Bei Transaktionen wie dem Unternehmenskauf oder –verkauf, ist die Festlegung des Kaufpreises eine der wichtigsten – wenn nicht die wichtigste – Maßnahme. Die Methode zur Kaufpreisfindung ist die Unternehmensbewertung. Die allgemeine wirtschaftliche Lage eines Unternehmens kann einen enormen Einfluss auf die Unternehmensbewertung haben. Unternehmen bei guter Wirtschaftslage werden höher bewertet als die in wirtschaftlich schlechten Zeiten. Grundsätzlich haben alle Käufer ein Interesse daran, einen möglichst niedrigen Kaufpreis zu zahlen und alle Verkäufer, einen möglichst hohen Kaufpreis zu erzielen. Bei der Übernahme von sanierungsbedürftigen oder restrukturierungsbedürftigen Unternehmen bzw. Krisenunternehmen kann sich das Blatt allerdings wenden. Es kann nämlich ein negativer Kaufpreis in Betracht kommen. Das heißt, dass sich der Verkäufer zur Zahlung eines „Draufgeldes“ an den Käufer verpflichtet. Die Bewertung eines Krisenunternehmens ist aber enorm schwierig, weil die Datenlage sehr unsicher ist. In Folge dessen kann die Umsetzung der Kaufpreisnennung durchaus kompliziert werden. Hier stellen sich nun die Fragen, wonach sich die Höhe des „Draufgeldes“ richtet und wie dieses ermittelt wird. Vor allem auch, wie schließlich die bilanzielle Darstellung dessen erfolgt. Diesen Fragen widmet sich die vorliegende Arbeit. Ziel ist es demzufolge, die Ermittlung und bilanzielle Darstellung eines negativen Unternehmenskaufpreises zu untersuchen und einen Ausblick zu verschaffen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen
2.1 Negativer Kaufpreis – Definition und Abgrenzung
2.1.1 In Form eines fixen Kaufpreises
2.1.2 In Form eines variablen Kaufpreises
2.2 Motivation zur Unternehmensveräußerung zu einem negativen Kaufpreis
2.3 Grundarten der Unternehmensveräußerung
3 Endgültige Kaufpreisermittlung anhand einer Abrechnungsbilanz
4 Bilanzielle Behandlung beim Erwerber
4.1 Bilanzierung im laufenden Geschäftsjahr
4.2 Bilanzierung in folgenden Geschäftsjahren
4.2.1 Auflösung beim Asset Deal
4.2.2 Auflösung beim Share Deal
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit der Ermittlung und der bilanziellen Abbildung eines negativen Unternehmenskaufpreises. Das primäre Ziel besteht darin, die komplexen Fragestellungen rund um die Kaufpreisbestimmung bei Krisenunternehmen zu analysieren sowie die resultierende bilanzielle Behandlung beim Erwerber unter Berücksichtigung steuerrechtlicher Aspekte kritisch zu untersuchen.
- Definition und Ausprägungen negativer Unternehmenskaufpreise
- Motive für Unternehmensveräußerungen mit negativer Kaufpreisbildung
- Unterscheidung der Grundarten (Share Deal vs. Asset Deal)
- Methoden der Kaufpreisermittlung mittels Abrechnungsbilanz
- Bilanzierung und Auflösung des passiven Ausgleichspostens
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Bei Transaktionen wie dem Unternehmenskauf oder –verkauf, ist die Festlegung des Kaufpreises eine der wichtigsten – wenn nicht die wichtigste – Maßnahme. Die Methodik zur Kaufpreisfindung ist die Unternehmensbewertung. Die allgemeine wirtschaftliche Lage eines Unternehmens kann einen enormen Einfluss auf die Unternehmensbewertung haben. Unternehmen bei guter Wirtschaftslage werden höher bewertet als die in wirtschaftlich schlechten Zeiten. Grundsätzlich haben alle Käufer ein Interesse daran, einen möglichst niedrigen Kaufpreis zu zahlen und alle Verkäufer, einen möglichst hohen Kaufpreis zu erzielen. Bei der Übernahme von sanierungsbedürftigen oder restrukturierungsbedürftigen Unternehmen bzw. Krisenunternehmen kann sich das Blatt allerdings wenden. Es kann nämlich ein negativer Kaufpreis in Betracht kommen. Das heißt, dass sich der Verkäufer zur Zahlung eines „Draufgeldes“ an den Käufer verpflichtet.
Die Bewertung eines Krisenunternehmens ist aber enorm schwierig, weil die Datenlage sehr unsicher ist. In Folge dessen kann die Umsetzung der Kaufpreisnennung durchaus kompliziert werden. Hier stellen sich nun die Fragen, wonach sich die Höhe des „Draufgeldes“ richtet und wie dieses ermittelt wird. Vor allem auch, wie schließlich die bilanzielle Darstellung dessen erfolgt. Diesen Fragen widmet sich die vorliegende Arbeit. Ziel ist es demzufolge, die Ermittlung und bilanzielle Darstellung eines negativen Unternehmenskaufpreises zu untersuchen und einen Ausblick zu verschaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des negativen Unternehmenskaufpreises ein und legt das Ziel sowie den Gang der Untersuchung fest.
2 Grundlagen: Hier erfolgt die Definition des negativen Kaufpreises in seinen fixen und variablen Formen, ergänzt durch die Analyse der Veräußerungsmotive und der zwei Haupt-Grundarten der Unternehmensübertragung.
3 Endgültige Kaufpreisermittlung anhand einer Abrechnungsbilanz: Dieses Kapitel beschreibt die technische Ermittlung und Anpassung des Kaufpreises zum Übergangsstichtag mittels der Abrechnungsbilanz als internes Instrument.
4 Bilanzielle Behandlung beim Erwerber: Die Analyse konzentriert sich auf die erfolgsneutrale Verteilung des negativen Kaufpreises durch Abstockung und Aufstockung sowie die Auflösung des daraus resultierenden passiven Ausgleichspostens.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Es erfolgt eine kritische Synthese der gewonnenen Erkenntnisse sowie ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der bilanziellen Behandlung.
Schlüsselwörter
Negativer Kaufpreis, Unternehmenskauf, Draufgeld, Abrechnungsbilanz, Asset Deal, Share Deal, Krisenunternehmen, Unternehmensbewertung, Bilanzierung, Anschaffungskostenprinzip, Passiver Ausgleichsposten, BFH-Urteil, Sanierung, Restrukturierung, Unternehmensveräußerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der spezifischen Situation, in der bei einem Unternehmenskauf kein positiver Preis gezahlt wird, sondern der Verkäufer ein „Draufgeld“ leistet, um den Käufer zur Übernahme eines Krisenunternehmens zu bewegen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Abgrenzung negativer Kaufpreise, der Motivation der Verkäufer, den Methoden der Kaufpreisermittlung sowie der komplexen bilanziellen Behandlung beim Erwerber.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Kriterien für die Ermittlung eines solchen negativen Preises aufzuzeigen und die Vorgehensweise zur bilanziellen Darstellung gemäß handelsrechtlicher Grundsätze zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, insbesondere unter Berücksichtigung von BFH-Rechtsprechung und Fachpublikationen zu zivil- und steuerrechtlichen Gestaltungspraxen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Im Hauptteil wird die Abrechnungsbilanz als technisches Instrument zur Preisfindung diskutiert und die bilanzielle Verteilung des negativen Kaufpreises auf Aktiva und Passiva im Erwerbsjahr sowie in Folgeperioden analysiert.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere der „passive Ausgleichsposten“, „Abrechnungsbilanz“, „Asset Deal“, „Share Deal“ sowie die Abgrenzung zum „negativen Geschäftswert“.
Wie unterscheidet sich der Asset Deal vom Share Deal bei negativem Kaufpreis?
Beim Asset Deal erfolgt die Übertragung durch Wirtschaftsgüter einzeln, was eine präzise Gestaltung erfordert, während beim Share Deal die Anteile der Gesellschaft übertragen werden, was unterschiedliche Auswirkungen auf die bilanzielle Auflösung hat.
Warum existiert bei der Auflösung des Ausgleichspostens laut Arbeit Unsicherheit?
Da es keine expliziten Gesetze oder kodifizierte Rechtsprechung für die konkrete Bilanzierung gibt, stützt sich die Praxis primär auf wenige BFH-Urteile, was zu einem Interpretationsspielraum bei der Folgebewertung führt.
- Quote paper
- Efsun Demir (Author), 2014, Ermittlung und bilanzielle Darstellung eines negativen Unternehmenskaufpreises, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282544