Zur beruflichen Kompetenz von Lehrkräften gehört das Unterrichten auf der Grundlage von theoretischem und empirischem Wissen sowie das Wissen über Einwirkungsmöglichkeiten im Rahmen des Lehr-Lernkontextes (Kiper & Mischke, 2006, S. 9). Diese empirischen Erkenntnisse versucht die Unterrichtsforschung als Teil der Bildungsforschung zu liefern. Eine kritische Einschätzung der Qualität von Forschungsarbeiten ist für Lehrende unabdingbar um relevante Erkenntnisse für die eigene Unterrichtspraxis ableiten zu können. Im Rahmen dieser Hausarbeit soll dies exemplarisch anhand der experimentellen Studie „Comics – didaktisches Potenzial für die Berufsbildung im medizinisch-pflegerischen Sektor?“ (Göhler, Narciss & Niethammer, 2013) erfolgen. Hierzu können je nach Studientyp und Design unterschiedliche Kriterien zugrunde gelegt werden. Im Rahmen dieser Arbeit werden die „Allgemeinen Kriterien zur Beurteilung von Studien“ herangezogen, wie sie von Panfil (2013, S. 205-212) vorgeschlagen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorstellung der Studie
2.1 Hintergrund, Zielsetzung & Fragestellung der Studie
2.2 Datenerhebung und Datenauswertung
2.3 Ergebnisse und Diskussion
3. Kritische und systematische Beurteilung der Studie
3.1 Formulierung der Forschungsfrage
3.2 Auswahl des Studiendesigns
3.3 Literaturanalyse
3.4 Stichprobe
3.5 Methoden zur Datenerhebung
3.6 Ethik
3.7 Analyse
3.8 Ergebnisse
3.9 Diskussion
3.10 Übertragbarkeit
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die experimentelle Studie von Göhler, Narciss und Niethammer (2013) kritisch auf ihre methodische Qualität und wissenschaftliche Belastbarkeit zu prüfen. Dabei wird untersucht, inwieweit das didaktische Potenzial von Comics zur Förderung der Lernmotivation und des Wissenserwerbs in der beruflichen Bildung im medizinisch-pflegerischen Sektor nachgewiesen werden kann und welche methodischen Schwachstellen die Forschungsarbeit aufweist.
- Kritische Qualitätsbeurteilung von empirischen Forschungsarbeiten in der Pflegepädagogik.
- Einsatz und didaktisches Potenzial von Comics als Lehrmittel.
- Methodische Anforderungen an experimentelle Designs in der Bildungsforschung.
- Anwendung der Beurteilungskriterien nach Panfil (2013).
- Diskussion über Transferierbarkeit und wissenschaftliche Transparenz.
Auszug aus dem Buch
3.1 Formulierung der Forschungsfrage
Am Anfang einer Forschung steht immer eine Problembeschreibung. Mithilfe einer Studie soll dieses Problem gelöst werden (Panfil, 2013, S. 33). In Bezug auf die genannte Studie stellt das Problem die von den Autorinnen genannte „Forschungslücke“ bezüglich der Visualisierung von Lerninhalten durch Comics im berufsbildenden Bereich dar. Desweiteren gibt es derzeit wenige Untersuchungen, welche Comics parallel motivations- als auch kognitionspsychologisch erforschen würden, so die Autorinnen. Hierdurch begründen sie auch die Relevanz sowie die Notwendigkeit der Forschung. Sie vertreten die These, dass Comics dazu dienen können, komplexe Handlungssituationen verständlich zu machen und zudem sowohl den Wissenserwerb als auch die Motivation der Lernenden fördern. Durch die Forschung soll diese Annahme bestätigt werden. Die Legitimation der Forschungsarbeit ist durchaus gut begründet und nachvollziehbar.
Um die Durchführbarkeit einer Forschung zu gewährleisten, muss die Problematik eingegrenzt werden, indem eine Forschungsfrage möglichst präzise formuliert wird. Eine deutliche Formulierung der Forschungsfrage ist in dem zu analysierenden Forschungsbericht nicht auszumachen. Zwar lautet die Überschrift des Kapitels 4 „Wie kann das Potenzial von Comics für den Erwerb beruflicher Handlungskompetenz von Gesundheits- und Krankenpflegeschülerinnen und –schülern genutzt werden?“ (Göhler, Narciss & Niethammer, 2013, S. 4), doch die Autorinnen verzichten darauf, dieses als eindeutige Forschungsfrage zu benennen. Sie führen weiter an, dass im Mittelpunkt des Interesses der Untersuchung die Frage stand, „inwiefern der maßgeschneidert enwickelt[e] Comic zur Pflege bei Diabetes mellitus positive Effekte einerseits auf den Erwerb von konzeptuellem und prozeduralem Wissen, andererseits auf die Lernmotivation hat“ (ebd., S. 11). Kritisch anzumerken ist demnach, dass beide Fragestellungen an unterschiedlichen Textstellen auftauchen und darüber hinaus nicht so präzise formuliert sind, wie sie es sein sollten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der kritischen Qualitätsbeurteilung für Lehrende und führt in die zu untersuchende Studie von Göhler, Narciss & Niethammer ein.
2. Vorstellung der Studie: In diesem Kapitel werden der Hintergrund, die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der untersuchten Studie kurz dargelegt.
3. Kritische und systematische Beurteilung der Studie: Dieser Hauptteil analysiert die Studie anhand verschiedener Kriterien wie Forschungsfrage, Design, Literatur, Stichprobe, Methode und Ethik.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Kritikpunkte zusammen und betont, dass die Studie zwar eine relevante Fragestellung aufgreift, jedoch methodische Mängel in Transparenz und Darstellung aufweist.
Schlüsselwörter
Pflegebildung, Unterrichtsforschung, Comics, Didaktik, Wissenserwerb, Lernmotivation, Diabetes mellitus, kritische Beurteilung, Studiendesign, empirische Forschung, Pflegepädagogik, Evidenz, Qualitätskriterien, Forschungsbericht, Berufsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit?
Die Hausarbeit befasst sich mit der methodisch-kritischen Prüfung eines Forschungsberichts über den Einsatz von Comics im pflegeberuflichen Bildungssektor.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Im Mittelpunkt stehen die didaktische Wirksamkeit von Comics, die Lernmotivation von Auszubildenden und die methodische Qualität experimenteller Studien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die wissenschaftliche Validität und Nachvollziehbarkeit der Studie von Göhler, Narciss & Niethammer unter Anwendung systematischer Qualitätskriterien zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Hausarbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine kritische Literaturanalyse und eine systematische Beurteilung anhand vorgegebener Gütekriterien, insbesondere in Anlehnung an Panfil (2013).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Forschungsfrage, des Designs, der Stichprobenauswahl, der Datenerhebung sowie der ethischen und analytischen Vorgehensweise.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Pflegebildung, empirische Forschung, Didaktik, Lernmotivation und kritische Qualitätsbeurteilung.
Warum wird die Stichprobenauswahl in der analysierten Studie kritisiert?
Es fehlen Angaben zu Ein- und Ausschlusskriterien, zur Rekrutierung der Probanden und zur Definition der Grundgesamtheit, was die Übertragbarkeit der Ergebnisse in Frage stellt.
Welche Bedeutung kommt dem PICO-Schema in der Analyse zu?
Das PICO-Schema hätte dazu dienen können, die Forschungsfrage sowie die Zielpopulation und Interventionen präziser zu definieren, was im Originalbericht versäumt wurde.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2014, Kritische Arbeit mit Texten. Die Beurteilung der Studie „Comics – didaktisches Potenzial für die Berufsbildung im medizinisch-pflegerischen Sektor?“ von Göhler, Narciss & Niethammer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282306