Der Forderungsverkauf wird in der Praxis schon seit dem Jahr 1880 zwischen einzelnen Unternehmen praktiziert. Die Verbriefung der verkauften Forderungen ist dagegen als eine eher junge Finanzmarktinnovation anzusehen. Ihren Ursprung hat sie in den USA: Im Jahre 1970 verbriefte die Government National Mortgage Association erstmals eine n Pool von Hypothekarforderungen aus Einfamilienhäusern. Seitdem ist das Emissionsvolumen von Forderungsverbriefungen dramatisch gestiegen; es betrug im Jahre 2003 ca. 416 Mrd. US-$. Die Forderungsverbriefung ist somit schon seit einiger Zeit ein anerkanntes Finanzierungsinstrument in den USA. Die überragende Bedeutung der Forderungsverbriefung wird auf ihren alchemistischen Effekt zurückgeführt. Durch die Trennung des zu verbriefenden Forderungspools von den Risiken des Unternehmens, kann sich dieses im Rahmen einer Verbriefung am Kapitalmarkt günstiger als über die direkte Begebung von Wertpapieren refinanzieren.
In Deutschland hat die Bankenaufsicht für das Kreditwesen die Forderungsverbriefung durch Banken erst im Jahre 1997 zugelassen. Vorher gab es lediglich zwei Verbriefungstransaktionen in Deutschland. Der Verbriefungsmarkt hat sich seitdem nur spärlich entwickelt. Das Emissionsvolumen betrug in Deutschland im Jahre 2003 knapp 20,9 Mrd. EUR, wobei nur 3,5 Mrd. EUR auf die so genannten True Sale- Transaktionen zurückzuführen sind.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung und Zielsetzung
- Gang der Untersuchung
- Grundlagen der Forderungsverbriefung
- Struktur und Ablauf
- Beteiligte und ihre Funktionen
- Originator und Serviceagent
- Zweckgesellschaft
- Investoren und Ratingagenturen
- Treuhänder und weitere Beteiligte
- Besicherungsformen
- Abgrenzung der Gestaltungsformen
- True Sale-Verbriefungen
- Synthetische Verbriefungen
- Rechtliche Rahmenbedingungen für True Sale-Verbriefungen in Deutschland
- Steuerrechtliche Problematik
- Gewerbesteuer
- Umsatzsteuer
- Zivilrechtliche Anforderungen
- Insolvenzfester Verkauf
- Bankaufsichtsrechtliche Aspekte
- Gesetz über das Kreditwesen
- Rundschreiben 4/97
- Einfluss von Basel II
- Handelsrechtliche Aspekte
- Bankgeheimnis und Datenschutz
- Potential für True Sale-Verbriefungen in Deutschland
- Aktuelle Entwicklung
- Nachfrageseite
- Marktumfeld für True Sale-Verbriefungen von Bankenseite
- Struktur des deutschen Bankensektors
- Marktlage
- Trend zur Desintermediation
- True Sale-Initiative
- Hintergrund und Zielsetzungen
- Struktur
- Auswirkungen der True Sale-Initiative
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse der Rahmenbedingungen für True Sale-Verbriefungstransaktionen in Deutschland. Ziel ist es, die rechtlichen, wirtschaftlichen und strukturellen Voraussetzungen für die erfolgreiche Durchführung solcher Transaktionen zu untersuchen. Dabei werden sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland als auch die aktuellen Marktbedingungen analysiert.
- Rechtliche Rahmenbedingungen für True Sale-Verbriefungen in Deutschland
- Struktur und Ablauf von True Sale-Verbriefungstransaktionen
- Beteiligte Parteien und ihre Funktionen
- Potential für True Sale-Verbriefungen im deutschen Markt
- Auswirkungen der True Sale-Initiative
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit ein. Es wird der aktuelle Stand der Verbriefungstransaktionen in Deutschland dargestellt und die Bedeutung von True Sale-Verbriefungen im Kontext des deutschen Finanzmarktes herausgestellt.
Kapitel 2 befasst sich mit den Grundlagen der Forderungsverbriefung. Hierbei werden die Struktur und der Ablauf von Verbriefungstransaktionen erläutert, sowie die verschiedenen Beteiligten und ihre Funktionen vorgestellt. Darüber hinaus werden die verschiedenen Besicherungsformen und die Abgrenzung der Gestaltungsformen von True Sale- und synthetischen Verbriefungen behandelt.
Kapitel 3 analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen für True Sale-Verbriefungen in Deutschland. Es werden die steuerrechtlichen, zivilrechtlichen, insolvenzrechtlichen, bankaufsichtsrechtlichen und handelsrechtlichen Aspekte sowie der Aspekt des Bankgeheimnisses und des Datenschutzes beleuchtet.
Kapitel 4 untersucht das Potential für True Sale-Verbriefungen in Deutschland. Es werden die aktuelle Entwicklung, die Nachfrageseite, das Marktumfeld für True Sale-Verbriefungen von Bankenseite, die Struktur des deutschen Bankensektors und die Auswirkungen der True Sale-Initiative behandelt.
Schlüsselwörter
True Sale-Verbriefungen, Forderungsverbriefung, Finanzmarkt, Rechtliche Rahmenbedingungen, Steuerrecht, Zivilrecht, Insolvenzrecht, Bankaufsichtsrecht, Handelsrecht, Bankgeheimnis, Datenschutz, Potential, Marktbedingungen, True Sale-Initiative, Desintermediation.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter einer True Sale-Verbriefung?
Bei einer True Sale-Verbriefung werden Forderungen rechtlich wirksam von einem Unternehmen (Originator) an eine Zweckgesellschaft verkauft, um diese vom Risiko des Unternehmens zu trennen.
Was ist der Unterschied zur synthetischen Verbriefung?
Im Gegensatz zum True Sale werden bei der synthetischen Verbriefung nur die Kreditrisiken mittels Derivaten übertragen, während die Forderungen rechtlich beim Originator verbleiben.
Welche rechtlichen Hürden gibt es für Verbriefungen in Deutschland?
Zentrale Herausforderungen liegen im Steuerrecht (Gewerbesteuer), im Bankaufsichtsrecht (Basel II / KWG) sowie in Fragen des Datenschutzes und des Bankgeheimnisses.
Was ist die True Sale-Initiative (TSI)?
Die TSI ist ein Zusammenschluss deutscher Banken mit dem Ziel, die Rahmenbedingungen für Verbriefungen in Deutschland zu verbessern und einen standardisierten Markt für True Sale-Transaktionen zu etablieren.
Welchen Vorteil bietet die Forderungsverbriefung für Banken?
Sie dient der Refinanzierung am Kapitalmarkt, der Entlastung der Bilanz von Risiken und der Optimierung der Eigenkapitalunterlegung gemäß bankaufsichtlicher Vorschriften.
- Arbeit zitieren
- Gaston Michel (Autor:in), 2004, True Sales - Eine Analyse der Rahmenbedingungen für Verbriefungstransaktionen in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28297