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Wie weit dürfen Karikaturen gehen? Der Kampf zwischen Meinungsfreiheit und religiöser Empfindung

Title: Wie weit dürfen Karikaturen gehen? Der Kampf zwischen Meinungsfreiheit und religiöser Empfindung

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Rosa Grieser (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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Ayaan Hirsi Ali sprach sich in einer Rede am 9. Februar 2006 in Berlin für das Recht zu beleidigen aus:

„Es ist meine Überzeugung, dass die fragile Unternehmung, die wir Demokratie nennen, ohne freie Reden, besonders in den Medien, nicht existieren kann. Journalisten dürfen die Verpflichtung zur Redefreiheit nicht vergessen, weil Menschen in anderen Hemisphären diese Freiheit verweigert bleibt.“

Die Islam Kritikerin bezog sich dabei auf die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung Jyllands Posten, sowie auf die weltweiten sekundären Veröffentlichungen. Sie vertritt dabei die Auffassung, dass Journalisten ihrer Verpflichtung zur Herstellung von Öffentlichkeit nachkommen müssen, gerade weil diese Freiheit nicht in jedem Land gewährt sei. Hirsi Ali erkennt daher das Recht auf freie Meinungsäußerung als einen wesentlichen Bestandteil liberaler Ideen, dementsprechend sei eine Einschränkung dieses Rechtes eine Gefahr für die Demokratie.

Gegner der Publikationen verweisen darauf, dass die Veröffentlichungen der Karikaturen eine bewusste Provokation waren, in der nicht nur keine Rücksicht auf das islamische Bildverbot des Propheten genommen wurde, sondern, und wesentlich gravierender, die Zeichnungen anti-islamisch stereotypisierend und beleidigend seien, und dadurch zu einem negative belastetem Islambild in den Medien geführt hätten.

Während es verschiedene Annahmen darüber gibt, warum die Karikaturen veröffentlicht wurden: Provokation , fremden Feindlichkeit, Erweiterung der Meinungsfreiheit oder die Eröffnung einer Debatte über die angeblichen Sonderschutz Statuen religiöser Gefühle von Muslimen, ist der Konflikt um das Spannungsverhältnis Meinungsfreiheit und dem Schutz von religiösen Empfindungen bis heute nicht aufgelöst.

Es gibt bis heute keinen einheitlichen Konsens darüber, was Karikaturen erlaubt ist, wie weit religiöse Gefühle beleidigt werden dürfen und wo die Grenzen der Pressefreiheit liegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Hintergründe zum Karikaturenstreit

2.1. Die Zweitveröffentlichungen

2.2. Die Karikaturen – Blasphemie oder Satire

3. Die Schranken der Meinungsfreiheit

3.1. Der rechtliche Rahmen in Deutschland

3.2. Die Entscheidung des Deutscher Presserat

3.3. Die Stellungnahme des Schweizer Presserats

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Freiheit der Meinungsäußerung und dem Schutz religiöser Empfindungen im Kontext der Mohammed-Karikaturen. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit medienethische und rechtliche Schranken eine Einschränkung der Pressefreiheit begründen können und ob eine generelle Rücksichtnahme auf religiöse Gefühle in einer säkularen Gesellschaft erforderlich ist.

  • Konfliktlinien zwischen Meinungsfreiheit und dem Schutz religiöser Werte.
  • Analyse des journalistischen Berufsethos und der medienethischen Verantwortung.
  • Vergleich der Entscheidungsprozesse des Deutschen und Schweizer Presserates.
  • Untersuchung rechtlicher Rahmenbedingungen am Beispiel der deutschen Gesetzgebung.
  • Bewertung von Karikaturen als Instrument der gesellschaftlichen Auseinandersetzung oder als bloße Provokation.

Auszug aus dem Buch

2. Die Hintergründe zum Karikaturenstreit

Im September 2005 lud der Feuilletonchef der dänischen Zeitung Jyllands Poste, Flemming Rose, Karikaturisten ein, Zeichnungen zum Thema Mohammed anzufertigen. Diese Idee entstand als Karre Bluitken, der Verfasser eines Kinderbuches über das Leben Mohammeds, niemanden finden konnte, der sich bereit erklären wollte die Illustration des Buches zu übernehmen (Meier:2007:29). Rose machte es sich zur Aufgabe auf diese Thematik, die er als überhöhte Selbstzensur im Bezug auf den Islam bezeichnet, durch die Veröffentlichung von Karikaturen aufmerksam zu machen. Die anschließenden zwölf veröffentlichten Abbildung Mohammeds führten zu einem weltweiten Diskurs entlang der Konfliktlinien Meinungsfreiheit und dem Schutz von religiösen Empfindungen, und darüber hinaus auch zu zahlreichen gewalttätigen Übergriffen und einigen Todesfällen (Meier:2007:29). In seiner Rechtfertigung behauptet Rose: „Blasphemie kommt auf unseren Seiten selten vor. Wir befürworten die Meinungsfreiheit nicht um jeden Preis [...] Ich habe diese Karikaturen als Reaktion auf mehrere Zensurfälle in Europa gebracht. Sie sind die Folge einer größer werdenden Angst und eines Gefühls von Eingeschüchtertsein, wenn Themen aufgebracht werden, die mit dem Islam in Zusammenhang stehen [...] Es handelte sich nicht um eine bloße Provokation [...] Wir wollten schlicht die Grenzen der Meinungsfreiheit erweitern“ (Rose:2006). Dennoch veröffentlichte der Jyllands Posten Anfang 2006 eine Entschuldigung auf ihrer Homepage, in der bedauert wurde, dass die Gefühle von Muslimen verletzt wurden, nicht aber der Abdruck der Mohammed-Karikaturen, die diese Verletzung herbei geführt haben (Ata:2011:94).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Karikaturenstreits ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Spannungsverhältnis zwischen Meinungsfreiheit und religiösem Empfinden.

2. Die Hintergründe zum Karikaturenstreit: Das Kapitel beleuchtet die Entstehung der Mohammed-Karikaturen durch die Initiative von Flemming Rose und analysiert die nachfolgenden Zweitveröffentlichungen sowie die Kategorisierung der Zeichnungen als Satire oder Blasphemie.

3. Die Schranken der Meinungsfreiheit: Hier werden die rechtlichen Grundlagen in Deutschland sowie die ethischen Urteile des Deutschen und Schweizer Presserates hinsichtlich der Grenzen der Meinungsfreiheit erörtert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Rücksichtnahme auf religiöse Gefühle die Meinungsfreiheit nicht zwingend einschränkt, solange eine verantwortungsvolle journalistische Entscheidungspraxis besteht.

Schlüsselwörter

Meinungsfreiheit, Mohammed-Karikaturen, Pressefreiheit, Medienethik, Journalismus, Religionskritik, Blasphemie, Satire, Deutscher Presserat, Schweizer Presserat, religiöse Empfindungen, interkultureller Diskurs, Selbstzensur, Menschenwürde, Jyllands Posten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert den Konflikt zwischen dem Recht auf freie Meinungsäußerung und dem Respekt gegenüber religiösen Gefühlen am Beispiel der Debatte um die Mohammed-Karikaturen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit deckt die medienethischen Richtlinien, die rechtlichen Schranken in Deutschland sowie die unterschiedlichen Begründungsansätze von Presseorganen und Presseräten ab.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Untersuchung?

Die zentrale Frage lautet, ob die Rücksichtnahme auf religiöse Empfindungen zwangsläufig eine Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit bedeutet.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es wird eine vergleichende Diskursanalyse durchgeführt, die sich auf fachwissenschaftliche Literatur, Kodizes und Stellungnahmen von Presseräten stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung des Konflikts, der Differenzierung zwischen Satire und Blasphemie bei den Karikaturen sowie dem Abgleich von journalistischem Berufsethos und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Meinungsfreiheit, Medienethik, Mohammed-Karikaturen, Pressefreiheit und der interkulturelle Diskurs.

Wie bewerten der Deutsche und der Schweizer Presserat die Veröffentlichung?

Beide Gremien kamen zu dem Ergebnis, dass die Veröffentlichung der Karikaturen zulässig war, da sie in einem zeitgeschichtlichen Kontext stattfand und eine öffentliche Debatte dokumentierte.

Welche Rolle spielt das islamische Bildverbot in der Argumentation?

Das Bildverbot wird als Anlass für die Empörung vieler Muslime genannt, wird jedoch von den untersuchten Presseorganen als nicht bindend für westliche, säkulare Medien eingestuft.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor im Fazit?

Der Autor schließt, dass verantwortungsvolle Journalisten selbst entscheiden müssen, ob die Ausnutzung der Meinungsfreiheit im Einzelfall ethisch vertretbar ist, ohne dass starre rechtliche Grenzen gesetzt werden müssen.

Was ist das Argument für die "Schere im Kopf"?

Es wird kritisiert, dass durch übermäßige Rücksichtnahme oder Angst vor Konsequenzen eine Form von vorauseilendem Gehorsam entsteht, die die Pressefreiheit faktisch untergräbt.

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Details

Title
Wie weit dürfen Karikaturen gehen? Der Kampf zwischen Meinungsfreiheit und religiöser Empfindung
College
University of Bremen  (Politikwissenschaften)
Course
Politik und Islam
Grade
1,3
Author
Rosa Grieser (Author)
Publication Year
2013
Pages
14
Catalog Number
V282324
ISBN (eBook)
9783656770138
ISBN (Book)
9783656770121
Language
German
Tags
karikaturen kampf meinungsfreiheit empfindung Thema Meinungsfreiheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rosa Grieser (Author), 2013, Wie weit dürfen Karikaturen gehen? Der Kampf zwischen Meinungsfreiheit und religiöser Empfindung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282324
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