In dieser Arbeit werden auf Basis des Projektes BESTAND des Fraunhofer Institutes in Karlsruhe mehrere Instrumente präsentiert, um eine strategisch fundierte Standortbewertung, im Hinblick auf Standortentscheidungen mit einer Verstetigung zu einem Standortcontrolling treffen zu können. Dafür ist es zuerst erforderlich in Kapitel 1 die Passfähigkeit von Wettbewerbs- und Internationalisierungsstrategie zu überprüfen. In Kapitel 2 wird eine erweiterte Systematik von Standortfaktoren vorgestellt, die in Kapitel 3 in die dynamische Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einfließt. Die Verstetigung zu einem Standortcontrolling erfolgt in Kapitel 4. Abschließend in Kapitel 5 wird kurz auf das Standortcontrolling-Konzept eingegangen, worauf in Kapitel 6 abschließend ein Fazit folgt.
„Das Verbundprojekt Bestand (www.standorte-bewerten.de) wird mit Mitteln des BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) im Rahmenkonzept „Forschung für die Produktion von morgen“ gefördert und vom Projektträger Produktion und Fertigungstechnologien, Forschungszentrum Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung, Karlsruhe, betreut.“
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Strategieerklärung und Ableitung erfolgskritischer Standortfaktoren – Überprüfung der Passfähigkeit von Wettbewerbs- und Internationalisierungsstrategie
1.1 Motive internationaler Standortentscheidungen
1.2 Vertriebs-, Service-, Produktions- und FuE-Präsenz im Ausland – Ein Stufenmodell
1.3 Strategischer Spielraum zwischen regionaler und globaler Vorleistungs- und Absatzorientierung
1.4 Matrix zur Überprüfung der strategischen Passfähigkeit
2. Erweiterte Systematik von Standortfaktoren für internationale Standortentscheidungen
3. Dynamische Bewertung von Zukunftsbildern – Szenariobasierte Standortbewertung
3.1 Szenariotechnik
3.2 Szenarioanalyse und Standortbewertung
3.2.1 Entwicklung der Performancefaktoren
3.2.2 Entwicklung der Umfeldfaktoren
3.3 Szenariobasierte Wirtschaftlichkeitsrechnung anhand eines Beispiels
4. Standortcontrolling/-monitoring zur strategischen Frühwarnung
4.1 Standortcontrolling
4.2 Balanced Scorecard
4.3 Die Standort-BSC als integrativer Rahmen einer dynamischen Standortbewertung
4.4 Anwendung der Standort-BSC für ein strategisches Standortcontrolling (i.S. der Frühaufklärung)
5. Das Standortcontrolling-Konzept
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Instrumente für eine strategisch fundierte Standortbewertung und deren Verstetigung in ein Standortcontrolling zu präsentieren, um Unternehmen eine bessere Entscheidungsbasis bei der internationalen Expansion zu ermöglichen.
- Analyse der Passfähigkeit von Wettbewerbs- und Internationalisierungsstrategien
- Erweiterte Systematik zur Identifikation erfolgskritischer Standortfaktoren
- Einsatz der Szenariotechnik für eine dynamische Standortbewertung
- Implementierung einer Standort-Balanced-Scorecard zur strategischen Frühwarnung
- Methoden zur regelmäßigen Überprüfung getroffener Standortentscheidungen
Auszug aus dem Buch
1.1 Motive internationaler Standortentscheidungen
Das Fraunhofer Institut für Systemtechnik führt seit 1993 alle zwei Jahre eine schriftliche Erhebung zum Thema „Innovationen in der Produktion“ durch, die sich auf die Investitionsgüterindustrie in Deutschland ausrichtet. Untersuchungsgegenstand sind unter anderem Produktionsstrategien, Personaleinsatz und deren Qualifikation, Internationalisierungs- und Kooperationsverhalten sowie Leistungsindikatoren wie Produktivität, Flexibilität, Rendite und erreichte Qualität. Kinkel versucht auf Basis dieser Erhebung Defizite beim Abgleich der Passfähigkeit von Internationalisierungsstrategie und Wettbewerbsstrategie empirisch zu belegen und zeigt auf, welche Dimensionen der Internationalisierungsstrategie mit der jeweiligen Wettbewerbsstrategie abgestimmt werden müssen, welche Erfolgs- bzw. Misserfolgstypen sich daraus ableiten lassen und welche Anforderungen an Instrumente zur Unterstützung internationaler Standortentscheidungen sich daraus ergeben.
Die Unternehmensstrategie legt Art und Richtung der Unternehmensentwicklung in Form von zwei Aspekten fest. In welchen Märkten, Marktsegmenten oder Marktnischen will das Unternehmen aus welchen Gründen tätig sein (Festlegung des Produkt-Markt-Konzeptes)?
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Zielsetzung der Arbeit, auf Basis des Projektes BESTAND Instrumente für eine strategische Standortbewertung und ein daraus resultierendes Standortcontrolling vorzustellen.
1. Strategieerklärung und Ableitung erfolgskritischer Standortfaktoren – Überprüfung der Passfähigkeit von Wettbewerbs- und Internationalisierungsstrategie: Hier werden Motive für internationale Standortentscheidungen untersucht und eine Matrix zur Prüfung der strategischen Passfähigkeit von Wettbewerbs- und Internationalisierungsstrategien vorgestellt.
2. Erweiterte Systematik von Standortfaktoren für internationale Standortentscheidungen: Dieses Kapitel führt eine erweiterte Systematik von Standortfaktoren ein, die über reine Produktions- und Marktfaktoren hinaus auch Performance- und Netzwerkpotenziale berücksichtigt.
3. Dynamische Bewertung von Zukunftsbildern – Szenariobasierte Standortbewertung: Hier wird die Szenariotechnik angewendet, um unter Berücksichtigung von Performance- und Umfeldfaktoren verschiedene Zukunftsszenarien für Standorte zu entwickeln und wirtschaftlich zu bewerten.
4. Standortcontrolling/-monitoring zur strategischen Frühwarnung: In diesem Kapitel wird die Balanced Scorecard als Instrument für ein strategisches Standortcontrolling und zur Frühaufklärung aufbereitet und spezifiziert.
5. Das Standortcontrolling-Konzept: Hier wird kurz auf das Standortcontrolling-Konzept eingegangen, insbesondere im Hinblick auf den Einfluss der Umweltbedingungen auf den Controller.
6. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont den Nutzen der vorgestellten Werkzeuge für eine bessere Entscheidungsfindung, auch für kleine und mittlere Unternehmen.
Schlüsselwörter
Standortbewertung, Standortcontrolling, Internationalisierungsstrategie, Wettbewerbsstrategie, Standortfaktoren, Szenariotechnik, Balanced Scorecard, Strategische Frühaufklärung, Investitionsgüterindustrie, Performancefaktoren, Umfeldfaktoren, Wirtschaftlichkeitsrechnung, Standortentscheidungen, Produktivität, Strategische Passfähigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der strategischen Bewertung von in- und ausländischen Standorten für Unternehmen, insbesondere für die Investitionsgüterindustrie, und wie diese Bewertungen kontinuierlich in einem Standortcontrolling verstetigt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Abstimmung zwischen Unternehmens- und Internationalisierungsstrategie, der methodischen Standortbewertung mittels Szenarien sowie der Anwendung der Balanced Scorecard für ein kontinuierliches Standortmonitoring.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Managern ein Raster und Instrumente an die Hand zu geben, um Standortentscheidungen nicht nur einmalig zu treffen, sondern durch ein strategisches Controlling regelmäßig auf ihre Passfähigkeit zu den Unternehmenszielen hin zu überprüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf Ergebnisse empirischer Erhebungen des Fraunhofer Institutes sowie auf die Anwendung von Szenario-Techniken und der Balanced Scorecard, die als Analyse- und Steuerungsinstrumente in den Standortkontext übertragen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die strategische Passfähigkeitsprüfung, eine erweiterte Systematik von Standortfaktoren, die szenariobasierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung von Standortalternativen sowie die Ausgestaltung einer Standort-Balanced-Scorecard zur Frühaufklärung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Standortbewertung, Standortcontrolling, Szenariotechnik, Balanced Scorecard und strategische Frühaufklärung definiert.
Welche Bedeutung hat die "strategische Passfähigkeit"?
Die strategische Passfähigkeit beschreibt die Übereinstimmung der gewählten Internationalisierungsstrategie (z.B. Standortwahl) mit der grundlegenden Wettbewerbsstrategie des Unternehmens (z.B. Qualitätsführerschaft), was maßgeblich über den Erfolg der Standorte entscheidet.
Wie hilft die "Standort-BSC" bei der Frühaufklärung?
Die Standort-BSC nutzt Ursache-Wirkungsketten, um Frühindikatoren zu definieren, die bei drohenden negativen Entwicklungen am Standort rechtzeitig warnen, bevor diese den Unternehmenserfolg gefährden.
- Quote paper
- Patric Heby (Author), 2004, Standorte im In- und Ausland richtig bewerten mit Verstetigung zum Standort-Controlling. Ein Leitfaden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282447