Die Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland ist seit Mitte der siebziger Jahre zu einem zentralen gesellschaftlichen Problem geworden. Die Arbeitsmarktsituation hat sich nach der deutschen Wiedervereinigung extrem verschlechtert, da zu der seit langem anhaltenden hohen strukturellen Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern eine plötzlich stark angestiegene konjunkturelle Arbeitslosigkeit in den alten Bundesländern infolge der Rezession seit Anfang der neunziger Jahre hinzugekommen ist. Die daraus resultierenden Probleme werden mit zunehmender Intensität in Wissenschaft und Politik diskutiert und erfolgsversprechende Lösungsansätze gesucht, um die Zahl der Arbeitslosen stark dezimieren zu können.
In der vorliegenden Arbeit werden Begriff und Messung der Arbeitslosigkeit sowie Gründe für deren Über- und Unterschätzungen erläutert. Auf dieser Grundlage werden verschiedene Ursachen von Arbeitslosigkeit sowie einige wirtschaftspolitische Instrumente zu deren Bekämpfung vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Arbeitslosigkeit
1.1. Begriff und Messung der Arbeitslosigkeit
1.2. Die Ermittlung der "realen" Arbeitslosenzahl
2. Ursachen von Arbeitslosigkeit
2.1. Natürliche Arbeitslosigkeit
2.1.1. Friktionelle Arbeitslosigkeit
2.1.2. Strukturelle Arbeitslosigkeit
2.1.2.1. Demographische Ursachen
2.1.2.2. Technologische Arbeitslosigkeit
2.1.2.3. Regionale Arbeitslosigkeit
2.1.2.4. Veränderte Berufsstrukturen und Qualifizierungsanforderungen
2.1.2.5. Sektoraler Strukturwandel
2.1.2.6. Nachfrageverschiebungen durch Bedarfsstrukturänderungen
2.1.2.7. Außenwirtschaftliche Einflußfaktoren
2.1.2.8. Institutionelle Regelungen
2.1.2.9. Lohnstrukturverzerrungen
2.2. Konjunkturelle Arbeitslosigkeit
2.2.1. Keynesianische Arbeitslosigkeit
2.2.2. Klassische Arbeitslosigkeit
2.3. Saisonale Arbeitslosigkeit
3. Instrumente zur Eindämmung oder Verhinderung von Arbeitslosigkeit mit Hilfe der Wirtschaftspolitik
3.1. Wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Nachfrageankurbelung
3.2. Angebotsorientierte Strategien zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit
3.3. Verringerung des Arbeitsvolumens
3.4. Flexible Verteilung und Gestaltung von Arbeitszeiten
3.5. Strukturpolitische Strategien
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die komplexen Ursachen der Arbeitslosigkeit in Deutschland und evaluiert das wirtschaftspolitische Instrumentarium, das zu ihrer Bekämpfung eingesetzt wird, wobei zwischen kurz- und langfristigen Wirkmechanismen unterschieden wird.
- Grundlagen der Definition und statistischen Erfassung von Arbeitslosigkeit.
- Klassifizierung der Arbeitslosigkeit in natürliche, konjunkturelle und saisonale Formen.
- Detaillierte Untersuchung struktureller Ursachen wie demographischer Wandel und technologischer Fortschritt.
- Diskussion wirtschaftspolitischer Lösungsansätze, von nachfrageorientierten bis hin zu angebotsorientierten Strategien.
- Bewertung beschäftigungspolitischer Maßnahmen wie Arbeitszeitverkürzungen und Strukturpolitik.
Auszug aus dem Buch
2.1.2. Strukturelle Arbeitslosigkeit
Die strukturelle Arbeitslosigkeit entsteht aufgrund von Divergenzen von Angebot und Nachfrage auf Teilarbeitsmärkten sowie mangelnder Mobilität und Flexibilität der Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Außerdem ist die Anpassungsfähigkeit von Qualifikationen der Arbeitskräfte oft unzureichend. Die vielfältigen Ursachen für solche Diskrepanzen liegen in Strukurwandlungen in den verschiedensten Bereichen. Einige dieser Ursachen werden im folgenden näher beschrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Arbeitslosigkeit: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Arbeitslosigkeit und die Problematik bei der Ermittlung einer realen Arbeitslosenzahl im Vergleich zur offiziellen Statistik.
2. Ursachen von Arbeitslosigkeit: Hier werden die Erklärungsmodelle für Arbeitslosigkeit systematisiert, wobei zwischen friktionellen, strukturellen, konjunkturellen und saisonalen Faktoren differenziert wird.
3. Instrumente zur Eindämmung oder Verhinderung von Arbeitslosigkeit mit Hilfe der Wirtschaftspolitik: Dieser Teil befasst sich kritisch mit verschiedenen wirtschaftspolitischen Strategien, um die identifizierten Ursachen durch gezielte Maßnahmen anzugehen.
Schlüsselwörter
Arbeitslosigkeit, Wirtschaftspolitik, Konjunktur, Strukturwandel, Beschäftigung, Arbeitsmarkt, Arbeitslosengeld, Qualifikation, Nachfrageorientierung, Angebotsorientierung, Arbeitszeitverkürzung, Arbeitsmarktpolitik, Volkswirtschaftstheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Ursachen von Arbeitslosigkeit und untersucht, welche wirtschaftspolitischen Instrumente zur wirksamen Bekämpfung dieser Problematik zur Verfügung stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Definition und Messung von Arbeitslosigkeit, die Einteilung in verschiedene Arbeitslosigkeitsformen sowie die Analyse von wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Steuerung des Arbeitsmarktes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die Entstehung von Arbeitslosigkeit zu schaffen und aufzuzeigen, wie unterschiedliche politische Strategien theoretisch und praktisch zur Reduzierung der Arbeitslosenzahlen beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit im Fachgebiet der Volkswirtschaftstheorie, die auf der Auswertung wirtschaftswissenschaftlicher Literatur und bestehender Beschäftigungstheorien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse – von natürlichen bis zu konjunkturellen Einflüssen – und eine anschließende Bewertung wirtschaftspolitischer Instrumente, etwa zur Nachfrageankurbelung oder zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Arbeitslosigkeit, Strukturwandel, Nachfrage- und Angebotsorientierung sowie verschiedene beschäftigungspolitische Strategien.
Wie unterscheidet sich die "reale" Arbeitslosenzahl von der offiziellen Statistik?
Die offizielle Statistik erfasst primär bei Arbeitsämtern registrierte Personen, während die reale Arbeitslosenzahl zudem die sogenannte "stille Reserve" und verdeckte Arbeitslosigkeit miteinbezieht.
Warum sind strukturpolitische Maßnahmen zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit umstritten?
Strukturpolitische Eingriffe stehen in der Kritik, da sie unter Umständen Anpassungsprozesse verzögern und den Wettbewerb behindern können, anstatt nur temporäre soziale Härten abzufedern.
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- Sascha Wingen (Autor), 1995, Mögliche Ursachen von Arbeitslosigkeit und das wirtschaftspolitische Instrumentarium zu ihrer Bekämpfung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2826