Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Art - History of Art

Die Bernwardssäule von Hildesheim

Title: Die Bernwardssäule von Hildesheim

Term Paper , 2012 , 14 Pages , Grade: 3

Autor:in: Katharina Schneider (Author)

Art - History of Art
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Um 1020 ließ der Hildesheimer Bischof Bernward eine 3,79 m hohe Bronzesäule mit einem Durchmesser von 0,58 m und einem umlaufenden Reliefband von 0,45 m Höhe anfertigen.
Sie steht im Hildesheimer Dom. Ursprünglich wurde die Christussäule für St. Michael geschaffen, eine Kirche, die von Bernward gegründet wurde und auch seine Grabstätte ist.
Die Säule beruft sich auf prominente Vorbilder, die Bernward auf seiner Romreise gesehen haben soll, auf die steinernen Triumphsäulen der Kaiser Trajan und Marc Aurel. Sie ist reich mit Reliefs geschmückt, während aber die römischen Säulen reportagenhaft Kriege und Siege der Weltmacht im Kunstwerk zum Thema haben, so berichtet die bernwardische über die Friedenstaten Jesus. In Konstantinopel gab es in spätantiker Zeit derartige Säulen, die als Triumphsäulen konzipiert wurden und stattliche Dimensionen aufwiesen. Auf ihrer Spitze befand sich meist ein Kreuz und auch die Bernwardsäule trug ursprünglich ein bronzenes Kruzifix. Allerdings wurde sie während der Reformationswirren in Hildesheim von Bilderstürmern 1544 ihres bekrönenden Kreuzes beraubt. Dieses wurde zu einer Kanone eingeschmolzen, was für eine beträchtliche Größe des Kreuzes spricht. Dass der Rest der Säule in der Folge nicht eingeschmolzen wurde, verdankt sie vor allem ihrer jahrhundertelangen Rolle als Berührungsreliquie, da man sie vom hl. Bernward persönlich angefertigt glaubte. 1870 erhielt sie durch den Hildesheimer Bildhauer Karl Küsthardt ein neues Bronzekapitell, das dem Holzkapitell oder dessen Abbildung nachgestaltet ist und dadurch mittelbar das Aussehen des alten Bronzekapitells bewahrt, das auf einem Kämpferblock den Bronzekruzifixus gehalten hatte. 1893 gelangte die Christussäule in den Hildesheimer Dom. Am 30. September 2009 ist sie für die Dauer der Domsanierung, voraussichtlich bis Dezember 2013, zurück in die Michaeliskirche gebracht worden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Bernwardsäule

2. Komposition der Säule

3. Standort der Säule

4. Die Romidee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit befasst sich mit der Bernwardsäule in Hildesheim, einem bedeutenden Bronzedenkmal aus dem 11. Jahrhundert, und untersucht deren ikonographisches Programm, künstlerische Gestaltung sowie ihre liturgische und politische Einbettung in das Konzept der sogenannten Romidee unter den Ottonen.

  • Historische Entstehung und ursprünglicher Kontext in St. Michael
  • Aufbau der Säule: Basis, Schaft mit Reliefband und Kapitell
  • Die symbolische Bedeutung der Paradiesflussfiguren und des Lebensbaums
  • Analyse der biblischen Reliefszenen und ihrer Erzählweise
  • Die Funktion der Säule als Triumphzeichen und Ausdruck kaiserlicher Macht

Auszug aus dem Buch

2. Komposition der Säule

Die freistehende Säule hat einen kreisrunden Querschnitt und gliedert sich in Basis, Schaft und Kapitell. Sie entspricht dem Schema eines typischen Rundpfeilers. Betrachtet man die Säule, sieht man, dass sie von einer etwa 6 cm dicken Spirale umschlungen ist. Diese Spirale umwindet den Schaft achtfach in linksläufiger Richtung. Dazwischen läuft das etwa 45 cm breite Reliefband. Hinter mehreren verschiedenen Handwerkerhänden, die zu erkennen sind, erscheint in den Reliefs der Gesamtentwurf völlig einheitlich. Als Monument ist die Christussäule schmal gehalten und vor allem in die Höhe gezogen. Die Bernwardsäule steht mit ihrer Basis auf einer quadratischen Plinthe, an deren Ecken vier Personen zu sehen sind. Auf dem Reliefband, welches sich linksläufig nach oben windet, befinden sich 28 Szenen mit verschiedenen Handlungen. Auf dem Kapitell sind wieder vier Personen zu sehen. Auf der Plinthe der Säule sitzen, nach Art antiker Flussgottheiten, vier Sockelfiguren. Die personifizierten Hauptflüsse des Paradiesstromes, die sogenannten Paradiesflüsse Pischon, Gihon, Tigris und Eufrat. Auf einem Bein kniend, das andere vorgestellt, lassen sie aus ihren Gefäßen, die sie mit beiden Händen fest in ihren Armen halten, Wasser hervorquellen, das gleichmäßig, ohne dass eine Hauptströmung festzustellen ist, nach beiden Seiten hin abfließt, so dass sich ihre Wasser miteinander vermischen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Bernwardsäule: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entstehung der Bronzesäule unter Bischof Bernward um 1020, ihre ursprüngliche Funktion in St. Michael und ihre wechselvolle Geschichte als Berührungsreliquie und späteres Ausstellungsstück im Hildesheimer Dom.

2. Komposition der Säule: Hier wird der physische Aufbau des Denkmals analysiert, wobei besonders die symbolische Bedeutung der Paradiesflussfiguren, des Lebensbaums und die inhaltliche Abfolge der 28 Reliefszenen detailliert beschrieben werden.

3. Standort der Säule: Das Kapitel beleuchtet die ursprüngliche liturgische Platzierung in der St.-Michaelis-Kirche und deutet die Säule in Verbindung mit dem Kreuzaltar als Symbol der Weltsäule und des Kreuzes Christi als tragende Mitte des Kosmos.

4. Die Romidee: Abschließend wird das politische und religiöse Programm der Säule erörtert, das durch die Anlehnung an antike Triumphsäulen das ottonische Bestreben widerspiegelt, ein „nordisches Rom“ zu begründen und Christus als das eigentliche, gerechte Oberhaupt darzustellen.

Schlüsselwörter

Bernwardsäule, Hildesheim, Bischof Bernward, St. Michael, Bronze, Reliefkunst, Paradiesflüsse, Triumphsäule, Romidee, Ottonen, Jesus Christus, Mittelalter, Kunstgeschichte, Ikonographie, Lebensbaum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit ist eine kunstgeschichtliche Untersuchung der Bernwardsäule in Hildesheim, bei der sowohl formale Aspekte der Bronzearbeit als auch inhaltliche und symbolische Deutungsebenen analysiert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der formalen Komposition der Säule, der christlichen Ikonographie der Reliefs und der Verknüpfung mit der politischen Ideologie der Ottonenzeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Bildprogramm der Säule sowohl als christliche Heilsgeschichte als auch als Ausdruck kaiserlicher Repräsentation und der sogenannten „Romidee“ verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kunsthistorische Analyse, die formale Beschreibung, ikonographische Deutung und den Abgleich mit historischen sowie literarischen Quellen kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Beschreibung des Säulenaufbaus, die Deutung der Reliefszenen, die Untersuchung des ursprünglichen Standorts in St. Michael und eine Schlussbetrachtung zur politischen Symbolik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Bernwardsäule, Romidee, Paradiesflüsse, Bronzeguss und die ottonische Kunsttradition.

Welche Rolle spielen die Paradiesflussfiguren an der Basis der Säule?

Sie dienen als allegorische Sockelfiguren, die den Lebensbaum symbolisieren und die Verbindung zwischen der biblischen Genesis und der liturgischen Funktion der Säule als Wasserquelle des Lebens herstellen.

Warum wurde die Säule mit antiken Triumphsäulen verglichen?

Die Form der Säule mit dem spiralförmigen Reliefband ist direkt an römische Vorbilder wie die Trajanssäule angelehnt, um kaiserliche Machtansprüche und die Kontinuität des Römischen Reiches zu visualisieren.

Welche Bedeutung hatte das ursprünglich bekrönende Kreuz?

Das heute verlorene Kruzifix markierte die Säule als Siegeszeichen Christi und unterstrich die Verbindung zwischen der irdischen Macht des Kaisers und der ewigen Herrschaft Christi.

Wie deutet die Autorin das Relief der Salome?

Die Autorin interpretiert die tanzende Salome als Sinnbild der „Luxuria“ (weibliche Verführungsmacht), die innerhalb der erzählten Heilsgeschichte die Finsternis und das Entgegenstellen zur göttlichen Ordnung repräsentiert.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Die Bernwardssäule von Hildesheim
College
University of Hamburg
Grade
3
Author
Katharina Schneider (Author)
Publication Year
2012
Pages
14
Catalog Number
V282804
ISBN (eBook)
9783656818915
ISBN (Book)
9783656818892
Language
German
Tags
bernwardssäule hildesheim
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Schneider (Author), 2012, Die Bernwardssäule von Hildesheim, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282804
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint