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Gruppenunterricht und kooperatives Lernen. Methoden, praktische Beispiele

Title: Gruppenunterricht und kooperatives Lernen. Methoden, praktische Beispiele

Academic Paper , 2005 , 85 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jörg Wegner (Author)

Psychology - Intelligence and Learning Psychology
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Der Schulunterricht und dessen Methoden werden immer wieder von Firmen und Unternehmen kritisiert. Gleichzeitig wird die Forderung nach einer umfassenden Kompetenzvermittlung an die Schule gestellt. In Folge dessen werden „neue“ Unterrichtsmethoden wie z.B. Gruppenunterricht und kooperative Lernformen zur Kompetenzvermittlung und –förderung verlangt. Diese Methoden sind nicht erst in heutiger Zeit auf Drängen der Wirtschaft entstanden und erfunden worden, sondern sind in der Geschichte der Pädagogik wiederzufinden.

Dennoch müssen die heutigen Unterrichtsmethoden neu überdacht werden. Dazu greife ich die Rahmenrichtlinien und Bildungsverordnungen heraus und betrachte den heutigen Unterricht, unter den Gesichtspunkt, ob dieser den Ansprüchen der Wirtschafts- und Arbeitswelt genügt. In diesen Bezug werden unterschiedliche Betrachtungen von Unterricht, Lernen und Unterrichtsgestaltung mit einbezogen.
Der Gedanke vom kooperativen Lernen ist nicht erst in der heutigen Zeit entstanden. Man muss beim Rückblick in die Geschichte den Begriff des kooperativen Lernens weiter fassen und auch Kleingruppenarbeit und Gruppenunterricht betrachten.

Schon in den Reformschulen wurde Gruppenunterricht gehalten. Dies geschah meist, um einen Lehrermangel auszugleichen. In dieser Unterrichtsform wurden die Klassen in kleine Gruppen aufgeteilt und ältere Schüler übernahmen die Beaufsichtigung und belehrten jüngere Schüler. Ähnliche Aufteilungen findet man auch an Jesuitengymnasien, in denen die Klassen in 10er Gruppen eingeteilt wurden. Auch hier übernahmen ältere Schüler Aufgaben des Lehrers.

Im 18./19. Jahrhundert wurde Gruppenunterricht meist aus organisatorischen Gründen betrieben. Bell und Lancaster kombinierten in Großbritannien leistungsstärkere und leistungsschwächere Schüler, um ein Helferprinzip aus arbeitsökonomischen Gründen zu schaffen. Andere Gründe für Gruppenunterricht zeigte der Franziskaner P.G. Girard im gleichen Jahrhundert. Er versuchte durch die Vermischung von Kindern armer und reicher Eltern soziale Barrieren abzubauen. Gerade an kleinen Schulen mit hohen Schülerzahlen und wenigen Lehrern wurde diese Unterrichtsform in jahrgangsübergreifenden Klassen angewendet. Nur wenige Pädagogen berücksichtigten soziale Aspekte in der Gruppenarbeit, wie z.B. der schon erwähnte P.G. Girard.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichte des Gruppenunterrichts und des kooperativen Lernens

3 Betrachtung der Bildungsrichtlinien

4 Herkömmliche Methoden im Unterricht

5 Sichtweisen des Lernens

5.1 Veränderungen des Unterrichts und des Lernbegriffs

5.2 Vergleich der kognitivistischen mit der konstruktivistischen Sichtweise des Lernens

6 Kooperatives Lernen

6.1 Was ist kooperatives Lernen?

6.1.1 Merkmale und Aspekte des kooperativen Lernens

6.1.2 Positive Effekte kooperativen Lernens

6.2 Kooperatives Lernen im Unterricht

6.3 Probleme beim kooperativen Lernen

6.4 Rahmenbedingungen für das kooperative Lernen

6.4.1 Motivations- und Anreizstrukturen

6.4.2 Optimale Sitzordnung beim kooperativen Lernen

6.4.3 Grundvoraussetzungen für kooperative Lernformen

6.4.4 Gruppeneinteilung

6.4.5 Homogene und heterogene Gruppen

6.4.6 Gruppengröße

6.4.7 Rollen- und Funktionsverteilung

6.4.8 Der Fahrplan für eine Gruppenarbeit

6.4.9 Der Regelkatalog

6.4.10 Der Reflexionsbogen

6.4.11 Der Zeitrahmen

6.4.12 Zusammenfassung der Rahmenbedingungen

7 Kognitive Prozesse beim kooperativen Lernen

7.1 Kognitiver Konflikt

7.2 Internalisation kognitiver Prozesse

7.3 Erklären

7.4 Metakognitive Strategien

7.5 Reflektieren

7.6 Prozess der Kooperation in Gruppen

7.7 Zusammenfassung der Gruppenprozesse

8 Praktische Unterrichtsbeispiele

8.1 Strukturierte Kontroverse

8.2 Projekte als kooperative Lernform

8.3 Simulationen einer Juniorerfirma

8.4 Zusammenfassung der Vorbereitung auf die Arbeitswelt

9 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Effektivität des kooperativen Lernens als Methode zur Vermittlung sozialer Kompetenzen und zur Vorbereitung auf die Anforderungen der modernen Wirtschafts- und Arbeitswelt zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit kooperative Lernformen den klassischen Frontalunterricht ergänzen oder ersetzen können, um Schüler besser auf zukünftige berufliche Herausforderungen vorzubereiten.

  • Historische Entwicklung des Gruppenunterrichts und kooperativer Lernformen
  • Kritische Analyse von Bildungsrichtlinien im Hinblick auf die Förderung von Sozialkompetenz
  • Konstruktive vs. kognitivistische Sichtweisen des Lernens im schulischen Kontext
  • Merkmale, positive Effekte und Rahmenbedingungen für erfolgreiches kooperatives Lernen
  • Herausforderungen und Problemlösungen bei der Umsetzung im Schulalltag
  • Praktische Anwendungsbeispiele wie strukturierte Kontroversen und Projektarbeit

Auszug aus dem Buch

6.3 Probleme beim kooperativen Lernen

Kooperatives Lernen beinhaltet viel Positives für Lehrende und Lernende. Trotzdem drängen sich Fragen nach Problemen und Schwierigkeiten des kooperativen Lernens auf, vor allem da das kooperative Lernen kein selbstverständlicher Prozess ist und von vielen Faktoren wie z.B. Motivation, Kooperationsbereitschaft und Lernumgebung abhängig ist. Probleme treten unter anderem durch fehlende Kompetenzen und Erfahrungen, mangelnde Motivation, ungünstige Gruppeneinteilungen, schlechte Arbeitsaufteilung, Nichtbeachtung der Regeln und außer Acht lassen des Gruppenergebnisses auf. Durch diese und andere Störungen können die angestrebten kognitiven Prozesse und Lehrziele nicht erreicht werden. Dabei können diese Probleme sowohl die Lernenden, als auch die Lehrenden betreffen. Weitere Schwierigkeiten können durch die institutionellen Bedingungen der Schule auftreten.

Um effektives Arbeiten und Lernen in kooperativen Lernformen zu gewährleisten, müssen die Lehrer Probleme und Schwierigkeiten rechtzeitig erkennen und ihnen möglichst effektiv entgegenwirken.

In dieser Arbeit ist leider nicht der Platz, um auf alle Probleme und Schwierigkeiten einzugehen. Die Häufigsten sollen hier exemplarisch näher betrachtet werden.

Ein großes Problemfeld stellt die sinnvolle, zielgerichtete Verteilung der Arbeitsaufträge und die daraus resultierenden Zuständigkeiten der Gruppenmitglieder dar. Dabei geht es darum, dass alle Gruppenmitglieder durch das Erledigen zugewiesener Arbeitsaufträge zum Gelingen der Gruppenarbeit beitragen. Gerade zu Beginn kooperativer Gruppenarbeit treten dabei vielfältige Schwierigkeiten auf.

Eine häufige Erscheinung sind die so genannten „Trittbrettfahrer, die sich im Schatten der Gruppe jedweder Arbeit entziehen; […]“63. Diese zeigen eine geringe Motivation bei der Gruppenarbeit und überlassen die Arbeit oft den anderen Gruppenmitgliedern. Um dieses Verhalten einzuschränken werden bei einigen Formen des kooperativen Lernens spezielle Arbeitsaufträge an die einzelnen Mitglieder verteilt. Damit soll gewährleistet werden, dass jedes Mitglied seine entsprechenden Aufgaben erledigt, um das Gelingen der Gruppenarbeit zu ermöglichen. Aber diese festgelegten Arbeitsaufgaben verursachen oft neue Spannungen in der Gruppe.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die zunehmende Kritik an schulischen Methoden durch die Wirtschaft und stellt die Frage nach der Eignung heutiger Unterrichtskonzepte im Hinblick auf moderne Kompetenzanforderungen.

2 Geschichte des Gruppenunterrichts und des kooperativen Lernens: Das Kapitel bietet einen historischen Rückblick, der zeigt, dass Gruppenunterricht bereits in Reformschulen und durch Ansätze wie den „Jenaplan“ praktiziert wurde, wenngleich oft primär aus organisatorischen Gründen.

3 Betrachtung der Bildungsrichtlinien: Hier wird analysiert, dass aktuelle Rahmenrichtlinien den fachlichen Lehrstoff in den Vordergrund stellen und soziale Kompetenzen nur randständig behandeln, was eine Neuausrichtung hin zu den Bildungsstandards notwendig macht.

4 Herkömmliche Methoden im Unterricht: Dieser Abschnitt beleuchtet das Dominieren des Frontalunterrichts und des gelenkten Unterrichtsgesprächs sowie die Schwierigkeiten, die Lehrkräfte bei der methodischen Umstellung haben.

5 Sichtweisen des Lernens: Es werden die theoretischen Grundlagen kontrastiert, wobei die kognitivistische Sichtweise des Frontalunterrichts der konstruktivistischen Perspektive gegenübergestellt wird, welche aktives und selbstgesteuertes Lernen fordert.

6 Kooperatives Lernen: Dieses zentrale Kapitel definiert kooperatives Lernen, analysiert dessen Merkmale und positive Effekte sowie die notwendigen Rahmenbedingungen von der Sitzordnung bis zur Gruppeneinteilung.

7 Kognitive Prozesse beim kooperativen Lernen: Hier werden psychologische Mechanismen wie kognitive Konflikte, Internalisation, Erklären und metakognitive Strategien erörtert, die durch kooperative Arbeit angestoßen werden.

8 Praktische Unterrichtsbeispiele: Das Kapitel stellt konkrete Methoden wie die strukturierte Kontroverse, Projektarbeit und Simulationen vor, um den Bezug zur beruflichen Arbeitswelt herzustellen.

9 Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass kooperatives Lernen trotz der Umsetzungsbarrieren eine unverzichtbare Methode für die Vermittlung moderner Schlüsselkompetenzen darstellt.

Schlüsselwörter

Kooperatives Lernen, Gruppenunterricht, Sozialkompetenz, Frontalunterricht, Konstruktivismus, Kognitiver Konflikt, Methodenkompetenz, Teamfähigkeit, Projektarbeit, Strukturierte Kontroverse, Schulentwicklung, Selbstreguliertes Lernen, Bildungsstandards, Kommunikation, Arbeitsweltvorbereitung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von kooperativen Lernformen als Instrument zur Vermittlung sozialer Kompetenzen und zur effektiven Vorbereitung von Schülern auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Einordnung des Gruppenunterrichts, der Vergleich zwischen kognitivistischen und konstruktivistischen Lernmodellen sowie die konkreten methodischen Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Umsetzung kooperativer Arbeit im Schulalltag.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es herauszuarbeiten, ob kooperatives Lernen eine zielführende Methode darstellt, um die Lücke zwischen schulischer Wissensvermittlung und den Kompetenzanforderungen der Wirtschaft zu schließen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse von Fachliteratur, pädagogischen Konzepten und Bildungsrichtlinien, ergänzt durch die kritische Reflexion von Fallbeispielen und eigenen beruflichen Erfahrungen des Autors.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der konstruktivistischen Lernauffassung, eine detaillierte Analyse der notwendigen Rahmenbedingungen für Gruppenprozesse sowie die Vorstellung konkreter Praxisbeispiele wie die „strukturierte Kontroverse“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Kooperatives Lernen“, „Sozialkompetenz“, „Konstruktive Didaktik“, „Teamfähigkeit“ und „Methodenkompetenz“ geprägt.

Wie kann das „Trittbrettfahrer-Problem“ bei der Gruppenarbeit gelöst werden?

Durch die Zuweisung spezieller, individueller Arbeitsaufträge innerhalb der Gruppe wird sichergestellt, dass jedes Mitglied aktiv beitragen muss, was die Eigenverantwortung stärkt und reine Mitläufereffekte minimiert.

Warum wird der Frontalunterricht in der Arbeit kritisiert?

Der Frontalunterricht wird als oft ineffektiv bewertet, da er den Lernenden in eine passive Rolle drängt, das soziale Lernen vernachlässigt und wenig zur Entwicklung von zukunftsträchtigen Handlungskompetenzen beiträgt.

Welchen Einfluss hat die Gruppeneinteilung auf das Lernergebnis?

Eine bewusste Gruppeneinteilung, idealerweise basierend auf dem Zufallsprinzip oder der Bildung heterogener Leistungsgruppen, ist entscheidend, um den Austausch zwischen unterschiedlichen Fähigkeitsniveaus zu fördern und soziale Barrieren abzubauen.

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Details

Title
Gruppenunterricht und kooperatives Lernen. Methoden, praktische Beispiele
College
Technical University of Braunschweig
Grade
1,0
Author
Jörg Wegner (Author)
Publication Year
2005
Pages
85
Catalog Number
V282670
ISBN (eBook)
9783656801139
ISBN (Book)
9783668139695
Language
German
Tags
gruppenunterricht lernen methoden beispiele
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörg Wegner (Author), 2005, Gruppenunterricht und kooperatives Lernen. Methoden, praktische Beispiele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282670
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