Das Phänomen der schrumpfenden Städte ist kein neuer Trend, vielmehr ist es ein zeitloses und auch globales Phänomen. Städte, deren Bevölkerung abnimmt, gab es dementsprechend schon immer. Unter der Stadtschrumpfung versteht man im Grunde die negative Änderung einer oder mehrerer statistischer Größen. Hauptsächlich wird hierbei die Bevölkerungszahl zu Grunde gelegt, allerdings können auch andere ökonomische Variablen, wie beispielsweise die Zahl der Arbeitsplätze, herangezogen werden. Es ist ein mehrdimensionaler Prozess, bei dem sich demographische, gesellschaftliche, physisch- materielle sowie wirtschaftliche Gegebenheiten gegenseitig beeinflussen und so eine Schrumpfungskette hervorrufen. Zu beachten ist, dass Stadtschrumpfung keineswegs als Synonym für Suburbanisation, Desurbanisation oder Counterurbanisation verstanden werden kann. Die Debatten haben außerdem nur einen partikularen Charakter, da der Fokus bei schrumpfenden Städten auf den Kernstädten liegt.
In dieser Arbeit sollen zunächst einige Beispiele, deutsche sowie internationale Städte, vorgestellt werden, auf die daraus resultierenden Probleme eingegangen werden und zuletzt noch Maßnahmen erläutert werden, die schrumpfende Städte einleiten, um dem Schrumpfungsprozess entgegen zu wirken.
Inhaltsverzeichnis
1 Das Phänomen der schrumpfenden Stadt
2 Beispiele für schrumpfende Städte
2.1 Schrumpfende Städte in Deutschland
2.1.1 Leipzig
2.1.2 Wilhelmshaven
2.2 Vergleich Ost/Westdeutschland
2.3 Schrumpfende Städte international
2.3.1 Detroit
2.3.2 Liverpool
3 Probleme
3.1 Finanzielle Probleme
3.2 Wohnungsleerstand
3.3 Weitere Probleme
4 Maßnahmen
4.1 Leitbilder
4.1.1 Aufwertung, Revitalisierung und Stabilisierung der Innenstadt
4.1.2 Urbanisierung
4.1.3 Nachhaltige, Kompakte Stadt
4.1.4 Perforierte Stadt
4.1.5 Transformierte Stadt
4.2 Stadtumbau Ost, Stadtumbau West
5 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das globale Phänomen der Stadtschrumpfung und analysiert dessen Ursachen, Auswirkungen auf die städtische Struktur sowie Lösungsansätze. Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen demographischen und ökonomischen Prozesse zu schaffen, die zu einer dauerhaften Abnahme der Einwohnerzahlen führen, und darzulegen, wie Kommunen diesen Herausforderungen mit verschiedenen Leitbildern begegnen.
- Grundlagen und Definitionen des Phänomens Stadtschrumpfung
- Empirische Beispiele deutscher und internationaler Städte
- Analyse der ökonomischen und städtebaulichen Folgen
- Diskussion aktueller stadtplanerischer Strategien und Leitbilder
- Vergleich von Förderprogrammen wie Stadtumbau Ost und West
Auszug aus dem Buch
3.1 Finanzielle Probleme
Durch die Schrumpfung und dem damit verbundenen Einwohnerzahlrückgange wird auf kommunaler Ebene die Finanzsituation stark geschwächt. Im Normalfall können die Einnahmerückgänge nicht durch die Ausgabenminderungen gedeckt werden.
Nimmt die Bevölkerungszahl ab, so nimmt auch die Zahl der Lohn- bzw. Einkommenssteuerzahlenden ab. Es können zudem überproportionale Verluste auftreten wenn Personen mit höheren Steuerleistungen wegfallen.
Schlüsselzuweisungen, die die Kommunen zum kommunalen Finanzausgleich erhalten, nehmen ab, da sie nach der Bevölkerungszahl aufgeteilt werden.
Sofern Beiträge und Gebühren nutzungs-, personen- oder verbrauchsbezogen erhoben werden, gehen die Einnahmen bei Bevölkerungsrückgang zurück. Werden diese allerdings nach dem Kostendeckungsverfahren ermittelt, so kommt es zu höheren Gebühren, die erhöhten Gebühren könnten jedoch die Zahl der Nutzer sinken.
Es treten Kostenremanenzen für die öffentliche Infrastruktur sowie für öffentliche Verwaltungsaufgaben auf. Was bedeutet, dass die Ausgabenrückgänge bei Bevölkerungsrückgängen nicht so stark zurückgehen, wie sie bei einer steigenden Bevölkerungszahl zunehmen würden. Das heißt also, dass die Pro Kopf- Ausgaben im Verhältnis ansteigen würden (Killisch, Siedhoff 2005, S.60f).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Das Phänomen der schrumpfenden Stadt: Einführung in das globale Konzept der Stadtschrumpfung als mehrdimensionaler Prozess abseits von Suburbanisierung.
2 Beispiele für schrumpfende Städte: Vorstellung konkreter Fallbeispiele in Deutschland (Leipzig, Wilhelmshaven) und international (Detroit, Liverpool) zur Veranschaulichung der Schrumpfungsprozesse.
3 Probleme: Untersuchung der negativen Auswirkungen der Schrumpfung auf die kommunale Finanzlage, den Wohnungsmarkt sowie die allgemeine Alters- und Sozialstruktur.
4 Maßnahmen: Darstellung stadtplanerischer Leitbilder wie der perforierten oder kompakten Stadt sowie Erläuterung staatlicher Förderprogramme zum Stadtumbau.
5 Ausblick: Einschätzung der zukünftigen Entwicklung, mit Fokus auf die räumliche Verlagerung der Problematik in die alten Bundesländer und die Chancen der Stadtentwicklung.
Schlüsselwörter
Stadtschrumpfung, demographischer Wandel, Bevölkerungsrückgang, Stadtumbau, Deindustrialisierung, Wohnungsleerstand, Kommunalfinanzen, Leerstand, Stadtentwicklung, Leitbilder, Suburbanisierung, Standortqualität, Infrastruktur, Wanderungsgewinne, Braindrain
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Ursachen und Konsequenzen schrumpfender Städte sowie die Strategien, die zur Bewältigung dieser stadtplanerischen Herausforderungen eingesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die demographische Entwicklung, die wirtschaftliche Deindustrialisierung, finanzielle Engpässe von Kommunen und verschiedene stadtplanerische Leitbilder.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Schrumpfungsprozesse von Städten zu vermitteln und die Wirksamkeit von Maßnahmen wie dem Stadtumbau aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis bestehender Literatur, Statistiken und stadtgeographischer Konzepte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Fallbeispielen, eine Problemanalyse (Finanzen, Wohnraum, Sozialstruktur) und eine Bewertung von Lösungsansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Stadtschrumpfung, demographischer Wandel, Stadtumbau, Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftlicher Strukturwandel.
Wie unterscheidet sich die Situation von Detroit von deutschen Beispielen?
Während in deutschen Städten oft der Geburtenrückgang und die Abwanderung im Vordergrund stehen, ist bei Detroit die massive, industriegetriebene Deindustrialisierung das primäre Merkmal.
Was ist mit dem Leitbild der "perforierten Stadt" gemeint?
Die perforierte Stadt beschreibt ein Modell, bei dem punktuelle Gebäudeabrisse zu fragmentierten Strukturen führen, um die verbleibende Infrastruktur effizienter zu nutzen.
Warum ist laut Autor der Stadtumbau nicht nur negativ zu betrachten?
Der Autor argumentiert, dass Schrumpfungsprozesse auch die Chance bieten, durch gezielte Maßnahmen eine höhere Lebens- und Standortqualität zu schaffen.
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- Susanne Faaß (Author), 2011, Schrumpfende Städte. Probleme und Gegenmaßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282908