Ein „Prima Klima“ in deutschen Schulklassen ist keine Utopie!? Die Idee zu diesem Praxisprojekt entstand bereits während des Theorieprojektes. Das Theorieprojekt beschäftigte sich mit dem Thema „Sozialkompetenztraining“ und der Leitfrage: „Inwiefern lassen sich Sozialkompetenzen von Kindern in der Orientierungsstufe durch Methoden des Sozialkompetenztrainings fördern?“
Die Orientierungsstufe umfasst die fünfte und sechste Klasse aller weiterführenden Schulen. Sie bietet Schulsozialarbeitern durch soziale Gruppenarbeit die Möglichkeit, die Kompetenzen der einzelnen Schüler im Klassenverband weiter zu entwickeln und dadurch die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Die Ergebnisse des Theorieprojektes ließen den Schluss zu, Sozialkompetenztrainings könnten zu Beginn der Adoleszenz erfolgversprechend durchgeführt werden. Doch wie sieht die Theorie in der Praxis aus? Können Sozialkompetenztrainings in den Schulalltag integriert werden?
Das Praxisprojekt mit dem Titel „Prima Klima“ soll einen Beitrag dazu leisten, den Kindern der fünften Klasse nach dem ersten Schulhalbjahr eine Reflexion dieser Zeit zu ermöglichen und punktuelle persönliche Veränderungen anzustreben, damit ein jeder Schüler sich in der Klasse wohler fühlt und die Lernbedingungen vorfindet, die er für seine Entwicklung benötigt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Theoretische Grundlagen: Begriffsklärung und Hintergründe des Projektes
2 Praxisdesign des Projektes
2.1 Beschreibung des Praxisfeldes
2.2 Leitthese
2.3 Ziele
2.4 Methoden
2.4.1 Soziale Gruppenarbeit
2.4.2 Das lösungsorientierte Handlungsmodell
2.5 Ablaufplan
3 Das Evaluationsdesign des Projektes
3.1 Die Untersuchungsfragestellung
3.2 Indikatoren der Zielerreichung
3.3 Erhebungsinstrumente
3.3.1 Fragebögen
3.3.2 Beobachtungsbögen
3.3.3 Dokumentenanalyse
3.4 Erfolgsspannen
4 Auswertung und Ergebnisse des Projektes
4.1 Der Projektverlauf
4.2 Ergebnisse der Untersuchung
4.2.1 Auswertung der Fragebögen
4.2.2 Auswertung der Beobachtungsbögen
4.2.3 Auswertung der Dokumentenanalyse der Arbeitshefte der Schüler
4.2.4 Auswertung des Projekttagebuchs
4.2.5 Auswertung der Dokumentation der teilstrukturierten Gruppeninterviews
4.2.6 Projektergebnisse in der Zusammenschau
4.3 Selbstreflexion: Meine Rolle als Handelnde und Forschende im Projekt
5 Zusammenfassung zur Evaluation
5.1 zentrale Ergebnisse der Zielerreichung
5.2 Ausblick
6 Persönliches Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel des Praxisprojekts besteht darin, das Klassenklima einer fünften Klasse durch ein strukturiertes Sozialkompetenztraining zu verbessern. Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, inwiefern sich das Klassenklima im Verlauf des eingesetzten „Ich schaffs“-Programms positiv verändert hat.
- Anwendung des lösungsorientierten Handlungsmodells nach Ben Furman im Klassenkontext
- Entwicklung von individuellen Stärken und Fähigkeiten bei Schülern im Alter von zehn bis zwölf Jahren
- Etablierung eines respektvollen Umgangs und konstruktiver Konfliktlösungsstrategien
- Evaluation der Projektergebnisse mittels Fragebögen, Beobachtungsbögen und Dokumentenanalysen
Auszug aus dem Buch
2.4.2 Das lösungsorientierte Handlungsmodell
Das Konzept von Ben Furman basiert auf dem lösungsorientierten Handlungsmodell. Das lösungsorientierte Denken liegt den sieben, von Kaspar und Marianne Baeschlin, formulierten Annahmen zu Grunde. Eine Annahme des Modells ist die positive Grundhaltung dem Kind gegenüber. Alle Schwierigkeiten im Verhalten des Kindes werden in Fähigkeiten umgedeutet, welche das betroffene Kind noch nicht erlernt hat. Der Transfer der lösungsorientierten Denkweise zu „Ich schaffs“ beginnt bereits mit dem Umdenken in der „Schuldfrage“. An den Schwierigkeiten eines Kindes wird niemandem die Schuld zugewiesen. Durch das Umdeuten in eine Fähigkeit werden alle an dem Prozess Beteiligten motiviert, einen positiven Weg gemeinsam zu gestalten und Erfolge und Fortschritte zu feiern. Dadurch soll auch die Gefahr einer Stigmatisierung verringert werden. Somit wird in der Durchführung auf die Suche nach der Herkunft der Schwierigkeiten verzichtet, sondern der Fokus auf den Weg zur Lösungen gerichtet.
Die Grundlagen der lösungsorientierten Gesprächsführung, insbesondere die der Annahmen und die der Fragestellungen werden in den Einheiten ritualisiert. Die sieben lösungsorientierten Annahmen erheben keinen Anspruch auf die absolute Wahrheit, sondern gestehen jedem Individuum seine eigene Wahrheit zu. Die erste Annahme lautet: „Probleme sind Herausforderungen, die jeder Mensch auf seine persönliche Art zu bewältigen sucht.“ Das „Ich schaffs“-Programm entspricht dieser Annahme durch die freie Wahl der Fähigkeit und der Selbstgestaltung des Weges innerhalb der 15 Schritte. Die zweite Annahme vermittelt den Schülern Selbstkompetenz und bestärkt sie in ihrem Prozess, Kaspar und Marianne Baeschlin formulieren sie so: “Wir gehen davon aus, dass alle Menschen ihrem Leben einen positiven Sinn geben wollen und dass die nötigen Ressourcen dazu vorhanden sind. In eigener Sache sind wir kundig und kompetent.“ Die weiteren Annahmen betreffen den Umgang mit den Klienten, so ist ein genaues, aufmerksames Zuhören notwendig, um das Kind auf dem Weg seiner Entwicklung zu begleiten. Das Ermuntern zu in kleine Schritte zerlegten Zielen fördert die Motivation, da schneller Erfolge erlebbar sind. Die positive Bestärkung dessen, was das Kind bereits geleistet hat und den Transfer zu ausstehenden Fähigkeiten, ermutigt das Kind
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung stellt die Motivation für das Projekt dar und erläutert die Ausgangslage sowie die pädagogischen Bedürfnisse von Kindern in der Orientierungsstufe.
1 Theoretische Grundlagen: Begriffsklärung und Hintergründe des Projektes: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Sozialkompetenz und vergleicht verschiedene Trainingsansätze, wobei „Ich schaffs“ als besonders geeignet für den Klassenverband hervorgehoben wird.
2 Praxisdesign des Projektes: Hier werden das konkrete Praxisfeld, die Ziele, die gewählten Methoden und der Ablaufplan des Sozialkompetenztrainings detailliert dargelegt.
3 Das Evaluationsdesign des Projektes: Das Kapitel beschreibt die wissenschaftliche Vorgehensweise zur Erfolgsmessung, inklusive der Untersuchungsfragestellung, der Indikatoren und der verwendeten Erhebungsinstrumente.
4 Auswertung und Ergebnisse des Projektes: Dieser Hauptteil präsentiert den Projektverlauf und analysiert die gesammelten Daten aus den verschiedenen Instrumenten wie Beobachtungsbögen, Fragebögen und Schülerarbeiten.
5 Zusammenfassung zur Evaluation: Hier werden die Ergebnisse der Zielerreichung zusammengeführt und ein Ausblick für zukünftige Projekte dieser Art gegeben.
6 Persönliches Fazit: Das Fazit reflektiert den Gesamterfolg des Projekts sowie die persönliche Lernentwicklung der Autorin als Handelnde und Forschende.
Schlüsselwörter
Sozialkompetenztraining, Ich schaffs, Klassenklima, Orientierungsstufe, soziale Gruppenarbeit, lösungsorientiertes Handlungsmodell, Schulsozialarbeit, Evaluation, Konfliktlösungsstrategien, Schulentwicklung, Förderbedarf, pädagogische Praxis, Schüler, Ressourcenorientierung, Gruppenprozesse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert ein Praxisprojekt in einer fünften Klasse, bei dem ein lösungsorientiertes Sozialkompetenztraining („Ich schaffs“) zur Verbesserung des Klassenklimas durchgeführt und wissenschaftlich evaluiert wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die soziale Gruppenarbeit, die Förderung von Sozialkompetenzen im Schulalltag, die Anwendung lösungsorientierter Gesprächsführung sowie die methodische Evaluation pädagogischer Interventionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Verbesserung des Klassenklimas. Die Forschungsfrage lautet: „Hat sich im Verlauf des `Ich schaffs`-Programms das Klima der Klasse 5 verbessert?“
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein Evaluationsdesign gewählt, das sowohl quantitative als auch qualitative Methoden (Fragebögen, Beobachtungsbögen, Dokumentenanalyse der Arbeitshefte und teilstrukturierte Gruppeninterviews) kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird das Praxisdesign detailliert beschrieben, die Erhebungsinstrumente begründet und anschließend die Auswertung der verschiedenen Datenquellen im Hinblick auf die definierten Indikatoren vorgenommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sozialkompetenztraining, „Ich schaffs“, Klassenklima, soziale Gruppenarbeit, lösungsorientiertes Handlungsmodell und Evaluation.
Welche Herausforderungen traten bei der Durchführung auf?
Die Autorin berichtet von Herausforderungen in lauten Unterrichtssituationen, der Notwendigkeit hoher Flexibilität bei unkonzentrierten Gruppen sowie der Tatsache, dass die Klausurphase das Ergebnis der Fragebögen beeinflusst haben könnte.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum Erfolg des Projekts?
Die Autorin bewertet das Projekt insgesamt als Erfolg, da eine persönliche Reifung der Klasse beobachtet werden konnte, der Umgangston höflicher wurde und Konflikte nun eher besprochen und gelöst werden als zuvor.
- Quote paper
- Yvonne Schmidt (Author), 2012, Prima Klima. Sozialkompetenztraining mit einer fünften Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282714