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Gewerbesteuer Kommunaler Standortwettbewerb und effizienzorientierte Besteuerung

Title: Gewerbesteuer Kommunaler Standortwettbewerb und effizienzorientierte Besteuerung

Seminar Paper , 2004 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Benjamin Moche (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Nach der modernen finanzwissenschaftlichen Theorie besitzt der Staat im wesentlichen drei Aufgaben. Diese Aufgaben bestehen in der Erfüllung einer Allokationsfunktion, also in der Gewährleistung einer effizienten Verwendung volkswirtschaftlicher Ressourcen. Zweitens hat der Staat die Aufgabe der Distribution. Er soll eine gerechte Verteilung von Gütern herbeiführen. Und drittens soll der Staat zyklischen Schwankungen entgegenwirken und so eine Stabilisierungsfunktion erfüllen.

In der Bundesrepublik Deutschland (BRD) besteht ein föderalistisches Staatssystem. Die Aufgaben sind auf die verschiedenen Gebietskörperschaften, d. h. auf den Bund, die Länder und die Gemeinden verteilt. Das Grundgesetz (GG) der BRD sichert in Art. 28 Abs. 2 GG den Gemeinden eine eigenverantwortliche Regelung der „Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft“ zu. Diese Selbstverwaltung schließt eine finanzielle Eigenverwaltung ein (jur.: Finanzhoheit der Gemeinden). Zur Wahrnehmung dieser Selbstverwaltung werden den Gemeinden verschiedene Instrumente zur Verfügung gestellt. Insbesondere regelt Art. 106 GG den „Instrumenten-Mix“. Mit dieser Arbeit soll untersucht werden, ob mit den vorhanden Instrumenten, im speziellen mit dem Instrument der Gewerbesteuer, eine Gemeinde, die sich im kommunalen Standortwettbewerb mit anderen Gemeinden befindet, in die Lage versetzt wird, eine Effizienz sichernde Besteuerung durchzuführen und damit die Bedingungen effizienter Allokation zu erfüllen. Für die nachfolgenden Betrachtungen ist einführend die Frage zu klären, was unter einer effizienten Allokation zu verstehen ist. Ein Maßstab für Effizienz ist das Kriterium der Pareto-Optimalität. Ein Pareto-Optimum liegt vor, wenn ausgehend von einem Zustand – dem Pareto-Optimum – kein Individuum besser gestellt werden kann, ohne dass ein anderes schlechter gestellt wird. Eine Allokation soll demnach als effizient bezeichnet werden, wenn sie Pareto-optimal ist, also durch eine Reallokation kein Individuum besser gestellt werden kann, ohne ein anderes schlechter zu stellen. Der Standortwettbewerb kommunaler Regionen ist durch die hohe interregionale Mobilität der Haushalte, Unternehmen und des Kapitals gekennzeichnet. Im folgenden ist die Betrachtung auf Unternehmen und Kapital beschränkt, weil für die Bewertung der Gewerbesteuer die Analyse der Haushalte eine untergeordnete Rolle spielt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung und Vorgehensweise

2 Die effiziente interregionale Allokation

2.1 Die effiziente räumliche Kapitalallokation

2.2 Die effiziente räumliche Unternehmensallokation

2.3 Zwischenergebnis zu den Bedingungen effizienter Allokation

3 Das Effizienz sichernde regionale Steuersystem

3.1 Die effiziente Kapitalbesteuerung

3.2 Die effiziente Unternehmensbesteuerung

3.3 Zwischenergebnis zur Effizienz sichernden Besteuerung

4 Das Effizienz sichernde Steuersystem und kommunaler Standortwettbewerb

4.1 Die Folgen eines unzureichenden Instrumentariums

4.2 Das Problem des Landrentenabflusses aus einer Region

4.3 Das Vorliegen ungleicher Regionengrößen im Standortwettbewerb

5 Die Gewerbesteuer: ein effizientes Instrument?

5.1 Einzelbewertung des Instruments der Gewerbesteuer

5.2 Kontextbewertung des Instruments der Gewerbesteuer

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die deutsche Gewerbesteuer in einem kommunalen Standortwettbewerb die Bedingungen für eine effiziente interregionale Allokation von Kapital und Unternehmen erfüllen kann. Dabei steht die Frage im Zentrum, ob das bestehende steuerliche Instrumentarium der Gemeinden ausreicht, um eine effiziente Bereitstellung lokal öffentlicher Güter bei gleichzeitiger Vermeidung von Allokationsverzerrungen zu gewährleisten.

  • Grundlagen effizienter räumlicher Allokation
  • Anforderungen an ein Effizienz sicherndes regionales Steuersystem
  • Auswirkungen des kommunalen Standortwettbewerbs auf die Steuerentscheidungen
  • Kritische Würdigung der Gewerbesteuer als Anlastungsmechanismus
  • Bedeutung eines vollständigen Steuerinstrumentariums für Gemeinden

Auszug aus dem Buch

2.1 Die effiziente räumliche Kapitalallokation

Unter der Annahme, dass zwischen zwei (oder mehreren) Regionen lediglich der Faktor Kapital mobil ist, lassen sich die Bedingungen effizienter räumlicher Kapitalallokation übersichtlich darstellen.

Die Aufgabe eines fiktiven Planers soll darin bestehen einen exogenen Kapitalstock K effizient auf die Regionen i = 1,..., I zu verteilen. Die Produktion eines privaten homogenen Gutes erfolgt durch Einsatz des Faktors Kapital und der immobilen Ressource Li (Land) und lässt sich durch die linear-homogene Produktionsfunktion Fi(Li, Ki) beschreiben.

Die Kapitalallokation ist dann effizient, wenn die Gesamtproduktion über alle Regionen durch eine Reallokation nicht weiter erhöht werden kann. Es ist das Maximum der Funktion Σ Fi(Li, Ki) gesucht. Mit Hilfe des Lagrange-Ansatzes führt dies unter Beachtung der Restriktion K = Σ Ki zu (1) max L (Li, Ki) = Σ Fi(Li, Ki) + λ (K - Σ Ki).

Gleichung (1.1) zeigt die Effizienzbedingung. Sie besagt, dass unter Beachtung der Nebenbedingung zur Erreichung einer effizienten Allokation die Grenzproduktivität des Kapitals in allen Regionen gleich groß sein muss. Die Produktion erreicht ihr Maximum und kann folglich nicht weiter erhöht werden. Damit wurde die erste Bedingung für räumlich effiziente Allokation bestimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung und Vorgehensweise: Definition der staatlichen Aufgaben im Föderalismus und Eingrenzung der Forschungsfrage hinsichtlich der Effizienz der Gewerbesteuer.

2 Die effiziente interregionale Allokation: Theoretische Herleitung der Bedingungen für eine effiziente räumliche Allokation von Kapital und Unternehmen.

3 Das Effizienz sichernde regionale Steuersystem: Bestimmung der steuerlichen Anforderungen zur Gewährleistung effizienter Allokation bei dezentraler Entscheidungsgewalt.

4 Das Effizienz sichernde Steuersystem und kommunaler Standortwettbewerb: Analyse der Auswirkungen des Wettbewerbs auf das Steuerverhalten der Gemeinden unter Berücksichtigung von Landrenteneffekten.

5 Die Gewerbesteuer: ein effizientes Instrument?: Kritische Bewertung der Gewerbesteuer anhand der theoretischen Kriterien und Untersuchung der Instrumenten-Vollständigkeit.

6 Fazit und Ausblick: Synthese der Ergebnisse mit der Schlussfolgerung, dass das aktuelle Instrumentarium unzureichend für eine Effizienz sichernde Besteuerung ist.

Schlüsselwörter

Gewerbesteuer, kommunaler Standortwettbewerb, effiziente Allokation, Kapitalallokation, Unternehmensbesteuerung, Pareto-Optimalität, Landrentenabfluss, Steuerwettbewerb, lokal öffentliche Güter, Instrumenten-Mix, Fiskalföderalismus, Grenzballungskosten, Reingewinnsteuer, kommunale Finanzhoheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob die Gewerbesteuer in Deutschland ein geeignetes Instrument darstellt, um im kommunalen Standortwettbewerb eine effiziente Ressourcenallokation zu erreichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der interregionalen Allokation, die Anforderungen an ein effizientes Steuersystem auf kommunaler Ebene sowie die Analyse von Standortwettbewerb und steuerlichen Instrumenten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, ob Gemeinden durch die Gewerbesteuer in die Lage versetzt werden, eine Effizienz sichernde Besteuerung durchzuführen und damit Bedingungen optimaler Allokation zu erfüllen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt modelltheoretische Ansätze der modernen Finanzwissenschaft, insbesondere Lagrange-Optimierungsverfahren, um Bedingungen für allokative Effizienz abzuleiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Allokationsbedingungen, die Analyse von Steuersystemen im Wettbewerb und eine abschließende Bewertung der Gewerbesteuer anhand dieser Kriterien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Gewerbesteuer, Standortwettbewerb, effiziente Allokation, Pareto-Optimalität und kommunale Finanzhoheit sind die prägenden Begriffe.

Warum führt der Standortwettbewerb laut Autor zu einer Unterversorgung mit Gütern?

Aufgrund der Angst vor Kapitalabwanderung setzen Regionen ihre Steuersätze oft zu vorsichtig, wodurch weniger öffentliche Güter als im theoretischen Optimum bereitgestellt werden.

Welche Rolle spielt die Landrentenbesteuerung?

Sie ist notwendig, um Budgetrestriktionen der Gemeinden zu erfüllen, ohne die allokative Effizienz durch verzerrte Steuersätze auf mobile Faktoren zu gefährden.

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Details

Title
Gewerbesteuer Kommunaler Standortwettbewerb und effizienzorientierte Besteuerung
College
University of Wuppertal  (Lehrstuhl für betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Finanzwissenschaft)
Course
Seminar zur Gewerbesteuer
Grade
1,7
Author
Benjamin Moche (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V28226
ISBN (eBook)
9783638300728
Language
German
Tags
Gewerbesteuer Kommunaler Standortwettbewerb Besteuerung Seminar Gewerbesteuer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Moche (Author), 2004, Gewerbesteuer Kommunaler Standortwettbewerb und effizienzorientierte Besteuerung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28226
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