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Hat Rugby eine gewaltpräventive Wirkung?

Eine Fallstudie zur Begleitung des Projektes "Rugby – ein Teamsport zur Gewaltprävention?"

Title: Hat Rugby eine gewaltpräventive Wirkung?

Scientific Study , 2009 , 106 Pages

Autor:in: Björn Hochmann (Author)

Sport - Sport Sociology
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Summary Excerpt Details

Rugby und Gewaltprävention? Will man hier den Bock zum Gärtner machen? Der Niedersächsische
Rugbyverband (NRV) versucht Antworten auf die Fragen zu finden, ob Rugby
eine gewaltpräventive Wirkung hat und was auf der psychosozialen Ebene mit Menschen
passiert, die Rugby spielen. Diese Antworten hofft man, mit dem Projekt „Rugby – ein
Teamsport zur Gewaltprävention?“ zu finden, das diese Studie begleitet. Dazu wurde eine
Versuchsgruppe an einer Hauptschule in Hannover ausgewählt, an denen untersucht werden
sollte, was Rugbyspielen über einen Zeitraum von fünf Monaten bei Kindern und Jugendlichen
bewirkt.
Der Gewaltbegriff ist einer der schillerndsten Begriffe der Sozialwissenschaften und das
Gewaltverhalten von jungen Menschen stellt oftmals ein gesellschaftliches Problem dar, vor
dem man nicht die Augen verschließen kann. Nicht auf Gewaltprobleme zu reagieren, hieße,
einzelne Lehrerinnen und Lehrer an diesem Problem verzweifeln zu lassen und Opferkarrieren
unter Schülerinnen und Schülern zu dulden. Die ‚Gewaltspitze’ liegt zwischen dem 13.
und 20. Lebensjahr. Auch an diesem Punkt setzt das Rugby-Projekt (nicht ganz uneigennützig)
an. Es bestehen begründete Annahmen zwischen einem Zusammenhang von jugendlichen
Aggressionen und späterer Delinquenz (Straffälligkeit). Nicht auf Gewaltprobleme zu
reagieren, hieße somit auch, eine spätere Delinquenz in Kauf zu nehmen. Aus diesem Grund
darf man die Institution Schule nicht isoliert betrachten. Schule hat nicht nur die Aufgabe
einer Wissensvermittlung, sondern sie wird in Zeiten infantiler Eltern, die zwar rechtlich
immer noch einen Erziehungsauftrag haben, ihn aber informell oft schon abgegeben haben
und in Zeiten immer unsicherer werdender Lebensperspektiven, zu einer immer bedeutendeneren
Sozialisationsbasis für Kinder und Jugendliche. Werte und Normen, die hier vermittelt
werden, können ausschlaggebend für die weitere Laufbahn der Kinder sein. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Entstehung des Projektes und Projektskizze

1.2 Die Versuchsgruppe(n)

1.3 Das Forschungsdesign: Vorgehensweise und Forschungsstrategie

2. Schule und Gewalt

2.1 Von der Schwierigkeit einer Begriffsbestimmung: Aggression und Gewalt

2.2 Gewaltprävention durch Rugby im schulischen Kontext

2.3 Mögliche Funktionen und Ursachen aggressiven und gewalttätigen Verhaltens

3. Analyse

3.1 Analyse I

3.1.1 Auswertung der Schülerfragebögen I (Februar 2009)

3.1.2 Auswertung der Elternfragebögen I (Februar 2009)

3.1.3 Auswertung der Lehrerfragebögen I und Interviews I (Februar 2009)

3.1.4 Zusammenfassung

3.2 Analyse II

3.2.1 Auswertung der Schülerfragebögen II (Juni 2009)

3.2.2 Auswertung der Elternfragebögen II (Juni 2009)

3.2.3 Auswertung der Lehrerfragebögen II und Interviews II (Juni 2009)

3.2.4 Zusammenfassung

4. Rugby und Gewalt(-prävention)

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Rugby als Mittel zur Gewaltprävention in der Schule. Anhand einer Fallstudie an einer Hauptschule wird analysiert, ob und wie der Schulsport Rugby kurzfristig das Sozialverhalten und das Aggressionspotenzial von Kindern und Jugendlichen beeinflussen kann.

  • Wirkung von Rugbyspielen auf psychosoziale Dispositionen
  • Empirische Untersuchung an einer sogenannten Brennpunktschule
  • Kombination von quantitativen Fragebögen und qualitativen Beobachtungen
  • Theoretische Einordnung von Gewalt, Aggression und Präventionsansätzen
  • Einfluss von Sport auf Sozialisation und Empathiefähigkeit

Auszug aus dem Buch

Die Versuchsgruppe(n)

Die Studie wurde an einer Brennpunktschule, der Karl-Jatho-Schule (Hannover), durchgeführt. Diese Hauptschule an der Grenze der Hannoverschen Stadtteile Vahrenwald/Hainholz, die ihrem Leitbild nach „Achtung und Aufrichtigkeit, Toleranz und Teilhabe, Höflichkeit und Humor, Obhut und Optimismus“ vermittelt, ist eine Schule mit etwa 200 Schülerinnen und Schülern und aufgeschlossenen Lehrkräften. Wie in jeder Jugend- und Bildungseinrichtung bleiben die Probleme aber nicht draußen vor dem Schulgelände, sondern verdichten sich vielmehr auf dem Schulhof. Die Lehrerinnen und Lehrer der Karl-Jatho-Schule haben es mit einer Schülerklientel zu tun, die oft aus sozial schwachen Familien stammt. Die Zukunftsaussichten der Schüler/-innen auf dem Arbeitsmarkt sind schwierig und wie sich in kleineren Gesprächen mit den Schülerinnen und Schüler ergeben hat, empfinden sich die Schüler z. T. selbst als abgehängtes Prekariat.

48% der Schülerinnen und Schüler der Karl-Jatho-Schule besitzen einen ausländischen Pass, 78% der Schülerinnen und Schüler haben einen Migrationshintergrund. Das pädagogische Personal der Schule besteht aus 17 Lehrerinnen und Lehrern, einer Sozialarbeiterin und einer Hausaufgabenhilfe. Neben den curricularen Vorgaben arbeitet die Schule gegenwärtig und schwerpunktmäßig in drei Bereichen: 1. in der Berufsorientierung, 2. im musischen Bereich und 3. im Sport, wo auch das Projekt „Rugby – ein Teamsport zur Gewaltprävention?“ einzuordnen ist.

Als an dem Projekt teilnehmende Klassen wurden die Klassen 6a und 6b der Karl-Jatho-Schule ausgewählt. Diese beiden Klassen (jeweils 11 bzw. 12 Schülerinnen und Schüler pro Klasse) werden seit dem Schuljahr 2008/2009 nur noch im Sportunterricht (ergo 23 Schüler/-innen) zusammen unterrichtet. Ursprünglich waren die 23 Schülerinnen und Schüler in einer Klasse zusammengefasst. In dieser Lerngruppe war aber aufgrund des Lärmpegels, der Streitereien, des aggressiven Verhaltens etc. kein effektiver Unterricht möglich. Außerdem bildete die Klasse auch in der Alterstruktur keine homogene Gruppe: Der jüngste Schüler war 11 Jahre und der älteste 15 Jahre alt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Gewaltprävention durch Rugby und Darlegung des Forschungsdesigns an einer ausgewählten Hauptschule.

2. Schule und Gewalt: Definition der zentralen Begriffe Aggression und Gewalt im schulischen Kontext sowie theoretische Grundlagen der Präventionsarbeit.

3. Analyse: Umfassende empirische Auswertung der Schüler-, Eltern- und Lehrerbefragungen sowie der Beobachtungen, aufgeteilt in zwei Untersuchungszeiträume.

4. Rugby und Gewalt(-prävention): Theoretische Reflexion über die Rolle von Sport, Entkörperlichung und Katharsiseffekten bei der Prävention von Gewalt.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion des Potenzials von Rugby als Instrument der Gewaltprävention.

Schlüsselwörter

Rugby, Gewaltprävention, Schulsport, Aggressionspotenzial, Sozialverhalten, Hauptschule, Migrationshintergrund, Empathie, Sozialisation, Sportpädagogik, Fallstudie, Verhaltensänderung, Schulklima, Körperkontakt, Konfliktlösung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern der Rugbysport als pädagogisches Instrument in der Schule dazu beitragen kann, Gewalt vorzubeugen und das Sozialverhalten von Schülern in schwierigen Lernumfeldern positiv zu beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Neben der sportwissenschaftlichen Untersuchung stehen soziologische Aspekte wie Zivilisationsprozesse, Entkörperlichung, männliche Rollenbilder und der Zusammenhang zwischen sportlicher Betätigung und Aggressionsabbau im Fokus.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist es, durch eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts „Rugby – ein Teamsport zur Gewaltprävention?“ empirisch zu prüfen, ob Rugbyspielen bei Schülern einer Hauptschule eine gewaltpräventive Wirkung entfaltet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine explorative Evaluationsstudie bzw. Einzelfallstudie, die sowohl quantitative Methoden (standardisierte Fragebögen für Schüler und Eltern) als auch qualitative Verfahren (Beobachtungen, problemzentrierte Lehrerinterviews) in einer Paneluntersuchung kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt die detaillierte empirische Analyse der Daten aus zwei Zeiträumen (Februar 2009 und Juni 2009), um Veränderungen im Verhalten, in den Einstellungen zum Sport und im Aggressionspotenzial der Schüler zu dokumentieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rugby, Gewaltprävention, Sozialverhalten, Aggressionspotenzial, Sportpädagogik und Schulsport geprägt.

Warum wurde eine Hauptschule in Hannover als Forschungsort gewählt?

Die Wahl fiel auf eine sogenannte Brennpunktschule, um die Effektivität des Sportprojekts direkt dort zu testen, wo Probleme wie Aggression und soziale Benachteiligung im schulischen Alltag präsent sind.

Welche Rolle spielt die „Entkörperlichung“ in dieser Untersuchung?

Der Autor führt das Konzept der Entkörperlichung an, um zu begründen, warum moderne Menschen oft kaum Möglichkeiten zur Entladung körperlicher Aggressionen haben. Rugby wird als eine Art Ventil gesehen, das durch erlaubten Körperkontakt dieses Defizit ausgleicht.

Konnte eine eindeutige Reduktion von Gewalt nachgewiesen werden?

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Rugby mehr Aggressionen abbaut als aufbaut. Veränderungen sind messbar, aber subtil; eine grundlegende Verhaltensänderung erfordert längerfristige Ansätze, wobei Rugby als „Katalysator“ wirken kann.

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Details

Title
Hat Rugby eine gewaltpräventive Wirkung?
Subtitle
Eine Fallstudie zur Begleitung des Projektes "Rugby – ein Teamsport zur Gewaltprävention?"
College
University of Hannover  (Institut für Sportwissenschaft)
Author
Björn Hochmann (Author)
Publication Year
2009
Pages
106
Catalog Number
V282635
ISBN (eBook)
9783656824411
ISBN (Book)
9783656824404
Language
German
Tags
rugby wirkung eine fallstudie begleitung projektes teamsport gewaltprävention
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Björn Hochmann (Author), 2009, Hat Rugby eine gewaltpräventive Wirkung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282635
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