Formen und Wirkung von verlustbringenden chemischen Kampfstoffen


Akademische Arbeit, 2008

20 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Formen und Wirkung von chemischen Kampfstoffen

2. Nervenkampfstoffe
2.1. Eigenschaften und Struktur
2.2. Wirkung und Symptome

3. Hautkampfstoffe
3.1. Loste
3.1.1. Eigenschaft und Struktur
3.1.2. Wirkung und Symptome
3.2. Arsenhaltige Hautkampfstoffe
3.2.1. Eigenschaften und Struktur
3.2.2. Wirkung und Symptome
3.3. Nesselstoffe
3.3.1. Eigenschaften und Struktur
3.3.2. Wirkung und Symptome

4. Blutkampfstoffe
4.1. Zellgifte
4.1.1. Eigenschaften und Struktur
4.1.2. Wirkung und Symptome
4.2. Blutgifte

5. Lungenkampfstoffe
5.1. Eigenschaften und Struktur
5.2. Wirkung und Symptome

Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

Einleitung

In der heutigen Zeit ist der Einsatz von chemischen Kampfstoffen verpönt und wird geächtet. Trotzdem kann der Einsatz dieser nicht ausgeschlossen werden, wie aus der Geschichte der letzten Jahre ersichtlich ist. In vielen Ländern gibt es große Mengen an Restbeständen und Altlasten, die jederzeit einsatzbereit sind.

1. Formen und Wirkung von chemischen Kampfstoffen

Chemische Kampfstoffe werden in zwei Gruppen gegliedert. Dabei unterscheidet man verlustbringende Kampfstoffe und störende Kampfstoffe. Der Einsatz von verlustbringenden Kampfstoffen hat entweder den Tod oder längere Ausfälle zur Folge. Die Letalität ist dabei von der Dosis abhängig. Die Wirkung von störenden Kampfstoffen ist hingegen nur kurzfristig vorhanden, tritt jedoch schnell ein. Der Einsatz von störenden Kampfstoffen führt zu einer zeitweiligen Handlungsunfähigkeit von maximal 24 Stunden.

Die weitere Einteilung von chemischen Kampfstoffen erfolgt nach ihrer Wirkung auf den Menschen. Chemische Kampfstoffe werden im Allgemeinen in folgende Gruppen unterteilt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die folgende Arbeit geht ausschließlich näher auf die Gruppe der verlustbringenden Kampfstoffe ein. Dabei werden sowohl Eigenschaften und Struktur sowie Wirkung und Symptome der einzelnen Stoffe erläutert.

2. Nervenkampfstoffe

Nervenkampfstoffe wurden im Zuge von Forschungsarbeiten zur Herstellung von Insektiziden in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts entdeckt. Sie zählen zu den gefährlichsten und tödlichsten chemischen Kampfstoffen und führen bereits nach wenigen Minuten zum Ausfall oder Tod der kontaminierten Person. Das Erkennen von Nervenkampfstoffen am Gefechtsfeld ist äußerst schwierig, da sie nahezu in geruchloser und farbloser Form auftreten. Das Vorhandensein von diesen Kampfstoffen wird meist erst nach eintreten, der durch das Nervengift verursachten Symptome erkannt.

2.1. Eigenschaften und Struktur

„Die als Nervenkampfstoffe eingesetzten Substanzen sind organische Phosphorsäure- oder Phosphonsäureverbindungen und haben eine gemeinsame Grundstruktur.“1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nervenkampfstoffe sind Organophosphate, die, um ihre Wirkung zu entfalten, zu dem Acetylcholin ähnlichen Tammelin’schen Estern weiterentwickelt wurden. Das Acetylcholin ist die Überträgersubstanz, welche Nervenimpulse an den Synapsen an die Endorgane oder Muskeln über die motorische Endplatte weiterleitet. Für den Abbau des Acetylcholin ist das Enzym Acetylcholinesterase verantwortlich. Das Ziel der Entwicklung von Nervenkampfstoffen bestand darin, eine Verbindung mit dem Acetylcholin ähnlicher Struktur zu schaffen, um in diesen biologischen Prozess einzugreifen.

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Nervenkampfstoffe werden in der Norm durch die intakte Haut, die Schleimhäute und die Augenbindehaut oder über die Atemwege aufgenommen. Die Resorptionsgeschwindigkeit kann durch Zugabe von Lösungsmitteln beschleunigt werden. Die wichtigsten Nervenkampfstoffe sind Tabun (GA), Sarin (GB), Soman (GD) und VX. Diese chemischen Kampfstoffe besitzen folgende Eigenschaften:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 2

Der Kampfstoff Tabun, auch Dimethylphosphoramidocyanidic acid, ist ein Nervengift und zählt zur Gruppe der Phosphorsäureester. Tabun ist eine farblose, wasserklare Flüssigkeit mit fruchtigen bis „fischigen“ Geruch. Dieser Kampfstoff ist gut wasserlöslich und sehr sesshaft. Zur Lagerung von Tabun sind Stabilisatoren nötig. Die Aufnahme in den Körper erfolgt entweder über die intakte Haut oder über die Atemwege. Tabun wird als Aerosol in gesprühter Form eingesetzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Kampfstoff Sarin, auch Fluorphosphonsäuremethylisopropylester, ist eine geruchlose und farblos bis leicht bersteinfarbige ölige Flüssigkeit. Seine Konsistenz entspricht der von Motoröl. Sarin wird als Aerosol eingesetzt und ist sehr flüchtig. Die Halbwertszeit beträgt bei einem ph-Wert von 11 nur 30 Sekunden. Sarin hat seinen Namen von seinen Entwicklern S chrader, A mbros, R üdiger und von der L in de3. Die Aufnahme des Kampfstoffes in den Körper erfolgt über die intakte Haut, die Atemwege und die Augen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Nervenkampfstoff Soman, auch Methylphosphonofluoric acid, ist eine farblose und geruchlose Flüssigkeit. Dieses Nervengift ist wenig flüchtig und besitzt eine gute Wasserlöslichkeit. Die Aufnahme in den Körper erfolgt über die intakte Haut, die Augen und die Atemwege. Soman ist in seiner Lagerfähigkeit sehr stabil und kann ohne technische Hilfsmittel gelagert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Nervenkampfstoff VX, auch Methylphosphonothioic acid, ist die giftigste und bekannteste Verbindung der vier angeführten Nervengifte. VX ist eine geruch- und farblose Flüssigkeit mit öliger Konsistenz. Die Flüssigkeit ist sehr sesshaft und gelangt als Aerosol zur Anwendung. VX kann über die Haut, die Atemwege oder über die Augen in den Körper aufgenommen werden. VX gehört zu der Gruppe der V – Kampfstoffe, welche in den USA in den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Richter, Erwin: Chemische Kampfstoffe. Arbeitsskriptum. ABC AbwS. Korneuburg 1989.

2 Vgl. Trieb, Peter: Datenbank chemische Kampstoffe. Allgemeine Physik Merkblatt. Wien 1995. Datenblätter.

3 Vgl. http://www.gifte.de/B-%20und%20C-Waffen/sarin.htm [Stand 20.05.2008]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Formen und Wirkung von verlustbringenden chemischen Kampfstoffen
Hochschule
Theresianische Militärakademie Wien  (Institut für Offiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie)
Veranstaltung
Lehrveranstaltung
Note
1
Autor
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V282579
ISBN (eBook)
9783656770411
ISBN (Buch)
9783668139633
Dateigröße
516 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
formen, wirkung, kampfstoffen
Arbeit zitieren
Markus Schnedlitz (Autor), 2008, Formen und Wirkung von verlustbringenden chemischen Kampfstoffen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282579

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