Krisen und Krisenmanagement im Tourismus


Hausarbeit, 2013

15 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Krisen im Tourismus als neue Forschungsdisziplin

2. Definitionen und Abgrenzung
2.1. Allgemeine Definition von „Krise“
2.2. Allgemeine Definition von Tourismus
2.3. Touristische Abgrenzung

3. Krisen im Tourismus
3.1. Ursachen für Krisen im Tourismus
3.2 Verlauf, Eigenschaften und Herausforderungen einer Krise
3.3. Auswirkungen touristischer Krisen
3.3.1. Auswirkungen auf das Reiseverhalten
3.3.2. Auswirkungen auf den Reiseveranstalter
3.3.3. Die Rolle der Medien

4. Krisenmanagement als Lösungsansatz

5. Ausblick: Die Zukunft des Krisenmanagements

Literaturverzeichnis

Bildquellen

1. Krisen im Tourismus als neue Forschungsdisziplin

“Tourism is particularly vulnerable to crises of all kind be it economy, health or terrorism. It reacts on external shocks with stronger downturns than the world economy as a whole but returns always to growth when recovery starts. These reactions even tend to become faster and stronger.” (Keller 2011)

Dass der Tourismus anfällig ist für alle Arten von Krisen, bringen Peter Keller und Thomas Bieger mit diesem Zitat sehr gut auf den Punkt. Egal ob wirtschaftlich, gesundheitlich oder den Terrorismus betreffend, er reagiert darauf mit einem stärkeren Abschwung, als es in der gesamten Weltwirtschaft der Fall wäre. Jedoch kehrt der Tourismus immer wieder zu seinem Wachstum zurück, sobald der Aufschwung beginnt. Diese Reaktionen neigen sogar dazu, schneller und heftiger zu werden.

Erst seit dem letzten Jahrzehnt gewinnen die Krisen im Bereich des Tourismus an Bedeutung. Einzelfällen, die schon davor auftraten, wurde kaum Beachtung geschenkt. Naturkatastrophen (Tsunami; 2004 in Südasien), Terroranschläge (9/11; 2001 auf das New Yorker World Trade Center) und Epidemien (SARS; 2003 in Asien, Amerika und England) beeinflussen das Reiseverhalten und lenkten das Interesse von Touristen, aber auch das von im Bereich des Tourismus tätigen Organisationen auf das Thema „Krisen und Krisenmanagement im Tourismus“. Genau dieses Thema möchte ich im Anschluss genauer betrachten.

Nach PETERMANN et al. ist

„die Annahme [nicht ungerechtfertigt], dass (neue) Sicherheitsrisiken ein bisher unbekanntes Ausmaß annehmen können, einmal aufgrund der Verselbstständigung von Gewaltoptionen in Form nichtstaatlicher Kriege wie religiöse und ethnische Auseinandersetzungen, weiterhin, weil sich Epidemien häufiger innerhalb kürzester Zeit global aus-breiten können, und schließlich weil extreme Wetterereignisse weltweit zunehmend zum normalen Wetterzyklus bei wachsendem Schadensausmaß zu gehören scheinen.“ (Petermann et al. 2006)

Weil genau diese Krisen uns auch in Zukunft wohl oder übel vermehrt begleiten werden, ist es gerade für Humangeographen ein Thema, mit dem man sich tiefer auseinandersetzen sollte und welches sich lohnt zu beachten.

Um begriffliche Unklarheiten zu vermeiden, werden beginnend einige Begriffe definiert, erklärt und abgegrenzt. Im Anschluss wird das Thema „Krisen“ auf den Bereich Tourismus „beschränkt“ und angewandt. Es folgen theoretische Details um danach das Vorgehen im Krisenmanagement darstellen zu können.

2. Definitionen und Abgrenzung

2.1. Allgemeine Definition von „Krise“

„Krise bezeichnet eine über einen gewissen Zeitraum anhaltende massive Störung des gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Systems. Krisen bergen gleichzeitig auch die Chance zur Verbesserung.“ (Schubert und Klein 2003)

Das Wort „Krise“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „schwierige Lage/Situation/Zeit“, „Schwierigkeit“ oder „Gefährdung“. (vgl. DUDEN) Im weitesten Sinne ist eine Krise folglich ein Prozess mit ambivalenten Entwicklungsmöglichkeiten - sie kann sich sowohl negativ als auch positiv auswirken. Meist kommt sie unvorbereitet und unerwünscht, ist sehr bedeutungsvoll und zeitlich beschränkt. Eine Krise bedarf immer einer raschen Entscheidung der Verantwortlichen und Betroffenen, weil eine solche Krise neben Angst und Unsicherheit auch Zeitdruck und Dringlichkeit mit sich bringt. Ziele der Verantwortlichen sind also, das Schlimmste zu vermeiden und das Beste aus der einer solchen Situation zu machen.

2.2. Allgemeine Definition von Tourismus

Das Wort Tourismus ist ein sehr vielseitiges, schwer definierbares. Genau deshalb gibt es viele verschiedene Definitionen, die sich zwar im Grunde ähneln, sich im Detail jedoch teilweise stark unterscheiden. Worin sich alle einig sind ist, dass der Tourismus immer eine vorübergehende Ortsveränderung mit sich bringt. Man bewegt sich weg von seinem Arbeits- oder Wohnort und löst sich heraus aus seinem gewohnten sozialen Umfeld. Motive für einen solchen Ortswechsel sind von Person zu Person unterschiedlich. Einige Reisen, um sich zu erholen/entspannen, um Zeit mit der Familie zu verbringen, neue Kontakte zu knüpfen. Andere fahren in den Urlaub, um Sport zu treiben und die Natur zu genießen. Mittlerweile gelten aber auch touristische Aktivitäten wie Dienstreisen und Kuren dazu. Allgemein wird unterschieden zwischen Ausflüglern (ohne Übernachtung) und Touristen (mind. 1 Übernachtung). Außerdem gibt es eine Unterteilung in Binnentourismus (innerhalb eines Landes), Einreiseverkehr (Ausländer, die in ein touristisches Zielland reisen) und Ausreiseverkehr (Inländer, die andere Länder aufsuchen). Dass dieses Phänomen des „Tourismus“ in den letzten Jahren stark an Massenhaftigkeit zugenommen hat, liegt nicht zuletzt daran, dass es eine Begleiterscheinung und ein Produkt der Globalisierung ist.

2.3. Touristische Abgrenzung

„Eine touristische Krise ist ein Zustand, der den normalen Betrieb und die normale Durchführung eines Tourismusgewerbes bedroht und den allgemeinen guten Ruf eines Urlaubsortes in Bezug auf die Sicherheit, Komfort und Attraktivität durch die negativ beeinflusste Wahrnehmung der Destination von den Urlaubern schädigen kann. Dies kann wiederum zu einem Abschwung durch die Verminderung von Touristenankünften und touristischer Ausgaben führen.“ (Sönmez)

3. Krisen im Tourismus

3.1. Ursachen für Krisen im Tourismus

"Krisen können verschiedene Ursachen haben und sich in der jeweiligen Wirkung erheblich unterscheiden. Eine Krise kann sowohl aus natürlichen Gefahren oder Ereignissen entstehen als auch ihre Ursache in zivilisatorischen Bedingungen haben." (Bundesministerium des Innern (BMI) 2008)

Nicht jede Krise wird durch das Selbe hervorgerufen, sie kann sehr viele verschiedene Ursachen haben, wie es auch in diesem Zitat dargestellt wird. Jedoch haben sich 5 Oberbegriffe durchgesetzt, die typische Krisenfälle beschreiben. Vertrauenskrise, Liquiditätskrise, Führungs- und Managementkrise, Produktsabotage, Produktfehler. (vgl. DREYER et al. 2001: 10)

Was allerdings oft nicht beachtet wird, ist die Abgrenzung der Unternehmungskrisen von der touristischen Krise.

"Die Standardkrise gibt es nicht. Unternehmerische Krisen sind sehr komplex, sie haben meist mehrere Ursachen, die sich in endogene (intern-im Unternehmen begründet) und exogene (extern) gliedern lassen. " (Dreyer et al. 2001)

Die folgende Abbildung zeigt, welche Ursachen schuld an einer solchen Unternehmungskrise sein können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1

Exogen induzierte Faktoren sind Faktoren, die durch äußere Umstände verursacht werden und der Fehler sozusagen nicht im Unternehmen selbst liegt. Sie sind meist Zielgebietskrisen, die schwer kalkulierbar und wenig beeinflussbar sind wie z.B. Änderungen im Konsumverhalten, negative Medienberichterstattung etc.

Im Gegensatz dazu stehen die endogenen Faktoren. Hierbei liegt die Ursache der Krise innerhalb des Unternehmens. Auslöser der Krisen ist entweder der Mensch oder die Technik. Die Gegenseite dazu sind sog. touristische Krisen. Der wichtigste Unterschied zur unternehmerischen Krise ist die räumliche Dimension, die geographische Ausdehnung. Gegliedert wird in verschiedene Maßstabsebenen:

- Lokal, z.B. Hotelbrände
- Regional, z.B. Erdbeben
- National, z.B. Bürgerkriege
- International, z.B. Kosovokrise (betraf neben dem Kosovo auch Serbien)

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Krisen und Krisenmanagement im Tourismus
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
3,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V282899
ISBN (eBook)
9783656823193
ISBN (Buch)
9783656839033
Dateigröße
843 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
krisen, krisenmanagement, tourismus
Arbeit zitieren
Ramona Kraus (Autor), 2013, Krisen und Krisenmanagement im Tourismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282899

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