Wieso finanzieren sich einige junge Unternehmen durch Bankkredite und andere durch Venture-Capital? Die vorliegende Arbeit hat den Titel „Modelltheoretische Analyse der Finanzierung von jungen Unternehmen am Beispiel von Bankkrediten und Venture-Capital“ und beschäftigt sich mit der Herleitung der Gründe für die jeweilige Finanzierungsart junger Unternehmen. Den Kern der Arbeit bildet das Modell „Banks versus Venture Capital: Project Evaluation, Screening, and Expropriation“ von Masako Ueda. In dem Modell werden die Interaktionen zwischen dem sich finanzierenden Unternehmen und der Bank einerseits und dem Unternehmen und dem Venture-Capitalist andererseits beschrieben. Die Arbeit hat zum Ziel, mithilfe des Modells zu erklären, unter welchen Bedingungen sich ein Unternehmen durch einen Bankkredit oder durch Venture-Capital finanziert. Es bestehen zwischen der Bank und dem Venture-Capitalist erhebliche Unterschiede, die sich deutlich auf die Ergebnisse auswirken. Grundsätzlich lässt sich eine Tendenz der steigenden Nachfrage nach Venture-Capital erkennen, während Bankkredite konstant bleiben oder sogar abnehmen. Das Modell hilft dabei, diesen Trend zu verstehen und nachzuvollziehen. Die Ergebnisse des Modells werden daraufhin empirisch untersucht und somit nachgeprüft, ob das Modell die Realität wirklichkeitsnah widerspiegelt. Abschließend werden einige der getroffenen Annahmen des Modells kritisch gewürdigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Junge Unternehmen
2.2 Finanzierungsarten
2.3 Literaturvergleich
3. Modelltheoretischer Ansatz
3.1 Funktionsweise
3.1.1 Handlungsablauf
3.1.2 Verhandlung mit der Bank
3.1.3 Verhandlung mit dem Venture-Capitalist
3.1.4 Herleitung des Gleichgewichts
3.2 Implikationen
3.2.1 Geringe Kreditsicherheit
3.2.2 Schutz des geistigen Eigentums
3.2.3 Größe des Projekts
3.2.4 Höhe der Ertragsrate
3.2.5 Höhe des Risikos
3.2.6 High-Tech-Unternehmen
4. Kritische Analyse
4.1 Empirische Evidenz
4.2 Kritische Würdigung bestimmter Annahmen
4.3 Simulation
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht modelltheoretisch, unter welchen spezifischen Bedingungen junge Unternehmen für ihre Finanzierung eher Bankkredite wählen oder Venture-Capital bevorzugen. Dabei stehen unternehmensinterne Faktoren, wie die Kreditsicherheit und die Art des Projekts, sowie externe Rahmenbedingungen, wie der Schutz des geistigen Eigentums, im Fokus der Analyse.
- Interaktionsanalyse zwischen Unternehmen, Bank und Venture-Capitalist
- Einfluss von Wissensasymmetrien auf die Finanzierungswahl
- Bedeutung von Kreditsicherheit und Projektgröße für die Kapitalgeberwahl
- Empirische Validierung der modelltheoretischen Ergebnisse
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Verhandlung mit der Bank
Zum Zeitpunkt t = 0 stellt der Unternehmer der Bank seine Geschäftsidee vor. Die Bank nimmt dabei nur ein Signal wahr und hat keine genaue Kenntnis über die Erfolgsaussichten des Projekts. Diese Informationsasymmetrie veranlasst die Bank dazu, diese Information auf eigene Weise zu gewinnen. Dabei kann die Bank den profitablen Unternehmer durch Selbstselektion identifizieren. Das funktioniert mit den sogenannten anreizkompatiblen Vertragsmenüs, die der Bank die Möglichkeit der Informationsgewinnung geben. Dabei bietet die weniger gut informierte Partei, in dem Fall die Bank, der Partei mit Informationsvorsprung, hier dem Unternehmer, ein Menü aus Verträgen an. Da in dem Modell nur zwei Typen von Unternehmen, nämlich die profitablen und die unprofitablen, existieren, besteht das Menü auch nur aus zwei Verträgen. Eines richtet sich an den profitablen Unternehmer und eines an den unprofitablen Unternehmer. Zudem wird angenommen, dass das Menü die erwartete Rückzahlung des Unternehmens maximiert und zugleich die Gewinnschwelle der Bank erreichen lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz von Kapital für junge Unternehmen und Definition der Problemstellung bezüglich der Wahl zwischen Bankkrediten und Venture-Capital.
2. Grundlagen: Definition von jungen Unternehmen (KMU/Small Business) sowie eine Übersicht über verschiedene Finanzierungsarten wie Bankkredite, Venture-Capital, Business Angels und Crowdfunding, ergänzt durch einen Literaturvergleich.
3. Modelltheoretischer Ansatz: Detaillierte Beschreibung des Modells von Masako Ueda, inklusive des Handlungsablaufs, der Verhandlungen mit Banken und Venture-Capitalists sowie der Herleitung des Gleichgewichts und theoretischer Implikationen.
4. Kritische Analyse: Empirische Überprüfung der Modellergebnisse, eine kritische Würdigung der zugrunde liegenden Modellannahmen sowie eine visuelle Simulation der Ergebnisse.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage zur Finanzierungswahl sowie ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen bei Finanzierungsinstrumenten.
Schlüsselwörter
Unternehmensfinanzierung, Bankkredit, Venture-Capital, Masako Ueda, Informationsasymmetrie, Kreditsicherheit, Projektgröße, Ertragsrate, High-Tech-Unternehmen, geistiges Eigentum, Risikokapital, Modelltheorie, Unternehmensgründung, Kapitalbeschaffung, Anreizkompatibilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, warum sich junge Unternehmen entweder durch Bankkredite oder Venture-Capital finanzieren und welche Faktoren diese Entscheidung beeinflussen.
Welches zentrale Modell wird zur Analyse herangezogen?
Den Kern bildet das Modell „Banks versus Venture Capital: Project Evaluation, Screening, and Expropriation“ von Masako Ueda.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, mithilfe des Modells die Bedingungen zu identifizieren, unter denen eine Bankfinanzierung oder eine Venture-Capital-Finanzierung für ein Unternehmen vorteilhafter ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine modelltheoretische Analyse, die durch eine empirische Überprüfung sowie eine Simulation der Ergebnisse ergänzt wird.
Welche Themenfelder werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den theoretischen Ansatz (Funktionsweise, Gleichgewicht), die Implikationen für verschiedene unternehmensinterne und externe Faktoren sowie eine kritische Analyse des Modells.
Welche Eigenschaften charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Informationsasymmetrie, Kreditsicherheit, Risikobewertung und die Interaktion zwischen Kapitalgebern und Gründern charakterisiert.
Wie unterscheiden sich Banken und Venture-Capitalists im Modell?
Banken arbeiten mit unvollständigen Signalen und anreizkompatiblen Verträgen, während Venture-Capitalists eine höhere Wissensintensität besitzen und das Unternehmen aktiv bei der Ideenumsetzung beraten oder enteignen können.
Warum ist der Schutz des geistigen Eigentums laut dem Modell wichtig?
Ein starker Schutz des geistigen Eigentums mindert das Risiko der Enteignung der Geschäftsidee durch einen Venture-Capitalist, was das Unternehmen motiviert, Venture-Capital in Anspruch zu nehmen.
- Arbeit zitieren
- David Wojcikiewicz (Autor:in), 2014, Modelltheoretische Analyse der Finanzierung von jungen Unternehmen. Bankkredite und Venture-Capital, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282680