Der vorliegende Vortrag tangiert einen schwierigen Bereich. Einerseits soll er eine Zeitspanne, nach römischen Rechnungen, über acht Jahrhunderte bedecken, nämlich von 753 v. Chr. bis zur Jahrtausendwende; andererseits lassen sich hier wohl mehrere namhafte Schriftsteller anhand vielfältiger Literaturgattungen jener Zeit einschätzen, die entweder als Zeitgenossen historische Ereignisse erlebt, oder gar vorangetrieben hatten, oder sich tief mit der Beschreibung über Ruhm und Ehre Roms mittels damals noch vorhandener Quellen beschäftigten.
Inhaltsverzeichnis
1 Mythos und Gründungsgeschichte
2 Polybios Leistung zum Aufstieg des Rom
3 Urbana, Rustica und Ausgang der Republik
4 Monumentalisieren der Stadt
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand literarischer Quellen die Darstellung von Ur- und Alt-Rom sowie der Stadtentwicklung in der augusteischen Zeit. Ziel ist es, die literarischen Gattungen dieser Epoche zu analysieren und die Prozesse der Urbanisierung Roms durch die Spiegelung in zeitgenössischen Texten zu erläutern.
- Die Rolle von Mythen und Gründungsgeschichten in der römischen Literatur.
- Der Einfluss griechischer Vorbilder auf die römische Geschichtsschreibung.
- Das Spannungsfeld zwischen bäuerlicher Lebensweise (Rustica) und städtischer Urbanität (Urbana).
- Die monumentale Umgestaltung Roms unter Augustus und deren literarische Rezeption.
- Der Wandel römischer Moralvorstellungen im Kontext der imperialen Expansion.
Auszug aus dem Buch
3 Urbana, Rustica und Ausgang der Republik
Die Zerstörung des Karthagos war ein konkreter Wunsch der Römer gewesen, vor allem unter den römischen Prominenten, wie Marcus Porcius Cato, durch ihn der Satz „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“ überliefert worden ist.
Denn Karthager hatten Rom angegriffen, denn Karthago war immerhin eine wichtige Handelsmacht im westlichen Mittelmeerraum, und Rom expandiert als eine Handelsstadt.
Mit gewissen Auflagen hinsichtlich des mos maiorum kann Cato eine Handelsstadt Rom akzeptieren, weil durch Handel man mehr profitieren kann. Aber Cato will die alte Moral der Römer beibehalten. In seinem Buch über den Landbau formuliert er das Lob für einen Mann als „guter Ehemann, guter Bauer“, denn aus Bauer kann ein Mann ein mutigster Mensch und ein tapferster Soldat werden. Dagegen sei eine Karriere als Krämer gefährlich und verursache Katastrophe.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Mythos und Gründungsgeschichte: Dieses Kapitel thematisiert die Verknüpfung römischer Ursprünge mit der griechischen Sagenwelt und die zentrale Rolle der Aeneas-Figur.
2 Polybios Leistung zum Aufstieg des Rom: Es wird die Analyse der römischen Geschichtsschreibung beleuchtet, wobei Polybios als ein Historiker hervorgehoben wird, der den Aufstieg Roms zur Weltherrschaft deutet.
3 Urbana, Rustica und Ausgang der Republik: Dieses Kapitel untersucht den Kontrast zwischen dem idealisierten bäuerlichen Leben und der aufstrebenden Handelsstadt Rom sowie den moralischen Wandel in der Spätphase der Republik.
4 Monumentalisieren der Stadt: Hier wird die bauliche und propagandistische Neugestaltung Roms unter Augustus und die literarische Auseinandersetzung damit, unter anderem durch Horaz und Ovid, analysiert.
5 Fazit: Das Kapitel fasst zusammen, dass römische Autoren die Geschichte durch Mythen legitimierten und der Kontrast zwischen Stadt und Land als essentielles Motiv diente.
Schlüsselwörter
Ur-Rom, Alt-Rom, augusteische Zeit, Aeneas, Romulus, Mythos, Geschichtsschreibung, Urbanisierung, mos maiorum, Cato, Polybios, Augustus, Monumentalisierung, pax romana, Exilliteratur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie antike Autoren die Entwicklung Roms von seinen mythischen Anfängen bis zur augusteischen Zeit literarisch verarbeitet und interpretiert haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Gründungsmythologie, der historischen Entwicklung der Geschichtsschreibung, dem Konflikt zwischen traditionellem Landleben und urbaner Kultur sowie der monumentalen Stadtplanung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie literarische Gattungen genutzt wurden, um Ruhm und Ehre Roms zu definieren und die Urbanisierung der Stadt zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse und den Vergleich zeitgenössischer literarischer Quellen, um historiographische und gesellschaftliche Tendenzen der untersuchten Zeitspanne herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Mythenbildung, die historische Leistung von Polybios, den moralischen Wandel zwischen Republik und Kaiserzeit sowie die bauliche Monumentalisierung unter Augustus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Aeneas, Mythos, Urbanisierung, mos maiorum, Monumentalisierung und augusteische Zeit zusammenfassen.
Warum spielt der Kontrast zwischen „Urbana“ und „Rustica“ eine so große Rolle?
Dieser Kontrast spiegelt die römische Identitätssuche wider, bei der das bäuerliche Ideal gegen die Realität der expandierenden, städtischen Handelsmetropole abgewogen wurde.
Welche Rolle spielt Ovid in der Untersuchung?
Ovid dient als Beispiel für einen Autor, der einerseits das Augustusforum lobte, andererseits aber in seiner Exilliteratur die Kehrseite des Lebens unter dem römischen Kaiserreich thematisierte.
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- Chali Xu (Author), 2011, Ur- und Altrom bis zur augusteischen Zeit in der Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282751