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Sprachgesetzgebung Kataloniens in Geschichte und Gegenwart

Title: Sprachgesetzgebung Kataloniens in Geschichte und Gegenwart

Term Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jost Fromhage (Author)

Romance Studies - Catalan Studies
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Seit dem Ende des Francoregimes hat das lange unterdrückte Katalanisch immer mehr an Bedeutung gewonnen. Obwohl der Zentralstaat auch heute noch stets versucht, allzu regionalistische Tendenzen zurückzudrängen und die Befugnisse der Autonomien gering zu halten, sind die Regionalsprachen ein selbstverständlicher Teil des demokratischen Spanien geworden. In den traditionell wirtschaftlich stärksten Regionen Katalonien und dem Baskenland haben Sprache und Identität den Faschismus überdauert. Seitdem ist man bemüht, wieder eine sprachliche Normalität herzustellen. Besonders in Katalonien hat die Sprache ihren Weg wieder zurück in die Gesellschaft gefunden. Dies ist allerdings nicht von allein geschehen; eine Reihe von Gesetzen wurde erlassen, um die Sprache in Medien, Bildung, Justiz und Verwaltung zu etablieren. Dabei kam es oft zu Kontroversen zwischen dem spanischen Zentralstaat und der Region. Der Konflikt zwischen Katalonien und Spanien ist allerdings nicht neu. Seit Jahrhunderten versucht die Zentralregierung, die Machtbefugnisse Kataloniens durch Gesetzte oder militärische Maßnahmen zurückzudrängen, während Katalonien nach mehr Unabhängigkeit strebt. Nicht zuletzt durch ihre wirtschaftliche Stärke hat die heutige Autonomie es geschafft, die eigene Sprache und Identität zu erhalten. Auch nach dem Ende der Diktatur stehen Barcelona und Madrid sich als Kontrahenten gegenüber, jetzt aber bemüht einen Kompromiss zu finden. Mit der EU kommt neuerdings ein weiterer Akteur hinzu, und das Katalanische muss sich in einem noch größeren Kontext behaupten. Nun hat das Katalanische durch eine Reihe von Gesetzen und Regelungen einen rechtlichen Rahmen erhalten. Wie die aktuelle Gesetzgebung dazu aussieht und wie es dazu kam, versucht diese Arbeit zu erläutern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Vorwort

1.2 Verbreitung des Katalanischen

2. Geschichte Kataloniens und des Katalanischen

2.1 Wurzeln der Unabhängigkeitsbewegung

2.2 Beginn der Emanzipation

2.3 Die erste autonome Verwaltung nach den Decretos de Nueva Planta

2.4 Katalanisch unter Franco

2.5 Die ersten Wahlen

2.6 Die Position der politischen Parteien zur Sprachfrage

2.7 Ziele der einzelnen Parteien

2.7.1 Convergència i Unión (CIU)

2.7.2 Esquerra Republicana de Catalunya (ERC)

3. Aktuelle Gesetzgebung

3.1 Die Kooffizialität

3.2 Beziehungen zwischen Zentralstaat und Region

3.3 Die Kompetenzen der Regionen

3.4 Die Normalisierung

3.5 Die Normalisierung in der Sprachgesetzgebung

3.6 Die Verwaltung

3.7 Die Llei 1/1998 de Política Lingüística (LPL)

3.7.1 Gerichtssprache

3.7.2 Katalanisch in den Medien

3.7.3 Katalanisch in der privaten Wirtschaft

3.7.4 Das Problem der Produktetikettierung

3.7.5 Die Pflicht, das Katalanische zu beherrschen

3.7.6 Katalanisch in der EU

4. Schlusswort

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die aktuelle rechtliche Verankerung des Katalanischen als Sprache in Katalonien. Ziel ist es, den Transformationsprozess von der Unterdrückung während des Francoregimes bis hin zur Etablierung eines rechtlichen Rahmens durch Sprachgesetze wie die Llei 1/1998 de Política Lingüística nachzuzeichnen und den Spannungsfeld-Charakter zwischen regionalen Autonomiebestrebungen und dem spanischen Zentralstaat zu beleuchten.

  • Historische Wurzeln und Emanzipationsbewegungen des Katalanischen.
  • Die politische Positionierung der Parteien hinsichtlich der Sprachfrage.
  • Analyse der aktuellen Sprachgesetzgebung und Kooffizialität.
  • Herausforderungen bei der Umsetzung sprachpolitischer Maßnahmen in Medien, Wirtschaft und Justiz.

Auszug aus dem Buch

3.4 Die Normalisierung

Nach der jahrelangen Repression unter Franco blieb in Katalonien sprachliches Brachland zurück. Aus der Forderung, das Katalanische wieder zur Blüte zu führen, entstand der Begriff der Normalisierung.

Man wollte, auf der Grundlage von wissenschaftlichen Analysen der Sprachsituation, eine Sprachpolitik schaffen, die die Emanzipation des Katalanischen fördern und deren Substitution durch das Kastilische entgegenwirken sollte. Dazu musste man die Frage stellen, in welcher Beziehung Politik und Sprache stehen, welche sozialen, ideologischen und wirtschaftlichen Mechanismen auf die Sprachpolitik einwirken und wie diese gesteuert werden können. Die Normalisierung unterscheidet zwischen bewusstem und spontanem Sprachwandel. Als Reaktion auf die jahrelange bewusste Repression setzt sie auf bewusste soziale Aufwertung des Katalanischen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über den Status des Katalanischen seit dem Ende der Franco-Diktatur und erläutert die Motivation der Arbeit.

2. Geschichte Kataloniens und des Katalanischen: Dieses Kapitel zeichnet den langen Weg der katalanischen Emanzipation von der Marca Hispanica bis hin zu den ersten demokratischen Wahlen 1977 nach.

3. Aktuelle Gesetzgebung: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen der Kooffizialität sowie die spezifischen Sprachgesetze und deren Anwendung in den Bereichen Justiz, Medien und Wirtschaft analysiert.

4. Schlusswort: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftigen Aussichten des Katalanischen, insbesondere im Kontext der Europäischen Union.

Schlüsselwörter

Katalonien, Katalanisch, Sprachgesetzgebung, Autonomie, Francoregime, Normalisierung, Llei 1/1998 de Política Lingüística, Generalitat, Zentralstaat, Kooffizialität, Sprachpolitik, Identität, Zweisprachigkeit, EU-Sprachstatus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und rechtlichen Situation der katalanischen Sprache in Katalonien vom Ende der Franco-Diktatur bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Sprachunterdrückung, die politische Landschaft Kataloniens, die Kompetenzverteilung zwischen Zentralstaat und Region sowie die konkrete Ausgestaltung der Sprachgesetze.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu erläutern, wie das Katalanische durch eine Reihe von Gesetzen und Regelungen einen rechtlichen Rahmen erhalten hat und welche Konflikte und Prozesse diesen Weg geprägt haben.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse historischer und politischer Zusammenhänge sowie auf die Auswertung der spezifischen katalanischen Sprachgesetzgebung, insbesondere der Llei 1/1998.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Aufarbeitung, die Darstellung der politischen Parteien und eine detaillierte Prüfung der Sprachgesetzgebung in verschiedenen gesellschaftlichen Sektoren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Katalanisierung, Normalisierung, Autonomiestatut, Kooffizialität und das Spannungsverhältnis zwischen dem katalanischen Identitätsstreben und der spanischen Zentralregierung.

Welche Rolle spielt die EU für das Katalanische?

Das Katalanische hat in der EU keinen offiziellen Status als Amtssprache, wird jedoch bei bestimmten Korrespondenzen und Förderprogrammen punktuell berücksichtigt, was den einzigartigen Status der Sprache unterstreicht.

Warum ist die Produktetikettierung ein zentrales Konfliktthema?

Die Etikettierung ist ein wirtschaftspolitisches Instrument; Forderungen nach verpflichtendem Katalanisch stießen auf Widerstand der Wirtschaft, da diese fürchten, den Absatz außerhalb Kataloniens zu gefährden.

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Details

Title
Sprachgesetzgebung Kataloniens in Geschichte und Gegenwart
College
University of Göttingen  (Romanisches Seminar)
Grade
1,3
Author
Jost Fromhage (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V28275
ISBN (eBook)
9783638301015
Language
German
Tags
Sprachgesetzgebung Kataloniens Geschichte Gegenwart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jost Fromhage (Author), 2004, Sprachgesetzgebung Kataloniens in Geschichte und Gegenwart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28275
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