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Zentralbanken und Finanzstabilität. Zu den Interdependenzen von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik

Title: Zentralbanken und Finanzstabilität. Zu den Interdependenzen von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik

Master's Thesis , 2014 , 88 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: André Kießling (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Summary Excerpt Details

Inhaltsangabe:
Die vorliegende Arbeit definiert zuerst den Begriff der Finanzstabilität. Im Anschluss werden Systemrisiken von mikroprudenziellen Risiken abgegrenzt und die Dimensionen aufgezeigt, in denen Systemrisiken auftreten können.

Im dritten Kapitel wird die Wirkung von Geldpolitik auf die Finanzstabilität herausgestellt. Der Schwerpunkt liegt auf den Transmissionsmechanismen und deren Auswirkungen. Der Risikokanal wird wegen seiner besonderen Bedeutung separat behandelt.

Das vierte Kapitel zeigt eingangs auf, was unter makroprudenzieller Politik verstanden wird und stellt dann das verfügbare Instrumentarium vor. Im Anschluss werden die makroprudenzielle Politik und deren zugehörigen Instrumente bewertet.

Kapitel fünf behandelt den gemeinsamen Einsatz von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik für die Finanzstabilität. Zuerst werden die drei wichtigsten Theorieansätze vorgestellt. Danach diskutiert der Text die Wechselwirkungen zwischen den beiden Politikinstrumenten sowie die institutionellen Ausgestaltungsmöglichkeiten eines Finanzstabilitätsmandats. Schließlich werden zwei Modelle zur Abstimmung von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik vorgestellt und anschließend deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausgearbeitet und interpretiert.

Kapitel sechs bietet einen Überblick über die bestehenden makroprudenziellen Strukturen auf globaler Ebene sowie in England, den Vereinigten Staaten und dem Euroraum und stellt deren Vor- und Nachteile heraus.

Den Abschluss bildet die Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse.

Einleitung:
Die Finanzkrise mit ihrem Höhepunkt im Jahr 2008 stellte die Verwundbarkeit des weltweiten Finanzsystems bloß. Durch die Pleite der Lehman Brothers Investment Bank und weitere Schockmomente verloren Interbankenmarkt und Kreditmarkt innerhalb kurzer Zeit ihre Funktionsfähigkeit und stellten so eine bedeutende Bedrohung für die Finanzstabilität dar. Durch politische Hilfsprogramme für angeschlagene Banken und die Bereitstellung von Liquidität wurde ein Zusammenbruch des Systems verhindert.

Infolge der Ereignisse wurden und werden Ursachen sowie Vermeidungsstrategien für solche Krisen gesucht. Vor der Finanzkrise betrachteten Politik und Forschung die makroökonomische Politik mit ihren Zielen der Geldwertstabilität und der realwirtschaftlichen Entwicklung als weitgehend unabhängig von der mikroprudenziellen Überwachung einzelner Institute. Die mikroprudenzielle Politik hatte die Aufgabe, die [...].

Excerpt


Gliederung

1 Einleitung

2 Finanzstabilität

2.1 Definition

2.2 Systemrisiken

2.2.1 Unterscheidung von makroprudenziellen und mikroprudenziellen Risiken

2.2.2 Unterscheidung von Systemrisiken

3 Interdependenz von Geldpolitik und Finanzstabilität

3.1 Transmissionskanäle der Geldpolitik

3.2 Der Risikokanal

4 Makroprudenzielle Politik

4.1 Definition

4.2 Instrumente

4.2.1 Weiche Instrumente

4.2.2 Mittlere Instrumente

4.2.3 Harte Instrumente

4.3 Beurteilung

5 Einsatz von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik für die Finanzstabilität

5.1 Theoretische Ansätze

5.1.1 Modified Jackson Hole Consensus

5.1.2 Leaning against the wind vindicated

5.1.3 Finanzstabilität und Preisstabilität

5.2 Diskussion von Wechselwirkungen

5.3 Probleme der institutionellen Ausgestaltung

5.3.1 Dualmandat

5.3.2 Trennung der Mandate

5.4 Modellvergleich zur Abstimmung von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik

5.4.1 Modell von Woodford nach Svensson

5.4.2 Modell von Cecchetti und Kohler

5.4.3 Vergleichende Interpretation der Modelle

6 Institutionelle Ausgestaltung der makroprudenziellen Politik

6.1 Internationale Institutionen

6.2 Ausgewählte Systembeispiele

6.2.1 England

6.2.2 Vereinigte Staaten von Amerika

6.2.3 Europa

6.2.3.1 ESRB und Bankenaufsicht

6.2.3.2 Institutionalisierung in Deutschland

7 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen Geldpolitik und makroprudenzieller Politik im Kontext der Finanzstabilität. Zentral ist die Frage, wie beide Politikinstrumente abgestimmt werden können, um Systemrisiken effektiv zu begegnen, ohne die geldpolitische Zielsetzung der Preisstabilität zu gefährden.

  • Analyse des Risikokanals der Geldpolitik
  • Bewertung von Instrumenten der makroprudenziellen Politik
  • Diskussion institutioneller Ausgestaltungen (Dualmandat vs. Mandatstrennung)
  • Modellvergleich zur Abstimmung der Politiken
  • Überblick internationaler makroprudenzieller Strukturen

Auszug aus dem Buch

2.2 Systemrisiken

Gefährdungen für die Finanzstabilität gehen nicht nur von dem Ausfall einzelner Institutionen auf Mikroebene, sondern auch von der Bedrohung des Systems als Ganzem auf Makroebene aus. Die Risiken, denen ein spezifisches Unternehmen unterliegt, werden als idiosynkratisch bezeichnet. In einigen theoretischen Ansätzen wie dem Capital Asset Pricing Modell können diese spezifischen Risiken durch Diversifikation eliminiert werden. Jedoch kann auch perfekte Diversifikation nicht die Systemrisiken bereinigen, da hiervon alle Unternehmen betroffen sind. In der Realität werden in jedem Fall viele Unternehmen tangiert sein. Zur Wahrung der Finanzstabilität sollten demnach solche Systemrisiken begrenzt werden.

Ein Systemrisiko besteht darin, dass ein „Systemereignis“ neben dem ursprünglich betroffenen Individuum über Zweitrundeneffekte weitere Marktteilnehmer beeinträchtigen könnte. Das Systemereignis ist somit ein Schock verbunden mit einem Übertragungsmechanismus. Dieser Schock kann entweder bereits auf das ganze System wirken, beispielsweise eine plötzliche Zinsänderung. Er kann aber auch nur eine einzelne Institution betreffen (De Bandt & Hartmann 2000, S. 11). Durch die Übertragung auf weitere Marktteilnehmer wird dann aus dem mikroprudenziellen Individualrisiko ein makroprudenzielles Systemrisiko.

Eine Sichtweise erklärt die Existenz von Systemrisiken als zumindest teilweise endogenes Phänomen. Die Marktteilnehmer richten ihr Handeln nicht am objektiven Risiko, sondern an ihrem wahrgenommenen Risiko aus (Danielsson et al. 2010, S. 2). Weicht die subjektive Einschätzung der Marktteilnehmer vom objektiven Risiko ab, werden sich auf Dauer Ungleichgewichte aufbauen.

Während mikroprudenzielle Risiken nur eine Institution sowie deren Gläubiger betreffen, bedrohen makroprudenzielle Risiken das Gesamtsystem. Die beiden Dimensionen sind nicht als konkurrierend, sondern als ineinandergreifendes System zu verstehen, an dem jeder Anteil seine Daseinsberechtigung hat, eine Abgrenzung jedoch nicht immer exakt erfolgen kann. Abbildung 2 fasst die Unterschiede von mikroprudenzieller und makroprudenzieller Sichtweise von Risiken zusammen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Lehren aus der Finanzkrise 2008 und die Notwendigkeit, neben der Preisstabilität auch die makroprudenzielle Dimension der Finanzstabilität zu berücksichtigen.

2 Finanzstabilität: Dieses Kapitel definiert Finanzstabilität, unterscheidet mikro- von makroprudenziellen Risiken und analysiert die zyklische sowie die Querschnittsdimension von Systemrisiken.

3 Interdependenz von Geldpolitik und Finanzstabilität: Hier werden die Transmissionskanäle der Geldpolitik und insbesondere der Risikokanal untersucht, über den geldpolitische Maßnahmen das Risikoverhalten der Marktteilnehmer beeinflussen.

4 Makroprudenzielle Politik: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der makroprudenziellen Politik, stellt ein breites Instrumentarium von weichen bis hin zu harten Instrumenten vor und bewertet deren Wirksamkeit.

5 Einsatz von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik für die Finanzstabilität: Es werden theoretische Ansätze zur Abstimmung beider Politiken diskutiert, institutionelle Probleme wie das Dualmandat analysiert und Modelle zur Abstimmung verglichen.

6 Institutionelle Ausgestaltung der makroprudenziellen Politik: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die makroprudenzielle Aufsicht auf internationaler Ebene sowie exemplarisch für England, die USA und Europa.

7 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bewertet den Beitrag der untersuchten Instrumente und Strukturen zur künftigen Krisenprävention.

Schlüsselwörter

Finanzstabilität, Geldpolitik, Makroprudenzielle Politik, Systemrisiken, Prozyklik, Risikokanal, Zentralbank, Preisstabilität, Finanzkrise, Modellvergleich, Dualmandat, Bankenaufsicht, Kreditspread, institutionelle Ausgestaltung, Regulierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Geldpolitik und makroprudenzieller Politik sowie deren Bedeutung für die Stabilität des Finanzsystems.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Definition von Finanzstabilität, die Rolle von Systemrisiken, verschiedene Instrumente der makroprudenziellen Aufsicht sowie die Koordination zwischen Zentralbanken und Aufsichtsbehörden.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Geldpolitik und makroprudenzielle Maßnahmen optimal aufeinander abgestimmt werden können, um Finanzkrisen zu verhindern oder deren Auswirkungen abzumildern.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einem Vergleich theoretischer ökonomischer Modelle (z.B. Woodford, Svensson, Cecchetti/Kohler) zur Abstimmung von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Ansätze der Interdependenz beider Politikbereiche, die Bewertung von Instrumenten (von Kommunikation bis zu Kapitalanforderungen) sowie die institutionelle Ausgestaltung in verschiedenen Wirtschaftsräumen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Finanzstabilität, Systemrisiken, Prozyklik, Risikokanal, Dualmandat und makroprudenzielle Instrumente.

Wie unterscheidet sich die makroprudenzielle Sichtweise von der mikroprudenziellen?

Die mikroprudenzielle Sichtweise fokussiert auf die Stabilität einzelner Institute (bottom-up), während die makroprudenzielle Perspektive das Finanzsystem als Ganzes betrachtet (top-down), um systemweite Risiken zu begrenzen.

Warum wird im Modell von Woodford nach Svensson eine Mandatstrennung empfohlen?

Die Separierung der Mandate mindert das Zeitinkonsistenzproblem, da die makroprudenzielle Politik nicht mehr darauf angewiesen ist, wie die Geldpolitik ex-post auf Krisen reagiert.

Welche Rolle spielt die Koordination bei der makroprudenziellen Aufsicht?

Eine gute Koordination ist entscheidend, um ineffiziente Gegensteuerungen („push-me-pull-you-Phänomen“) zu vermeiden, bei denen sich Geldpolitik und makroprudenzielle Maßnahmen gegenseitig in ihrer Wirkung neutralisieren könnten.

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Details

Title
Zentralbanken und Finanzstabilität. Zu den Interdependenzen von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik
College
University of Hagen
Grade
1,3
Author
André Kießling (Author)
Publication Year
2014
Pages
88
Catalog Number
V282374
ISBN (eBook)
9783656767091
ISBN (Book)
9783656767084
Language
German
Tags
Volkswirtschaftslehre Wirtschaftswissenschaften Geldtheorie Geldpolitik Finanzstabilität Zentralbanken Makroprudenzielle Instrumente Makroprudenzielle Überwachung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
André Kießling (Author), 2014, Zentralbanken und Finanzstabilität. Zu den Interdependenzen von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282374
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