Verbesserung der Körperwahrnehmung durch Joggen bei Jugendlichen. Studie zum Zusammenhang von Herzfrequenz und Subjektivem Belastungsempfinden


Seminararbeit, 2014

27 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Definitionen
2.1.1 Körperwahrnehmung
2.1.2 Joggen
2.1.3 Jugendliche
2.1.4 Verbesserung
2.2 Parameter
2.2.1 Herzfrequenz
2.2.2 Subjektives Belastungsempfinden

3 Methodisches Vorgehen
3.1 Überblick und Hypothesen
3.2 Stichprobe und Akquise der Probanden
3.3 Untersuchungsverlauf und -verfahren
3.4 Statistisches Vorgehen
3.4.1 Skalenniveaus
3.4.2 Auswahl des Analyseverfahrens
3.4.3 Korrelationsanalysen

4 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
4.1 Streudiagramme
4.2 Mittelwerte
4.3 Korrelationen
4.4 Zusammenfassung der Ergebnisse

5 Schluss

Literatur

Anhang I – Ausschreibung Joggen

Anhang II – Zeit-Laufprogramm

Anhang III – Teilnehmerdaten mit Urliste und geordneter Liste

Anhang IV – Protokoll und Teilnehmerliste

1 Einleitung

„Die Jugend von heute ist viel unsportlicher als die der Generationen zuvor“. Diesen und ähnliche Sätze hört man des Öfteren. Warum eigentlich? Treibt die Jugend keinen Sport?

Tatsächlich nahm die Leistungsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen ab (u.a. Bös & Pratschko, 2009; Brandl-Bredenbeck, Brettschneider, Gerlach & Hofmann, 2006). Aber in der Rangfolge der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Schülern[1] an Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien stand im Jahr 2001 der Freizeit- bzw. Fun-Sport auf Platz zwei nach Musik hören und war gefolgt von Fernsehen. Währenddessen befand sich das Betreiben von Vereins-/Wettkampfsport auf Platz zehn (Bofinger, 2001). Die Zahlen der im Deutschen Olympischen Sportbund gemeldeten Menschen bestätigen diese Ergebnisse von 2001 und zeigen weiterhin einen positiven Trend diesbezüglich. 34,13 % der deutschen Bevölkerung – genauer: 27.992.386 Personen – waren im Jahr 2013 in Sportvereinen unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) registriert. Sowohl prozentual als auch in absoluten Zahlen war dies eine Steigerung seit 1997. Männliche und weibliche Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 18 Jahren waren dabei im Verhältnis zum Bevölkerungsanteil am häufigsten vertreten (Deutscher Olympischer Sportbund, 2013).

Tab. 1. Mitgliederentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zwischen 1997 und 2013 (Deutscher Olympischer Sportbund, 2013)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus der Beliebtheit sowohl des Freizeit- bzw. Fun-Sports als auch des Vereins- bzw. Wettkampfsports wird deutlich, dass Sportvereine und informelle Sportszenen zwei zentrale soziale Lebensräume für manche Schüler darstellen (Naul, 2007).

Ein Problem ist, wie Zimmer bereits 1998 (S. 11) schreibt, dass bezüglich der Bewegungserfahrungen von Kindern zwei extreme Pole auszumachen sind: So gibt es auf der einen Seite „Kinder, die in mehreren Sportvereinen Mitglied sind, sich früh auf eine Sportart spezialisieren und es hier bereits zu Höchstleistungen bringen“ sowie auf der anderen Seite „Kinder, die nicht (mehr) rückwärts gehen können, die Haltungsschwächen und Übergewicht haben, deren Bewegungen unkoordiniert sind und die jede Anforderung im Sportunterricht meiden“. Bös & Pratschko (2009, S. 17) bestätigen diese sich öffnende „Schere zwischen den extrem aktiven und den extrem bewegungsfaulen Kindern“ und betonen, dass viele Kinder und Jugendliche passive Sport-Beobachter sind.

Es ist anzunehmen, dass eine verbesserte Selbsteinschätzung das Durchhaltevermögen und damit auch die Freude an sportlichen Aktivitäten steigert. Wenn einem Teil der Jugend der (kognitive und intuitive) Zugang zu ihrer eigenen Leistungsfähigkeit fehlen sollte, wäre es ein Schritt in die richtige Richtung, zunächst oder gemeinsam mit einer sportlichen Tätigkeit an einer realistischen Einschätzung der körperlichen Beanspruchung zu arbeiten, um damit auch eine verbesserte Belastungssteuerung zu erzielen. Oder erledigen manche Sportarten das von alleine? Aber wenn ja: welche Sportarten sind hierfür geeignet? Hier setzt diese Seminararbeit an und beschäftigt sich in einer Studie exemplarisch mit dem Joggen als eine von vielen möglichen...

2 Theoretischer Hintergrund

Nach Bartmann (2009) bewirkt Joggen eine umfassende Verbesserung der körperlichen Befindlichkeit und mit zunehmender Lauferfahrung auch ein neues Körpergefühl bzw. eine zunehmend sensiblere Körperwahrnehmung. Dabei biete Joggen eine ausgezeichnete Methode, den natürlichen Bewegungsdrang zur Verbesserung der psychischen Befindlichkeit zu nutzen. Unter anderem auf Grundlage dieser Aussage Bartmanns liegt die Vermutung nahe, dass sich durch regelmäßiges Joggen auch die subjektive Einschätzung der Beanspruchung verbessert, was vom Autor dieser Seminararbeit als ein Teil einer „sensiblen Körperwahrnehmung“ verstanden wird.

2.1 Definitionen

2.1.1 Körperwahrnehmung

„Als Belastung wird die Gesamtheit der erfassbaren Einflüsse bezeichnet, die von außen auf einen Menschen zukommen und auf ihn einwirken“ (Baumann, 2003, S. 72). Unter Körperwahrnehmung wird hier nun die Wahrnehmung bzw. Deutung der „unmittelbare[n} individuelle[n] Auswirkung[en] einer [...] Belastung“ (Carl, 2003, S. 68) als Beanspruchung im Sinne des Subjektiven Belastungsempfindens verstanden. Relevant für diese Arbeit ist die Frage nach der Übereinstimmung dessen mit messbaren physiologischen Parametern.

2.1.2 Joggen

In Anlehnung an Bartmann (2009) wird im Rahmen dieser Arbeit der Begriff „Joggen“ in Abgrenzung zum wettkampforientierteren „Laufen“ verwendet. Auch De Marées (2003) unterscheidet hier und stellt dar, dass die Geschwindigkeiten beim freizeitsportlichen Joggen im unteren Bereich bei „nur“ 2m/s liegen, was zügigem Gehen entspricht. Der Unterschied zum „Gehen“ liegt in der beim Joggen vorhandenen Flugphase. Das herangezogene Bewegungsprogramm orientiert sich nicht am Leistungsgedanken. In dieser Arbeit ist dementsprechend eine nicht-wettkampforientierte Form dieses Sich-Bewegens gemeint, wenn von Joggen oder Laufen die Rede ist. Beide Begriffe finden Anwendung und werden synonym gebraucht.

2.1.3 Jugendliche

Als Jugendliche werden diejenigen bezeichnet, die sich in der Phase der Jugend befinden. Die Jugend als soziohistorische Konstruktion einer Lebensphase wird in dieser Arbeit als ein Zeitraum im Leben eines Menschen betrachtet, in dem es sowohl in biologischer, intellektueller als auch sozialer Hinsicht möglich ist, vielfältige Erfahrungen zu machen. Entwicklungspsychologisch wird in der internationalen Jugendforschung zwischen der frühen (11 bis 14 Jahre), mittleren (15 bis 17 Jahre) und späten (18 bis 21 Jahre) Adoleszenz unterschieden (Oerter & Dreher, 2002).

2.1.4 Verbesserung

Mit „Verbesserung“ ist im Zusammenhang dieser Studie gemeint, dass sich mit zunehmender Lauferfahrung ein stärkerer (d.h. „besserer“) Zusammenhang zwischen dem Subjektiven Belastungsempfinden (SBE) und der Herzfrequenz (HF) ergibt (siehe auch: 3 Methodisches Vorgehen).

2.2 Parameter

2.2.1 Herzfrequenz

Unter der Herzfrequenz (HF) wird die Anzahl der Herzschläge – also der rhythmischen Kontraktionen zum Bluttransport aus den Herzhohlräumen – pro Minute verstanden. Sie weist eine starke Veränderbarkeit auf und kann sich bei Belastungen mehr als verdreifachen (De Marées, 2003). Sie ist damit eine gute Kenngröße der Beanspruchungsintensität (Borg, 2004). Je höher die körperliche Beanspruchung ist, desto höher ist auch die HF.

2.2.2 Subjektives Belastungsempfinden

Ein anderes Maß für die individuelle Beanspruchungsintensität stellt das Subjektive Anstrengungs- bzw. Belastungsempfinden (SBE) dar, welches davon ausgeht, dass das menschliche Empfindungssystem als Instrument zur Unterscheidung von gefährlichen Ereignissen und Situationen funktioniert. Vorgänge im Körper werden damit erfasst und im Abgleich mit Belastungsvorerfahrungen quantifiziert, was zu einer Einschätzung der Beanspruchungsintensität führt (Borg 2004; Hoos, Reim & Gerhard, 2010).

[...]


[1] Zur Verbesserung der Lesbarkeit werden in dieser Seminararbeit Personenbezeichnungen in der männlichen Form verwendet. Sofern nicht extra gekennzeichnet, sind damit sowohl männliche als auch weibliche Personen gemeint.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Verbesserung der Körperwahrnehmung durch Joggen bei Jugendlichen. Studie zum Zusammenhang von Herzfrequenz und Subjektivem Belastungsempfinden
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Kompensatorische Bewegungsformen verstehen und vermitteln - Projekt mit „Service Learning“
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
27
Katalognummer
V282952
ISBN (eBook)
9783656823582
ISBN (Buch)
9783656838784
Dateigröße
819 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Joggen, Jugendliche, SBE, Subjektives Belastungsempfinden, Herzfrequenz, Sport, Laufen, Belastung, Subjektives Anstrengungsempfinden, Laufprogramm, Bewegungsprogramm, Körpergefühl, Selbsteinschätzung
Arbeit zitieren
Michael Schmitt (Autor:in), 2014, Verbesserung der Körperwahrnehmung durch Joggen bei Jugendlichen. Studie zum Zusammenhang von Herzfrequenz und Subjektivem Belastungsempfinden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282952

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