, Leitfaden für das Management mittelständischer Unternehmen, Wiesbaden 2006, S. 38

[21] Vgl. Institut für Mittelstandsforschung Bonn: Statistik, Definition des Mittelstandes in Deutschland, 05.2007, Internet: http://www.ifm-bonn.org/

[22] Vgl. ebenda

[23] Vgl. Institut für Mittelstandsforschung Bonn: Statistik, Definition des Mittelstandes in Deutschland, 05.2007, Internet: http://www.ifm-bonn.org/; Vgl. Kayser, G.: Daten und Fakten - Wie ist der Mittelstand strukturiert?, in: Krüger, W.; Klippstein, G.; Merk, R. u.a. (Hrsg.): Praxishandbuch des Mittelstands, Leitfaden für das Management mittelständischer Unternehmen, Wiesbaden 2006, S. 37 ff.

[24] Vgl. Institut für Mittelstandsforschung Bonn: Statistik, Definition des Mittelstandes in Deutschland, 05.2007, Internet: http://www.ifm-bonn.org/

[25] Vgl. Kayser, G.: Daten und Fakten - Wie ist der Mittelstand strukturiert?, in: Krüger, W.; Klippstein, G.; Merk, R. u.a. (Hrsg.): Praxishandbuch des Mittelstands, Leitfaden für das Management mittelständischer Unternehmen, Wiesbaden 2006, S. 35; Vgl. Ernst, D.: Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen - Kooperationsformen und Außenwirtschaftsförderung, Wiesbaden 1999, S. 59 ff.

[26] Vgl. Nienaber, K. B.: Internationalisierung mittelständischer Unternehmen, Theoretische Grundlagen und empirische Befunde zur Strategiewahl und Umsetzung, Hamburg 2002, S. 16

[27] Vgl. Ernst, D.: Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen - Kooperationsformen und Außenwirtschaftsförderung, Wiesbaden 1999, S. 64 f.; Vgl. Nienaber, K. B.: Internationalisierung mittelständischer Unternehmen, Theoretische Grundlagen und empirische Befunde zur Strategiewahl und Umsetzung, Hamburg 2002, S. 16; Vgl. Li, Z.: Standortwahl deutscher Mittelständler in der VR China und Maßnahmen chinesischer Standortmarketings aus spieltheoretischer Sicht, Berlin 2000, S. 44 f.

[28] Vgl. Ernst, D.: Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen - Kooperationsformen und Außenwirtschaftsförderung, Wiesbaden 1999, S. 62 f.

[29] Vgl. ebenda, S. 76

[30] Vgl. Ernst, D.: Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen - Kooperationsformen und Außenwirtschaftsförderung, Wiesbaden 1999, S. 72

[31] Vgl. Nienaber, K. B.: Internationalisierung mittelständischer Unternehmen, Theoretische Grundlagen und empirische Befunde zur Strategiewahl und Umsetzung, Hamburg 2002, S. 29; Vgl. Müller, S.; Kornmeier, M.: Motive und Unternehmensziele als Einflussfaktoren der einzelwirtschaftlichen Internationalisierung, in: Macharzina, K.; Oesterle, M.-J. (Hrsg.): Handbuch Internationales Management: Grundlagen - Instrumente - Perspektiven, Wiesbaden 1997, S. 86; Vgl. Cutura, B.; Kraus, S.: Internationalisierung von KMU - Am Beispiel des Markteintritts in die Republik Kroatien, Hamburg 2005, S. 12; Vgl. Berndt, R.; Altobelli, C. F.; Sander, M.: Internationale Marketing-Politik, Berlin 1997, S. 11 ff.

[32] Vgl. v. Behr, M.: Im Sog der Internationalisierung - Startpunkte, Wege und Ziele kleiner und mittlerer Unternehmen, in: v. Behr, M.; Semlinger, K. (Hrsg.): Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen - Neue Entwicklungen bei Arbeitsorganisation und Wissensmanagement, München 2004, S. 50

[33] Vgl. Nienaber, K. B.: Internationalisierung mittelständischer Unternehmen, Theoretische Grundlagen und empirische Befunde zur Strategiewahl und Umsetzung, Hamburg 2002, S. 29 f.; Vgl. Li, Z.: Standortwahl deutscher Mittelständler in der VR China und Maßnahmen chinesischer Standortmarketings aus spieltheoretischer Sicht, Berlin 2000, S. 63

[34] Vgl. Nienaber, K. B.: Internationalisierung mittelständischer Unternehmen, Theoretische Grundlagen und empirische Befunde zur Strategiewahl und Umsetzung, Hamburg 2002, S. 30; Vgl. F.A.Z. - Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen GmbH u.a. (Hrsg.): Mittel- und Osteuropa Perspektiven - Jahrbuch 2001/2002, Erfolgsfaktoren bei Auslandsinvestitionen, Frankfurt/Main u.a. 2001, S. 252

[35] Vgl. Ernst, D.: Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen - Kooperationsformen und Außenwirtschaftsförderung, Wiesbaden 1999, S. 78

[36] Vgl. ebenda

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Die Internationalisierung mittelständischer Unternehmen. Begriffe, Einflussfaktoren, Umsetzung
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
37
Katalognummer
V282257
ISBN (eBook)
9783656765714
ISBN (Buch)
9783668139374
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
internationalisierung, unternehmen, begriffe, einflussfaktoren, umsetzung
Arbeit zitieren
Diplom-Betriebswirt Roman Karl (Autor), 2007, Die Internationalisierung mittelständischer Unternehmen. Begriffe, Einflussfaktoren, Umsetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282257

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