Hunger und Lebensmittelverschwendung. Eine Analyse zu "Taste the Waste"


Ausarbeitung, 2013
13 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hunger

III. Lebensmittelverschwendung und die Weiterverwertung von ‚Müll‘
1. Lebensmittelverschwendung
2. „Taste the Waste“ ;Lösungsansätze zur Hungerbekämpfung?!

IV. Fazit

Quellenverzeichnis

I.Einleitung

„Immer noch wächst die Produktion von Nahrungsmitteln schneller als die Weltbevölkerung […]. Die globale Ernte erbringt etwa ein Drittel mehr, als für die kalorische Versorgung aller Menschen notwendig wäre“ (Weingärtner; Trentmann 2011: 51). Nach dieser Aussage zu urteilen, dürfte kein Mensch auf der Welt hungern. Leider ist die Realität erschreckend anders. Nach Schätzungen der UN-Welternährungsorganisation hat im Jahr 2009 die Anzahl der Unterernährten Menschen die Milliardengrenze erreicht. Besonders zwischen 2005 und 2008 ist die Anzahl enorm gestiegen. Die Rohstoffpreise haben sich in den letzten Jahren enorm gesteigert, sodass sie in Entwicklungsländern im Jahr 2008 24% höher waren, als in den Jahren zuvor. Dadurch, dass die Rohstoffproduktion stärker wächst als die Bevölkerung, wird immer mehr weggeworfen. Wegwerfen führt zu einer Preissteigerung und diese Preissteigerung zu Hunger. Weiterhin landen immer mehr Rohstoffe in der Erzeugung von Energie oder Futtermitteln für die Massentierzucht, anstatt dort, wo die Menschen sie benötigen (vgl. Weingärtner; Trentmann 2011: 51; Bergstreser et. al. 2009: 44-45). In der vorliegenden Arbeit soll dargestellt werden, welche Ausmaße die Lebensmittelverschwendung bezüglich Hungers in der Welt hat. Besonders der Film ‚Taste the Waste‘ spielt bei dieser Betrachtung eine übergeordnete Rolle, da sich hauptsächlich die gezeigten Beispiele analysiert werden.

Zunächst wird sich mit der Definition und Erklärung von Hunger beschäftigt. Es wird dargestellt, dass Hunger immer durch eine Interdependenz aus endogenen und exogenen Faktoren entsteht. Weiterhin wird das Modell der Ursachen für Unterernährung vorgestellt und erklärt, da hieraus die einzelnen Faktoren deutlich werden. Nach dieser Erklärung von Hunger, werden die Lebensmittelverschwendung und die Widerverwertung von Müll analysiert. Zunächst soll anhand einiger ausgewählter Beispiele aus dem Film ‚Taste the Waste‘ das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung dargestellt werden. Zugleich werden endogene und exogene Faktoren der Lebensmittelverschwendung zum jeweiligen Beispiel dargestellt. Abschließend wird die Wiederverwertung von ‚Lebensmittelabfällen‘ analysiert und diese mit Pro- und Contra Argumenten aufgezeigt.

II. Hunger

Die FAO (Food an Agrikultur Organisation oft the United Nation) definiert Hunger wie folgt: Eine Aufnahme von weniger als 1800Kcal pro Tag bedeutet Hunger erleiden, da diese Kalorienangabe das Minium darstellt, welches ein Mensch zum aktiven Leben benötigt. Weiterhin wird zwischen Unter- und Fehlernährung unterschieden. Mit Unterernährung wird das Ergebnis unzureichender Nahrungsmittelaufnahme, bezüglich Menge und Qualität, beschrieben. Eine Fehlernährung liegt vor, wenn einerseits eine Unterernährung vorliegt oder, wenn andererseits zu viele Kalorien aufgenommen werden, bei gleichzeitigem Fehlen von mikronährstoffreicher Nahrung (Welthungerindex 2012: 9).

Es muss festgehalten werden, dass Hunger immer durch eine Interdependenz zwischen endogenen und exogenen Faktoren besteht. Hunger hat demnach nie nur eine einzige Ursache, sondern ist Folge von vielen verschiedenen Einflussfaktoren.

Das ‚Modell der Ursachen für Unterernährung‘ gilt als Grundlage für viele Konzeptionen von Gesundheits- und Ernährungsprogrammen in Entwicklungsländern. In diesem Modell werden zunächst die allgemeinen Ursachen betrachtet. Zu diesen allgemeinen Ursachen zählen potenzielle Ressourcen, über die ein Mensch verfügt oder nicht. Politische, ideologische, wirtschaftliche und kulturelle Rahmenbedingungen bestimmen diese Ressourcen. An dieser Stelle ist das Phänomen der Globalisierung anzuführen, mit der eine weltweite Vernetzung und Verdichtung gemeint ist. Faktoren von Globalisierung bewirken exogen den Hunger in der Welt. Es kommt unter anderen zu einer Preissteigerung der internationalen Agrarmärkte und es besteht seit ca. 30 Jahren die Überzeugung, dass Hunger am besten durch den Import billiger Lebensmittel verringert werden könne. Für kurze Zeit scheint der Import von Grundnahrungsmitteln in Entwicklungsländer produktiv zu sein, da sie einen wichtigen Beitrag zur Versorgung eines Landes leisten kann. Allerdings wirkt es sich kontraproduktiv aus, sobald es zum Preisdumping kommt und die einheimischen Produzenten nicht mehr mithalten können. Diese Sichtweise hat sich demnach als fatale Fehlentscheidung erwiesen, da die Hungerkriese 2007 ihren Höhepunkt erlangt, als die Billigimporte ausbleiben und die einheimischen Produzenten die Exportlücken schließen sollen. Die Preise für Agrarrohstoffe steigen drastisch an, sodass sich die Zahl der weltweit unterernährten Menschen zwischen 2005 und 2008 von 850 auf 915 Millionen erhöht. Die einheimischen Bewohner in Entwicklungsländern können am Markt nicht mithalten, da die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe schießen und international in die makroökonomische Entwicklung und nicht in Kleinbauern investiert wird. „Es leben mehr als 70% der Menschen im südlichen Afrika von der Landwirtschaft. Doch nur 5% der öffentlichen Ausgaben fließen in diesen Sektor“ (Bergstreser et. all. 2009: 49).

Weiterhin geht das Modell von zugrundeliegenden Ressourcen aus, die durch Strukturprobleme beeinflusst werden. Hierzu gehören die Nahrungsunsicherheit in den Haushalten, die unzureichende Fürsorge von Müttern und Kindern und die unangemessene Gesundheitsversorgung, beispielsweise durch mangelnder Hygiene und/oder fehlendem Zugang zu sauberem Wasser. Auch hier wird das Problem durch die Interdependenz von endogenen und exogenen Faktoren sichtbar. Den Kleinbauern wird das Land zum Anbauen genommen, damit große Investoren den Platz für den Massenanbau nutzen können. Ein exogener Faktor ist hier, dass dies, durch die Globalisierung erst möglich wird. Allerdings verkaufen die Regierungschefs des jeweiligen Landes auch Land an große Investoren, um Gewinne zu erzielen. Somit wird endogen zu Hunger beigetragen. Die Kleinbauern werden dabei nicht berücksichtigt. In Kamerun beispielsweise wird den Bauern eine enorme Fläche an Land genommen, damit große Investoren dort ihre Bananenplantagen für den Massenanbau ansiedeln können. Weiterhin sind die Anforderungen an die Bananen und an alle Lebensmittel enorm gestiegen, worauf im nächsten Kapitel noch genauer drauf eingegangen wird, sodass 8% der Bananenernte von den Kleinbauern aussortiert werden, weil sie nicht der Größennorm entsprechen oder ein Strunk zu wenig Bananen hat. Somit ist die Existenz vieler Familien zusätzlich bedroht.

Die unmittelbaren Ursachen, die aus den zugrundeliegenden Ursachen resultieren, sind Krankheit oder unzureichende Nahrungsaufnahme. Diese Ursachen führen zu Fehlernährung, die wiederum eine Ursache und/oder eine Folge von Unterernährung und Hunger darstellt (vgl. Eckert 2006:2-3; Weingärtner; Trentmann 2011: 48-ff.; Bergstreser 2009: 44; Taste the Waste 47:30:00). Im Folgenden wird gezeigt, wie die globalen Entwicklungen und die Vernachlässigung der Kleinbauern in Entwicklungsländern mit dem steigenden Massenkonsum und der Lebensmittelverschwendung in der Welt zusammenhängen. Weiterhin soll die Interdependenz von endogenen und exogenen Faktoren von Hunger verdeutlicht werden. Wegwerfen treibt die Lebensmittelindustrie an und die Preise steigen. Wenn die Preise steigen, wird indirekt der Hunger in der Welt gefördert (Taste the Waste 56:37:00min.). Im nächsten Kapitel wird detailliert auf Hunger eingegangen, indem der Faktor der Lebensmittelverschwendung im Zuge des Massenkonsums dargestellt und erläutert wird, denn „mit dem wirtschaftlichen Fortschritt und der Entwicklung der Konsumgesellschaft kam es in Industrieländern der nördlichen Hemisphäre der Erde, aber ebenso in bestimmten Regionen südlicher Kontinente zu einem vermehrten Müllaufkommen“ (Meyer et. all 2003: 10).

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Hunger und Lebensmittelverschwendung. Eine Analyse zu "Taste the Waste"
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Veranstaltung
Hunger
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V282661
ISBN (eBook)
9783656819516
ISBN (Buch)
9783656819523
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hunger, lebensmittelverschwendung, eine, analyse, taste, waste
Arbeit zitieren
Jennifer Hein (Autor), 2013, Hunger und Lebensmittelverschwendung. Eine Analyse zu "Taste the Waste", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282661

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